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Star Trek - The Motion Picture
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Star Trek: Beyond
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Star Trek - Enterprise [Serie]
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Star Trek - Discovery [Serie]
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Re: Star Trek - Der Thread

907
Ok... Vodka ist Schuld!

Star Trek: Generations
1994
Regie: David Carson

Grade mal 3 Jahre lang flimmerte in den 60ern die Originalcrew um Captain Kirk über die Bildschirme. Mehr als 10 Jahre nach Ende der TV Serie startete die zweite Karriere für diese Crew im Kino.
Doch schon als der fünfte Teil im Kino lief hatte im TV die Next Generation gestartet, und als `91 der sechtste und letzte Kinofilm einen würdigen Abschluss für Kirk, Spock, Pille und Co. lieferte, war die neue Crew um Picard und Data längst etabliert.

Auf 7 Jahre und 176 Episoden von teils immer größerer Qualität brachte es die neue Generation im TV bevor diese nahtlos auf die große Leinwand transferiert wurde – und hier ist dann auch schon der größte Unterschied zur ursprünglichen Crew.
Der siebte Kinofilm und erste mit Picard auf dem Kommandosessel fühlt sich ganz anders an als die Vorgänger und der Grund dafür ist nicht die eigentliche Qualität, sondern die Tatsache, dass er sich eigentlich viel „bekannter“ anfühlt. Der nahtlose Übergang vom TV zum Kino, und die viel längere Laufzeit der TND Serie im TV sind vollkommen andere Voraussetzungen für Generations. De facto kennt der Star Trek Zuschauer die neue Crew viel viel besser als das jemals bei der TOS Mannschaft der Fall war. Auch war schon TNG im TV anders ausgelegt, mit deutlich mehr Charakterentwicklung. Die Figuren hatten sich tatsächlich im Verlaufe der Serie weiterentwickelt und der Zuschauer hat dies miterlebt.

Was ist nun also anders – vielleicht grade weil es so vertraut ist? Star Trek Generations fühlt sich wohl für viele wie eine aufgeblasene TV Episode der späteren TNG Staffeln an (die teilweise auch schon sehr aufwendig waren). Anders als bei Kirk gibt es keine neue Enterprise, keine neuen Uniformen, keine neuen Kulissen. Was damals absolut notwendig war um den „ärmlichen“ Eindruck der Low Budget TV Serie vergessen zu lassen, bleibt nun aus, da schon die neue Serie auf viel höherem Niveau war. Aber grade das hinterlässt dann eben zunächst einen nüchternen Eindruck. Dabei gibt sich der sehr erfahrene Kameramann John A. Alonzo alle Mühe dennoch vor allem mit anderer Beleuchtung und neuen Einstellungen die bekannten Kulissen anders in Szene zu setzen – und vor allem die vielen Außeneinstellungen überzeugen durch knackig strahlende Bilder.

Überhaupt sieht der Film abgesehen von den bekannten Sets viel höhewertig aus als es die mickrigen 35 Mio Budget vermuten lassen. Der Film ist zusammen mit GoldenEye (´95) ein letztes überzeugendes Aufbäumen der Modellarbeit in Genrefilmen. Nie wirkten die Raumschiffe majestätischer und flüssiger, die große Verkettung von Actionszenen in der Mitte des Films ist ebenfalls beachtlich umgesetzt, auch die digitalen Effekte sind fantasievoll und top, und mit der stellaren Kartographie zeigt uns TV-Regisseur David Carson ein faszinierendes Setting mit tollen Tricks. Zudem gibt es viele Außenaufnahmen und überhaupt viel Abwechslung.

Bleiben wir kurz bei der technischen Seite:
Nach ca. 65 Minuten des Films startet eine Ereigniskette die an Action, Aufwand und Spannung keinen Bondfilm als Vergleich scheuen muss: Angriff des Klingonen Kreuzers - Zerstörung des Bird of Preys - Untertassenabtrennung - Warpkernbruch – Notlandung der Untertasse auf einem Planeten (!) - Kampf Picard gegen Soran - Zerstörung der Sonne - Ankunft des Nexus - Zerstörung des Planeten inklusive der Enterprise durch die ausgelöste Druckwelle. Und das Ganze noch mal im Schnelldurchgang aufgrund des Zeitreise-Effekts des Nexus.
Überhaupt halte ich die Geschichte für überraschend durchdacht und eigentlich deutlich raffinierter als die vorherigen Filme der Serie. Die Story überspannt dabei – wie der Titel sagt – zwei Generationen. Die PTS-artige Exposition mit Einbindung von Kirk, Scotty und Tchekov ist absolut stimmig, witzig und dramatisch. Der damals geäußerte Vorwurf, die beiden Letzteren seihen reine Staffage ist natürlich Quatsch und geht am Ziel der Szene vorbei.
Auch inszenatorisch beginnt der Film mit einem witzigen und toll gefilmten Einfall.

Der Plan des Gegenspielers Soran (Malcolm McDowell) ist durchdacht und es macht Spaß zu sehen wie sich ein Puzzlestück zum nächsten fügt und Picard, Data und der Rest erst langsam dahinter kommen was Soran vorhat. (das riesige, schwarze-Logik-Loch um Sorans Plan erwähnen wir besser nicht)

An vielen Stellen verbindet der Film die reine Sci-Fi Story mit Persönlichem. Dass Soran umbedingt im Nexus bleiben will und dafür alles opfert wird nachvollziehbar durch das was wir durch Kirk und vor allem Picard erleben.
Dafür wird hier allerdings nicht ganz glaubwürdig Picards Familie in den Vordergrund gestellt und deren Tod als Mittelm zum Zweck benutzt.
Dennoch halte ich die Mischung aus Action und Sci-Fi mit den ruhigen Nexus Szenen für sehr gelungen. Auch wie der Film vor dem Showdown noch mal Tempo rausnimmt, um den beiden Granden Stewart und Shatner Raum zu bieten ist genau richtig.

Dass der bildgewaltige und actionreiche Sci-Fi Streifen dann ausgerechnet mit einem Faustkampf zwischen drei Rentnern enden muss – sei es drum. Ob Kirks Tod am Ende heroisch genug ist oder man es nicht besser beim Ende von Teil 6 hätte belassen sollen, ist eine andere Frage.

Da die TNG Crew noch bunter und größe ist als die TOS Crew, ist es nur logisch, dass nicht jeder der Charaktere im Mittelpunkt stehen kann. Doch Worf bekommt eine wirklich kreative (und gemessen am Nutzen für die Story) aufwendige Beförderungs-Szene, und dann... ja dann steht lange Zeit Brent Spiners Data im Mittelpunkt. Der Handlungskniff mit dem Emotionschip sorgt für viele lustige Momente und bietet Spiner Gelegenheit zu glänzen. Doch auch hier zeigt sich der Unterschied zu den „alten“ Filmen. Der direkt aus der Serie stammende Chip, und die Tatsache, dass dieser dann direkt im ersten Film eingesetzt wird und den Charakter von Data maßgeblich weiter entwickelt – das ist neu und anders. Auch die Einbindung der bekannten klingonischen Schwestern, die Rolle von Guinan oder Datas Katze – all das verlangt dem nicht Star Trek vertrauten Kinopublikum viel ab. Star Trek Generations ist deutlich stärker eine Fortführung der Serie als es die ersten 6 Filme jemals waren.

Fazit:

Ein in eleganten Bildern erzähltes, clever strukturiertes und durchdachtes Weltraumabenteuer, welches für Trekkies unzählige Anspielungen, bekannte Charaktere und Neuerungen beinhaltet aber auch für nicht Trekkies durchaus interessant – nicht zuletzt Dank der Action und Effekte - sofern diese bereit sind, sich mit etwas Anspruchsvollerem als den üblichen Weltraummärchen zu beschäftigen. Interessante Dialoge und subtile Gesellschaftskritik machen den 7. Star Trek zu einem besseren Film als die meisten der gewöhnlichen Science-Fiction Filme.
Als großer Fan von TNG ist der Film für mich genau richtig.

Er funktioniert aber wohl nicht so universell wie der doch recht eindimensionale Teil 2 oder der fast nur auf Situationskomik ausgelegte Teil 4.
An Teil 6 kommt der Film nicht ganz ran – aber ist für mich dennoch deutlich unterschätzt.

P.S.:
Ist euch auch aufgefallen, wie Soran in einer Szene sehr subtil als Löwe inszeniert wird (der Käfig, sein Bürostuhl der sehr deutlich wie ein brüllender Löwe klingt...)
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Star Trek - Der Thread

909
danielcc hat geschrieben: Der siebte Kinofilm und erste mit Picard auf dem Kommandosessel fühlt sich ganz anders an als die Vorgänger und der Grund dafür ist nicht die eigentliche Qualität, sondern die Tatsache, dass er sich eigentlich viel „bekannter“ anfühlt. Der nahtlose Übergang vom TV zum Kino, und die viel längere Laufzeit der TND Serie im TV sind vollkommen andere Voraussetzungen für Generations. De facto kennt der Star Trek Zuschauer die neue Crew viel viel besser als das jemals bei der TOS Mannschaft der Fall war.
Alles richtig, nur sind TV- und Kinopublikum selten identisch. Damit funktioniert der Film bei normalen SF-Fans mindestens anders, vermutlich schlechter.
danielcc hat geschrieben: Star Trek Generations fühlt sich wohl für viele wie eine aufgeblasene TV Episode der späteren TNG Staffeln an (die teilweise auch schon sehr aufwendig waren). Anders als bei Kirk gibt es keine neue Enterprise, keine neuen Uniformen, keine neuen Kulissen. Was damals absolut notwendig war um den „ärmlichen“ Eindruck der Low Budget TV Serie vergessen zu lassen, bleibt nun aus, da schon die neue Serie auf viel höherem Niveau war.
Ja, aber das ist imo nicht der Grund für die TV-Atmophäre. Die liegt eher am etwas unentschlossenen Skript bzw. der erkennbar bemühten ANstrengung die beiden Captains irgendwie zusammen zu bringen.
danielcc hat geschrieben: Überhaupt sieht der Film abgesehen von den bekannten Sets viel höhewertig aus als es die mickrigen 35 Mio Budget vermuten lassen. Nie wirkten die Raumschiffe majestätischer und flüssiger, die große Verkettung von Actionszenen in der Mitte des Films ist ebenfalls beachtlich umgesetzt, auch die digitalen Effekte sind fantasievoll und top, und mit der stellaren Kartographie zeigt uns TV-Regisseur David Carson ein faszinierendes Setting mit tollen Tricks. Zudem gibt es viele Außenaufnahmen und überhaupt viel Abwechslung.
Ja, nur die Bond-Vergleiche würde ich hier nicht ziehen. Das ist schon eine Etage höher (also unser James).
danielcc hat geschrieben: Überhaupt halte ich die Geschichte für überraschend durchdacht und eigentlich deutlich raffinierter als die vorherigen Filme der Serie. Die Story überspannt dabei – wie der Titel sagt – zwei Generationen. Die PTS-artige Exposition mit Einbindung von Kirk, Scotty und Tchekov ist absolut stimmig, witzig und dramatisch. Der damals geäußerte Vorwurf, die beiden Letzteren seihen reine Staffage ist natürlich Quatsch und geht am Ziel der Szene vorbei.
Letzteres ja, das passt. Raffiniert finde ich den Plot allerdings nicht, eher schon bemüht und gedehnt. Die Nexus-Idee trägt imo nicht einen ganzen Kinofilm.
danielcc hat geschrieben: Ob Kirks Tod am Ende heroisch genug ist oder man es nicht besser beim Ende von Teil 6 hätte belassen sollen, ist eine andere Frage.
Hätte nicht sein müssen.
danielcc hat geschrieben: Star Trek Generations ist deutlich stärker eine Fortführung der Serie als es die ersten 6 Filme jemals waren.
Ja, nur hat man hier eben ein anderes Format mit einem anderen Publikum.
danielcc hat geschrieben: Er funktioniert aber wohl nicht so universell wie der doch recht eindimensionale Teil 2 oder der fast nur auf Situationskomik ausgelegte Teil 4.
Das würde ich den beiden genannten nicht negativ auslegen, im Gegenteil :wink:
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Star Trek - Der Thread

910
Da erkenne ich bei dir schon wieder sehr hohe Maßstäbe die hier auf ein mal angelegt werden. Genau das habe ich erwartet.
Das wirkt auf mich wieder so wie "Khan will sich an Kirk rächen" trägt einen Film supi, aber eine durchdachte Story in der die Crew ermittelt und nach und nach die Motivation Sorans versteht und seinen Plan durchschaut - das trägt keinen Film. Finde ich komisch.

Ich habe das nie so empfunden, dass der Film das Treffen der Generationen bemüht herbeiführt. Ich habe das immer so akzeptiert und finde es einfach interessant. Wobei der Film sich die Regeln des Nexus schon so zurechtlegt wie er sie braucht. Der größte Fehler: Der ganze Plan wird gebraucht weil Soran nicht in den NExus fliegen kann. Genau so ist aber beim ersten Mal reingekommen.

Zum Bondvergleich: Ich finde diese Actionreihe schon sehr beeindruckend. Die Notlandung der Enterprise ist eine meiner Lieblingssequenzen und die Druckwelle der Sonne ist toll und der implodierende Planet (so mal ganz nebenbei) ist Spitze.
Das alles ist gemessen am Budget wirklich toll.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Star Trek - Der Thread

912
danielcc hat geschrieben:Da erkenne ich bei dir schon wieder sehr hohe Maßstäbe die hier auf ein mal angelegt werden. Genau das habe ich erwartet.
Wieso auf ein mal? :o Und sehr hoch? Ne. Die Nexus-Geschichte wirkt sehr konstruiert, obwohl mir die Grundidee durchaus gefällt. Das Ermitteln der TNG-Crew finde ich nicht sonderlich spannend und Sorans Plan ist auch ohne das erahnbar.
danielcc hat geschrieben: Ich habe das nie so empfunden, dass der Film das Treffen der Generationen bemüht herbeiführt. Ich habe das immer so akzeptiert und finde es einfach interessant.
Na ja, es geht ja nur über irgendeine Zeitreise-Geschichte.
danielcc hat geschrieben: Wobei der Film sich die Regeln des Nexus schon so zurechtlegt wie er sie braucht. Der größte Fehler: Der ganze Plan wird gebraucht weil Soran nicht in den NExus fliegen kann. Genau so ist aber beim ersten Mal reingekommen.
So ist es.
danielcc hat geschrieben: Zum Bondvergleich: Ich finde diese Actionreihe schon sehr beeindruckend. Die Notlandung der Enterprise ist eine meiner Lieblingssequenzen und die Druckwelle der Sonne ist toll und der implodierende Planet (so mal ganz nebenbei) ist Spitze.
Das alles ist gemessen am Budget wirklich toll.
Genau, gemessen am Budget. Mir hat es auch gefallen. Aber Bond ist da schon noch mal eine andere Hausnummer, nichts anderes habe ich geschrieben.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Star Trek - Der Thread

913
Letzter Punkt: Aber auch unabhängig vom Budget ist die Notlandung toll getrickst mit Modellen und der Planet der mal so nebenbei verpulvert wird mit der kurzen Aufnahme der zerstörten Untertasse... finde ich einfach Klasse. Und nein: Bessere Modellarbeiten gab es bei Bond sicher nicht.

Ich mag aber auch einige der stimmungsvollen Szenen im Film sehr. Wenn Guinan vom Nexus erzählt, wenn Soran eindringlich auf Picard einredet (und dabei unterschwellig die verbrannte Familie andeutet), die Team-Dynamik Szenen auf dem Segelschiff, vor allem auch Picards Nexus Szenen. Da bin ich immer sofort in Weihnachtsstimmung - egal wie kitschig die sind. Shatner und Stewart finde ich sowieso toll. Man hat das Gefühl, dass man die Szenen vor allem Shatner auf den Leib geschrieben hat (Holzhacken, Kochen, Reiten,...)
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Star Trek - Der Thread

914
Die Holodeck-Story ist toll. Eine der besten Ideen der Next Generation.
Die Nexus-Episose um Picard ist recht kitschig geraten. Das Zusammentreffen der beiden Captains ist dafür ein Highlight. Gerade durch ihre Unterschiedlichkeit ist es so gelungen. Wobei Stewart hier Charme-Monster Shatner die Führung überlässt.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Star Trek - Der Thread

915
es wirkt ja auch etwas komisch. Hier böte sich ja eigentlich das typische "alt gegen jung" an aber sie sind ja nun mal beide etwas gleich alt :-) So dass Kirk ihn zwar etwas belehrt, aber eigentlich ja Picard ja die gleiche Erfahrung.

Ich habe übrigens den Film nie im Original gesehen was schade ist. Würde gerne wissen wie Datas "Lebensformen" Lied auf Englisch ist.
und der gute GGH ist hier stimmlich kaum noch wiederzuerkennen
"It's been a long time - and finally, here we are"