Was ist der beste Film von Stanley Kubrick?

Fear and Desire (Keine Stimmen)
Killer's Kiss (Keine Stimmen)
The Killing (Keine Stimmen)
Paths of Glory
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
Spartacus (Keine Stimmen)
Lolita
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
Dr. Strangelove
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (12%)
2001: A Space Odyssey
Insgesamt abgegebene Stimmen: 8 (31%)
A Clockwork Orange
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (15%)
Barry Lyndon
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
The Shining
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (12%)
Full Metal Jacket
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (19%)
Eyes Wide Shut (Keine Stimmen)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 26

Der Stanley Kubrick Thread

1
analog zum Hitchcock Thread ist mir aufgefallen, dass der gute alte Kubrick noch gar keinen eigenen Thread hat. Sowas kann nicht angehen in einem Bond-Forum, war er doch Beratung bei der Beleuchtung der Sets in TSWLM :wink:

Zu Beginn des Threads seine Filmographie inklusive Jahreszahlen:

1951: Day of the Fight (Dokumentarkurzfilm)
1951: Flying Padre (Dokumentarkurzfilm)
1953: The Seafarers (Dokumentarkurzfilm)
1953: Fear and Desire
1955: Der Tiger von New York (Killer’s Kiss)
1956: Die Rechnung ging nicht auf (The Killing)
1957: Wege zum Ruhm (Paths of Glory)
1960: Spartacus (Spartacus)
1962: Lolita (Lolita)
1963: Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb)
1968: 2001: Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey)
1971: Uhrwerk Orange (A Clockwork Orange)
1975: Barry Lyndon (Barry Lyndon)
1980: Shining (The Shining)
1987: Full Metal Jacket (Full Metal Jacket)
1999: Eyes Wide Shut (Eyes Wide Shut)


Wie findet ihr seine Filme?

Meine Kritik(en) folgen... :)
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Der Stanley Kubrick Thread

2
Hatte ganz vergessen, dass ich noch Kritiken zu den Kubrick-Filmen schreiben wollte...

Die Kritik zu Dr. Seltsam hat am heutigen Tage sogar einige Aktualität: Der 6. August ist der Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima...


Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb)
Der Film kann getrost als Meisterwerk bezeichnet werden und wird im Vergleich zu Kubricks anderen Filmen weit unterschätzt. Das Prädikat "Meisterwerk" verdient der Film sich durch das perfekte Schaffen von drei Genies: Stanley Kubrick himself (Regie, Co-Author, Co-Produzent), Ken Adam (Production Design) und Peter Sellers (spielt zich Rollen im Film).
Der Film ist eine beißende Satire, die durchtränkt mit schwarzem Humor in der Zeit der Kuba-Krise geradezu skandalös gewesen sein muss. Selbst dem heutigen Betrachter bleibt in einigen Momenten angesichts der bitterschwarzen Gags das Lachen im Halse stecken. Seitens der Regie ist der Film perfekt und hält selbst heutige Standards. Abgesehen davon, dass der Film Schwarz/Weiß ist könnte er genauso gut von heute stammen. Die wunderbaren sexuellen Anspielung mittels der Technik (u.a. Luftbetankung gleich zu Beginn) entlarven den Kalten Krieg schon in den ersten Minuten als "Schwanzlängenvergleich der Supermächte"...
Drehbuchtechnisch ist der Film ebenfalls über alles erhaben. Die zwischenstaatlichen Problematiken des Kalten Krieges werden zwar satirisch aber dennoch treffend aufgegriffen. Dies fängt bei der Paranoia von General Ripper angesichts der Sowjets an und fängt bei den Politikern auf, deren Gehabe treffend überspitzt als Kindergarten-Gehabe demaskiert wird. Hier bekommt jeder sein Fett weg. Zusammen mit Billy Wilders "Eins, Zwei, Drei" ist der Film wohl DIE Kalter-Kriegs-Satire schlechthin. Gleichzeitig taugt der Film auch gut dazu, jemanden der vom Kalten Krieg nichts versteht, auf lustige Weise den Konflikt zu erklären. Dabei muss auch beachtet werden, dass Dr Seltsam auf seine Weise geradezu prophezeihend war bzgl einigen Vorgängen im Kalten Krieg: Die Sowjets bauten mit der Tsar-Bombe eine Nuklearwaffe die gleichzeitig die stärkste je gebaute und gezündete ihrer Art war. Gleichzeitig war diese Bombe nur eine verkleinerte Version einer projektierten Superwaffe, deren weitere Realisierung allerdings gestoppt wurde: Bei einem Test wäre die zu erwartende Verseuchung unhaltbar gewesen. Gleichzeitig gab es im Kalten Krieg noch viele Zwischenfälle bei denen durch einen Fehler um Haaresbreite der 3. Weltkrieg gestartet worden wäre...
Ken Adam arbeitete an dem Film während bei Bond gerade FRWL realisiert wurde (daher keine Beteiligung Adams am zweiten Bondfilm). Doch Adams Ausflug zu Kubrick war die richtige Entscheidung: Das War Room-Set dürfte wohl noch bekannter sein als Fort Knox in GF und dürfte die wohl einflussreichste Filmkulisse der Geschichte sein: Zich Referenzen in anderen Filmen/Serien (Simpsons, Watchmen, Alarmstufe Rot) und selbst in der Politik folgten: Präsident Reagan sagte kurz nach seiner Wahl, dass er nach Amtsantritt zu aller erst den War-Room besichtigen möchte! Ein Triumph des Kinos über die Realität. Dabei ist die Kulisse zurecht ikonenhaft: Symbolisiert sie doch in architektonischer Weise die Ferne und das Abgeschottete des militärisch/politischen Apparats. Dass der Tisch des Raums dabei einen überdimensionalen Poker-Tisch gleicht demaskiert den Kalten Krieg als nichts anderes als ein politisches Pokerspiel mit Bomben und Menschenleben als Einsatz.
Als Adam das Cockpit der B-52 Bomber bauen wollte verweigerte die US Air Force die Mitarbeit: nicht nur wegen des brisanten Stoffes, sondern auch weil vieles bzgl der Bomber der Geheimhaltung unterlag. Als Adam dann (wohl eher unscharfe) Fotos aus Luftfahrtzeitschriften als Vorlage verwendete und sie als Vorlage für das Set nutzte, war das Ergebnis auf der Leinwand so überzeugend, dass die CIA sich sicher war, dass man gestohlene Originalbaupläne benutzte. :wink:
Dieser Hang zum Perfektionismus durchzieht den ganzen Film und zeigt sich besonders auf Seite der Hauptdarsteller George C. Scott (bekannt aus "Patton") und Peter Sellers. Letzterer blüht unter Regie Kubricks zur Höchstform auf und liefert möglicherweise die beste Performance seiner (leider viel zu kurzen) Karriere ab.

Alles in allem gehört Dr. Seltsam wohl zu den besten Filme der 60er als auch zu den am meisten Unterschätzten von Kubrick. Ein Meisterwerk!

10 von 10 Punkte
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

3
Ja Kubrick, den liebe ich. Vielleicht nicht mehr ganz so stark wie früher, aber seine Filme schätze ich immer noch sehr hoch ein. 2001 gehört für mich zu den 10 Besten Filmen überhaupt.


1953 - Fear and Desire (den kenne ich noch nicht, der Film war ja bis vor kurzem auch nicht erhältlich, und in Privatbesitz. Ist aber jetzt im Netz erhältlich.)
1955 - Killer's Kiss 7/10
1956 - The Killing 7,5
1957 - Paths of Glory 9
1960 - Spartacus 6
1962 - Lolita 7
1964 - Dr. Strangelove 9
1968 - 2001: A Space Odyssey 10
1971 - A Clockwork Orange 10
1975 - Barry Lyndon 8,5
1980 - The Shining 8,5
1987 - Full Metal Jacket 8
1999 - Eyes Wide Shut 9
Zuletzt geändert von Maibaum am 19. Februar 2012 14:04, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

5
Bei mir fehlen noch:
- Fear and Desire
- Killer's Kiss
- The Killing
- Paths of Glory
- Spartacus (gesehen aber viel zu lange her)
- Lolita
- Barry Lyndon (bisher nur teilweise gesehen)

Mich wunderts es irgendwie selber, dass mir so vergleichsweise viele Filme vom guten Stan "fehlen", obwohl ich eigentlich ganz darauf brenne diese zu sehen. Zumindest Paths habe ich aktuell vor mir liegen und werde diesen mir die Tage ansehen, den Rest wohl auch in der/den nächsten Woche(n).

Was ich an Kubrick liebe ist sein visueller Stil und Hang zum Perfektionismus. Dazu noch sein köstlicher Humor in diversen Filmen und die Thematiken seiner Filme.

Ich finde es Schade was Spielberg, dann aus "A.I. -Artifical Intelligence" machte, Kubricks Film wäre wesentlich besser gewesen. Spielberg wollte zwar Kubrck Tribut zollen in dem er sein Projekt verwirklichte, aber er drückte dem Endprodukt viel zu sehr seinen (für mich kitschigen) Stil auf. Diesen hätte es bei Kubricks eher nüchternen Stil nicht gegeben.

Schade auch dass Kubrick sein Napoleon-Projekt nicht verwirklichen konnte. Dies wäre ein gigantisches Epos gewesen, ein Film der jeden Monumentalfilm in den Schatten gestellt hätte und obendrein auch noch historisch sehr authentisch gewesen wäre. Kubrick recherchierte sogar die Wetterdaten für die entsprechenden historischen Szenen!

Reviews zu den Filmen kommen noch :)
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Terence Young

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

7
Ich habe auch etliche Kubrick Filme im Kino sehen können. Einige auch mehrmals. 2001 gehört zu den Filmen die ich mit am meisten im Kino sehen konnte. Ungefähr 10 - 15 mal. Clockwork Orange auch mindestens 6 mal.
Es gibt hier einen Kino Besitzer der ein Kubrick Fanatiker ist und ein Archiv angelegt hat, und auch immer wider mal dessen Schwiegersohn Jan Harlan einlädt. Da wird dann meist dessen Kubrick Doku gezeigt + einen seiner Filme.

Full Metal Jacket hat er über 100 Wochen lang gezeigt, und Eyes Wide Shut lief auch ein Jahr.
Die neueren Kubrick Filme liefen früher sowieso regelmäßig und waren Kult.

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

8
Maibaum hat geschrieben:Ich habe auch etliche Kubrick Filme im Kino sehen können. Einige auch mehrmals. 2001 gehört zu den Filmen die ich mit am meisten im Kino sehen konnte. Ungefähr 10 - 15 mal. Clockwork Orange auch mindestens 6 mal.
Es gibt hier einen Kino Besitzer der ein Kubrick Fanatiker ist und ein Archiv angelegt hat, und auch immer wider mal dessen Schwiegersohn Jan Harlan einlädt. Da wird dann meist dessen Kubrick Doku gezeigt + einen seiner Filme.

Full Metal Jacket hat er über 100 Wochen lang gezeigt, und Eyes Wide Shut lief auch ein Jahr.
Die neueren Kubrick Filme liefen früher sowieso regelmäßig und waren Kult.
Seine Filme im Kino sehen würde ich auch zu gerne. Vor allem würde ich 2001 gerne mal im original 70mm-Format sehen.

Wo ist das Kino? :wink:
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Terence Young

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

9
In einer kleinen Uni Stadt, in Marburg.
Da wird er auch dieses Jahr zumindest wieder Open Air kommen. auf einer riesigen Leiwand. Und hinter Kubricks All sind die Sterne des Nachthimmels zu sehen.

Läuft 2001 nicht mehr in den Großstädten?
Natürlich nicht in 70 mm, aber das sollte schon noch möglich sein.

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

10
Maibaum hat geschrieben:In einer kleinen Uni Stadt, in Marburg.
Da wird er auch dieses Jahr zumindest wieder Open Air kommen. auf einer riesigen Leiwand. Und hinter Kubricks All sind die Sterne des Nachthimmels zu sehen.

Läuft 2001 nicht mehr in den Großstädten?
Natürlich nicht in 70 mm, aber das sollte schon noch möglich sein.
Interessant. Danke :)

Wenn dann möchte ich aber 2001 im bombastischen 70mm Format sehen genauso wie vielleicht mal Ben Hur...

Es gibt hier in meiner Gegend verschiedene Programmkinos, allerdings sind bei diesen die älteren Filme in der Unterzahl. In meiner näheren Umgebung ist daher das deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main mit seinem Kino meine Hauptquelle für das Anliegen "Filme die ich mal im Kino gesehen haben will".
Zuletzt liefen dort viele Lubitsch-Filme (aus Zeitmangel keinen einzigen gesehen). Zur Zeit laufen nach und nach dort im Rahmen einer Sonderausstellung zu Chaplin auch seine Filme dort. "Der Große Diktator" werde ich mir vielleicht dort ansehen. Ebenso laufen gerade die Filme von Billy Wilder.

Das Programm:
http://deutsches-filminstitut.de/filmmu ... oprogramm/

Das Kino wurde im Rahmen der letztjährigen Neueröffnung ebenfalls renoviert. Es kann Digital, 16mm, 35mm und 70mm wiedergeben. Letzteres (70mm Projektion) müsste sogar hier in der Region einzigartig sein.

Die Daueraustellung bietet übrigens neben vielen verschiedenen Ausstellungsstücken auch einige tolle Ausstellungsstücke zu Stanley Kubrick. So unter anderem einige seiner heißgeliebten Kameralinsen und Originalzeichnungen / Storyboards.
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Terence Young

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

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70 mm scheitert eben schon meist an den Vorführbedingungen. Und an den nicht vorhandene Kopien.

Da aber auf der Berlinale vor ein paar Jahren eine 70 mm Retrospektive war, sollten auch wieder einige Filme verfügbar sein.

Hat das Filmmuseum denn eine so gigantische Leinwand daß sich 70 mm überhaupt lohnen würde?

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

12
Maibaum hat geschrieben:70 mm scheitert eben schon meist an den Vorführbedingungen. Und an den nicht vorhandene Kopien.

Da aber auf der Berlinale vor ein paar Jahren eine 70 mm Retrospektive war, sollten auch wieder einige Filme verfügbar sein.

Hat das Filmmuseum denn eine so gigantische Leinwand daß sich 70 mm überhaupt lohnen würde?
Gute Frage, das kann ich nicht beantworten da ich nicht weis ab wann ein Unterschied ersichtlich ist. Der Saal dort jedenfalls ist eher im Mittelfeld angesiedelt was die Größe betrifft.
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Terence Young

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

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Maibaum hat geschrieben:70 mm scheitert eben schon meist an den Vorführbedingungen. Und an den nicht vorhandene Kopien
Ein weiteres Problem stellt die Qualität der noch existierenden 70mm Kopien dar. In Karlsruhe gibt es seit einigen Jahren jedes Jahr ein eigenes 70mm-Festival, das ist ne sehr schöne Sache, da man so Gelegenheit hat alte Klassiker in ihrer ursprünglichen Form bewundern zu dürfen. Allerdings ist die Filmqualität auch sehr unterschiedlich, letztes Jahr konnte ich Stosstrupp Gold in einer Roadshow-Fassung sehen und ca. 1/3 des Films hatte seine Farben beinahe komplett eingebüsst. Spass hat es aber trotzdem gemacht. :D
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

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Dr Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben
Ein aberwitztig komischer Film, dessen Humor so schwarz ist dass einem das Lachen durchaus im Halse stecken bleiben kann. Die Satire über den kalten Krieg dürfte wohl auch zu den absolut besten Filmen zum Thema gehören. Ähnlich wie bei Billy Wilders "Eins, Zwei, Drei" bekommen hier alle Parteien ihr Fett weg. Peter Sellers als Vielfachbesetzung ist genial, egal welche Rolle - er spielt super. Filmisch hat hier Kubrick auch einige visuelle Gags eingebracht, beispielsweise die "Liebesszene" zwischen zwei Flugzeugen zu Beginn (Luftbetankung). Viele Dinge im Film haben popkulturell sehr eingeschlagen, seien es der Ritt auf der Wasserstoffbombe zu Ende oder der von Ken Adam designte War Room. Letzterer wurde in unzähligen Filmen nachgeahmt und Richard Nixon fragte bei Amtsantritt tatsächlich seinen Stab wann er in den War Room dürfte. Adam bekam auch das Innere des B-52 Bombers so realistisch hin (ein Kontrast zum bewusst künstlichen War Room), dass die Produktion von amerikanischen Geheimdiensten bezüglich Spionage untersucht wurde.
Einer meiner Lieblingsfilme und kurz gesagt: ein Meisterwerk

10/10
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Die Filme des Stanley Kubrick

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Wege zum Ruhm (Paths of Glory)
Ein für Kubrick ungewohnt straight erzählter Film. Die erste Hälfte ist schon geradezu konventionell, wobei allerdings die Kamerafahrt von Dax durch den Schützengraben wohl legendär ist (und u.a. in Gladiator kopiert wurde). Deshalb geht der Film auch erst nach der Hälfte los. Es zeigt sich wieder absurd und unpassend /unvereinmbar das (damalige) militärische Werte- und Rechtssystem zu einem Rechtsstaat ist. Der Prozessausgang steht eigentlich schon zu Beginn fest und Dax' Verteidigung hatte nie eine Chance. Den Gipfel stellt dabei die Exekution des Soldaten dar, der durch einen Schädelbasisbruch nicht einmal bei Bewusstsein ist. Ebenso wird die Ferne der Führungsriege zu den Soldaten durch das selbstherrliche Verhalten geradezu schockierend dargestellt. Dax' Standpauke gegenüber dem General zeigt am Ende, dass dieses System von Innen heraus nicht verändert werden kann.
Insgesamt zeigt sich das der Film noch nicht die Perfektion Kubricks erreicht, welche wir in späteren Filmen sehen. Wie schon erwähnt ist die erste Hälfte mehr eine langgezogene Einführung. Daher zieht sich der Film in der ersten Hälfte mitunter ein wenig. Ein wenig Straffung hätte hier gut getan. Der Rest des Film ist allerdings vom Feinsten.
Kleine Trivia am Rande: Der Film wurde komplett in Bayern in den Bavaria Studios und im Schloss Schleissheim bei München gedreht.

8 von 10
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young