Wie findet ihr No Time To Die?

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Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Es ist soweit, verehrtes Forum. Morgen steigen die PV's, die Premiere und das ZFF-Screening, will heissen die ersten von uns werden NTTD sehen, und der Rest dann später diese Woche.

Das ist der offizielle Thread, in dem NTTD diskutiert, analysiert, rezensiert, bejubelt und ausgebuht werden darf!

Meine Vorschläge zur Spoiler-Regelung:

Wer den Film am Dienstagabend sieht soll bis Mittwoch um Mitternacht bitte nur ganz allgemeine Eindrücke schildern.

Ab Mittwoch Mitternacht, bzw. 00:07 Uhr, wenn vielerorts die ersten regulären Vorstellungen laufen, gilt die Regel "Betreten des Threads auf eigene Gefahr". Es wäre aber gut, wenn konkrete, handlungsbezogene Plot-Points in den ersten Tagen oder Wochen noch mit Spoiler-Tag markiert wären. Die Unterscheidung hierbei ist auch ein Stückweit dem eigenen Ermessen und dem gesunden Menschenverstand überlassen.


Hier mal ein frei erfundenes Beispiel, wie ich das machen würde: (keine richtigen Spoiler) :wink:

No Time To Die (2021, Cary Joji Fukunaga)

[...]

Besonders auffallend wird die neue Bond-Linie im letzten Drittel, wenn Fukunaga eine sich masslos steigernde epische Wucht auffährt. Je näher das Ende kommt, desto überwältigender wird das Spektakel in Bezug auf die schiere Grösse und Schwere. Es ist hier, wo eine Reihe dynamischer Actionszenen aufgefahren wird und das Feuerwerk aus Schiessereien, Explosionen, Gadgets und Tricks im Showdown lässt einen die schwächere Bootsverfolgung aus dem Mittelteil weitgehend vergessen und ist das Grösste und Deftigste an Bond-Actionszenen seit TND. Gleichzeitig geht auch die Geschichte nicht in den Actionszenen verloren, und die Dramaturgie bietet einige gelungene Twists und Turns, von denen
Spoiler
Moneypenny's Verrat
mit Sicherheit am meisten Eindruck hinterlässt. Das hat schon ein bisschen was von Suspension of Disbelief, und die Auflösung zu diesem Twist,
Spoiler
dass Moneypenny Safins Aktionen die ganze Zeit durch Gedankenkontrolle gelenkt hatte und nun das gleiche mit Bond vorhat
ist auf dem Papier sicherlich weit hergeholt, die Umsetzung lässt einem aber kaum Zeit darüber nachzudenken und verpackt es sehr elegant.

Ich fand den Film geilomat.

Wertung: Töfte / 10


Und damit allen eine frohe Bondwoche!
We'll always have Marburg

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Großartiger Film, mit einem sehr verstrickten Plot, es werden sehr viele Themen behandelt, weswegen er dann auch so lange dauert. Rami Malek ist herrlich böse, Daniel Craig wie immer absolut überzeugend und wie Barbara schon damals beim Drehstart angekündigt hatte, muss Bond dieses Mal sehr viel durchmachen und ertragen. Fukunaga schafft es immer wieder eine sehr beklemmende Atmosphäre aufzubauen, dir man so in einem Bondfim eigentlich noch nicht gesehen hat. Sehr spannend und auch sehr emotional.

Viele werden ihn lieben, manche werden wahrscheinlich auch enttäuscht sein.

Diskutieren wir weiter, wenn ihn mehr gesehen haben, es gibt einfach zu viele Storydetails die absolute Spoiler sind. Besser Twitter und Nachrichten meiden bis zu eurem Besuch.
Bond... JamesBond.de

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Ich kann mich Gernot nur anschließen.
Vielleicht hat der Film in der Mitte einen kleinen Hänger. Aber alles in allem sehr beeindruckend.
Wird garantiert lange und ausgiebig unter den Fans diskutiert.

Um das alles richtig verarbeiten und einordnen zu können, muss ich ihn aber noch ein paar Mal sehen und dann auch mit Abstand erneut.

Zur Action: die hat mich persönlich jetzt nicht so beeindruckt wie es evtl. machbar gewesen wäre. Aber die Stärken des Films liegen für mich auch ganz woanders.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Klingt echt richtig klasse. Hab jetzt schon mehrere Reviews (spoilerfrei) gelesen und überall lese ich,dass es auch sehr emotional wird. Was die Action angeht : ich fand schon die Action in Skyfall und Spectre genial, obwohl die oft madig gemacht wird. Ich bin mal guter Dinge. Ist das Ende knallig? Wie zufrieden seit ihr mit dem ABSCHLUSS der Ära? In Spectre hatte ich damals nämlich das Gefühl, dass man das Ende so nicht stehen lassen kann.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Michael3390 hat geschrieben: 29. September 2021 02:34
Dalton007 hat geschrieben: 29. September 2021 02:29 Uff…
Zurück von der CH-Premiere und masslos überfordert mit dem Gesehenen. Versuche meine Gedanken etwas zu ordnen und brenne dann auf Diskussionen.
Überfordert im Sinne von ÜBERWÄLTIGT? :)
Ja, aber kann nicht sagen ob negativ oder positiv.
Ist definitiv kein 08/15 Bond…
Aber jeder weitere Satz wäre Spoiler
"Was machen wir mit dem Geld, Patron?" - "Waschen."

Franz Sanchez in LTK (1989)

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Damit hinterher keiner sagt, ich wolle nur gegen den Strom schwimmen – und damit hübsche Grüße an Daniel, der hier bitte aufhört zu lesen!

Für mich ein Tiefpunkt der bisherigen Reihe und ein Film, der mich wirklich, wirklich traurig, deprimiert und enttäuscht hinterlässt. Das Drehbuch ist absoluter Nonsense und hat den vielleicht schwachsinnigsten Plot, den sie bei Bond je erzählt haben (Konkurrenten sind allenfalls DAF, DAD und SF, aber ich denke, N2TD macht da locker Platz 1 für mich), der Film ist völlig mit Figuren überladen (Nomi könnte man ersatzlos aus dem Film streichen – es würde keinen Unterschied machen!), das Teil geht ewig lang und hat ein katastrophales Pacing, jede Szene mit Bond und Madeleine ist entweder Kitsch pur oder extrem pathetisch (auf eine für mich befremdliche Art, und es hilft wenig, dass die Chemie zwischen den beiden bei 0 liegt), Rami Malek hat kaum Screentime und ist easy einer der schwächsten aller Bondschurken (was nicht an ihm liegt, sondern an der nicht existierenden Rolle), und die letzte halbe Stunde ist an Schwulst schwer zu überbieten. Da erstickt der Film völlig in Pathos und behaupteter Emotion, und ist so damit beschäftigt, ein "Abschluss der Daniel-Craig-Ära" zu sein, dass er sich für mich wie eine Selbstparodie angefühlt hat. GoldenProjectile hat oben in seinem Fake-Beispiel "eine sich masslos steigernde epische Wucht" herbei fantasiert und die ist tatsächlich das, was der Film anstrebt, aber nie so wirklich erreicht, weil es dafür an dramaturgischem Fundament fehlt.

Fukunaga entwickelt indes überhaupt keine eigene Handschrift hier, inszeniert im üblichen neumodernen Schick, ohne Akzente zu setzen. Ein okayer Job, aber da waren seine drei Vorgänger (ja, auch der hier im Forum viel gescholtene Mendes) viel inspirierter hinter der Kamera unterwegs. Die Schwäche ist definitiv das völlig dämliche Script – und nein, es geht mir nicht um die "kontroverseren Ideen" des Films, die ich zugegebenermaßen alle ziemlich blöde finde, aber bei denen mich eigentlich stört, wie unglaublich billig und faul sie umgesetzt wurden. Ich habe mich teils an die grausige vierte Staffel von "Sherlock" erinnert gefühlt, die zurecht selbst unter Fans der BBC-Serie als Schandtat gilt.

Einiges war zugegeben aber auch ganz gut. Es gibt eine Szene zwischen Bond und Fiennes, die locker der stärkste Dialog der Reihe seit vielleicht 2006 ist, zwei Actionszenen waren sehr schick (insbesondere eine längere Sequenz in Norwegen gefiel mir inszenatorisch sehr gut), Ana de Armas ist hot (!), es gibt eine phänomenale One-Take-Szene (die mich sehr an "Atomic Blonde" erinnert hat), Ben Whishaw hat mir ENDLICH als Q gefallen, ich mochte die meisten Oneliner (einige hatten eine deutliche Moore-Note) und an einer Stelle spielt Zimmer die männlichste Version des Bond Themes ever. Wer da nicht zumindest ein wenig das Testosteron spürt, ist kein Fan. Auch ein kleines M-bezogenes Easter Egg war ganz hübsch und hat mich kurz davon abgelenkt, wie wenig ich mit diesem Film als Gesamtwerk anfangen konnte.

Übrigens war mir erstmals der Bond-Charakter in einigen Szenen fast schon etwas unsympathisch, ganz besonders bei einer bestimmten Stelle in der langen Matera-Actionszene (wer den Film gesehen hat, kann sich vielleicht denken, was ich meine). Und dann gibt es da einen bestimmten Einsatz sich mehrfach wiederholender Musik, der mir die Nackenhaare aufgestellt hat. Kinder, was ein Kitsch! Höchstens eine 4/10, ohne eine Nacht drüber geschlafen zu haben.

Besonders schmerzen an diesem Film tut aber für mich eine Einsicht, die mir schon in den letzten Monaten die Vorfreude etwas genommen hat, wie hier viele im Forum bemerkt haben. NTTD ist ein Film für die Fans, so werden es viele Kritiker schreiben, so werden es viele hier im Forum schreiben, und ich bin ein gewaltiger Bond-Fan, ich liebe die Filme so lange ich denken kann, dennoch ist NTTD kein Film für mich. Was ich aus dem Kinosaal mitnehmen werde, ist, dass ich trotz meines Fan-Daseins nicht mehr die Zielgruppe bin, die EON mit den James-Bond-Filmen derzeit anpeilt – und das ist wahnsinnig frustrierend.

Und jetzt wünsche ich euch allen, dass euch der Film wahnsinnig gut gefällt, dass ihr bei jedem meiner Worte den Kopf schüttelt, dass ihr euphorisiert, begeistert und überwältigt seid. Ich wünschte nämlich, ich wäre es auch.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Hille ich kann deine Reaktion schon nachvollziehen, auch wenn ich nicht alle Punkte so eng sehe. Malek fand ich zB sehr gut - Safins Motiv für das alles aber dann doch sehr seicht, vielleicht habe ich auch nicht alles gleich verstanden in der OV.

Auch finde ich dass man hier nicht ein oder zwei "schwerwiegende" Entscheidungen getroffen hat, sondern gleich 5, das ist vielleicht zu viel des Guten gewesen... Und man hat hier schon sehr viel reingepackt, deswegen sicherlich auch die angesprochenen Pacing Auffälligkeiten.

Ich glaube auch nicht, dass unbedingt die harten Bondfans das Zielpublikum sind - von denen wird ein beträchtlicher Teil ebenso enttäuscht sein. Im Grunde ist es schon ein typischer Bond Plot, zusätzlich mit 3 weiteren, persönlichen Handlungssträngen für Bond, die dann eine unausweichliche Richtung einschlagen... Und man somit den bisherigen Pfad der Bondfilme verlässt.

Und ich bin auch bei dir, dass Bonds Verhalten in einigen Szenen auffällig bzw. diskussionswürdig ist. Fukunaga's Inszenierung hat mir jedoch gefallen, über die Farbgestaltung kann man sicherlich streiten, und man merkt irgendwie auch, dass bis auf Matera und Jamaika das meiste im Studio gedreht wurde. Die Actionszenen waren bis auf Matera nicht außergewöhnlich gut oder schlicht.

Ich fand auch die Blofeld-Szenen sehr gut und Christoph Waltz hat mir wieder sehr gut gefallen, die Dialoge mit Bond doch viel besser als aus dem Trailer vermutet.
Zimmers Score überraschend zurückhaltend, nicht so überladen, sehr passend. Beachtliche Set-Auswahl. Aber das nur am Rande.
Spoiler
Das Hauptproblem, das viele mir dem Film haben werden, ist sicherlich dem finalen Akt geschuldet.

Auch wenn ich finde, dass sie diesen Teil der Geschichte handlungsmäßig gut eingebaut und dadurch die Emotionen glaubwürdig aufgebaut haben. Ein bisschen Pathos gehört da schon dazu. Ich habe Bonds Entscheidungen jedenfalls nachvollziehen können und man leidet dann auch mit ihm mit - wenn man sich darauf einlassen kann.

Ich kann für mich noch nicht sagen, ob das wirklich die richtige Entscheidung war bzw. eine Entscheidung, mit der Ich als Bondfan gut leben kann (bleibt mir eh nichts anderes übrig)... Ich war schon schockiert, wie viele andere auch, dass sie das tatsächlich so bringen.

Als hätte EON für diesen Film eigentlich alle ihre bisherigen Prinzipien, die sie immer so umsorgt haben, einfach aus dem Fenster geworden.
Also eine 4/10 wäre mir insgesamt schon zu wenig, was es genau ist bei mir weiß ich aber selbst noch nicht.
Bond... JamesBond.de

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Das klingt alles höchst ambivalent, vor allem in Bezug aufs Ende. Ich weiß gar nicht mehr, worauf ich mich einstellen soll. Das ganze Gerede von dem sehr emotionalen Part macht mir ein wenig Sorge, obgleich viele auch sagen, dass Ende sei sehr befriedigend. Dann hat aber Gernot gesagt, Eon würde als ihre Prinzipien über Bord werfen... Oh Mann... Ich hab echt Angst :D
"I'm not sure if there's a point to this story
But I'm going to tell it again
So many other people try to tell the tale
Not one of them knows the end..."

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Hille liebt die Moore-Bonds, mehr pure Unterhaltung geht nicht.

Aber mal ehrlich, wer die Craig-Bonds - wie wir alle - mehr oder weniger studiert hat, die Aussagen von Craig und den Machern der letzten Jahre dazu nimmt, der kennt den finalen Akt, ohne Spoiler lesen zu müssen. Da gibt es einen roten Faden, der sehr klar ist. Ich erwarte da keine Überraschung.
http://www.vodkasreviews.de

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