Wer ist der beste Gegenspieler von James Bond?

Dr. No
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (8%)
Donald Grant
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (2%)
Auric Goldfinger
Insgesamt abgegebene Stimmen: 11 (22%)
Emilio Largo (Keine Stimmen)
Ernst Stavro Blofeld (Donald Pleasance)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (4%)
Ernst Stavro Blofeld (Telly Savalas)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (2%)
Ernst Stavro Blofeld (Charles Gray) (Keine Stimmen)
Mr. Big aka Dr. Kananga
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (2%)
Francisco Scaramanga
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (2%)
Karl Stromberg
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (12%)
Hugo Drax (Keine Stimmen)
Aristoteles Kristatos (Keine Stimmen)
General Orlov (Keine Stimmen)
Max Zorin (Keine Stimmen)
Georgi Koskov (Keine Stimmen)
Franz Sanchez
Insgesamt abgegebene Stimmen: 9 (18%)
Alec Trevelyan (Keine Stimmen)
Elliot Carver
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (8%)
Renard (Keine Stimmen)
Gustav Graves (Keine Stimmen)
Le Chiffre
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (4%)
Dominic Green
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (2%)
Silva
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (4%)
Franz Oberhauser
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (10%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 50

Der beste Gegenspieler

1
Hallo an alle!

Wer ist für euch Bondfans die herausragendste Gestalt, gegen die Bond kämpfen musste?
Wer ist in euren Augen der härteste Gegenspieler gewesen und konnte Bond am ehesten das Wasser reichen?
Was findet ihr an dieser Person so faszinierend und warum ist sie eure Nummer Eins der Bond-Schurken?
Das alles und noch viel mehr ( :wink: ) könnt ihr in diesem Thread unterbringen!

Hier findet ihr einmal die Gegenspieler unseres Idols mit einem kleinen Bildchen aufgelistet, um das Ganze visuell zu unterstützen.
  • Dr. No aus DN

    Red Grant aus FRWL

    Auric Goldfinger aus GF

    Emilio Largo aus TB

    Ernst Stavro Blofeld aus YOLT

    Ernst Stavro Blofeld aus OHMSS

    Ernst Stavro Blofeld aus DAF

    Mr. Big aka Dr. Kananga aus LALD

    Francisco Scaramanga aus TMWTGG

    Karl Stromberg aus TSWLM

    Hugo Drax aus MR

    Aristoteles Kristatos aus FYEO

    Kamal Khan aus OP

    Max Zorin aus AVTAK

    Brad Whitaker aus TLD

    Franz Sanchez aus LTK

    Alec Trevelyan aka 006 aus GE

    Elliot Carver aus TND

    Renard aka Viktor Sorkaz aus TWINE

    Gustav Graves aka Colonel Moon aus DAD

Stimmt kräftig ab und diskutiert euch die Köpfe heiß!
Das Forum lebt von Diskussionen und je mehr es hin und her geht, desto besser ist es!
Also schaut euch an, was die anderen Mitglieder meinen und teilt uns eure Ansicht mit.
Viel Spaß dabei!

In diesem Sinne
GoldenEye

PS (weil's leider sein muss): Quellen der Fotos: http://www.bond-filme.de sowie http://www.universalexports.net
Zuletzt geändert von GoldenEye am 30. August 2006 22:02, insgesamt 6-mal geändert.
"Walther PPK, 7,65 Millimeter. Ich kenne drei Männer, die eine solche Waffe tragen. Ich glaube, zwei davon habe ich getötet."

2
Nun - Franz Sanchez ist für mich der genialste und insgesamt überzeugenste Bösewicht. Genial dargestellt von Robert Davi verkörpert er für mich genau den Typ Person, den ich mir unter einem Drogenbaron vorstelle.

Kaltblütig, skrupellos und dennoch lebensfroh, fröhlich, genussmensch. Selbst als er gefangen ist, verliert er nicht seinen Humor, lächelt in die Kameras. Seine Wortgefechte mit Bond sind wunderbar, dieses berechnende und dennoch vertrauende.

"Plomo ou Plata" (bestimmt falsch geschrieben)
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld"

Diese beiden Sprüche sind bezeichnend für den Charakter Sanchez. Dazu kommt, dass er wirklich ein Spiegel Bonds ist. Sanchez könnte auch Bond sein und Bond könnte Sanchez sein.
Bemerkenswert ist, wie die Beziehung von Sanchez zu Bond ist. Dieses Vertrauen kommt besonders am Schluss rüber: "Sie hätten doch alles haben können" als Sanchez sich nach dem "Warum" fragt.

Dazu kommt natürlich noch der realistische Bezug. Der Plan ist nicht total abgedreht, sondern das ganze ist ein politisch brisantes Thema. Auch dieser Konflikt: "Darf Bond das ?" ist in diesem Film enthalten.
Oft wird bemängelt, dass Bond nicht die Welt rettet, oder dass Bond nicht für den MI6 arbeitet - aber genau das finde ich interessant. Bond ist nur noch ein Killer, eigentlich nicht mehr auf der "guten" Seite - denn er macht sich mit dem Mord an Sanchez (meinetwegen wars Notwehr) selbst schuldig.


So und ein anderer ders fast geschafft hätte ist Elliot Carver. Wieder gibt es einen realistischen Bezug und es zeigt de Macht der Medien. Carver selbst, in der deutschen Synchro, kommt genial wahnsinnig" rüber, in seinen Wortgefechten ist er Bond fast imer überlegen. Dazu auch einer meiner Lieblingssprüche: "The difference between insanity and genius is measured only by success" oder "Der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn definiert sich rein aus dem Erfolg.";
Das einzige mal wo Bond die Oberhand behält ist in der Szene, in der Bond fragt ob die Medien den Kurs eines Schiffes beeinflussen könnten.

Carver ist ein würdiger Gegner, mit einem guten Plan. Ich kann mich, ganz ehrlich, mit Carver genauso identifizieren wie mit Sanchez (sollte ich mir sorgen machen ? 8) ) und ich denke, deswegen liegen beide so weit vorne in meiner Liste.

Ganz unten stehen dagegen blasse Gegner, die gegen Bond nicht den Hauch einer Chance haben, Dr. No, Blofeld (wirkt zunehmend lächerlich), Mr. Big, Travelyan, Koskov/Whittaker, Kamal.

So - und jetzt freue ich mich wirklich schon auf Ernst's Statements zu den beiden Umfragen - :twisted: das wird bestimmt lustig.
Bild

3
Ich finde Blofeld ebenfalls nur lächerlich als Bondgegner.
Habe mich zwischen Gerd Fröbe und Christopher Walken entscheiden müssen, da aber Mr. Walken in anderen Filmen noch vieeel böser ist, überliess ich das Feld dem Auric :)
"Mir waren Männer im Rock schon immer suspekt, Q, Ihnen nicht auch?"
"Ersparen Sie mir Ihre Weisheiten, 007!"

4
Ich habe mich für Gerd Fröbe entschieden, weil er die Rolle des Bösewichts am besten gespielt hat.
Im Angesicht des Todes, muss der Spion der mich liebte, Leben und Sterben Lassen
007.Mirco

5
Ich freue mich, dass wenigstens ein paar schon die richtige Richtung einschlagen!
Das finde ich sehr gut!
Weiter so!


Und nun zu meiner Meinung zu diesem Thema.
Ich finde, dass es sich hierbei um eine schwierige Frage handelt.

Sicherlich kann man in stärkere und schwächere Gegenspieler unterteilen.
Zu den stärkeren gehören für mich auf jeden Fall Emilio Largo, Franz Sanchez, Alec Trevelyan und Elliot Carver.
Und zu den schwächeren Gegenspielern würde ich Dr. No, Hugo Drax, Kamal Khan oder aber auch Renard zählen.
Diesen fehlt die Überzeugungskraft, die die aufgezählten Stärkeren auf jeden Fall besitzen.

Aber aus denen dann den besten herauszusuchen, ist recht schwer.
Largo ist intelligent, böse und, was mir besonders gefällt, er packt auch mal selbst mit an.
Er ist skrupellos und hinterhältig.
Das ist ein Gegenspieler erster Güteklasse!

Sanchez ist, wie 007 vor mir schon beschrieben hat, sicherlich auch in vielen Situationen Bond überlegen und hat durchaus auch ähnliche Charakterzüge wie jener.
Er überzeugt in den meisten Szenen durch ein lockeres Verhalten.
Jedoch gefällt mir meine Art manchmal nicht so überragend gut, sodass ich ihn nicht auf Platz 1 setzen kann.

Alec Trevelyan ist ein sehr interessanter Charakter, der Bond ebenfalls ein Stück weit ähnelt.
Die alte Geschichte, die auch im Vorspann aufgegriffen wird, liefert guten Zündstoff.
Alec ist humorvoll, sarkastisch und rücksichtlos und er kann mit seinen Gegnern durchaus kalten Prozess machen.
Der gemeinsame Hintergrund von Bond und Alec ist hochinteressant und macht Alec zu einem der herausragendsten Gegenspieler von James Bond.

Elliot Carver, ein Medienmogul mit Großenwahn.
Ein Gegenspieler der Extraklasse, der in Wortgefechten eindeutig zu den besseren Charakteren gehört.
Er dehnt seine Macht rücksichtlos aus und macht deutlich, was er am meisten schätzt: Loyalität.
Ein herrlich böser Gegenspieler, der ganz knapp das Rennen gewinnt.


1. Elliot Carver
2. Alec Trevelyan (ganz knapp hinter Carver)
3. Emilio Largo
4. Franz Sanchez
5. Max Zorin
Zuletzt geändert von GoldenEye am 15. November 2005 22:57, insgesamt 1-mal geändert.
"Walther PPK, 7,65 Millimeter. Ich kenne drei Männer, die eine solche Waffe tragen. Ich glaube, zwei davon habe ich getötet."

6
Was du über Largo gesagt hast, teile ich.
Ein Gegenspieler muss präsent sein, und das ist Largo. Er ähnelt Sanchez ein Stück weit, seine Grausamkeit kommt besonders gut rüber als er Domino foltert.

So und jetzt zu Alec Travelyan - das kann ich absolut nicht teilen :)
Du hast recht - die Idee des gemeinsamen Hintergrundes liefert Brisanz, das Verbrechersyndikat Janus könnte eine interessante Story sein (russenmafia).

Leider macht Alec auf mich immer einen leicht trantütigen Eindruck. Ohh, du böser Mensch hast die Zünder 2 Minuten zu früh eingestellt. Wegen dir muss ich jetzt mein ganzes Lben lang mit dieser Narbe leben. Du hast mich ja so enttäuscht :roll: "Heul doch" Würd ich im Zweifel sagen. Auch sein Plan ist dann alles andere als bedrohlich.
Es ist halt einfach ein einfacher Bankraub, die Folgen werden nur in Nebensätzen gezeigt.

Was klasse an TND ist, ist, dass das Szenario, falls Bond scheitert, gut ausgestaltet wird und quasi handfest ist (die Flotte ist ja schon unterwegs nach China). In GE kann man das zwar erahnen, aber wirklich deutlich wird es nicht. Es wirkt alles ein bisschen Läppsch.

Und deswegen kann auch Alec nicht brillieren. Er bleibt immer im Schatten von Bond, kann sich nicht selbst profilieren. Die einzig gute Szene ist auf diesem Friedhof - als Bond und er sich unterhalten. Da kriegt Alec einen eigenen Charakter - ansonsten leider nicht...
Bild

7
Hallo!

Zuerst einmal finde ich es eine Schande, dass von Donald Pleasance kein funktionierendes Bild in der Auflistung ist! Da hat wohl jemand keinen Geschmack! ;-)

Auch wenn ich ihn immer noch als mit Abstand besten Blofeld sehe und er zu meinen absoluten Favoriten in Sachen Bond-Gegner gehört, gibt es einen besseren: Auric Goldfinger ist meine Nummer Eins.

Nicht nur, dass Gert Fröbe ihn exzellent verkörpert und seine schauspielerischen Fähigkeiten hier einfach genial dargeboten werden. Auch die Figur an sich ist genau das, was man sich für einen Bond-Gegner wünscht: Größenwahnsinnig, stilvoll, nicht zu abgehoben, und vor allem auf Bonds Augenhöhe.
Es gibt Bösewichte, die von Anfang an eine Übermacht darstellen: Dr. No zum Beispiel, der direkt zum Auftakt der Serie durch sein Verhalten klar macht, dass er über allem steht, keine wirklichen Emotionen zeigt. Oder zumindest meint er das.

Goldfinger hingegen ist völlig anders: Er ist ein Mensch, der total anfällig ist für Emotionen und auch sehr intuitiv reagiert, wenn er gereizt wird. Bei Dr. No hat man immer den Eindruck, alles sei schon berechnet, "programmiert". Wenn ihm da allerdings etwas in die Quere kommt, kann er nicht mehr reagieren. Auf diese Schwäche im System inst auch Bonds Sieg letztendlich zurückzuführen.
Dass Goldfinger anders ist, macht Bond die Arbeit unheimlich schwer, da er eben selber so menschlich ist.
Hätte Goldfinger alles schon im Voraus geplant, wäre Bond schon viel früher zu der Chance gelangt, die Pläne zu durchkreuzen. Aber Goldfinger ist eben so gefühlsorientiert - er muss aus Eifersucht Frau Masterton mit Gold überziehen, er muss sich auf das Golfmatch einlassen (der Höhepunkt des Films), und er lässt Bond auch fast vom Laser töten, lässt es aber auch wieder sein, da er merkt, dass seine Gefühle ihn zum wievielten Male getäuscht haben - es war besser, Bond leben zu lassen.

Dass er aber dennoch so lange die Oberhand behält, das zeichnet Goldfinger aus. Seine Gefühle und Emotionen setzen ihn auf eine Stufe mit Bond herab, aber er scheint trotzdem überlegen!
So etwas finde ich wesentlich reizvoller als einen Donald Grant, Dr. No (trotzdem klasse!), Oddjob oder auch Blofeld (aber immerhin Nr. 2).
Des weiteren finde ich die Figur von Goldfinger einfach klasse, er scheint fast wie eine Sagengestalt aus der Odyssee ...

Es gibt natürlich auch jede Menge andere gute Bösewichte in der Serie!
Dr. No und Blofeld habe ich schon genannt.
Auch Scaramanga gefällt mir gut, nicht zuletzt wegen Christopher Lee. Seine Rolle ist ähnlich der des Goldfinger, aber er bleibt ein bisschen zu blass.
Ein Tiefpunkt waren danach sicherlich Stromberg und auch Drax.
Insgesamt überzeigen mich die Villains aus der Moore-Ära sowieso nicht so ganz, sie sind einfach nicht solche "übernatürlichen Wesen" wie zu Zeiten Connerys. Sie sind gar nicht so übermenschlich wie Dr. No oder eben auch Goldfinger oder Blofeld, die einem vermitteln, anders zu sein als James Bond, kein wirklicher Mensch, sondern mehr.

Kamal Khan ist ein Mensch, genauso Kristatos, ihnen fehlt das "übermenschliche". Das setzt sich fort bis zu Licence To Kill, wo mir Davi als Sanchez auch recht gut gefällt. Er ist wahrscheinlich der Gegner, dem Bond am wenigsten entgegenzusetzen hat. Er ist am gefährlichsten, weil er weiß, wo seine Grenzen sind. Und er überschreitet sie nicht. Aber er weiß eben, dass er eine riesige Macht hat, allein schon wegen seines Geldes. Er erinnert mich immer ein bisschen an den Mr. Big aus dem Buch Live And Let Die.

Danach bleiben die Bösewichte auch sehr farblos. Irgendwie sind sie mir größtenteils auch zu jung. Bei Gustav Graves war aber auch in der Hinsicht wieder ein Aufwärtstrend, dass er sich eher wieder dem "Übermenschlichen" der 60er annähert. Seine Elektroschock-Weste, die eigentlich als total lächerlich sehe, ist in gewisser Weise ein Symbol dafür.

Nach all diesen Beobachtungen kome ich zu dem Schluss, dass - bis auf wenige Ausnahmen - die Bösewichte immer schlechter wurden. Sie haben ja auch eine Entwicklung durchgemacht: Von den Übermenschen der 60er, über die vermenschlichten, blass bleibenden der 70er und 80er, bis hin zu gleichwertigen Gegnern der 90er.

Ich komme zu folgender Top-3-Rangliste:
1. Auric Goldfinger
2. Dr. Julius No
3. Alle Blofelds (so einen großen Unterschied gibt es da in der Gesamtsicht nicht)

Der Rest steht größtenteils auf einer Stufe, auch wenn ich einzelne wirklich absolut für einen Fehlgriff und total "farblos" halte, zu denen gehört Stromberg genausowie Carver. Mit den neumodischen kann ich sowieso nicht viel anfangen ...

Grüßle
ernst

8
Die Frage des besten Bösewichts stellt sich mir erst gar nicht, denn es ist eindeutig Gert Fröbe aus Goldfinger im Jahre '64.

Dass der Film mit Abstand der kultigste der Serie ist, bezweifelt höchstwahrscheinlich niemand. Darum will ich jetzt gar nicht näher auf den Film eingehen, denn das würde denn Rahmen sprengen.

Vielmehr will ich mich rein auf die Figur Goldfinger beziehen. Sie taucht schon relativ früh im Film auf, früher als in fast jedem anderen Bondfilm, nämlich gleich nach dem Titelsong von Shirley Bassey.
Ich wage jetzt schon die Behauptung aufzustellen, dass sich der gesamte Film im Grunde genommen nur um Bond und Goldfinger dreht, die Haupthandlung ist ein "Duell" zwischen Bond und Goldfinger.

Das erste Zusammentreffen gibt es im Hotel Fontainbleau in Miami, am Pool, wo kartengespielt wird. Im Buch erfährt man übrigens auch, dass Goldfingers Gegner Du Pont heißt und gleichzeitig der Besitzer des Hotels Fontainebleau ist. Er engagiert auch Bond, herauszufinden, warum Goldfinger andauernd gegen ihn gewinnt.

Im Film macht Goldfinger einen relaxten Eindruck, bis er beginnt zu verlieren und man seinen wahren Charakter erkennt. Der erste Eindruck täuscht. Wie schon Ernst gemeint hat, ist Goldfinger "anfällig für Emotionen" und er reagiert auch sehr "intuitiv", was man auch dadurch erkennen kann, dass er einen Bleistift in der Mitte zerbricht.
Nur zum Vergleich möchte ich noch erwähnen, dass die Figur des Auric Goldfinger von Fleming ein ganzes Stück exzentrischer dargestellt wird. Goldfinger trägt im Buch Metallringe auf seinem Hals, um auch hinter den Ohren braun zu werden. Als Bond nach seiner Siegesserie vorschlägt, die Plätze zu wechseln, redet er sich auf seine "Agoraphobie", der Angst vor offenen Plätzen, aus. Zudem erfährt man später, dass Goldfinger eine absolute Apatie gegen jegliche Art von Alkohl und Rauch hat. (Seine Meinung dazu ist übrigens höchst interessant!)

Wie gesagt, die Kartenspielszene im Fontainebleau ist das erste Duell im Film, auch wenn es nicht direkt, sondern über Du Pont und Goldfinger Helferin ausgetragen wird. Der Zuschauer ist sich bewusst, dass es bald eine Revanche geben wird.

Diese Revanche findet am Golfplatz statt, es ist das erste eigentlich Zusammentreffen - Angesicht zu Angesicht. Alfred Blacking macht Bond mit Goldfinger bekannt. Im Grunde genommen dürften sie sich im Film noch nicht kennen, im Buch sind sie einander bei der Kartenrunde schon gegenübergesessen.

Sie spielen also um den alten Goldbarren, und man merkt sofort an Goldfingers Gesichtausdruck, dass er fasziniert von diesem Edelmetall ist. Sofort vergißt er jeden Verstand, handelt "intuitiv" und setzt dieselbe Summe in bar.
Im Film ist es Bond, der zu schummeln beginnt und schlußendlich das Spiel gewinnt. Goldfingers Emotionen gehen wiedermal durch, er wirft den Ball gegen den Boden und verläßt den Platz.
Im Buch ist es allerdings Goldfinger, der zu betrügen beginnt. Erst nach und nach, versucht Bond es mit seinen Tricks - das Ergebnis bleibt dasselbe.

Der eigentliche Höhepunkte des Romans, in dem Goldfinger Bond in sein Haus zum Dinner einlädt, ihn rumschnüffeln lässt und ihn nachher mit Oddjobs Aktionen einschüchtern will, fehlt im Film leider total. Oddjobs Gefährlichkeit, wird mit dem Werfen seines Hutes gegen eine Statue und mit dem Zerdrücken eines Golfballes bewiesen.

Bond hat also auch das zweite Zusammentreffen für sich entschieden. Der Zuseher fragt sich, wieso sich Goldfinger das immer noch bieten lässt. Einerseits reagiert er anfangs ziemlich emotionell, andererseits scheint er nicht besonders nachtragend zu sein. Er wirkt sehr menschlich, behäbig und bequem, nicht wirklich abgehoben, was ihn für das Publikum im Grunde genommen sympatisch macht. Und das zeichnet auch den Darsteller Gert Fröbe aus. Die Menschlichkeit bringt er derartig gut rüber, dass man sich als Zuseher oft bei der Frage ertappen muss, um man denn nun zu Bond oder zu Goldfinger helfen soll. Das hat für den weiteren Filmverlauf vor allem zwei Vorteile. Zum ersten steigt die Spannung, da es sich im Grunde genommen anfangs um zwei ebenbürtige Gegner handelt, zum anderen gibt es dem "Duell" eine zusätzliche menschliche und psychologische Nuance, der Kampf des dicken, behäbigen und mächtigen Goldfinger gegen den kleinen, flinken und emotionalen Bond. Das ist im Grunde genommen der Stoff, aus dem der ganze Film besteht.

Das nächste Zusammentreffen ist für mich der Höhepunkt im Film. Bond wird bei der Verfolgungsjagd in seinem Aston Martin gestoppt. Ein drittes Duell ergibt sich. Goldfinger demonstriert anfangs seine Macht mittels des Lasers, welchen er auf Bond richtet. Kurz bevor der Laser Bond aber wirklich verletzen kann, schaltet er ihn ab. Als Interpretation wäre sicherlich zulässig, dass sich Goldfinger auch ohne diesen Laser überlegen fühlt, er gebraucht ihn nur zu Einschüchterung, Bond kann er auch anderwertig fertig machen. Allerdings spricht gegen diese Überlegung, dass er dies erst anordnet, nach dem ihn Bond mit den Worten "Operation Grand Slam", welcher er zuvor aufgeschnappt hatte, einschüchtert. Goldfinger ist sichtlich überrascht, anfangs etwas irritiert, obwohl er laut überlegt und meint, dass dies nur drei Wörter seien, dessen Zusammenhang Bond nicht wissen könne. Trotzdem lässt er Bond am Leben. So tat er es auch im Buch, ohne dass Bond "Operation Grand Slam" erwähnte. Scheinbar nahm er den Laser bzw. die Kreissäge wirklich nur zur Einschüchterung.

In der nächsten Szene wird noch klarer. Bond ist Goldfingers Gast (auch wenn er eingesperrt wird), wird in dessen Privatjet und auf die Auric Farm eingeladen. Goldfinger genießt es, ihn unter Gewahrsam zu haben. Er hat es nicht nötig, ihn zu demütigen. Er will ihm nur unterschwellig zeigen, dass er auch ohne Gewalt der Sieger im wahren Duell ist. Er hat es nicht nötig Bond auszuschalten, nein, ganz im Gegenteil. Er bewundert Bond, es scheint, als wolle er Bond bei der Ausführung seiner "Operation Grand Slam" dabei haben, um Bewunderung und Applaus von ihm zu erheischen. Er sieht Bond als ebenbürtig, wenn auch ganz anders als er, an. Im Buch bietet er ihm sogar an, für ihn zu arbeiten. Ferner wird er nicht eingesperrt, sondern ist bei allen Meetings von Anfang an dabei.

Nachdem Bond alles über die Operation unter dem Modell von Fort Knox gehört hat, wird er von Pussy Galore überrascht. Es folgt eine der besten Szenen des ganzen Filmes, nicht der Höhepunkt des Films, aber der Höhepunkt des Duells. Es ist ein Mann-zu-Mann Gespräch auf der Terasse von Auric Stud. Stückchenweise kommt Bond Goldfinger großem Plan auf die Schliche. Diese Szene nimmt im Prinzip den gesamten Charakter von Goldfinger vorweg. Er ist sichtlich erleichtert, dass Bond seinen genialen Plan verstanden hat, und genießt diese Szene in vollen Zügen. Er hilft Bond auf die Sprünge, in dem er meint "wer hat denn davon geprochen, das Gold zu stehlen??". Ja, er will das Bond den Plan erfährt. Er kostet den Moment vollends aus. Es geht ihm in diesem Augenblick - wieder ein Beweis für eine Emotionalität und Kindlichkeit - nur um Bond um ihn, um das Duell. Nun sieht es so aus, als ob er am Ende der Gewinner wäre, still und heimlich, er hat es nicht nötig, seine Siege an den großen Nagel zu hängen. Er verachtet die Menschheit, beachtet aber Menschen wie Bond, die andere große Fähigkeiten besitzen und misst sich mit ihnen. Gert Fröbe bringt diesen Charakter derart finessenreich und real, gestisch und mimisch zurückhaltend und zugleich äußerst aussagekräftig, diese Szene ist ein Genuss für alle Sinne, schauspielerisch sicherlich der Höhepunkt des Films.

Gleichzeitig startet aber nun ein neues Duell. Dem Zuseher wird klar, dass all die kleinen Spielchen im Vergleich zu diesem "Spiel" vernachlässigbar sind. Es geht nur im dieses eine Duell, der Film beginnt von neu, es herrscht Gleichstand.
(Kleines Detail am Rande: In der deutschen Synchro heißt es 15 Millionen Dollar; ein lächerlicher Betrag für das, was sich in Fort Knox befindet :wink: )

Bond soll laut Goldfinger den Showdown direkt neben der Bombe erleben. Noch in den letzten Sekunden seines aufregenden Lebens soll er Goldfingers Genialität bewundern, ehe er in die Luft fliegt.
Pussy und 007 machen ihm aber einen Strich durch die Rechnung, wie soll es anders sein. Die perfekte Planung wird durch eine einzelne(!) Frau, das war anscheinend maßgeblich damals, zerstört. Goldfinger gelingt zwar die Flucht, allerdings will er diesmal eine endgültige Revanche, und diesmal geht es wirklich um Leben und Tod. Bond hat ihm seine Lebenspläne durchkreuzt, darauf steht der Tod. Und Goldfinger lässt es sich nicht nehmen, ihn persönlich zu erledigen, natürlich mit einem goldenen Colt, typisch für den exzentrischen Bösewicht. So kommt es, dass er sich durch seine eigenen Dickköpfigkeit, selbst aus dem Flugzeug manövriert, ein kleines, spöttisches und sarkastisches Detail, das jedoch gut zu dem Duell, das sich durch den ganzen Film zieht, passt. Mit Sturheit kommt man eben nicht weit, Goldfinger verliert zum Schluss (verständlicherweise) seine ganze Gelassenheit und Lockerheit, seinen Esprit und seinen Charme; er benimmt sich fast wie am Anfang beim Kartenspiel, kindisch, unüberlegt, emotional, was im letztendlich das Leben kostet.

Wie gesagt, rein schauspielerisch betrachtet macht die Figur Goldfinger einen Großteil der Faszination des gleichgenannten Filmes aus. Alles andere ist dann nur mehr Zugabe, auch wenn es definitiv dazugehört. Damit meine ich den Aston Martin, die Goldene Shirley Bassey, den klassischen Connery, die beiden Bondgirls, besonders die adrette Pussy Galore, die Bond zeitweise ebenbürtig erscheint und sich nicht so leicht diskrimieren lässt, die obligatorischen grandiosen Q- und M-Szenen, natürlich Moneypenny, Bonds exzentrischen Geschmack, was Champagner und Musik betrifft, die eleganten Aufnahmen in der Schweiz und auf dem Golfplatz, das klassische Kartenspiel zu Beginn, der edle gold-scharze Titel, die Gunbarrel, der Pre-Title, der sehr bondig und rasant wirkt, der Showdown, der sehr "groß" für damalige Verhältnisse war und letztendlich der wohl bester Henchman - Oddjob.
Das ganze Nebenbei verstärkt in diesem Film natürlich die Wirkung des großen Bösewichts. Was ihn ebenso besonders macht, ist aber auch - ganz simpel - seine Erscheinung. Goldfinger sieht auch exzentrisch und bequem aus, er sieht genauso aus, wie er ist, Fröbe ist gebaut für diese Rolle. Seine Haarfarbe, die fast die Farbe "Gold" besitzt, seine Kleidung, seine Art zu sprechen und seine Mimik. Er ist ganz einfach der real-menschlich perfekteste Gegenspieler, den Bond je hatte. Ebenbürtigkeit, Trotz, Stil, Eleganz, dieselben Interessen - das zeichnet sowohl Bond als auch Goldfinger aus, auch wenn sie verschiedener nicht sein könnten, gewisse Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen.
Die Mischung aus Ähnlichkeiten und Unterschiede in Charaker, Arbeits- und Lebensweise und Aussehen machen das Duell aus. Die Story an sich ist da eigentlich nur mehr Draufgabe (auch wenn sie im Film das einzig wirklich herausragend bessere Element ist, die Charaktere sind im Grund genommen schon von Fleming vorgezeichnet worden)



So, ich möchte nun noch kurz zu den anderen Bösewichten kommen: Auch wenn es sich rückschrittlich anhört, aber für mich muss ein Bösewicht Alter und Erfahrung aufweisen, sprich in gewisser Weise das völlige Gegenteil von Bond sein - dick oder rundlich, älter, bequem, reich, intelligent. Gewisse Ähnlichkeiten sind in der Tat notwendig und reizvoll, allerdings müssen klare Unterschiede erkennbar sein. Gute Bösewichte sind auf alle Fälle die Blofelds, auch wenn hier klar Telly Savalas heraussticht. Weiters gefällt mir Stromberg.
Gegner, die jünger und dynamisch und damit Bond ähnlicher sind, deswegen aber trotzdem top, sind Red Grant, Scaramanga und Max Zorin. Sie haben alle etwas ganz Spezielles oder Besonderes, eine Fähigkeit oder eine bestimmte Vergangenheit. Das macht sie zu einem BESONDEREN Gegner.

Auch wenn es nach Klischee klingt, aber bei mir ist es so: Gegner, die mir überhaupt nicht gefallen, sind der yuppiehafte Gustav Graves und der schmerzresistente Renard. Auch Alec Trevelyan geht jede Art von Stil und Eleganz ab, die normalerweise typisch für einen Bond-Villain ist.

Als neue Bösewichte hätte ich mir jahrelang Marlon Brando gewünscht, leider ist der nun tot. Auch Nicholson könnte ich mir gut vorstellen, wenn auch nicht ganz so sarkastisch wie in "Einer flog über das Kuckucksnest" (1975) oder "Besser gehts nicht" (1997). Ebenbürtig wäre sicher auch Antony Hopkins. Auch der Deutsche Mario Adorf würde von Gestalt und schauspielerischen Fähigkeiten perfekt passen.
Ein guter Bondfilm wird sehr maßgeblich von einem guten Bösewicht bestimmt, das hat uns die Bondvergangenheit gezeigt. Darum würde mir persönlich zum Beispiel viel mehr interessieren, wer der neue LeChiffre in CR wird. Seine Besetzung sehe ich als mindestens so elementar als die Besetzung der Figur Bonds an.

MfG KNOX

9
@ KNOX:
Ich ziehe meinen Hut vor deiner detaillierten Auseinandersetzung mit Auric Goldfinger.

In einigen Punkten muss ich dir zustimmen.
Jedoch muss ich auch noch sagen, dass Goldfinger im Roman doch wesentlich überzeugender dargestellt wird.
Dort wirkt er noch bedrohlicher, noch gespenstischer.
Goldfinger ist sicherlich ein guter Gegenspieler, der auch in seinen Auseinandersetzungen mit Bond nicht farblos bleibt.

Gert Fröber verkörperte Auric Goldfinger sehr überzeugend.
Jedoch gefällt mir diese ständige "Sunnyboy"-Art nicht so wahnsinnig gut, als dass ich Goldfinger einen Platz unter den Top5 geben könnte.
Aber weit entfernt ist er davon aber auch auf gar keinen Fall.
Zuletzt geändert von GoldenEye am 20. August 2005 15:28, insgesamt 1-mal geändert.
"Walther PPK, 7,65 Millimeter. Ich kenne drei Männer, die eine solche Waffe tragen. Ich glaube, zwei davon habe ich getötet."

10
Erstmal :respekt: an Knox und ernst für ihre detailierte Auseinandersetzung, vorallem mit Auric Goldfinger.

Wie ihr beide sehr gut erkannt hat, ist Goldfinger von seinen Emotionen gesteuert. Er ist menschlich. In gewisser Weise verliert so ein Bösewicht natürlich einen Teil seiner übernatürlichen stärke und Bosheit...für mich macht dies einen Villain aber greifbar. Zu übernatürlich wirkt lächerlich. EIn realistisches Menschenbild dagegen bedrohlich. Eindeutig ein Pluspunkt für einen Villain.

Zu Knox möchte ich erst einmal sagen, dass sein Vergleich Buch / Film sehr interessant ist. Allerdings halte ich dies für schwierig, da Buch und Film nicht gleich sind und unterschiedliche Sachen bezweckt werden sollen. Deshalb bin ich mit einigen wenigen Schlussfolgerungen nciht ganz einverstanden.

Das Motiv des Duells sehe ich auch im Film. Es ist das erste Duell seiner Art in den Bondfilmen. Bond kämpft nicht gegen eine Organisation, Bond kämpft diesmal gegen einen Villain - auch auf der geistigen Ebene.

Goldfinger hat einen genialen Plan - und dennoch scheitert er.
Er ist nicht der Typ der sein Ziel mit allen Mitteln erreichen will...er sucht das Duell. Er braucht den Gegner um seine Leistung genügend zu würdigen. Das ist für mich der Grund seines scheiterns.

Goldfinger, gespielt von Gert Fröbe ist legendär, ein einmaliger Bösewicht. UNd dennoch finde ich, dass ein Sanchez, ein Carver ihn um längen distanziert. Diese Leute sind menschlich (auch Carver ist sehr sehr emotional, wie auch Sanchez - sieht man zB daran wie se auf die Seitensprünge ihrer Frauen reagieren) aber sie spielen nicht das fröhliche Spiel. Hier geht es um Leben und Tod...hier wird mit scharfen Waffen gekämpft...es ist halt nicht die nette Floridasonne, ein paar Karten und Cocktails die die Welt retten...es ist die Genialität und der Erfolg des einen wohlbekannten Mannes: 007

Das "Duell" zwischen Goldfinger und 007 ist zu leicht, zu locker, zu friedlich, zu "heile-welt" - es ist nciht realistisch genug.
Es ist einfach ein zu freundliches Duell zwischen den beiden Männern.


Noch ein paar Worte zu Graves: Graves ist strange. Er ist arrogant, von sich selbst überzeugt, bereit für seine Träume zu sterben - gute Eigenschaften für einen Villain. Aber er hat eine Art Minderwertigkeitskomplex. Für mich äußert sich dieser gerade in seinem Anzugmaschinchen. Er hat keine Kraft - also lässt ers die Technik machen. Auch sein Eisrennen ist ein so offensichtliches gepose - enfach lächerlich.

Im gegensatz zu Knox finde ich aber nciht, dass ein Bösewicht älter und rund sein muss. Er braucht imho nur die richtige, zu ihm passende Mischung.
Bild

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Hallo 007!

Zu zwei deiner Aussagen hätte ich noch etwas hinzuzufügen, ich bin da nicht so ganz einverstanden:
007 hat geschrieben:Das "Duell" zwischen Goldfinger und 007 ist zu leicht, zu locker, zu friedlich, zu "heile-welt" - es ist nciht realistisch genug.
Es ist einfach ein zu freundliches Duell zwischen den beiden Männern.
Das ist eben einfach unübertroffen. Ich sehe das keineswegs als Kritikpunkt, sondern als Vorteil des Films, gerade gegenüber den neuen, actiongeladenen Brsonan-Filmen. Diese Einfachheit (Golfspiel etc.), hinter der aber trotzdem viel mehr steckt. Bond und Goldfinger sind eben Gentlemen, die keine Maschinengewehrschlacht brauchen, um zeigen, wer der stärkere von beiden ist! Sie haben beide soviel Stil und Benehmen, dass sie wissen, was sich gehört und was man - vielleicht auch aus Respekt und Anerkennung - lieber sein lässt.
Die Szene mit dem Laser (bzw. Kreissäge im Buch) finde ich weder locker, leicht, noch friedlich oder "heile Welt". Und dabei ist sie ja nicht einmal der Schlusspunkt. Und trotzdem ist das geniale, dass Goldfinger nicht Bond tötet, sondern ihn am Leben lässt! Und das tut er aus den oben genannten Gründen. Das einfachste wäre natürlich gewesen, Bond zu töten. Und ich bin mir sicher, dass Sanchez (gerade er, obwohl ich ihn wirklich gut finde) oder auch Carver (wohl wie alle Bösewichte der Brosnan-Ära einer der schlechtesten) das getan hätten.
Das besondere am Duell Bon contra Goldfinger ist und bleibt, dass sie den Kampf menschlich austragen. Ich erinnere hier auch z.B. an das Duell Bond vs. Le Chiffre am Baccarat-Tisch oder Bond vs. Drax beim Bridge-Spiel.
007 hat geschrieben:Im gegensatz zu Knox finde ich aber nciht, dass ein Bösewicht älter und rund sein muss. Er braucht imho nur die richtige, zu ihm passende Mischung.
Du hast schon Recht, 007. Der Körperbau sollte auch passen. Graves hätte nie so dick sein sollen wie beispielsweise Goldfinger. Ich denke aber auch, dass KNOX' Sichtweise einfach auch erst seit Goldfinger existiert. Ich persönlich finde aber, dass ein Bösewicht nicht unbedingt dick sein muss, aber schon ein stattliches Alter aufweisen sollte, aus dem man seine Erfahrung und Würde lesen kann. Ich finde Dr. Julius No auch gut, obwohl er eine Bohnenstange ist. Aber er ist einfach vom Auftreten her genial. Sanchez wäre auch nicht derselbe und bei weitem nicht so gut, wenn er 15 Jahre älter wäre und 20 Kilo mehr wiegen würde.

Grüßle
ernst

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007 hat geschrieben:Im gegensatz zu KNOX finde ich aber nicht, dass ein Bösewicht älter und rund sein muss. Er braucht imo nur die richtige, zu ihm passende Mischung.
@ 007:
Hier muss ich dir zustimmen.

Für mich hat die "Qualität" des Gegenspielers ebenfalls nichts mit seinem Aussehen zu tun.
Goldfinger z. B. kommt nicht aus dem Grund, dass er recht füllig ist, nicht in meine Top5, sondern eben aus den genannten Ursachen.
Vor allem der "Sunnboy"-Auftritt, der schon mehrfach angesprochen wurde, hält mich davon ab, ihn unter die fünf besten Gegenspieler zu setzen.

Aber um auf das Aussehen bzw. das Alter zurückzukommen, möchte ich noch folgende Dinge sagen.
Zu allererst möchte ich mir kein "Was wäre wenn..." ausmalen, da wir die Charaktere ohnehin nicht mehr ändern können.
Ich möchte jedoch sagen, dass Sanchez ein überaus überzeugender Gegenspieler ist und das, obwohl (oder gerade weil?) er schlank und recht jung ist.
Oder Emilio Largo, wohl auch ohne Frage ein genialer Gegenspieler, ist nicht übermäßig dick, jedoch schon ein wenig älter. Und trotzdem (oder wieder gerade deshalb?) macht er Bond auf unglaublich elegante Art und Weise das Leben schwer.
Elliot Carver, der größenwahnsinnige Medienmogul aus TND, hat Charakter und eine Aura, die in meinen Augen bislang für einen Bondgegenspieler recht einzigartig ist. Und auch er ist nicht so rundlich wie die Kultfigur Goldfinger.

Die Dinge, die KNOX herausstellte (Leibesfülle und höhreres Alter), sind in meinen Augen also nicht unbedingt entscheidend.
Wieder einmal gilt: Die Mischung macht's!


@ ernst:
Du hast in deinem Beitrag gesagt, dass Elliott Carver für dich zu den schlechtesten Gegenspielern gehört.
Darf ich fragen, was dich so an ihm stört?
"Walther PPK, 7,65 Millimeter. Ich kenne drei Männer, die eine solche Waffe tragen. Ich glaube, zwei davon habe ich getötet."

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ernst hat geschrieben:Diese Einfachheit (Golfspiel etc.), hinter der aber trotzdem viel mehr steckt. Bond und Goldfinger sind eben Gentlemen, die keine Maschinengewehrschlacht brauchen, um zeigen, wer der stärkere von beiden ist!
Das meine ich nicht. Das Golfspiel ist wirklich gut, es drückt passend die Rivalität zu diesem Zeitpunkt aus. Was mich eher stört ist, wie entspannt Goldfinger alle Niederlagen hinnimmt. Nehmen wir mal das Beispiel Max Zorin. Er macht Bond direkt klar, dass mit Ihm nicht zu spaßen ist. Bei Goldfinger muss sich Bond aber eigentlich keine Sorgen machen umzukommen.
Sehr interessant ist zum Beispiel der Punkt mit dem Laser. Bond erwähnt, dass er Kontaktleute hat, erwähnt den Namen Grand Slam und sagt, dass er sich melden muss. Doch er wird weiterhin unter Verschluss gehalten - es besteht kein Unterschied zwischen tot und verschwunden für die Außenwelt.
Bild

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Ich möchte noch mal klarstellen, dass Alter und leibliche Fülle kein KRITERIUM für einen guten Bösewicht sind. Ich finde lediglich, dass Bösewichte, die sich auch visuell von Bond klar unterscheiden, reizvoller sind. Sind sie dick, rundlich und älter, kann man aus ihrem Äußeren Erfahrung, Intelligenz und Gelassenheit ablesen. Somit kämpft Bond gegen einen visuell völlig anderen Gegner, welcher mit anderen Mitteln als Bond versucht, das Duell zu entscheiden.

Ganz klar spreche ich hier von meinem Klischee. Viele andere Beispiele in der Bondgeschichte zeigen, dass Bösewichte, die von dieser Theorie abweichen, ebenso faszinierend waren. Aber wenn ich an Bondbösewichte denke, dann hab' ich eben solche Menschen gedanklich vor mir.
Kann sein, dass ich mich vorhin viellleicht nicht ganz klar ausgedrückt hab.

ad007:
Mit der These, dass bei Goldfinger der Roman und der Film völlig unterschiedlich sind, obwohl sie auf den ersten Blick jede Menge Gemeinsamkeiten haben, liegst du völlig richtig. Während ich jenen langen Artikel über Goldfinger geschrieben habe, ist mir das auch schon aufgefallen. Die Grundhandlung, ebenso wie das Ziel, sind völlig unterschiedlich. Die Gemeinsamkeiten ergeben sich, interessanterweise, im Detail. Den Charakter Goldfingers aber, denke ich, kann man vom Film aus im Buch fortführen. Umgekehrt ist es sicher schwieriger. Wobei ich eindeutig sagen muss, dass gerade durch Gert Fröbe die Figur Goldfinger Kult geworden ist, auch wenn er im Buch genauer, detaillierter und bedrohlicher dargestellt wird. Es geht um den ersten Eindruck, beim erstmaligen Sehen des Filmes oder beim erstmaligen Lesen des Buches. Wenn man sich nicht mit Bond beschäftigt und das Buch zum ersten Mal liest, fällt einem Goldfinger sicher nicht als etwas ganz Besonderes auf. Beim erstmaligen Ansehen des Filmes kann ich mir dies viel eher vorstellen, vor allem aufgrund Fröbes einmaliger, charismatischer Darstellung des Bösewichts.

KNOX

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Für mich ist Sanchez der beste Gegenspieler, den Bond je überlebt hat.
Sanchez - genial gespielt von Robert Davi - ist so etwas wie ein Gegenbild von Bond. 007 hat dies glaube ich schon erwähnt. Aber was mich an Sanchez auch noch so fasziniert, ist seine Gewissheit, dass alle nach seiner Pfeife tanzen. So weiss er, bevor er in den Gefangenenwagen einsteigt, ganz genau, dass jemand (den er nicht mal kennen muss) ihn des Geldes wegen befreien wird, oder sogar befreien "muss".
Absolut top auch die Szenen zwischen Bond und Sanchez, wie er völlig auf ihn vertraut.

Zu meinen Favoriten zählen übrigens auch noch Emilio Largo (gespielt von Adolfo Celi) und Francisco Scaramanga (ein überaus überzeugender Christopher Lee).
Grow up, 007°''!
“You know, James Bond’s mother is Swiss. That will make it all worthwhile.” Marc Forster