Und weiter geht's im Bond-Roman-Marathon mit John Gardners "Der Mann von Barbarossa".
Bedingt durch einen Urlaub in Italien und dementsprechend etwas Entspannung und Zeit habe ich den nächsten Roman ziemlich schnell hintereinander weg durchgelesen, was, und darauf bestehe ich, jedoch keine großen Rückschlüsse auf den Unterhaltungsfaktor zulässt.
Bond soll zusammen mit dem Mossad im Auftrag des MI6 für den KGB die Machenschaften eines Netzwerks mit dem Namen "Die Wage der Gerechtigkeit" aufdecken, das einen angeblichen Kriegsverbrecher entführt hat. Tatsächlich ein spannender Einstieg und eine gute Ausgangssituation, aus der sich was machen lässt. Gardner jedoch setzt - mal wieder - bevor es wirklich losgeht, unendlich lange Besprechungen an und lässt Bond, M, Pete Natkowitz und wen nicht alles erst einmals sich seitenweise beraten. Jedes Mal denke ich, diesmal könnte es spannend werden und dann wird doch erstmal nur ewig diskutiert und bis der eigentliche Auftrag losgeht, ist das Buch halb rum. Es gibt dann auch wieder mal recht lange Verwirrungen darüber, worum es eigentlich geht (immerhin wissen die Figuren diesmal nicht mehr als ich), denn die Entführung eines Kriegsverbrechers, auch wenn möglicherweise der falsche Mann erwischt wurde, klingt jetzt erst einmal nicht sonderlich weltbedrohend. Zwischendurch wird es dann doch recht emotional, immerhin geht es um ein historisches Kriegsverbrechen, ein Massaker, da bekommt selbst Bond es mit den Emotionen zu tun und ich kann ihn verstehen. Die Szenen im Hotel und beim Filmen des gestellten Prozesses sind gut geschrieben und auch der Showdown überzeugt, in dem Bond - Überraschung - gar nicht tot ist, obwohl das alle denken sollen. Zwischendurch spielen noch zwei französische Agent*innen eine absolut irrelevante Rolle und natürlich entpuppt sich am Ende wieder ein Charakter als Doppelagent und Gegenspieler. Wie innovativ.
Ich habe jetzt, knapp 2 Wochen nach dem Ende der Lektüre schon wieder einiges vergessen, was für die Halbwertszeit von Gardners Bonds spricht, aber es war beileibe nicht Gardners schlechtester Roman. Auch nicht der beste, gesundes Mittelmaß würde ich sagen. Aber immerhin gab es mal ein paar andere Themen und zwischenzeitlich war es, wenn auch nicht sonderlich spannend, immerhin gut geschrieben.
Romanbesprechung: Der Mann von Barbarossa - TMFB (Gardner - 1991)
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Zuletzt geändert von Nico am 19. Oktober 2026 11:49, insgesamt 1-mal geändert.
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