Re: Zuletzt gesehener Film

#9436
vodkamartini hat geschrieben:
9. Juli 2019 19:56
Das ist genau die Sorte Film, die ich als Student so richtig toll fand und von der ich mich heute frage, warum eigentlich.
Tja, so ist das manchmal.

Ich habe den mittlerweile so 6 -8 mal gesehen, und der fühlt sich immer wieder klasse an, und sieht sehr modern aus.

Re: Zuletzt gesehener Film

#9437
Lords of Chaos (2018)

Die nächste Künstlerbiografie steht im Hause: Lords of Chaos befasst sich mit den Vorkommnissen um die True Norwegian Black Metal Band(s) Mayhem, Burzum und Emperor Anfang der 90er Jahre. Klar ist mal eins: ein Feel-Good-Streifen a la Bohemian Rhapsody, Rocketman oder Yesterday ist das hier nicht.
Hier geht es um [Zitat] “Pure Fucking Armageddon“!

Am Anfang erfolgt der Hinweis: „Based on truth... lies... and what really happened...“ Mit anderen Worten: was damals genau geschah wird man wohl nie erfahren. Bilanz des Theaters waren: ein Frontman-Suizid, abgefackelte Stabkirchen, ein Mord an einem Homosexuellen, ein toter Gitarrist, ein neues Musikgenre und einiges an Publicity.

Story
Der Protagonist ist Euronymus, Gitarrist und Kopf von Mayhem. Dieser ist zwischendurch immer wieder als Sprecher aus dem Off zu hören. Er führt durch die Geschichte und ist deren Ankerpunkt. Der Film macht es sich nicht einfach: Euronymus wird mal als sympatischer Musiknerd, mal als manipulativer Anführer und auch als abstoßenswerter Psychopath dargestellt.
Ihm wird im Laufe der Story der zunächst introvertierte Varg gegenüber gestellt. Dieser ist dauerkreativ und multiinstrumental was im Laufe der Zeit zu einer Rivalität führt.
Von der Story möchte ich nicht mehr spoilern – es ist aber harter Tobak.

Stil
Neben schockierend realistischer Gewaltdarstellung (Selbstmord des ersten Sängers, weitere Morde) hat der Film auch unglaublich lustige Elemente: 1. Euronymus ist sehr selbstironisch, siehe Dialog mit dem Postboten, 2. Satanisten sind auch nur Norweger – und die ziehen nun mal die Straßenschuhe aus, bevor sie ins Haus gehen. Establishment hin oder her.

Performance
Ich kannte keinen der Schauspieler… außer Wilson Gonzalez Ochsenknecht, der als einziger negativ heraus sticht. Alle anderen Rollen werden aus meiner Sicht sehr gut gespielt. Gerade der Hauptdarsteller ist eben kein typischer Schönling sondern ein „Typ“. Aus dem Ensemble würde ich gerne wieder jemanden sehen.

Ausstattung
Interessant mit welch hoher Qualität der Film daherkommt. Verwunderlich, da ich eher eine Low Budget Produktion erwartet hatte (die Frage ist: wer gibt sein Geld für so ein Projekt, dass wirklich nur eine kleine Gruppe von Leuten interessieren dürfte?). Die brennenden Kirchen z.B. sind aus meiner Sicht wohl mittels aufwendiger Sets und nicht per CGI umgesetzt worden.

MUSIK!
Hmm.. ja die kommt leider etwas zu kurz für meinen Geschmack. Denn eben ein wenig über den Enstehung, Inhalte und Motivationen, die hinter den Genreklassikern „De Mysteriis Dom Sathanas“, „Filosofem“ und „In The Nighside Eclipse“ stecken, wären interessant gewesen. Lediglich die Erfindung des „True Norwegian Blck Metal“ wird neben einem neuen Gitarrenanschlag gefeiert.

Fazit
Für mich ein guter Film, der es durchaus schafft den Personen psychologische Tiefe zu geben. Motivationen der Protagonisten bleiben allerdings vage angedeutet. Bei den Tragödien die sich abspielen fiebert man mit - einen Moment später empfindet man plötzlich nur Abscheu für die unnötigen Verbrechen der Clique. Fans des Genres erfahren wenig neues und vermissen wie oben beschrieben die Musik.
Varg, der mittlerweile seit ca. 10 Jahren wieder auf freiem Fuß ist, wiederspricht vieler im Film dargestellter Ereignisse. Wie eingangs beschrieben – so genau wird man die Wahrheit nicht erfahren.

Also: sehr guter Indie-Film außerhalb ausgetretener Pfade 8,5/10

PS: im Metal-Thread poste ich noch ein paar Hörempfehlungen zu: Emperor, Katatonia, Dissection, Enslaved…. und natürlich Mayhem
#Marburg2020

Re: Zuletzt gesehener Film

#9438
iHaveCNit: Vox Lux (2019)
25.07.2019


Der letzte Film für mich im Juli 2019 ist Brady Corbets „Vox Lux“, der sich sehr interessant mit dem Musikgeschäft, dem Personenkult und der Entwicklung einer traumatisierten Persönlichkeit in dieser Welt auseinandersetzt. Und eine tolle Performance von Natalie Portman bietet.

Celeste wird im Jahr 1999 Überlebende eines traumatischen Ereignisses, bei dem viele Ihrer Bekannten getötet wurden. Bei der Trauerfeier trägt sie ein Lied vor, dass sie mit ihrer Schwester gemeinsam geschrieben hat. Es dauert nicht lange und ihr Talent wird entdeckt. Im Jahre 2017 muss sie sich bei einem großen Comeback mit ihrer traumatisierten Vergangenheit und den Schattenseiten des Erfolgs auseinandersetzen.

Vox Lux bietet wie schon gesagt eine tolle Performance von Natalie Portman als Celeste. Darüberhinaus ist es auch ein sehr interessanter Ansatz des Films die junge Schauspielerin Raffey Cassidy in 2 Rollen auftreten zu lassen – Als Celeste und als Celestes Tochter, was mitunter auch für die charakterliche Entwicklung von Celeste symbolischen Charakter mitbringt. In weiteren Rollen sind auch Jude Law, Stacy Martin und Jennifer Ehle zu sehen. Der Film ist visuell eine Wucht. Mir hat die Kameraarbeit richtig gut gefallen, die aus vielen verfolgenden One-Takes und Close-Ups besteht. Dazu ist natürlich das Make-Up und Kostümdepartment auch eine positiv lobende Erwähnung wert. Narrativ bekommen wir immer ergänzend einen schönen Hintergrundkommentar als Voice-Over spendiert, der in der Originalversion von Willem Dafoe eingesprochen wurde. Der Film ist darüber hinaus auch noch in 4 Teile aufgeteilt, in denen 2 Zeitebenen verarbeitet werden – die der jungen Celeste und der Celeste im Jahr 2017.
Und wie eingangs erwähnt hat mir die thematische Auseinandersetzung mit dem Personenkult in der Musikindustrie und der damit einhergehenden öffentlichen Verantwortung sehr gut gefallen. Auch welche Spuren das bei der von Natalie Portman gespielten Celeste hinterlassen hat ist ebenfalls sehr interessant gewesen.

„Vox Lux“ - My First Look – 9/10 Punkte
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Filmzähler Sammlung iHaveCNit/HCN007:
Stand: 22.12.2018

Spezielle Interessen: 42 DVDS (Musik, Wrestling, sonstiges)
Serienboxen (8 BD / 69 DVD)
DVD: 782 Filme
BD: 498 Filme
Gesamt-Filme: 1280 Filme

Re: Zuletzt gesehener Film

#9439
Point Break (2015)

Hier nun ein vermeintliches Remake des genialen Gefährliche Brandung von 1991.

1. Frage: braucht man das?

Ja, in dieser Form auf jeden Fall! Der Film weicht so weit vom Original ab, dass er eher eine potentielle Fortsetzung als ein Remake ist.

2. Frage: wo liegt der Unterschied?

Während in GB Swayze und Co ihre hedonistischen Ziele verfolgen und die Überfälle zur Finanzierung ihres Lebens nutzen, ist die Truppe um Bodhi eher spirituell unterwegs. Sie haben einen reichen Mäzen im Rücken, verfolgen mit ihren kriminellen Taten keine egoistischen Ziele (nicht ganz frei von Plausi-Schwächen). Ferner sind die Locations und die Stunts vielfältiger (will nichts Spoilern- schaut den Film!).

3. Frage: was ist gleich?

Die Figur des Johnny Utah - FBI Novize der eingeschleust wird, die schleichende Verbrüderung von Utah und Bodhi, die Szene wo Utah feuern könnte - dann aber sein Magazin in die Luft leer feuert, der Freitod auf der Riesenwelle.

4. Frage: und, wie war‘s?

Fesselnd. Spannend. Die ersten 2/3 sind mit tollen Bildern und Wahnsinns Stunts gespickt. Das letzte 1/3 ein guter Actionkracher mit genialen Wendungen. Vielleicht einer der am meisten unterschätzen Remakes. Ich zücke nochmals die Höchstnote:

10/10


*PS: muss Gefährliche Brandung nochmal schauen - ist locker 10 Jahre her

Edit: Point Break - Gefährliche Brandung (1991)

So, den habe ich jetzt auch nochmal geschaut. Den Film hatte ich weitaus besser in Erinnerung: Er ist vielmehr ein klassischer FBI/Copthriller als die neu Auflage. Hier ist die Surferszene eben auch nur „zufällig“ ein Teil der Handlung und nicht eben Extremsport der Kern der Handlung. Mögen das Setup der bankräubernden Surfer realistischer sein, ebenso wenig interessant sind sie eben dann auch. Für mich fehlt hier „die Mission“, die sie verfolgen. Somit ist das „Remake“ in fast allen Bereichen aus meiner Sicht überlegen.

7/10
#Marburg2020

Re: Zuletzt gesehener Film

#9440
iHaveCNit: Stuber – 5 Sterne Undercover (2019)
21.08.2019

Es wurde mal wieder Zeit für eine Buddy-Komödie, so dass „Stuber – 5 Sterne Undercover“ mir gerade recht gekommen ist. Bei Dave Batista und Kumail Nanjiani in den Hauptrollen war es auf jeden Fall eine sichere Sache, dass ich mir den Film im Kino ansehe. Und ich bin voll auf meine Kosten gekommen.

Vic ist Cop beim LAPD und nachdem er vor einiger Zeit seine Partnerin bei einem Einsatz gegen den Gangster Tedjo verloren hat, bekommt er nun endlich die Möglichkeit Tedjo dingfest zu machen. Das Problem ist, dass er sich die Augen hat lasern lassen und nicht verkehrstauglich ist, so dass er zufällig in das Uber von Stu steigt, um sich durch Los Angeles kutschieren zu lassen. Ein nervenaufreibender Tag wartet auf das ungleiche Duo.

Der Film ist mit leicht über 90 Minuten sehr kompakt und weder zu lang oder zu kurz. Er lebt von der richtig tollen Chemie zwischen Dave Batista und Kumail Nanjiani. Dieses ungleiche Duo aus dem massiven Batista, der mit Augenproblemen zu kämpfen hat und der normale Kumail Nanjiani, der selbst bereits Uber-Fahrer gewesen ist, macht einfach Laune und viele der Gags sitzen. In den Nebenrollen sehen wir unter anderem Iko Uwais, Karen Gillan, Mira Sorvino, Natalie Morales und Betty Gilpin. Leider ist die Inszenierung der Actionsequenzen dann doch etwas unter ihren Möglichkeiten, wenn man Action mit dem Wrestler Batista und dem indonesischen Actionstar Iko Uwais bieten will und diese dann leider etwas zu hektisch abgefilmt und geschnitten wurde. Das ist bereits ähnlich ärgerlich wie bereits im letztjährigen „Mile 22“. Und so manche Wendung innerhalb des Films ist dann doch zu offensichtlich und vorhersehbar. So muss ich dieser Uber-Fahrt im Kino leider nicht die volle 5-Sterne-Wertung geben.

„Stuber – 5 Sterne Undercover“ - My First Look – 7/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9441
iHaveCNit: I Am Mother (2019)
25.08.2019


Der Film „I Am Mother“ hat weitestgehend international seine Veröffentlichung über die Streamingplattform „Netflix“ erhalten, doch zum Glück kam er hierzulande erst in die Lichtspielhäuser, weil der Trailer zum Film schon recht ordentlich und interessant ausgesehen hat. Genau wie seine Thematik und das Grundkonzept, das bis auf kleinere Schwächen fast komplett aufgegangen ist.

Die Menschheit wurde vollkommen ausgelöscht. In einem Forschungsbunker ist ein Roboter namens „Mutter“ damit beschäftigt einen Embryo großzuziehen und vollkommen auf ein autarkes Leben innerhalb des Bunkers vorzubereiten, da das Leben außerhalb des Bunkers nicht möglich ist. Bis eines Tages eine unbekannte, verletzte Frau vor der Hauptschleuse auftaucht, die das Leben und das Weltbild von „Tochter“ komplett durcheinanderbringt.

Der Science-Fiction-Independent-Film von Drehbuchautor und Regisseur Grant Sputore ist ein Science-Fiction-Film ganz im Stile von z.B. „Moon“ und „Ex Machina“. Das gesamte Design des Films ist unfassbar gut gelungen. Eine richtig tolle Arbeit hat man hier mit dem Design von „Mutter“ vorgenommen, indem der Roboter als Anzug von Weta Digital gestaltet und von Luke Hawker getragen worden ist. Gesprochen wurde „Mutter“ dann hervorragend ruhig und kontrolliert in der deutschen Synchronisation – wie das dann in der Originalfassung durch Rose Byrne aussieht, da lass ich mich beim Heimkinorelease überraschen. Die Handlung und die Dialoge werfen unfassbar interessante ethische Fragen auf, die leider nicht ganz ausgearbeitet worden sind, weil der Film sich dann eher auf das hochspannende Kammerspiel konzentriert, indem die junge Dänin Clara Rugaard glänzt als hin- und hergerissene „Tochter“ und die Frage natürlich auf wessen Seite sie sich schlagen wird. Gegen Ende hin jedoch wählt der Film eine Seite, die das kammerspielartige etwas aufbricht und den Film vielleicht etwas in die Länge zieht. Und Hilary Swank hat mir auch richtig gut gefallen, auch wenn Sie sich passenderweise gegenüber Clara Rugaard und der Effektarbeit eher in den Hintergrund zurückgezogen hat.

„I Am Mother“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9442
iHaveCNit: Angel Has Fallen (2019)
29.08.2019


Nach „Olympus Has Fallen“ und „London Has Fallen“ ist „Angel Has Fallen“ nun die dritte Verfilmung um den von Gerard Butler gespielten Bodyguard des US-Präsidenten Mike Banning. Nach Antoine Fuqua und Babak Najifi übernimmt nun Ric Roman Waugh die Regie, von dem ich bereits „Snitch“ und „Shot Caller“ gesehen und gemocht habe. Leider muss ich sagen, dass mir diese Filme auch wesentlich besser gefallen haben und ich von Waugh wesentlich besseres gewöhnt bin, auch wenn „Angel Has Fallen“ ein relativ solider Actionfilm geworden ist.

Bei einem Angelausflug des US-Präsidenten Allan Trumbull wird mit einem Drohenangriff das gesamte Sicherheitsteam getötet. Nur Trumbull und Banning überleben schwer verletzt den Angriff. Im Krankenhaus fällt Mike Banning aus allen Wolken, als ihm der Drohnenangriff zur Last gelegt wird. Somit hat er alle Hände voll zu tun, sowohl vor den Ermittlungsbehörden zu fliehen als auch die Hintergründe des Drohnenangriffs sowie eine politische Verschwörung aufzudecken, während er sich auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Die Action ist relativ solide, auch wenn natürlich einige der Sequenzen relativ hektisch gefilmt und zerschnitten worden sind und es kommt an manchen Stellen natürlich auch zu einem sehr offensichtlichen Einsatz von CGI und Greenscreen. Wobei natürlich die bereits im Trailer gesehene Szene mit dem Drohenangriff eine der Highlights des Film ist. Plottechnisch orientiert man sich einer Abwandlung von „Auf der Flucht“, wobei man den wesentlichen Fehler macht, dass der gesamte Plot und die Wendungen bereits schon sehr früh klar sind. Auch ist es z.B. relativ komisch, dass man die Frau von Mike Banning, die in den ersten beiden Teilen von Radha Mitchell gespielt wurde hier mit Piper Perabo umbesetzt hat, was der Filmreihe etwas von seiner Kontinuität nimmt. Aber gerade Nick Nolte macht als Vater von Gerard Butlers Mike Banning eine super Figur und da reißt er schon so manche Szene regelrecht an sich, die sowohl auf emotionaler Ebene überzeugen als auch für die witzigsten Momente sorgen. Das sorgt dann auch dafür, dass einem der relativ belanglose Film nicht wirklich egal ist.

„Angel Has Fallen“ - My First Look – 6/10 Punkte
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9443
iHaveCNit: Die Agentin (2019)
30.08.2019

So manchmal schaue ich mir gerne auch mal einen etwas ruhigeren Spionagethriller an und da kam mir die Romanverfilmung des Buches „The English Teacher“ vom Mossadexperten Yiftach Reicher Atir gerade recht, die von Yuval Adler inszeniert wurde und mit Diane Kruger und Martin Freeman in den wichtigen Rollen glänzen kann.

Thomas Hirsch ist Verbindungsmann beim Mossad. Eines Tages erreicht ihn ein Anruf von der seit einem Jahr verschollenen Agentin Rachel. Er soll prüfen, ob man Rachel überhaupt noch trauen kann. Während der Ermittlungen erinnert er sich an die Zeit, in der Rachel zum Mossad gestoßen ist und wie sie auf einen speziellen Einsatz in Teheran vorbereitet wurde, um dort an einen mit der iranischen Regierung in Verbindung stehenden Industriellen zu kommen, in den sich Rachel mit der Zeit zunehmend verliebt hat.

Bis auf wenige kleine, aber sehr effektive Spannungsspitzen ist „Die Agentin“ ein sehr ruhiges Spionagethrillerdrama, in dem man sich als Zuschauer genauso vage und unvorbereitet ins Geschehen geworfen fühlt wie es das für die von Diane Kruger gespielte Rachel und auch den von Martin Freeman gespielten Thomas Hirsch der Fall ist. Vor allem Diane Kruger und Martin Freeman spielen das auch richtig gut. Themen wie Moral, Loyalität, Vertrauen, Wahrheit, Lüge, Liebe werden hier verarbeitet und vor allem auch, was die Arbeit als Agent mit der eigenen Persönlichkeit anstellt und wie die geschaffenen Identitäten ineinander verschwimmen. Auch sehr interessant ist, dass der Film keine klare Konklusion am Ende bietet und den Zuschauer mit einem vagen, nachdenklichen Gefühl aus dem Film entlässt.

„Die Agentin“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9444
Paranza Der Clan der Kinder
Den Film habe ich mir wegen der guten Kritiken und der Ehrung de Silbernen Bärens fürs beste Drehbuch angeschaut..
Leider blieb der Film etwas hinter den Erwartungen. Der Werdegang eines gerade mal 15 jährigen Straßenjungen aus Neapel zum Mafiaboss läßt zuerst Erinnerungen an "Good Fellas" hochkommen. Das wäre mal ein Bonus. Schnell bleibt er aber hinter den Erwartungen.
Dass man den Laiendarstellern ihre Amateurhaftigkeit manchmal ankennt, ist dabei nicht so das Problem, ärgerlicher sind schon die lange Screentime von Szenen, die mit Handycam dazu noch oft mit den nervigen Close Ups der Protagonisten aufenommen wurden.
Die Handlung läßt einen vorderhand nicht aus den Sinnen. Sie ist wirklich komplex, aber man kann ihrem logischen Aufbau leicht folgen. Man versteht, wie es gerade im Millieu des organisierten Verbrechens leicht ist Allianzen zu bilden, die aber sogleich wieder in Todfeindschaften umschlagen können. Man merkt es dem Verfasser Roberto Saviani an, dass er bemüht ist, die Mafia weder komplett zu verteufeln noch als falsche Rebellen zu glorifizieren. Er will sie zeigen, wie sie in ihrem System an wechselnden Allianzen und Feindschaften unter sich, mit der Bevölkerung und dem Staat auftritt. Leider wird das mit der Zeit holzschnittartig und klappermühlenhaft, so z.B.der Bruder von Agostino, dem Partner von Nicola, hält sich nicht ans Verbot, keine SChutzgelder mehr erpressen zu dürfen . Wumm Bumm zerfällt die Allianz zwischen Nicolas Gang und den Strianos einfach so wieder.
Oder bei einer Hochzeit werden mehrere Mafiabosse von der Polizei verhaftet. Nicoals erkannt seine Chance durch das Machtvakuum, und so kann er sich auf die leichte von einem anderen ebenfalls mit Sarantaro befeindeten Patrone Schusswaffen besorgen und bläst mal so mit seiner Gang die vorher übermächtige Bande Sarnataros hinweg, die mit voller Hose vor den Teeenagern das Feld räumt.
Das Ende ist dann nur noch ärgerlich, weil es eigentlich keins ist. Vermutlich ein Cliffhanger. Ob sich dann aber der Kinobesuch noch lohnt?
7/10 verjagte Mafiabosse
Code Name: Anti Spy Agent 666-OH!
Real Name: Louis Duke "The Destroyer" Duck
Parents: illegitimate son of Scrooge McDuck and Magica de Spell

Re: Zuletzt gesehener Film

#9445
Es 2
der Film war eine herbe Enttäuschung. Wenn ich hatte mir bis dato gedacht habe , länger kann man eine Handlung nicht mehr sinnlos dehnen wie in Tarantinos "Once upon a time in Hollywood" so wurde ich hier eines besseren belehrt.
Sagenhafte zwei Stunden sinnieren die HeldInnen über nicht aufgearbeitete Jugendkonflikte hin und her (da der böse Vater, die im Brand umgekommenen Eltern, der fette Bub in der Schule, religiöse Selbtzweifel, Selbstvorwürfe am Tod seines Bruders etc.), die dann von Pennywise und seinem Anhang vollkommen sinnbefreit mit ihrem Geisterbahnhorror gestört werden. Was z.B. die nackte Monsteroma in der ehemaligen Wohnung von Beverly zu suchen hat, wo sie doch nur ihr Artefakt sucht (eine Postkarte ihrer Mutter vor ihrem Tod), mag gruselig sein. Tieferen Sinn sucht man vergebens.
Offenbar spricht aus Stephen King selber so etwas wie Selbstkritik. Mehrmals wird in der Handlung .auf das letzte Buch von Ben Denbrough Bezug genommen. Immer wenn er einen Fan von ihm fragt, was er von diesem Werk hält, bekommt er als Antwort, dass ihm der Schluss nicht gefallen hat (darunter sogar von Stephen King selber, der in einem Cameo einen Trödler spielt).
Man fragt sich die ganze Zeit, warum sie nicht gleich nach Ankunft in Derry zum alten Haus gingen, wo sich Pennywise versteckte, um ihn herauszuforern und zu besiegen. Sie wußten das doch schon seit 25 Jahre. Warum sieden sie da tagelang in Selbstmitleid vor sich dahin und riskieren den Tod zweier weiterer komplett unschuldiger Kinder?
Wie schon befürchtet, das lächerliche Ende haut dem ganzen noch den Deckel drauf!
5/10 Horrorclowns
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Real Name: Louis Duke "The Destroyer" Duck
Parents: illegitimate son of Scrooge McDuck and Magica de Spell

Re: Zuletzt gesehener Film

#9446
iHaveCNit: Ad Astra – Zu den Sternen (2019)
19.09.2019

Science-Fiction hat es immer sehr leicht bei mir. So auch der neue Film von James Gray, der zuletzt den Abenteurerfilm „The Lost City of Z“ mit Charlie Hunnam inszeniert hat, „Ad Astra – Zu den Sternen“. Mit „Ad Astra“ liefert Gray ein faszinierendes Science-Fiction-Abenteuer mit Brad Pitt in der Hauptrolle, das sowohl die Reisen „Outer Space“ als auch die Reisen ins „Inner Space“ thematisiert.

In der nahen Zukunft wird die Erde von elektromagnetischen Wellen, die vom Neptun ausgehen bedroht. Der erfahrene Astronaut und Raumfahrt-Ingenieur Roy McBride wird mit einer Mission betraut, Kontakt zu einer verschollenen Raumfahrtmission namens „Lima Project“ aufzunehmen, deren Forschungen mit Antimaterie scheinbar mit den elektromagnetischen Wellen zu tun haben. Damit macht sich Roy auch auf die Reise nach seinem ebenfalls lange verschollenen Vaters und Raumfahrt-Legende Clifford McBride.

„Ad Astra“ ist unfassbar schön gefilmt mit tollen Bildern von Hoyte van Hoytema, die mit einem tollen, sphärischen Soundtrack von Max Richter und in Teilen von Lorne Balfe unterstützt werden. Optisch wird das dann noch mit einem schönen und detailreichen Produktions- und Setdesign ergänzt. Der Regisseur James Gray schafft in meinen Augen einen tollen Spagat. Anstatt uns mit dem Holzhammer Momente der Action und der Spannung unter die Nase zu reiben, lässt er die großartigen Action- und Spannungssequenzen vollkommen unaufgeregt, ruhig und natürlich ablaufen. Gepaart mit der audiovisuellen Gestaltung des Films ergibt das einen wunderbaren Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Ebenfalls unaufgeregt und vollkommen aufs Wesentliche reduziert ist Brad Pitts Schauspiel, der mir in 2019 sowohl im neuesten Tarantino als auch hier richtig gut gefällt. Es sind die kleinen, feinen, nuancierten Emotionen und Gefühle, die uns von Pitt präsentiert werden und die vermutlich für den ein oder anderen etwas unpassenden Voice-Over haben für mich entsprechend perfekt für die eher introvertierte und rational analysierende Figur von Brad Pitt gepasst. Die philosophischen und melancholischen Ansätze des Films braucht der Film für mich nicht unbedingt zu beantworten. Es reicht schon vollkommen für mich aus, wenn er mich anregt, mir selbst meine eigene Gedanken hierzu zu machen. „Ad Astra“ liefert einen großartigen Mix aus „Gravity“ ; „Interstellar“ und vor allem „Apocalypse Now“ - und er ist mein diesjähriger „Aufbruch zum Mond“ - vermutlich auch, weil ich einfach mal nach langer Zeit wieder mal meine Höchstwertung geben möchte.

„Ad Astra – Zu den Sternen“ - My First Look – 10/10 Punkte.
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Filmzähler Sammlung iHaveCNit/HCN007:
Stand: 22.12.2018

Spezielle Interessen: 42 DVDS (Musik, Wrestling, sonstiges)
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DVD: 782 Filme
BD: 498 Filme
Gesamt-Filme: 1280 Filme

Re: Zuletzt gesehener Film

#9447
Ad Astra

Für mich definitv der schlechteste Film, den ich mir heuer angschaut habe.
Dieser durch Pseudophilosophie ins Endlose gedehnte und lähmende Vater Sohn Konflikt projiziert in den endlosen Weiten des Weltraum läßt nie eine Beziehung zur Handlung aufbauen. Roy jammert maniriert wehleidig die ganze Zeit seinen "Ich will zu meinem Papi!" Verlust vor sich dahin. Mehr nicht.
Findet er ihn endlich, lassen einen auch die Gründe, warum Clifford, sein Vater, da so irr wirr am Neptun seine Antimaterie Experimente macht, seltsam unberührt.
Auch werd ich das Gefühl nicht los, dass das, was da an Action (z.B: die Piraten am Mond, der Kampf im -echt kein Witz- norwegische Tierexperimentschiff, der sinnlose Streit Roys mit dem Team der Rakete, die zu seinem Vater fliegen will) mal so reingebuttert wird, nur dazu dient, die Zeit zu dehnen, weil schlichtweg der Film nur halb so lang würde, ohne nur irgendetwas an seiner Message zu verlieren
Man fragt sich, was soll das alles?

Also ich kämpfte echt gegen das Einschlafen!
wegen der guten visuellen Effekte:
4/10 Meteoritenschauer
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Real Name: Louis Duke "The Destroyer" Duck
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9448
Bad Times at the El Royale

Ich liebe sowohl Kammerspiele als auch Ensemblefilme, weshalb es wohl nur eine Frage der Zeit war bis „Bad Times at the El Royale“ den Weg zu mir fand. Im Vorfeld las ich oft Titulierungen wie „Der bessere The Hateful Eight“ oder der bessere „Once upon a time in Hollywood“ und auch wenn ich dem nicht zustimmen kann (Wen wunderts, schließlich ist „The Hateful Eight“ mein Lieblingsfilm) so kann ich die Vergleiche doch verstehen. Das Kammerspielartige, sowohl die Anzahl an handelnden Personen erinnern an die hasserfüllte acht, die Epoche sowie die Sektenthematik an Tarantinos neuestes Hollywoodmärchen. Und generell wohnt einigen Dialogen oder Szenen etwas tarantinoartiges bei, wobei es nie wie eine billige Kopie erscheint. Drehbuchautor und Regisseur Drew Goddard bewahrt stets seine eigene Handschrift und seine eigene Herangehensweise und weiß damit immer wieder zu überraschen, verblüffen oder sogar zu erschrecken.
Das Drehbuch gewährt jeder Figur die sie benötigt um sich Stück für Stück zu entfalten und fördert dabei immer wieder neue Schichten und immer wieder ganze menschliche Abgründe zutage. Und immer dann, wenn man denkt, dass das ganze nun nichts mehr toppen könnte legt das Drehbuch noch einen drauf. Die Schauspielerriege ist absolut nahmhaft und spielt auch dementsprechend, auch die weniger bekannten Namen wissen durchaus zu überzeugen. Einzig die Darstellung von Chris Hemsworth war mir eine Spur zu drüber, blieb aber noch im Rahmen.
Ich liebe es einfach, wenn Hollywoodfilme aus den konventionellen Erzählmustern ausbrechen. Denn auch wenn „Bad Times at the El Royale“ das Rad keineswegs neu erfindet, stellt er dennoch eine willkommene Abwechslung zum sonstigen erzählerischen Einheitsbrei dar. Gleichzeitig rutsch er aber auch nie ins Arthousekino ab und überzeugt zudem durch einen richtig guten Look. Gerne mehr davon!

9/10
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Zuletzt gesehener Film

#9450
Ad Astra (2019, James Gray)

Thematisch und stilistisch folgt Ad Astra ähnlichen Motiven wie Grays letzter Film, The Lost City of Z, der auch schon gelungen war. Erneut geht es um einen Wissenschaftler, der besessen ist von der vermeintlich aussichtslosen Suche nach einer fremden Zivilisation (damals: eine antike Stadt im Amazonasgebiet, heute: ausserirdisches Leben jenseits von Neptun) und erneut werden die Odyssee, bzw. die ihr nachfolgenden Reisen mit einer meditativen Langsamkeit als Trip ins Fremde und Unergründliche erzählt. Die Sternenvariante trumpft mit kunstvoll fotografierten und bildgewaltig inszenierten Raumfahrtszenen auf, originellen kleinen Actionszenen wie einer Moonbuggy-Verfolgungsjagd auf dem Mond, einem schwerelosen Nahkampf und der starken Eröffnungsszene an der Aussenseite der Weltraumantenne sowie mit einem hervorragenden und stimmungsvollen Sounddesign. Grays Zukunftsvision der Raumfahrt, mit Aussenposten auf dem Mond und Mars sowie Raumflotten verschiedener Länder und Territorialkonflikten auf dem Mond ist einfallsreich und wird subtil-handlungsdienlich aufbereitet. Klingt alles ganz gut, ich hätte mir womöglich eine etwas kontrastreichere Farbgebung gewünscht, ähnlich wie Chazelles letztjähriger Mondfilm hat auch Ad Astra einen körnig-grauen Look. Brad Pitt ist gewohnt gut und bringt die Emotionen in kleinen Gesten bzw. der vermeintlichen Ausdruckslosigkeit seiner Figur gekonnt rüber, jedoch ist dies zugegebenermassen womöglich der erste Film, in dem er mir optisch tatsächlich eine Spur zu glatt und vertraut erscheint für die Rolle.

Wertung: 7,5 / 10
We'll always have Marburg