Euer Lieblings-Film? Eure Lieblings-Serie?

Star Trek - The Motion Picture
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (8%)
Star Trek II - The Wrath of Khan
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (16%)
Star Trek III - The Search for Spock
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek IV - The Voyage Home
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek V - The Final Frontier
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek VI - The Undiscovered Country
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (16%)
Star Trek VII - Generations (Keine Stimmen)
Star Trek VIII - First Contact
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (8%)
Star Trek IX - Insurrection (Keine Stimmen)
Star Trek X - Nemesis
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek (XI)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (5%)
Star Trek: Into Darkness
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek: Beyond
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (5%)
Raumschiff Enterprise [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek - The Next Generation [Serie]
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Star Trek - Deep Space Nine [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (5%)
Star Trek - Voyager [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek - Enterprise [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek - Discovery [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 38

Re: Star Trek - Der Thread

856
Diesmal mache ich mal zur Abwechslung den Anfang. :)

Star Trek VI - Das unentdeckte Land

„Jubiläumsfahrt und Abschiedstour - die Enterprise auf Legendenkurs“

Abschied nehmen hieß es ja in der Star Trek-Familie schon öfters. Nach Einstellung der TV-Serie 1969 rechnete niemand mit einem Wiedersehen. Als 10 Jahre später die Enterprise die große Leinwand eroberte („Star Trek - Der Film“ 1979), sollte dies ein einmaliges Abenteuer bleiben. Mit dem Tod des Fanlieblings Mr. Spock im dem dann doch realisierten Sequel („Star Trek II - Der Zorn des Kahn“, 1982), schien ebenfalls ein passender, noch dazu hoch emotionaler Abschluss gefunden. Aber auch diesmal ging es weiter. Spock wurde wieder belebt („Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock“, 1984), die beiden Stars Leonard Nimoy („Star Trek III“ und Star Trek IV“, 1986) und William Shatner („Star Trek V - Am Rande des Universums“, 1989) durften jeweils das Regiezepter schwingen und ehe man sich versah, steuerte man auf ein 25-jähriges Jubiläum zu.
Diesmal aber sollte nun wirklich und unwiderruflich Schluss sein. Der Zeitpunkt war ideal. Viele Stammcrew-Mitglieder steuerten auf ihr sechstes Lebensjahrzehnt zu, oder waren schon deutlich drüber (DeForest Kelley, James Doohan). Mit der im TV höchst erfolgreichen „Next Generation“ stand eine beliebte und deutlich jüngere Mannschaft in den Startlöchern. Eine Staffelübergabe drängte sich also geradezu auf. Dazu galt es noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Nichts weniger als ein runder und würdiger Abgang sollte es werden für Kirk, Spock und Co., schließlich war der fünfte Teil bei Fans und Kritikern nicht sonderlich gut weg gekommen.

Es ist daher nur konsequent, dass man sich für das große Finale in vielerlei Hinsicht deutlich an „Star Trek II“ orientierte, dem bis dato sowohl in „Trekkie“- wie auch in Kritikerkreisen meist geschätzten Star Trek-Film. Neben der Rückkehr von Regisseur Nicholas Meyer, wird dies insbesondere beim Handlungsgerüst und dessen Inszenierung deutlich. Der Humoranteil wird zugunsten einer auf Thrill und Spannung setzenden Atmosphäre zurück gefahren. Der Plot bedient sich auffällig bei anderen Genres (Politthriller und Whodunit) und würde ohne weiteres auch außerhalb eines Science-Fiction-Szenarios funktionieren. Insgesamt also eine unverkennbar bodenständigere und realistischere Ausrichtung, die auf abstrakte oder gar phantastische Elemente gänzlich verzichtet. Die dem eigentlichen Genre zuzuschreibenden Komponenten beschränken sich dann auch lediglich auf die typischen Raumschiff- und Weltraumszenen sowie außerirdische Spezies, die aber im Kern ein humanoides Aussehen haben (Klingonen, Romulaner) und vor allem ein typisch menschliches Verhalten an den Tag legen.

Worum geht es? Das klingonische Reich und damit dessen Macht scheint am Ende als mit dem Mond Praxis ihre zentrale Energiequelle explodiert. Die angestrebten Friedensverhandlungen mit den Erzfeinden der Föderation sind daher weniger eine durch neue Erkenntnis entstandener Mentalitätswandel, als vielmehr eine notwendige Überlebensstrategie. Auf Initiative Spocks, der den möglichen geschichtlichen Wendepunkt erkennt, wird die Enterprise unter Führung des wenig begeisterten Kirk als Geleitschutz für den klingonischen Kanzler auserkoren. Nach ersten gesellschaftlich-diplomatischen Annäherungen wird das klingonische Schiff plötzlich torpediert und durch zwei maskierte Attentäter gestürmt. Alles deutet darauf hin, dass die Attacke von der Enterprise ausging. Um Zeit zu gewinnen und die Klingonen zu besänftigen ergeben sich Captain Kirk und Dr. McCoy dem Gegner. In einem Schauprozess werden sie zu lebenslanger Haft verbannt und die Friedensverhandlungen drohen zu scheitern. Nun ist es an Spock und der Enterprise die wahren Hintergründe des offenbaren Komplotts aufzudecken, um Freunde und Frieden doch noch zu retten ...

„Star Trek VI“ greift damit wie Teil II und IV zeitaktuelle gesellschafts-politische Themen auf, die die „geraden“ Filme ebenso zu einer inhaltlichen Einheit machen wie die „ungeraden“ I, III und V (die jeweils auf das Phantastische fokussieren und sich damit deutlicher der klassischen Science Fiction verpflichten). Der Zusammenbruch der Sowjetunion, der fall der Berliner Mauer und das damit verbundene Ende des Kalten Krieges werden auf die Klingonen und ihre jahrzehntelange Auseinandersetzung mit der Föderation übertragen. Hier wie dort hinterlässt der sich anbahnende Frieden ein Vakuum bzw. eine Prioritätenverlagerung mit der keineswegs jeder - und zwar auf beiden Seiten - sich so einfach abzugeben bereit ist. In „das unentdeckte Land“ formiert sich daher eine Kontrahenten-Übergreifende Fraktion an Unzufriedenen, die mittels einer groß angelegten und clever eingefädelten politischen Intrige den Friedensschluss zu sabotieren versuchen.
Nicholas Meyer versteht es geschickt, Elemente des Verschwörungs-Thrillers sowie des Täterhatz-Krimis mit aktuellen Geschehnissen zu verknüpfen und das alles stimmig in den Ensemble-fokussierten Star Trek-Kosmos einzubetten. Obwohl Captain Kirk erneut im Zentrum steht, vergisst Meyer nie den Teamgedanken und verschafft auch den übrigen Crew-Mitgliedern (v.a. Spock und McCoy) entscheidenden Anteil am Gelingen ihrer letzten gemeinsamen Mission. Die Darsteller danken es ihm mit einer äußerst spielfreudigen Teamleistung, die auch davon profitiert, dass sich alle sechs seit über 20 Jahren kennen und ihre Charaktere sowie deren Beziehungen untereinander durch und durch verinnerlicht haben. Ob das launige Dreiecksverhältnis zwischen dem impulsiven Charmeur Kirk, dem mürrisch-sarkastischen Nörgler McCoy und dem gelassen - zunehmend menschelnd - über den Dingen stehenden Logiker Spock, oder die mit wenigen treffenden Pinselstrichen herausgestellten Eigenheiten der übrigen drei, sämtlich spürt man tiefe Sympathie und Wertschätzung für die Figuren und das sowohl seitens der Schauspieler wie auch der Regie.

Natürlich gibt es auch eine Gegenseite, die den Helden ihre letzte Schlacht-Suppe versalzen will. Christopher Plummer (Klingonen-General Chang) und der spätere „Sex and the City“-Star Kim Cattrall (Lt. Valeris) zeige sich dieser Aufgabe durchaus würdig. Trotz der mimisch einschränkenden Klingonenmaske und weniger Auftritte schafft es der gewohnt spielfreudige Plummer, General Chang eine herrlich süffisant-fiese Note zu verpassen und nach Khan den schillerndsten Bad Guy der Filmreihe zu erschaffen. Und wer, wenn nicht der theatererprobte Plummer könnte die zahlreichen Shakespeare Zitate Changs wie lässige Bonmots verkaufen. Cattrall meistert die undurchschaubare Vulkanierin in Diensten der Sternenflotte nicht minder nachhaltig, so dass Captain Kirk und seine Mannen sich endlich wieder mal mit sehr ernst zu nehmenden Gegnern herum schlagen müssen.

Trotz aller Ernsthaftigkeit bleibt aber immer noch Platz für den ein oder anderen humoristischen Schlenker. Vor allem die bereits von Shatner im Vorgängerfilm noch einmal intensiver ausgebaute Dreiecksbeziehung zwischen Kirk, Spock und McCoy sorgt wiederholt für trockenen und treffenden Wortwitz und lockert die politisch motivierte Thrillerhandlung an den richtigen Stellen auf.
Ein Plus ist auch die Rückkehr der Effektschmiede ILM, die zwar aufgrund eines erneut relativ schmalen Budgets von $ 27 Millionen nicht mit der Science Fiction-Konkurrenz wie Star Wars oder Aliens mithalten kann, aber dennoch den in dieser Hinsicht den schwachen Eindruck von „Star Trek V“ spielend wieder revidiert.

Die Krönung, mindestens aber das Sahnehäubchen dieses in wirklich jeder Hinsicht gelungenen Trek-Abenteuers kommt dann wie es sich gehört zum Finale. In einem stimmungsvollen Schlussbild kommen die sechs Star Trek-Ikonen Kirk, Spock, McCoy, Uhura, Chekov und Sulu (via Bildschirm als Captain der Excelsior zugeschaltet) auf der Brücke der Enterprise zusammen und setzen sich keck über den Einmottungsbefehl hinweg. Kirks letzter Befehl als Captain lautet: „Second star to the right and straight on to the morning!“ Ein direktes Zitat aus Peter Pan, das diesem den Weg ins Reich ewiger Kindheit weist. Einen passenderen und schöneren Abschied kann man sich für diese sechs Helden unzähliger Kinder und Jugendlicher nun wirklich nicht wünschen. Man ist versucht der entschwindenden Enterprise wehmütig hinterher zu winken und sie auf einer nie enden wollenden Reise zu begleiten. Ein magischer Kinomoment und das würdige Ende einer 25-jährigen Liebesbeziehung.

(9/10 Punkten)
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Star Trek - Der Thread

857
Danke Vodka, das geht schon mal in die richtige Richtung :-)

Ich stimme allem zu, vielleicht ein paar Ergänzungen:

- welche zeitaktuellen gesellschaftspolitischen Themen greift denn Teil 2 auf? Ich finde in dieser Hinsicht ist Teil 6 schon einmalig und vor allem einmalig gelungen.
- Teil 6 ist für mich der Stärkste was die Effekte angeht. Die Weltraumschlachten, die Maßstab-setzende Praxis Explosion, aber auch die damals ja erst grade durch Terminator 2 eingeführte Morphing Technologie sind hier wirlich top!
- Mit dem Zero Gravity Attentat gibt es die bis dato einzige wirklich kreative Actionszene in den Trek Filmen
- Was ich auch am Film mag ist die Hinwendung zu mehr Spannung und Krimi. Ich liebe das Rätselraten um das Torpedo Attentat (und auch der Humor der mit Ermittlungen einhergeht) - zumal ja damals die Tarnvorrichtung der Klingonen wirklich neu war
- Schön auch, dass das Triumvirat aufgesprengt wird und Kirk und der kautzige McKoy auf sich gestellt sind, während Spock an Bord den offensichtlichen Sherlock Holmes spielt.
- Ich finde auch darstellerisch ist dies der stärkte Teil. Plummer fand ich als vielschichten Klingonen immer viel spannender als den eindimensionalen Rache-Khan und es gibt zig Szenen die für mich herausstechen. Schon die anfängliche Szene mit Kirk und Spock - die den berühmten Satz enthält. Oder das Dinner mit Changs Shakespeare Eskapaden, der starke Schauprozess bis hin zu Spocks geistiger "Vergewaltigung". Der Film hat einfach wahnsinnig viele prächtige Einzelszenen.
- Das Ende des Films ist für mich der zweite große emotionale Moment der ST Historie neben Spocks Tod. Man merkt einfach, dass hier etwas Großes zu Ende geht und als Fans kann ich mir da selten eine Träne verkneifen
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Star Trek - Der Thread

858
Habe den Text leicht überarbeitet:

http://www.ofdb.de/review/2250,697118,S ... eckte-Land

@daniel
- zeitaktuell bei II ist das Genesis-Projekt im Sinne der Angst vor dem Ende der Erde und der Suche nach neuen Siedlungsorten; verbindend bei II, IV und VI ist aber auch und vor allem die deutliche Orientierung an Nicht-SF-Genres (habe das noch eingefügt)
- die Effekte sind stark - habe ich ja auch geschrieben -, aber bei weitem nicht so spektakulär wie z.B. in dem älteren "Rückkehr der Jedi-Ritter"
- Plummer sehe ich ebenfalls sehr stark
- Whodunit- und Krimielemente hatte ich ja erwähnt, ebenso wie das emotional so treffende Ende
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Star Trek - Der Thread

859
ist aber noch etwas träge hier....

@Vodka: ich wollte dir nicht widersprechen oder sagen dass du was vergessen hast. Wollte nur die Punkte nennen die mir wichtig sind.
Ich weiß noch, dass ich mir damals als Jugendlicher freiwillig Hamlet vorgenommen habe, da der Roman zum Film auf der ersten Seite den Teil aus Hamlet zitierte, auff den sich "The Undiscovered Country" bezieht

Nur daß die Furcht vor etwas nach dem Tod,
Das unentdeckte Land, von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt, den Willen irrt,
Daß wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewußtsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;
Und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll,
Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,
Verlieren so der Handlung Namen. - Still!
"It's been a long time - and finally, here we are"

Treklathon VI - Second star to the right and straight on till morning!

860
Star Trek VI: Das unentdeckte Land(1991)

Obwohl der fünfte Star Trek-Film eine kommerzielle Enttäuschung dargestellt hatte, beschloss Paramount, zum 25-jährigen Jubiläum einen letzten Film des Franchises mit allen Mitgliedern der Originalcrew zu drehen, bevor das Steuer der Enterprise an die Crew der bereits laufenden Serie „The Next Generation“ abgegeben werden sollte. Hierbei kam Leonard Nimoy im Zuge des Endes des kalten Krieges mit der Idee, auch im Weltraum die Feindseligkeiten zwischen der sogenannten Föderation und den ewig als Feindbild dienenden Klingonen zu beenden. Da er selbst allerdings nicht das Verlangen spürte, erneut den Regiestuhl einzunehmen, kontaktierte er den für den erfolgreichen zweiten Teil verantwortlichen Nicholas Meyer, welcher sich interessiert zeigte und annahm. Dies sollte der letzte gemeinsame Auftritt der Originalcrew in der Serie werden.

Der Einfachheit halber, da die Serie „The Next Generation“ noch in Produktion war, bediente man sich überwiegend an Requisiten aus der Serie, aber auch neue beziehungsweise schon länger genutzte Modelle, die wie immer einen überzeugenden Eindruck machten.
Dazu überzeugen die Effekte, die einer der weniger überzeugenden Punkte des Vorgängers waren, hier wieder besser, insbesondere eine Szene, in der das Blut ermordeter Klingonen in einem Raum ohne Schwerkraft durch die Luft schwebt. Auch die Schießereien der Raumschiffe sind schön anzusehen und überzeugen.
Die zugehörige Musik komponierte diesmal Cliff Eidelman, der sich zwar einigermaßen an seinen Vorgängern orientiert, jedoch anhand dessen ein schön anzuhörendes Eigenwerk geschaffen hatte, das stimmig die Szenen begleitet.
Die Story orientiert sich sehr offensichtlich an den Geschehnissen aus der Entstehungszeit des Filmes, und hat eine Thematik, die wahrscheinlich im Universum von Star Trek eine der empfindlichsten überhaupt ist. Denn dass Friedensverhandlungen mit den Klingonen nicht so reibungslos ablaufen wie geplant, dürfte nicht schwer zu erraten sein. Schließlich schlägt schon das Thema Frieden einen Zwiespalt in die Reihen der Föderation, was Meyer in den ersten Minuten sehr schön zum Ausdruck bringt. Die durch die Explosion ihrer Hauptenergiequelle in Lebensgefahr schwebenden Klingonen sind zu Verhandlungen mit der Föderation gezwungen, wobei die große Mehrheit für die Hilfe dieser Lebewesen ist, während es auch viele gibt, die niemals die Feindschaft mit den Klingonen vergessen können und wollen. Diesen Konflikt stellt Meyer gelungen durch die zwei Hauptfiguren Spock und Kirk dar, wobei Spock als logisch denkender Vulkanier für die Friedensverhandlungen ist, während Kirk gerade aus persönlichen Gründen gegen einen Frieden mit den Klingonen ist. Dennoch muss gerade Kirk seine letzte Fahrt mit der Enterprise und deren Crew als Eskorte des Schiffes mit dem klingonischen Botschafter bestreiten.

William Shatner stellt seinen von inneren Konflikten geplagten Captain Kirk gekonnt dar und kann auch im Zusammenspiel mit seiner Crew noch ein letztes Mal überzeugen, wobei hier nochmal mehr Wert auf die Beziehung Kirks zu seinem von DeForest Kelley so toll wie eh und je gespielten Freund McCoy gelegt wird, da diese sich eine ganze Zeit lang im Film alleine herumschlagen müssen. Natürlich wird allerdings auch dem dritten im Bunde, Leonard Nimoys herrlicher Captain Spock, viel Raum gegeben, wobei der diesmal längere Zeit schön im Zusammenspiel mit den anderen Mitgliedern der Standard-Crew überzeugen kann. Diese erhalten somit auch viel Raum, um sich auszuspielen, wobei auch der Humor nicht zu kurz kommt. Tatsächlich kommt weder einer der anderen Crew-Mitglieder zu kurz noch wird einer von ihnen lächerlich gemacht. Während James Doohan, Walter Koenig und Nichelle Nichols an Bord der Enterprise erstaunlich viel zu tun bekommen, darf George Takei sogar als Captain eines eigenen Raumschiffes glänzen, wodurch er zwar nicht direkt an den Handlungen der anderen Crewmitglieder beteiligt ist, aber doch einige schöne Szenen erhält. Auch der Humor erhält trotz der ernsten Thematik ebenfalls Einzug auf die Enterprise, wenn die Crew zum Beispiel mithilfe klingonischer Wörterbücher an einem klingonischen Außenposten vorbeizukommen versucht.
Von den Neuzugängen überzeugen Kim Catrall als Spocks vulkanischer Protegé Valeris und im Besonderen Christopher Plummer als klingonischer General Chang, der einen spielfreudigen Gegenspieler abgibt, der seinem Namen- und Speziesvetter Lloyd aus dem dritten Teil alle Ehre macht.

Mit einer an Tschernobyl angelehnten, sehr gut getricksten Explosion der Hauptenergiequelle der Klingonen beginnt der Film seine Story, wodurch die Thematik der Friedensverhandlungen in Gang gesetzt wird. Im ersten Drittel lässt sich Meyer genügend Zeit, um den Konflikt, in dem sich die Protagonisten befinden, einzuführen sowie die Protagonisten selbst. Hierbei treibt Meyer mit dem Auftrag für die Enterprise, den Kirk nur widerwillig annimmt, stetig, aber unaufdringlich, die Geschichte voran, auf den dramaturgischen Höhepunkt des ersten Drittels zu. Das Treffen und Essen mit den Klingonen auf der Enterprise ist hierbei eine ganz besonders gelungene Szene, in der nicht nur die einzelnen Figuren näher beleuchtet werden und der Konflikt mit den Klingonen vertieft wird, dies geschieht sogar auf äußerst unterhaltsame Weise. Der dramaturgische Höhepunkt des ersten Drittels kommt dann so plötzlich wie er temporeich ist. Wenn die Enterprise plötzlich ohne Zutun das klingonische Schiff attackiert und dabei eine actionreiche Schießerei an Bord des selbigen Schiffes stattfindet, bekommt der Zuschauer eine äußerst spannende Szene zu sehen, die die Story erst richtig antreibt.
Ebenfalls sehr schön inszeniert ist die Gerichtsverhandlung, die auf die Katastrophe folgt und in deren Konsequenz die Protagonisten im zweiten Drittel des Films getrennt werden. Während Kirk und McCoy nun auf sich allein gestellt in Arbeitsminen verbannt werden, wird auf der Enterprise unter der Leitung von Mr. Spock nach dem Saboteur gesucht. An dieser Stelle kehrt wieder mehr Ruhe in den Film ein. Die Szenen mit Kirk und McCoy in den Minen fördern einerseits die Beziehung zwischen den beiden und sind andererseits, obwohl das Tempo hier merklich zurückgeschraubt ist, auch unterhaltsam. Die in der Zwischenzeit geführten Ermittlungen auf der Enterprise werden zwar durch viel Humor gut aufgelockert, während die Spannung jedoch eher auf der Strecke bleibt, da Meyer selbst gerade durch seine Inszenierung den Saboteur dem Zuschauer viel zu offensichtlich präsentiert und selbiger schon bekannt ist, wenn die Crew noch verzweifelt nach ihm sucht. Auch die sonstigen Teilnehmer der Verschwörung sind nicht unbedingt ein großes Geheimnis für den Zuschauer. Aber immerhin unterhalten die Humoresken der Crew sowie die Minenszenen mit Kirk und McCoy, sodass der Mittelteil des Films nie wirklich langweilig wird.
Und was Meyer schließlich im Finale zelebriert, ist wieder ungemein überzeugend. Der zeitliche Druck, der auf der Crew lastet, ist spürbar und das Mitfiebern mit der Crew ist wieder vollkommen da, wenn diese sowohl im Weltraum als auch zu Boden in einem spannenden und toll inszenierten Showdown mitmischt.
Ebenfalls schön geraten ist die Endszene, in der alle Mitglieder der alten Crew nochmals auf der Enterprise zu sehen sind und sich, anstatt zur Abmusterung auf die Erde zurückzukehren, noch ein letztes Mal in die Galaxie aufmachen, wobei den treuen Begleitern der wackeren Crew die Wehmut doch nicht fernbleiben wird, wenn diese auf ihrem Schiff ein letztes Mal in die unendlichen Weiten des Weltraums eintauchen.

Es geht eine Ära zu Ende mit diesem sechsten Teil der langlebigen Science-Fiction-Reihe, in vielerlei Hinsicht. Gemeinsam mit dem Ende des kalten Krieges endet auch die im Franchise jahrhundertelang gepflegte Feindschaft mit den Klingonen und damit auch die gemeinsamen Auftritte der seit drei Serienstaffeln und sechs Kinofilmen lieb gewonnen Crew. Doch, so schön die letzte Szene des Films auch ist, so darf man dennoch die vorherigen 140 Minuten nicht vergessen, die das letzte Kinoabenteuer mit der gesamten Crew um Captain Kirk bezeichnen. Dies ist nämlich gelungen. Nicholas Meyer holt nochmal so viel aus dem Star Trek-Universum heraus, wie er kann, auch wenn die Story ziemlich wenig mit Star Trek an sich zu tun hat, sondern viel mehr als eine Mischung aus Thriller und Krimi angesehen werden kann. Toll inszenierte Actionsequenzen bietet der Film genauso wie reichlich Humor und tolle Schauspielleistungen. Auch inszenatorisch kann Meyer überzeugen, wobei er sich in der Mitte des Filmes teilweise selbst ein Bein stellt. Aber nichtsdestotrotz hat man in „Star Trek VI“ einen unterhaltsamen und spannenden Film, der im Mittelteil zwar ein wenig einknickt, sich jedoch schnell wieder erholt und umso schöner abschließt. Es gilt, ein letztes Mal von der Crew mit in den Weltraum genommen zu werden, um einen würdigen Abschluss der 25 Jahre währenden Ära mitzuerleben und zu genießen.

Punkte: (8/10)
"East, West, just points of the compass, each as stupid as the other."
(Joseph Wiseman in Dr. No)

Re: Star Trek - Der Thread

861
Star Trek VI – Das unentdeckte Land (1991) – Nicholas Meyer

ST V erwies sich in vielerlei Hinsicht als aussergewöhnlicher Film, am nachhaltigsten sollte sich dies aber am weit hinter den Erwartungen zurückbleibenden Einspielergebnis bemerkbar machen, durch welches nicht nur die vier Filme andauernde Erfolgsphalanx durchbrochen wurde, sondern gar die Fortsetzung des Franchise in Gefahr geriet. Glücklicherweise sah Paramount in ihrer Sternenoper nach wie vor genug kommerzielles Potenzial, um die bewährte Crew um Captain Kirk noch ein letztes Mal auf Abenteuer ins Weltall zu schicken. Die Verantwortung für diese Abschiedsvorstellung vertraute man keinem geringern an als Nicholas Meyer, der mit ST II den für viele besten Teil der Serie abgeliefert hatte.

Meyers zweiter Streich im ST-Franchise macht von Anfang an klar, dass die Veränderungen des Vorgängers, die sich vor allem in einer nicht immer stimmigen Allianz aus Weltraum-Philosophie und Klamauk manifestierten, zu Gunsten des bewährten Ansatzes aus Der Zorn des Khan wieder zurückgedreht wurden. So wird ST VI durchgängig von einem seriösen Grundton bestimmt, der zwar ebenfalls hin und wieder durch kleinere humorvolle Elemente aufgelockert wird, jedoch nie die generelle Ernsthaftigkeit bricht oder gar konterkariert. Der Film beginnt fulminant mit der atemberaubendsten Eingangssequenz des gesamten Franchise, in welcher nicht weniger als ein kompletter Mond (naja, zumindest fast) in die Luft fliegt inklusive anschliessender gigantischer, durchs Weltall rasender Druckwelle. Meyers Inszenierung in Kombination mit der einleitenden düster-bedrohlichen musikalischen Titeluntermalung von Cliff Eidelman lässt die Wucht der Bilder förmlich spürbar werden.

Gleichzeitig führt der Film mit diesem furiosen Angangsteil höchst effektiv das dramaturgische Grundthema des Films ein: durch eine Kombination aus laxen Sicherheitsmaßnahmen und umweltschädlichem Rohstoffraubau verliert das Klingonische Empire nicht nur ihre Hauptenergiequelle, sondern durch die damit einhergehende Zerstörung ihrer Ozonschicht gleich auch noch ihre Zukunft. Die bislang so feindselig auftretenden und bemüht ihr eigenes Süppchen kochenden Klingonen sind dadurch zu Verhandlungen mit der Föderation gezwungen, was sich durch die Tatsache, dass es auf beiden Seiten des Verhandlungstisches nach wie vor eine Vielzahl an kalten Kriegern gibt als alles andere als einfach erweist.

Die Thematik um ein untergehendes Großreich, das sein eigenes Schicksal praktisch selbst herbeigeführt hat ist dabei unschwer als Parabel auf den Untergang der Sowjetunion zu erkennen, wie auch der zerstörte Mond Praxis als galaktisches Tschernobyl. Damit befand sich ST VI seinerzeit wahrlich am Puls der Zeit und nutzte die aktuellen weltpolitischen Ereignisse als Basis für sein fiktives Szenario. Das mag zuweilen etwas plakativ erscheinen (die Parallelen waren bei Erscheinen des Films aufgrund der Aktualität der zu Grunde liegenden Ereignisse noch unweit offensichtlicher), ist aber absolut stimmig hinsichtlich des Roddenberryschen Grundgedanken eines friedlichen Miteinanders verschiedener Spezies und Kulturen. Dass man dafür die klingonische Identität ein Stück weit opferte ist nicht von der Hand zu weisen, folgt aber der bereits zuvor in The Next Generation eingeleiteten „Vermenschlichung“ der bis dato so kriegerisch-animalisch auftrettenden Spezies. Kurioserweise bestätigt diese Vorgehensweise unbeabsichtigt dann sogar den in ST VI geäusserten klingonischen Vorwurf, die Föderation sei nichts weiter als ein „Homo-Sapiens-Club“, da tatsächlich die klingonischen Baumeister der Entspannung als äusserst menschlich gezeigt werden und kaum noch (abgesehen vom MakeUp) als Klingonen zu erkennen sind.

Allerdings lässt ST VI auch keinen Zweifel daran, dass man sich nicht wirklich vom „Wesen“ der Klingonen entfernt, sondern dass man zuvor einfach nie wirklich Gelegenheit bekommen hat die Klingonen in ihrer Gesamtheit zu erleben. Das geht stimmig Hand in Hand mit den Vorurteilen auf Seiten der Föderation und wird in einzelnen Szenen immer wieder betont, etwa wenn McCoy Gorkon nicht helfen kann in Unkenntnis der klingonischen Anatomie. Hier zeigt der Film recht subtil wie Vorturteile entstehen und was diese bewirken, auch wenn die Fronten zugegebenermaßen streng schwarz/weiss verlaufen. So gibt es außer Glasnostiks und Falken praktisch kein Mittelding, was hinsichtlich des dramaturgischen Ziels jedoch verständlich ist. Ein sehr schöner Einfall des Drehbuchs ist die Verknüpfung der shakespeareschen Hamlet-Tragödie mit den Ereignissen des Films, so ist ST VI von einer ganzen Reihe an Zitaten durchzogen, am nachhaltigsten sicher der titelgebende Verweis auf die Zukunft als unentdecktes Land und natürlich die vom Antagonisten General Chang gestellte ultimative Fragestellung „sein oder nicht sein“. Ähnlich wie die Verweise auf Melvilles Moby Dick in ST II verleiht die Interaktion mit Shaksepeares Werk dem Film ein zusätzliches Maß an Tiefgang und wertet ihn generell auf.

Spielte das zentrale Thema Freundschaft in den Vorgängerfilmen durchgängig eine Schlüsselrolle, so steht es in ST VI weniger im Vordergrund, ist nichtsdestotrotz aber dennoch präsent. Die Loyalität der Enterprise-Crew zu den durch die Geschehnisse rund um das Attentat auf Gorkon temporär absenten Kirk und McCoy wird im Film durch die unermüdlichen Versuche der Besatzung, die Hintergründe des Komplotts zu enträtseln, dokumnetiert. Wie durch ein unsichtbares Band scheinen die Figuren der Enterprise-Besatzung miteinander verbunden, ein Band das duch das blinde Verständnis der Darsteller für ihre Rollen und die Interaktion miteinander umso besser zur Geltung kommt. Hier erweist es sich als Glücksfall, dass Meyer wieder zum Wesen der Figuren zurückkehrt nach den out-of-charcter-Verirrungen des Vorgängers.

Passend zum im Subtext des Films verankerten Thema des Abschieds (die Enterprise-Crew steht kurz vor der Rente, genau wie auch die Sternenflotte angesichts der politischen Entwicklungen vor einer ungewissen Zukunft steht) dürfen die beliebten Figuren noch ein letztes mal eine Art „Schaulaufen“ absolvieren, bei dem erfreulicherweise jeder seine ganz eigenen Momente zugestanden bekommt. Bei keinem macht sich dies so positiv bemerkbar wie bei Sulu, der in Das unentdeckte Land ein eigenes Kommando führt (passenderweise als Captain der Excelsior, also jenem Schiff, das er in den Vorgängern bei jeder Gelegenheit förmlich angehimmelt hat) und der dennoch seinen alten Kollegen wie selbstverständlich zur Hilfe eilt. Sulus Charakter profitiert enorm davon, dass er in ST VI abseits der Enterprise absolut eigenständig agiert. Die Figur hat dadurch fraglos die besten Momente in all ihren Filmen (welch ein Unterschied zum „unreifen Pennäler“ des Vorgängers!).

Der Film profitiert aber fast genau so sehr davon, dass man auch auf Seiten der Klingonen sehr gut herausgearbeitete Charaktere an Bord hat, vor allem in Kanzler Gorkon und General Chang. Ersterer erweist sich für David Warner als weit dankbareres Betätigungsfeld als die Rolle des Botschafters im Vorgänger (auch wenn ironischerweise die Screentime kaum höher ausfällt), was dieser auch zu einer würdevoll-distanzierten Darstellung zu nutzen weiss. Christopher Plummers Oberbösewicht Chang bleibt gar noch nachhaltiger in der Erinnerung des Publikums und darf mit Fug und Recht zur Creme-de-la-creme der ST-Schurken gezählt werden. Plummer spielt seinen Chang mit Gusto und legt ihn passend zum literarischen Querverweis als wahrhaft shakespeareschen Charakter an, was in einem wahren Festival aus laut-jovialen wie leise-beängstigenden Momenten resultiert. Wenn Plummer Shakespeare im klingonischen „Original“ zitiert („tach pa, tach pä“ – oder so ähnlich) ist ihm die Spielfreude förmlich anzusehen. Die Besetzung eines solch profilierten Schauspielers in einer Schlüsselrolle erweist sich als Ritterschlag für das abschliessende Abenteuer der TOS-Generation.
Spoiler
So gut die Figur der Lt. Valeris für sich allein genommen funktioniert und so tadellos die Darstellung von Kim Cattrell als arrogant-überlegene Vulkanierin auch ist, dramaturgisch ist sie in sofern problematisch, als dass sie bereits in ihrer Anlage das whodunnit um den Verräter an Bord der Enterprise torpediert. Es gehört nicht besonders viel Kombinationsfähigkeit dazu sie als einzigen Neuzugang unter den relevanten Crewmitgliedern bereits frühzeitig als das „schwarze Schaf“ auszumachen. Zwar gibt sich Meyers Inszenierung alle erdenkliche Mühe dies zu verschleiern (etwa in dem sie die sich abfällig über die Klingonen äussernden Crewmitglieder rüffelt oder sich als Erfüllungsgehilfe von Spocks Ermittlung betätigt), wirklich entkräften kann aber auch sie den charakterlich inhärenten Zweifel nicht. Auch funktioniert die Beziehung Spock-Valeris und damit Spocks Enttäuschung durch die zwangsläufig verhältnismäßig knapp aufallende Einführung der Figur nur bedingt. Hier ist es unübersehbar, dass die Valeris-Rolle ursprünglich für Lt. Saavik angedacht war, mit welcher sowohl die Mentorrolle von Spock als auch die Motivation ihres Verrats (nicht zuletzt durch den Tod von David) deutlich besser funktioniert hätte. Es bleibt aber dennoch festzuhalten, dass für sich genommen die Valeris-Figur durchaus funktioniert und Spass macht, aber wie gesagt im Gesamtkontext eine etwas unglückliche Rolle spielt.
Was Meyers Inszenierung angeht, so folgt sie der gleichen Mischung wie ST II aus ruhigen, intimen Momenten und lauten, aktionsgeladenen Szenen und erreicht erfreulicherweise auch in weiten Teilen ein ähnlich hohes Niveau. Die erste Hälfte des Films ist entsprechend auch das reinste Potpourri an großartigen Szenen, in welchen sowohl die Grundthematik als auch die daraus resultierende bedrohliche Atmsophäre bestens zur Geltung gebracht werden. Kombiniert mit ausgefeilten Charaktermomenten besonders zwischen Kirk und Spock, aber auch im Zusammenspiel mit den Klingonen (das gemeinsame Dinner sprüht nur so vor pointierten und gewürzten Dialogen) und spannungsreicher Action (der Angriff auf die Kronos I und das anschliessende Attentat ziehen die Schraube diesbezüglich fast bis zum Anschlag an) jagt hier ein Highlight das nächste.

Beginnend mit Kirks und McCoys „Abstecher“ nach Rura Pente verliert der Film leider ein Stückweit diesen fabelhaften Schwung. Das Wechselspiel zwischen den beiden sich parallel entwickelnden Handlungssträngen auf Rura Penta und der Enterprise bleibt unterhaltsam, wirkt aber nach den dramatischen Entwicklungen der ersten Hälfte, die im großartig in Szene gesetzten Schauprozess ihren Höhepunkt finden, beinahe etwas beiläufig. Auch wirkt die nochmalige Präsentation aller typischen Kirk-Klischees (immer für eine Rauferei gut, selbst in höchster Not noch immer für einen Flirt gut) in ihrer Geballtheit fast schon wie eine Parodie, auch aufgrund Shatners nun doch schon deutlich fortgeschrittenen Alters. Ebenso fehlt der Schnitzeljagd auf der Enterprise etwas der Bezug zu der im Hintergrund lauernden Bedrohung. So erinnert die launige Sherlock-Holmes-Hommage zuweilen eher an eine entspannte Rätselstunde, als daran, dass die Zukunft des Universums auf dem Spiel steht. Das ändert zwar wenig am Unterhaltungsgrad, der Bruch zum oftmals atemlosen vorangegangenen Filmteil ist aber dennoch deutlich erkennbar.

Nicht besonders positiv fällt leider auch der Auftritt von Top-Model Iman als außerirdisches Chamäleonwesen aufgrund ihrer offensichtlich fehlenden schauspielerischen Erfahrung aus. In Mitten der ansonsten so hochkarätigen und passenden Besetzung fällt sie als einzige Darstellerin unangenehm auf und wirkt eher wie ein zwar hübsch anzuschauendes, aber oberflächliches Gimmick. Da auch ihre Figur eher schwach entwickelt ist, muss man es als Segen ansehen, dass ihr Auftritt vergleichsweise übersichtlich ausfällt.

Handwerklich gibt es an ST VI praktisch nichts auszusetzen. Die Effekte sind glücklicherweise nach dem diesbezüglich verunglückten fünften Teil wieder auf hochklassigem Niveau. Die seinerzeit spektakulären Szenen mit dem schwerelosen Blut wirken zwar heute aufgrund der frühzeitlichen CGI-Technik etwas arg künstlich, gehen aber immer noch als nette Spielerei durch. Die Weltraumszenen sehen durchgehend toll aus, der Detaillierungsgrad der Raumschiffe ist so hoch wie seit ST I nicht mehr. Besonders auffällig ist die deutliche Steigerung bei MakeUp und Masken, so wirken die diversen Auserirdischen so glaubwürdig wie nie zuvor, was sich vor allem bei den Klingonen sehr positiv bemerkbar macht. Mit der Verpflichtung des seinerzeit noch nicht einmal dreissigjährigen Cliff Eidelman als Komponist des Soundtracks gelang ein weiterer Volltreffer, seine Arbeit ist absolut spektakulär und prägt durch die epische Schwere wie auch durch die verspielte Melodienvielfalt den Film in enormem Maße. Sein Score reiht sich qualitativ mühelos unter den tollen Werken seiner ST-Vorgänger ein und ist darüberhinaus erstaunlich eigenständig bedenkt man den ebenfalls prägenden Einfluss der Herren Goldsmith und Horner auf die Serie.

Man kann es ST VI nicht hoch genug anrechnen, dass der Film sowohl würdevoll als auch qualitativ hochwertig eine Ära zum Abschluß bringt. Durch die sinnvolle Integration zeitgenössischer weltpolitischer Entwicklungen in die Handlung sowie die Querverweise zu Shakespeares Werk gelang eine ähnlich gehaltvolle Umsetzung wie in ST II, erfreulicherweise auch dieses mal wieder mit deutlicher Fokusierung auf die eigentliche Stärke von Star Trek, nämlich den zentralen Figuren. So zählt die famos aufspielende Besetzung dann auch ebenso wie die tadellose handwerkliche Umsetzung sowie die in vielen Teilen äusserst gelungene Inszenierung zu den großen Stärken des Films. Der in der zweiten Filmhälfte etwas nachlassende Schwung sowie einige kleinere Probleme machen sich zwar bemerkbar, fallen aber auch aufgrund des stimmigen und herzerwärmenden Finales dann nie wirklich negativ ins Gewicht. Unterm Strich ist ST VI daher eine absolut gelungene Abschiedsvorstellung der alten Crew. Um es mit Sulus Worten zu sagen: „es war schön sie noch einmal in Aktion erlebt zu haben“.

Wertung: 8,5 / 10
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Star Trek - Der Thread

865
Hm, das Bild läuft wie geschmiert aber ich habe keinen Ton mehr auf meinem DVD-Player. Weiss einer Rat? Wollte ST VI gucken und habe keine Ahnung. Kabel sitzen alle.

Und ja, natürlich hab ich Mittwoch und Donnerstag was vor und kann den Film also - wenn nicht heute Abend - nicht mehr vor dem Forumstreffen sehen. Zum Kotzen das Ganze.
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.