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Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 8. Juli 2018 22:56
von HCN007
"El Mariachi" ist aber auf jeden Fall für sein Budget ein großartiger Film ! Und "Desperado" ist eine coole Fortsetzung. Neben der genannten Schießerei ist auch der Monolog von Tarantino großartig.

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 9. Juli 2018 10:29
von AnatolGogol
Mich hat Desperado auch nie so richtig begeistern vermocht und ich teile die Kritik unseres GP eigentlich in allen Punkten. Ist mir vor allem auch zuviel der oberflächlichen Poserei, da gefiel mir sogar der dritte Teil noch ein bisschen besser (obwohl der auch nicht wirklich toll war, aber die Darsteller und Figuren waren da deutlich interessanter). Rodriguez verliert bei mir aber eh immer mehr an Boden, die Machetefilme fand ich ähnlich mau wie den Desperado, Planet Terror, den ich anfangs eigentlich sehr gern mochte, hat bei der jüngsten Sichtung auch eher langweilige Ernüchterung hinterlassen. Das Problem bei seinen Filmen ist meiner Ansicht nach, dass seine Filme sich viel zu sehr in Oberflächlichkeiten suhlen und nur sehr wenig subtsanzielles in Bezug auf Handlung und Figuren bieten. Ein hübsch (aber nur bedingt unterhaltsam) anzusehendes Nichts, zumindest viele seiner Filme.

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 9. Juli 2018 10:53
von Casino Hille
Sehe das genau wie Anatol. Rodriguez ist nicht selten ein Blender mit zu viel oberflächlicher Coolness, die er dann aber nie so richtig einhalten kann. From Dusk Till Dawn ist da eine Ausnahme, wobei auch da nicht alles Gold ist, was glänzt. Und El Mariachi ist natürlich wirklich ein schöner Film.

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 9. Juli 2018 17:07
von NickRivers
Ich.darf.nicht.schlafen

einer der schlechtesten Amnesie Thriller aller Zeiten. Weder Colin Firth noch Nicole Kidman können den öden, dahindämmernden und komplett ungalubwürdigen Plot retten.
Hätte ein "Eyes Wide Shut" trifft Amnesie Thriller werden sollen - mit wenig Erfolg!

https://www.moviepilot.de/news/gedaecht ... ung-110896

3/10 Punkte

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 9. Juli 2018 17:19
von Casino Hille
Das ist leider wirklich ein recht spießiger Film, der nie so recht interessant wird, obwohl er gut gespielt ist.

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 9. Juli 2018 18:38
von Mr.Chrismas Jones
Ich fand den gut.

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 9. Juli 2018 23:02
von HCN007
iHaveCNit: Die Farbe des Horizonts (2018)

Normalerweise hatte ich diesen Film nicht auf meiner Liste – bis ich einen Trailer im Kino gesehen habe. Es geht um einen Überlebenskampf auf hoher See, um eine Liebesgeschichte – basierend auf einer wahren Begebenheit. Für so etwas ist das Kino auch gemacht, dachte ich mir dann und habe ihn eben gesehen. Auch wenn der Film nicht ganz die Dramatik von „Everest“, dem vorherigen Film des Regisseurs Baltasar Kormakur erreicht, ist das Kino doch der geeignete Ort für „Adrift“, so „Die Farbe des Horizonts“ im Original.

Tami ist Globetrotterin und trifft in Tahiti den jungen Segler Richard. Beide lernen sich kennen und beschließen nach einem Gefallen für Freunde von Richard deren Segelboot nach Kalifornen zu segeln. Doch auf hoher See erleiden beide Schiffbruch und der Überlebenskampf beginnt.

Der Film ist mit 97 Minuten relativ kompakt und er schafft es, die Geschichte auch in dieser Zeit sehr gut zu erzählen. Dabei bedient sich der Film einer nonlinearen Narration, die zwischen dem Überlebenskampf auf See nach dem Schiffbruch und der Hintergrundgeschichte von Richard und Tami wechselt. Sam Clafin und vor allem Shailene Woodley geben ein sehr gutes Paar ab, auch wenn die Chemie nicht vollkommen zündet und die Dialoge doch häufig etwas zu klischeebeladen kitschig wirken. Die angesprochene nicht-lineare Erzählweise erweist sich als interessantes Mittel, kann aber nicht zwangsläufig eine richtige Spannung erzeugen, die den Zuschauer in einen Sturm der Emotionen zieht, und bleibt dann doch eher in seichten Wässern unterwegs. Aber die sonstige Inszenierung des Films, die Bilder und der sehr autenthisch geschilderte Überlebenskampf mit all seinen auch irrationalen Entscheidungen macht den Film sehenswert.

„Die Farbe des Horizonts“ - My First Look – 7/10 Punkte.

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 12. Juli 2018 23:48
von HCN007
iHaveCNit: Skyscraper (2018)

Dwayne Johnson schwimmt gerade auf einer Retrowelle und nutzt bekannte Namen und Filmkonzepte als moderne Actionvehikel. Egal ob die Rettungsschwimmer aus Baywatch, einem Erdbeben-Katastrophenfilm, dem Dschungelbrettspiel „Jumanji“, ein altes Arcadegame oder auch die klassische Buddy-Actionkomödie. Nun macht er ganz offensichtlich auf Bruce Willis im Jahre 1988 und bringt nun in dem von Rawson Marshall Thurber geschriebenen und inszenierten „Skyscraper“ seine eigene Version von „Die Hard“ in die Kinos. Wie jedes klassische Dwayne-Johnson-Actionvehikel ist auch hier ein spaßiger und unterhaltsamer Quatsch garantiert.

Will Sawyer ist Jahre nachdem er Einsatzleiter bei FBI-Einsätzen und Soldat gewesen ist ein selbstständiger Sicherheitsberater. Sein nächstes Projekt ist das „Pearl“ in Hongkong – ein über 200 Stockwerke und 1 Kilometer hoher Wolkenkratzer. Am selben Abend nachdem er das Meeting mit dem Besitzer des Pearls hatte infiltrieren schwer bewaffnete Truppen das Hochhaus und das außerhalb gelegene Sicherheitszentrum. Der Wolkenkratzer fängt Feuer und Sawyers Frau und Kinder befinden sich im Hochhaus. Für Will steht nur eines fest – seine Familie retten.

Der Film nimmt keine Gefangenen und geht nach kurzem Vorgeplänkel direkt in die Vollen. Alles was in diesem Film passieren kann, wird auch passieren. Vom Standpunkt der Action bringt der Film nahezu alles, was nicht wirklich logisch ist und genau darauf abzielt den guten Dwayne Johnson als Übermenschen darzustellen für den man die größten Sympathien entwickeln muss, weil man dahingehend sowohl von der Inszenierung als auch vom Drehbuch heraus entsprechend manipuliert wird. Man klaubt sich Ideen aus „Die Hard“ ; „Mission Impossible: Ghost Protocol“ und soweit ich irgendwo gelesen habe aus „Flammendes Inferno“ heraus. Das ist nicht wenig originell aber immer noch besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden. Visuell ist der Film beeindruckend geworden aber die Action wirkt sehr artifiziell und zu hektisch gefilmt und geschnitten. Dass ein Großteil der Handlung dann in der Dunkelheit stattfindet hilft natürlich auch einiges an Makeln zu kaschieren, doch hier geht einiges an Übersichtlichkeit verloren. Wer sich daran nicht stört und einfach einen entspannten, unterhaltsamen und spaßigen Quatsch mit Dwayne Johnson sehen will, ist hier richtig. Ich bin da etwas zwiegespalten, so dass Aufzug in den wertungstechnischen 10. Stock irgendwo etwas über der Mitte hängen bleibt.

„Skyscraper“ - My First Look – 6/10 Punkte.

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 14. Juli 2018 21:40
von Casino Hille
https://www.forbes.com/sites/scottmende ... 1cb2de63a7

Ganz toller Artikel zu Skyscraper, dem ich im Wesentlichen nur zustimmen kann. HCN, wie siehst du das?

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 14. Juli 2018 22:21
von HCN007
Wenn ich ehrlich bin, kann ich dem Artikel auch zustimmen. Sowohl Dwayne Johnson als auch der Däne Roland Möller sind nachweislich weder Bruce Willis noch Alan Rickman im Jahre 1988 ! Und ich glaube, dass genau das Problem von Skyscraper der gute Chris Stuckmann bereits im Jahre 2015 in seinem Youtube-Video: "The Problem with Action Movies Today" erkannt hat.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=eac0lXf ... ex=11&t=0s[/youtube]

Im "Die Hard"-Franchise gibt es einen klaren Unterschied, wie John McLane in den ersten Teilen - und dann in Teil 5 geschrieben wurde.
Dwayne Johnson wirkt auch mehr wie ein John McLane aus Die Hard 5 als aus dem ersten Teil. Man versucht uns Dwayne als den duften Typen zu verkaufen, der einfach da ist und nichts anderes mehr hat, als dort in diesem Hochhaus seine Familie zu retten - Ein Typ, um dessen Leben wir mitfiebern. Aber das ist eben nicht so, weil der gute Dwayne egal welchen Konflikt mit Leichtigkeit beseitigt und nahezu unsterblich wirkt. Selbst körperliche Einschränkungen spielen irgendwann keine Rolle mehr und sind mehr plottechnisch notwendige Mittel für die Rettung in letzter Sekunde oder einen coolen Spruch für zwischendurch.

Für den Dänen Roland Möller finde ich es aber richtig schade, dass er in internationalen Filmen nur als blasser Nebencharakter / Antagonist genutzt wird. Mir ist mittlerweile egal, wie der Name seines Charakters und auch sein Plan gewesen ist. Es ist einfach ein Typ der böse ist und dass sein muss, weil sonst der Film ohne Antagonist nicht funktioniert. Und er hatte nie die Gelegenheit, egal ob körperlich und mental ein Antagonist zu sein, der eine echte Gefahr für Dwayne Johnson darstellt.

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 17. Juli 2018 23:42
von HCN007
iHaveCNit: Sicario 2 (2018)

Denis Villeneuves „Sicario“ basierend auf dem Drehbuch von Taylor Sheridan („Hell or High Water“ und auch „Wind River“) aus dem Jahr 2015 gehörte für mich in die Top5 des Filmjahres. Nun knapp 3 Jahre später kommt die Fortsetzung in die Kinos, die wieder von Sheridan geschrieben worden ist und auch der gute Josh Brolin sowie Benicio Del Toro ihre Charaktere wieder verkörpern. Doch sonst hat sich einiges vor und hinter der Kamera getan. Nachdem im ersten Teil Denis Villeneuve die Regie, Roger Deakins die Kamera und Johan Johansson die Musik gemacht haben, sind es nun der Italiener Stefano Solima („Suburra“ und „Gomorrha“), der Stammkamermann von Ridley Scott – Dariusz Wolski sowie die Isländerin Hildur Gudnadottir. Gudnadottir war eine eng mit Johansson befreundete Musikerin, die nach seinem Tod im Februar nun die Musik übernommen. Ich habe es einige Zeit nach Sicario nicht glauben können, dass man nicht nur an einer Fortsetzung, sondern gleich eine Trilogie darüber in Angriff nehmen möchte. „Sicario 2“ bzw. auch „Day of the Soldado“ hat sowohl durch den Charakter des Mittelteils als auch durch das Personalkarussell ein paar Probleme, die den Gesamteindruck aber nur sehr bedingt schmälern. Trotz allem bleibt „Sicario 2“ ein Film, der mir gefallen hat, aber etwas hinter seinem Vorgänger bleibt.

An der US-Mexikanischen Grenze werden immer wieder illegale Einwanderer in die USA geschleust. Hinter diesen Schleusern stecken diverse Drogenkartelle und bei den Transporten gelangen immer ein paar islamistische Terroristen ins Land. Als sowohl bei einem Grenzübertritt als auch direkt im Land Selbstmordattentate und terroristische Anschläge folgen, wird der Regierungsbeamte Matt Graver vom Verteidigungsministerium darum gebeten, sich der Sache anzunehmen. Er sucht daraufhin Alejandro auf, der ihn bei dieser heiklen Angelegenheit unterstützen soll. Man versucht nicht nur die Hintermänner zu ermitteln, sondern auch gleich einen Krieg der Kartelle anzuzetteln.

„Sicario“ war sehr ambivalent und komplex, hat aber eine relativ stringente Handlung gehabt, die zum Ende hin in eine simple Rachestory mündete. „Sicario 2“ ist auch ambivalent und komplex, bietet aber jetzt eine nicht so stringente und etwas bruchstückhafte Handlung. Auch fehlt hier eine Identifikationsfigur, durch deren Augen wir als Zuschauer die Handlung erleben, weil sowohl Brolins als auch Del Toros Charakter sich nicht unbedingt dafür eignen. Vielleicht ist das aber auch so gewünscht, denn so nehmen wir direkt an Ereignissen teil, die noch härter, kompromissloser, brutaler und auch unbequemer sind als noch im Vorgänger. Auch wenn der Film weder von der Optik noch vom musikalischen Faktor her an den Vorgänger heranreicht, so haben es alle Beteiligten geschafft, die Musik und auch die Optik zu adaptieren, damit ein homogenes Gefühl aufkommt. Von Action und Spannung her bekommen wir einige tolle Actionsequenzen geliefert, die auch selbst spannend sind – doch auch hier muss ich sagen, dass der erste Teil kreativer war und ein Meisterbeispiel für Spannung im Aufbau der Brückenszene geliefert hat. Darstellerisch liefern sowohl Del Toro als auch Brolin wieder wie im ersten Teil Höchstleistungen, die mir gefallen und dem Film sehr gut tun. Für einen Mittelteil bietet der Film zum Ende hin einige offene Enden und ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht, auch wenn das diesen Film hier weniger zu einer richtigen Konklusion – aber zu einer interessanten Ausgangslage für den nächsten Film führt.

„Sicario 2“ - My First Look – 8/10 Punkte.

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 19. Juli 2018 06:47
von NickRivers
Filmtipp:
Montag 24.07. 20:15h auf "Arte" "Ipcress" von Harry Saltzman schauen!
Toller Agentenfilm mit Hirn.
Ich hatte den Film zuletzt in den 1970igenr gesehen. Hatte irriger Weise James Coburn als Hauptdarsteller im Kopf behalten, es war aber Michael Caine!
Und dass Saltzman der Produzent war, erfuhr ich erst jetzt.
Wollte er ein Bond plus hundert IQ Punkte parallel zum Franchise etablieren?
War Caine nicht auch mal Hauptdarsteller einer kruzlebigen Konkurrenzserie zu Bond?

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 19. Juli 2018 07:54
von vodkamartini
Ja der ist gut, kann mich aber nur noch schemenhaft erinnern, obwohl es bei mir gar nicht so lange her ist. Die "Serie" ging um Harry Palmer.

https://ssl.ofdb.de/review/4685,286125, ... eng-geheim

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 19. Juli 2018 13:12
von NickRivers
Aber hallo Vodka!
Toller Beitrag zum Thema Harry Palmer!
GRATULATION!

Re: Zuletzt gesehener Film

Verfasst: 19. Juli 2018 14:34
von Casino Hille
HCN007 hat geschrieben: 14. Juli 2018 22:21
Wobei das Video jetzt Regeln aufstellt, die auch reizvoll sein können, wenn man sie aufbricht. "Mission: Impossible - Ghost Protocol" halte ich für einen hervorragenden Blockbuster, obwohl der Villain mehr als sekundär ist (er ist eher gar nicht vorhanden, so spärlich sind seine Auftritte). Außerdem gibt es genügend Beispiele, die diese Regeln dann jeweils wieder auflösen. Er kritisiert Shaky Cam, sagt dann aber selbst, dass Greengrass es in den Bourne-Filmen richtig gemacht hat. Er redet über Bösewichte, die einen menschlichen Kern haben müssen, lobt dann aber Star Wars und Die Hard, obwohl Hans Gruber in Teil 1 nur hinter Geld her ist und Darth Vader als "menschlicher Charakter" im 77er Krieg der Sterne überhaupt nicht etabliert wird (das leistet erst das Sequel und trotzdem war Vader bereits nach dem Erstling von Lucas ein Fan-Favorit). Ich denke, solche Regeln sind schon sinnvoll (sonst wären Drehbuch- und Regieseminare Scharlatanerie), aber gute Filmemacher brechen auch mit Regeln und erforschen andere Territorien, narrativ gesprochen.