Möglichkeiten von Bonds Tod

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Hallo zusammen,

der Thread über die Filmbesprechung von NTTD hat mich auf die Idee dieses Themas gebracht. Seht es bitte mit einem Augenzwinkern.

Bond lebt gefährlich. In seinem Beruf und mit seinem Lebensstil kann er jederzeit sterben. Ian Fleming hat dies mehrmals in den Romanen angedeutet.

In NTTD ist es dann auch schließlich soweit: Wir sehen einen Tod, den die Bond-Fangemeinde wohl für immer spalten wird.
Um den Ruf dieser Szene ein bisschen zu retten und mal zu zeigen, welche (absurden, skurrilen, lächerlichen aber auch ernsthaften) Möglichkeiten es noch gegeben hätte, dass Bond stirbt, könnt ihr hier mal all eure Ideen rein schreiben, wie es ausgesehen hätte, wenn Bond in Szene xyz den Löffel abgegeben hätte!

Im Vergleich dazu wird die besagte Szene aus NTTD oscarreif wirken... ;)

Ich fange mal an:

Dr. No: Die Spinne hätte ihn beißen können. Ende für 007s Mission in der Karibik.
Live an Let Die: Der Sprung in der Krokodilfarm geht daneben.
Moonraker: Bond erwischt den Fallschirm nicht mehr. Ob er auch so eine gute Landung hinlegt wie der Beisser?
NTTD: Safin erwischt Bond mit einem direkten Treffer. Keine Abschiedsworte, keine Gespräch mehr mit Madeleine.

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Fleming hat geschrieben: 15. Januar 2022 19:37 NTTD: Safin erwischt Bond mit einem direkten Treffer. Keine Abschiedsworte, keine Gespräch mehr mit Madeleine.
Gefällt mir besser als das eigentliche Ende.



Ungefähr so in dem Stil, so stelle ich mir den Tod eines Agenten im Einsatz vor. Quick, dirty, ugly. Und jetzt dürft ihr alle froh sein, dass ich nicht Bonds Tod inszeniert habe, sondern Fukunaga. :)
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Fleming hat geschrieben: 15. Januar 2022 19:37 NTTD: Safin erwischt Bond mit einem direkten Treffer. Keine Abschiedsworte, keine Gespräch mehr mit Madeleine.
Ich weiß nicht, ob es dann Safin gewesen wäre (es hätte ein anonymer Schütze sein sollen, was auch immer man sich da vorgestellt hätte), aber laut Fukunaga war das eine der anderen Möglichkeiten, die er überlegt hatte, dass Bond einfach durch einen Schuss umkommt. Man dürfte sich dann aber relativ schnell auf den Raketenabschuss geeinigt habe, von dem auch P&W sprechen...
Bond... JamesBond.de

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Casino Hille hat geschrieben: 15. Januar 2022 19:48
Fleming hat geschrieben: 15. Januar 2022 19:37 NTTD: Safin erwischt Bond mit einem direkten Treffer. Keine Abschiedsworte, keine Gespräch mehr mit Madeleine.
Gefällt mir besser als das eigentliche Ende.

Ungefähr so in dem Stil, so stelle ich mir den Tod eines Agenten im Einsatz vor. Quick, dirty, ugly. Und jetzt dürft ihr alle froh sein, dass ich nicht Bonds Tod inszeniert habe, sondern Fukunaga. :)
Mir auch, wenn es denn schon sein musste.....
Ohne diese Helden-Pose am Ende, die auf mich gewirkt hat, als hätte ich die schon x-Mal zuvor in irgendeinem beliebigen US-Heldenstreifen gesehen. Der leuchtende Horizont, die heran nahenden Raketen, die aussehen wie Silvesterböller, Craig-Bond blutverschmiert aber lächelnd wie Bruce Willis in seinen besten Zeiten (dessen chronisch-blutverschmiertes Unterhemd hätte grade noch gefehlt). Seid Ihr, die Ihr das Ende so liebt, wie es gestaltet wurde, bitte nicht böse aber ein sauberer gut gezielter Schuss.... und dann Stille.... das wäre mir irgendwie...angemessener... erschienen...wenn es denn schon sein müsste. Vielleicht fehlt mir da aber auch einfach der Sinn für (bitter-süße) Romantik. :?:

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Die einen finden das Ende zu unspektakulär und der Figur unwürdig. Die anderen finden es zu pathetisch und auf heroisch gemacht. Ich finde es genau richtig.

Ich sehe auch in dem Telefonat und dann dem Blick von Craig in die Luft eher sowas wie eine Zufriedenheit und Genugtuung. Er wusste immer dass man im dem Job nicht alt wird. Zumindest hat er im Leben was hinterlassen und er ist froh dass die beiden gerettet sind
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Gernot hat geschrieben: 15. Januar 2022 21:48
Fleming hat geschrieben: 15. Januar 2022 19:37 NTTD: Safin erwischt Bond mit einem direkten Treffer. Keine Abschiedsworte, keine Gespräch mehr mit Madeleine.
Ich weiß nicht, ob es dann Safin gewesen wäre (es hätte ein anonymer Schütze sein sollen, was auch immer man sich da vorgestellt hätte), aber laut Fukunaga war das eine der anderen Möglichkeiten, die er überlegt hatte, dass Bond einfach durch einen Schuss umkommt. Man dürfte sich dann aber relativ schnell auf den Raketenabschuss geeinigt habe, von dem auch P&W sprechen...
Einfach so okay... aber nicht in dem Film! Bond weiß, dass er Madleine und seinem Kind niemals wieder nah sein kann und dann wird er zufällig erschossen? Zu konstruiert.

Dann lieber eine Art Duell bei dem er mit Absicht verliert und sich töten lässt.

Die Raketen fand ich auch nur so semigut.
www.ewiggestern.de (der Retro-Podcast)

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Die Idee gefällt mir auch nicht so ganz. Das wirkt so, als habe Bond einfach Pech gehabt und fast schon am Rande des Geschehens umgekommen. Im endgültigen Film muss er sich selbst opfern, um seine Familie zu retten. Das hinterlässt doch einen viel heftigeren Eindruck als ein Tod im Schusswechsel. So wie der Film jetzt ist, mit der gleichzeitigen Telefon-Verbindung und dem Dialog mit der verzweifelten Madeleine wirkt die Szene gleich ganz anders als wenn er einfach nur erschossen worden wäre.

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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P&W sagen es in einem Interview: sie haben sich dann relativ schnell auf das Raketenszenario geeinigt, weil es sehr schön theatralisch ist und sie so auch die Möglichkeit hatten, die anderen Charaktere wie M, Q, Moneypenny, in die Szene miteinzubeziehen und das fanden sie soo toll.

Ich persönlich hätte eine Szene, wo Bond sich bewusst und aktiv dafür entscheidet, Madeleine oder Mathilde (oder wen auch immer) zu retten und sich etwa rettend vor sie hinwirft und so die Kugeln abbekommt und dann noch den Bösewicht ausschaltet, besser gefunden. Aber dafür muss man natürlich auch eine passende Sequenz schreiben ;)
Bond... JamesBond.de

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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MARVEL hat geschrieben: 17. Januar 2022 13:50 Das meine ich... dieses Beliebige stört mich, vor dem Hintergrund, dass zu gut passt eben auch.

Die Raketen und das Gespräch sind aber auch arg kitschig.

Hätte Bond sich "unspektakulärer" geöpfert wäre es vielleicht besser gewesen.
Dazu mal als Anmerkung:
Deine Vorstellung hat sicher einige Anhänger und ich kann dem ganzen schon etwas abgewinnen. Aber es geht eben auch um die Masse. Ja, natürlich kann man mit einem Film auch Regeln brechen (hat er ja auch mehrmals) und sein "eigenes Ding" machen. Das Publikum wird den Film dann entweder lieben oder hassen, weil sie die Vision von den Machern nicht verstehen.

Ich denke, dieser theatralische Weg ist in der Mehrheit am besten angekommen. Das Bond Franchise ist eben kein Arthouse-Experimental-Film, sondern klassisches Action-Kino. Da stirbt der Held nunmal im indem er dem Tod ins Auge blickt und nicht schnell abgemurkst wird. Das hätten doch ohnehin wenig Leute abgekauft...

Daher: Gute Ideen, aber nicht das passende Format dafür. Vielleicht eines Tages...

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Die Masse liebt diesen pathetischen Helden-/Märtyrertod-Müll. Da reiht sich "No Time To Die" in eine Reihe von Filmen ein, besonders offensichtlich zu nennen wären "Armageddon", "Der Soldat James Ryan" oder "Avengers: Endgame". Das offensichtlichste Vorbild für den neuen Bond-Film (weit über das Ende hinaus) ist allerdings der Superheldenfilm "Logan".
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― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Casino Hille hat geschrieben: 17. Januar 2022 19:11 Die Masse liebt diesen pathetischen Helden-/Märtyrertod-Müll.
Bis auf das Wort "Müll" stimme ich dir komplett zu.
Von daher ist dieser Tod die einzige Option gewesen, die Mehrheit zufrieden zu stellen. Und das würde jetzt in einer philosophischen Diskussion ausarten, aber sind die Interessen vieler nicht wichtiger als die Interessen weniger?
In manchen Situationen vielleicht nicht; aber für das Blockbuster-Filmbusiness muss man diese Frage wohl gar nicht erst stellen.


Übrigens ist das keine Modeerscheinung, sondern findet sich schon in griechischen/indischen/nordischen... Sagen und Geschichten wieder ;)
Vielleicht ist die Menschheit einfach hoffnungslos inspiriert und strebt nach Bedeutsamkeit...

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Fleming hat geschrieben: 17. Januar 2022 19:16
Casino Hille hat geschrieben: 17. Januar 2022 19:11 Die Masse liebt diesen pathetischen Helden-/Märtyrertod-Müll.
Bis auf das Wort "Müll" stimme ich dir komplett zu.
Von daher ist dieser Tod die einzige Option gewesen, die Mehrheit zufrieden zu stellen.
Nö, das stimmt so nicht. Wer kein Risiko eingeht, setzt auf diese kleinsten gemeinsamen Nenner. Aber wer sich was traut, kann damit überraschende Erfolge landen, die vorher niemand für möglich hielt.
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― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Möglichkeiten von Bonds Tod

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Fleming hat geschrieben: 17. Januar 2022 19:16 Von daher ist dieser Tod die einzige Option gewesen, die Mehrheit zufrieden zu stellen.
Es ist mit Sicherheit nicht "die einzige" Möglichkeit, die Mehrheit zufrieden zu stellen. Ich würde hier sogar das Gegenteil behaupten - wenngleich natürlich klar ist, das man nie alle zufrieden stellen kann und jedes Ende und jede Handlung kritisiert worden wäre.

Die vielen guten und schlechten Gründe, wieso man sich für dieses Ende entschieden hat, haben wir hier eh schon sehr ausführlich diskutiert... ;)
Bond... JamesBond.de
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