Star Wars

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MX87
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8. Februar 2010 22:18

Als Ergänzung zum Indiana Jones-Thread nun ein Thread zum anderen von von George Lucas erschaffenen Franchise: Star Wars.

Genauso wie Indiana Jones ist Star Wars eine Hommage bzw. gar eine Wiedergeburt älterer filmischer Vorbilder. Hier standen die Science-Fiction Serials wie Buck Rogers oder Flash Gordon Pate. Ursprünglich wollte George Lucas sogar Flash Gordon neu verfilmen, doch dies kam nicht zu Stande. So erschuf er sein eigenes Universum in dem vieles aus den alten Serials einfloß, aber auch aus Kriegsfilmen, Western und sogar aus klassischen Märchen.
Gleichzeitig war Star Wars auch das Alternativprojekt zu einem anderen Film den Lucas zuerst machen sollte und wollte: Apocalypse Now. Francis Ford Coppola zutiefst düsteres Vietnam-Werk wirkt quasi wie die Anti-These zu Lucas' Sternenmärchen, doch unter Lucas wäre AN ähnlich düster geworden. Im Grunde beeinflusste das AN-Projekt auch Lucas' Idee von Star Wars. Die Konstellation Guerilla (Rebellion) gegen Großmacht (Imperium) in Star Wars wurde von Lucas' Beschäftigung mit dem AN-Projekt beeinflusst, auch wenn man es im fertigen Film nicht wirklich bemerkt. Eigentlich wirkte das Star Wars-Projekt zum damaligen Zeitpunkt wie der pure Anachronismus: In Zeiten der New Hollywood-Bewegung wirkte ein Science Fiction-Film mit (Jedi-)Rittern und religiösen Untertönen (Thema der "Macht") wie ein Fremdkörper, gefragt waren viel eher Filme wie Easy Rider, Der Pate, Taxi Driver oder French Connection. Daher wollte zuerst auch kein Studio den Film produzieren.
Nach vielen Drehbuchentwürfen, Finazierungsproblemen und etwa einem halben Jahrzehnt des Entwickelns ging es endlich an die Dreharbeiten, doch dann fingen die Probleme erst richtig an: Alec Guiness (Obi-Wan) wusste nicht so recht was sein Charakter sein soll und war insgesamt nicht sonderlich angetan von der Rolle und dem ganzen Projekt, George Lucas zerbrach fast an der Doppelrolle als Produzent und Regisseur + noch weiteren persönlichen Problemen, mangelndes Vertrauen seitens des Studios an das Projekt und der mangelnden Technik für die geplanten Effekte. Die damaligen Effekte-Techniken der Studios konnten die Ideen von umherfliegenden Raumkämpfen zwischen Jägern unmöglich realisieren: Es musste nahezu alles selbst entwickelt werden. Die Geschichte der eigens dafür gegründeten Firma Industrial, Light & Magic ist Geschichte.
Als der Film dann in die Kinos kam sah es auch nicht sonderlich toll aus: Die Zuschauerzahlen in den ersten Tagen/Wochen waren okay aber weit weg von einem Kassenschlager. Erst nach und nach wurde der Film durch Mundpropaganda zu einem Hit wie ihn Hollywood damals allenfalls bei "Vom Winde verweht" erlebte.

Der Rest ist Geschichte....


Wie findet ihr die Star Wars-Filme?
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Terence Young
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9. Februar 2010 11:23

Die größte Saga aller Zeiten. Die Alten Filme Klassiker, Kult.Die neuen Action und CGI Puraber nicht schlecht. Besonders der dritte sticht heraus. Dunkel, perfekt. Star Wars ist Mythos.Spiele, Filme...alles super.
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danielcc
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9. Februar 2010 16:52

Mich interessiert Star Wars vor allem unter dem gleichen Aspekt, der mich zuletzt besonders an Indiana Jones, James Bond und Die Hard interessiert hat, nämlich das Problem, was Fans solcher Serien haben mit Sequels, die nach sehr langer Zeit kommen.

Ich habe köstlich amüsiert die Aufregung der Star Wars Jünger verfolgt, als Episode 1 anlief. Riesig waren die Erwartungen, noch größer war der Aufschrei der Empörung dann über den Film. Da wurde die zu kindliche Story kritisiert, die zu vielen Effekte, der niedliche Anakin, der ach so peinliche Jar Jar Binks usw.

Für mich, als jemanden der Star Wars als Kind NICHT gesehen hat, war das einfach nur herrlich, ist doch Episode 1 genau auf dem Niveau, auf dem seinerzeit die alten Filme waren. Eben Unterhaltung für Kinder und Jugendliche. Nur sind die Film über die Jahrzene zum "Kult" hochstilisiert worden, während die erwachsen gewordenen Kinder von damals die neuen Filme nun am Kult-Maßstab messen, nicht an der realen Qualität. Für mich als "Außenstehenden" ist überhaupt nict zu verstehen, wasan Jar Jar Binks nerviger ist als an R2D2 oder C3PO

Davon abgeseen: natürlich war Episode 1 und vor allem 2 schlechter Episode 4 und 5. Liegt aber eher an andere Themen (vor allem, sollte Lucas von mir aus Stories kreieren aber nicht unbedingt Regie führen...)
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9. Februar 2010 17:09

So nacheinander werde ich die einzelnen Filme bewerten, ähnlich wie es danielcc bei Indy machte. Die abschließenden Bewertungen in Punkten werden allerdings auf zwei Weisen erfolgen: 1. Punktewertung gemäß normalen Filmmaßstäben, 2. Punktewertung angesichts der Bedeutung bzw. Qualitäten der Reihe.

Und nun kommt der Storytechnisch erste Film:

Star Wars - Episode I - Die dunkle Bedrohung
Der Film musste und muss noch heute heftige Kloppe seitens den Star Wars Fans einstecken, nicht immer zu recht wie ich finde. Sicherlich gehört Jar Jar Binks nicht zu den tollsten Charakteren der SW-Filme, doch er allein zieht den Film nicht so extrem runter wie es immer behauptet wird. Dennoch werde ich mich zuerst den negativen Dingen des Films widmen, aber keine Sorge, ich habe auch gutes über Episode I zu sagen. In Episode I finden jedenfalls einige ziemlich seltsame Einfälle, z.B. die unter Wasser lebenden Aliens mit seltsamen Sprechgewohnheiten und die noch seltsameren Akzente (französischer Akzent!?) der Chef der Handelsföderation. Gleichzeitig fällt der Film auch durch gewisse Mängel auf, die selbst nach Fertigstellung der neueren Filme (Episode I bis III) nicht so klar sind. Einer der Schwachpunkte ist dahingehend die Gewichtung des Anikan Skywalker. Es ist klar, dass selbst Darth Vader mal ein Kind war, doch die Fähigkeiten die ihm hier zugesprochen werden sind doch sehr gewagt. Vor allem am Ende bei der Zerstörung des Schiffes der Handelsföderation schrammt der Film doch sehr an der Grenze der Nachvollziehbarkeit: Ein kleiner Junge schafft das wofür eine ganze Raumflotte zu doof ist? Sicher...
Ingesamt wird Anikans Ausnahmestellung im Film doch schon ziemlich überstrapaziert, weniger wäre mehr gewesen. Auch wird der Zuschauer erstmal in eine komplett andere Ecke der SW-Universums verschlagen. Was der Film überhaupt mit den alten Filmen inhaltlich zu tun hat wird erst ziemlich spät deutlich. So fragt sich der Zuschauer erstmal lange wohin die Reise geht. Einzige Verbindung des Zuschauers zu den alten Filmen ist hier Obi-Wan, wenn dieser im Film auch eher ein Nebencharakter ist. Auch fällt negativ aus, dass man das Mysterium der Macht versucht wissenschaftlich zu erklären. War die Macht zuvor im SW-Universum eine gewisse "Magie" so wird hier -mehr schlecht als recht- versucht etwas zu erklären, was eigentlich nicht erklärt werden müsste.
Insgesamt leidet der Film unter verschiedenen seltsamen Einfällen und einer zu starken Gewichtung auf Annies Auserwählten-Stellung.

Nun zum positiven. Hier wären zu aller erst die Darsteller zu nennen. Liam Neeson und Ewan McGregor liefern als Jedi-Duo eine starke Performance ab. Auch Natalie Portman (damals erst 14!) fällt hier sehr positiv auf. Jake Lloyd als junger Skywalker spielt für sein alter auch ganz gut. Von der Darstellerseite kann dem Film kaum etwas negatives angehängt werden. Allerdings kann auch nicht das Ensemble-Gefühl der alten Trilogie erzeugt werden, oder sind es hier die Nostalgie die durchscheint?
Es fällt bei Episode I auf, dass der Film um einiges natürlicher wirkt als seine Nachfolger, die mitunter die Optik eines PC-Spiels aufweisen. Womöglich hängt dies damit zusammen, dass Episode I noch weitgehend auf echtem Zelluloid gedreht wurde anstatt wie seine Nachfolger digital. Auch sind sehr viele der Sets noch echte Sets und keine weitgehenden CGI-Gebilde (bei Episode II und III der Fall). Insgesamt wirkt der Film optisch viel näher an der alten Trilogie und passt dadurch im Stil sehr gut dazu. Ebenso gefällt das Produktionsdesign. Bei den Naboo-Raumjägern und dem sonstigen Naboo-Designs (Kostüme, Pistolen) hat sich George Lucas hierbei sehr deutlich bei den alten Serials inspirieren lassen, vieles erinnert an Buck Roger und Flash Gordon. Die CGI-Effekte wirken hier interessanterweise auch noch nicht wie ein purer Computer-Overkill wie in den späteren Filmen, sie wirken relativ natürlich dank dem Verzicht auf übertriebene Kameraflüge.

Wie kann der Film bewertet werden?

Bewertet als normaler Kinofilm liegt Episode I ganz eindeutig weit über der Normal-Kino-Kost. So kann ich hier guten Gewissens dem Film 7,5 von 10 Punkten geben.

Bewertet im Rahmen der ganzen Filmserie fällt der Film schon deutlich ab, zu gut sind im Vergleich die Drehbücher der alten Filme und den nachfolgenden Prequels Episode II und III. Er beinhaltet zu viele misslungene Experimente (die seltsamen Einfälle) um wirklich zu begeistern. So bekommt er 5 von 10 Punkten.
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9. Februar 2010 17:11

danielcc hat geschrieben: Liegt aber eher an andere Themen (vor allem, sollte Lucas von mir aus Stories kreieren aber nicht unbedingt Regie führen...)
Kennst zu American Graffiti und THX 1138 ?

Beides sehr gute Filme die zeigen, dass Lucas auf alle Fälle ein Regietalent hat.

Nur leider scheint das Talent bei den neuen SW-Filmen eher weniger herausgekommen zu sein...
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danielcc
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9. Februar 2010 17:56

hab die FIlme nicht gesehen, sind aber auch schon über 30 Jahre her. Danach hat er sich ja praktisch nur noch x-mal mit Star Wars beschäftigt. von den alten Filmen halte ich Episode 5 für den besten, die neuen waren unter Regie-Gesichtspunkten dilletantisch (meine Meinung). Das geht überhaupt nicht!!! Was aber auch kein Wunder ist, wenn man sich mal die making ofs ansieht. Auf einem losen Drehbuch basierend, lässt Lucas seine ILM-Kettenhunde auf ganze Filmsequenzen los, die ihm dann am Rechner irgendwelche Szenen entwerfen, wobei der Fokus auf Effekten und Animation liegt. Eine klare Story, eine sauberes Storyboard ganz zu schweigen von Charakterentwicklung und knackigen Dialogen, all das scheint überhaupt nicht in seinem Fokus zu sein. Ganze Passagen der Filme entstehen so irgendwie in der Fantasie von Digitalen Effektkünstlern ohne Gefühl für Dramaturgie und ohne den Film im Gesamtzusammenhang zu kennen.
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9. Februar 2010 18:18

Ich sah meinen ersten SW Film, es war die Rückkehr der Jedi Ritter, im zarten Alter von 8 oder 9 Jahren. Seitdem war ich fasziniert von diesem Universum. Die Episoden V und VI könnte ich wohl auswendig mitsprechen, so oft habe ich die Filme gesehen. Ich glaube, es war vor allem die Optik dieser Filme, die mich fasziniert hat. Das tolle Raumschiffdesign, dass immer ein wenig abgenutzt schien. Oder die Kreaturen, wie Jabba The Hutt. Auch die atemberaubenden Handlungsorte wie Tatooine oder Hoth. Und allen voran das personifizierte Böse: Darth Vader. Allein sein Aussehen. Dieser Helm wirkte auf mich immer wie eine Mischung aus Totenkopfmaske und Wehrmachtshelm.
Die jüngere Trilogie erwartete ich natürlich gespannt und wie den meisten alten Fans erging es auch mir so, dass ich doch hinterher etwas ernüchtert war. Trotz aller Unterhaltsamkeit lösten die neuen Filme nicht gleiche Begeisterung aus, wie seinerzeit die erste Trilogie.
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9. Februar 2010 18:48

chief hat geschrieben: Die jüngere Trilogie erwartete ich natürlich gespannt und wie den meisten alten Fans erging es auch mir so, dass ich doch hinterher etwas ernüchtert war. Trotz aller Unterhaltsamkeit lösten die neuen Filme nicht gleiche Begeisterung aus, wie seinerzeit die erste Trilogie.
und nun stell dir mal vor, wie ein heute 8jähriger die neue Trilogie empfindet!
Das ist ja mein reden: natürlich lösen die neuen Filme (und dies gilt für alle Serien dieser Art) nicht mehr das gleiche Gefühl bei einem 20, 25, 30... jährigen aus wie damals bei einem 8jährigen.
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9. Februar 2010 21:32

Früher war ich echt totaler Star Wars-Fan. Ich liebte sowohl die alten als auch die neuen Filme. Die ganzen tollen Charaktere, die tollen Raumschiffschlachten und die spannenden Laserschwertduelle waren für mich ein absoluter Traum. Dazu noch die herrliche Musik von John Williams beim Vorspann und die Imperiale-zensiert Musik waren für mich immer ein Fest fürs Ohr.
Vor allem möchte ich Darth Vader bzw. Anakin Skywalker. Für mich zählte Darth Vader damals zu dem besten Schurken der Filmgeschichte. Auch Figuren wie Boba Fett und der Imperator zählten zu den Highlights der Charaktere. Cool fand ich auch Han Solo, mit seinen witzigen Sprüche und der Lässigkeit. Luke Skywalker hingegen war mir in den Filmen nie so richtig sympahtisch, ich mochte lieber die Nebenfiguren und die Bösewichter.
Am besten fand ich immer "Die Rückkehr der Jedi-Ritter", der war echt spannend.
In den neueren Filmen gefielen mir besonders Natalie Portman und Hayden Christensen. Sogar Ewan McGregor war mir als Obi-Wan sympahtisch. Leider fehlte es dabei immer an einen tollen Bösewicht: Über Darth Maul wurde viel zu wenig gezeigt und Count Duko fehlte (trotz dem tollen Christopher Lee) irgendwie das gewisse Etwas. Dafür gab es aber immer tolle Actionszenen und großartige Kämpfe.

Jetzt bin ich nicht mehr so ein großer Fan wie früher, aber ich schaue mir die Filme immer noch gerne an.
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9. Februar 2010 21:50

Die neue Trilogie hatte ein riesiges Grundproblem! Bei den alten Filmen standen 3 positive, sympatische Helden im Vordergrund allen voran Luke Skywalker und Han Solo. Deren Entwicklung hat man gerne mitvervolgt.

Bei der neuen Trilogie aber steht nun ausgerechnet die Entwicklung des Bösewichts im Vordergrund, der dazu noch absichtlich unsympatisch von Hayden Christen gespielt wird. Es gibt praktisch keinen positiven Helden mit dem man sich identifiziert. Diese Rolle hat zwar für mich ab Episode 2 und vor allem im dritten Teil Ewan MacGregor übernommen aber er ist eben eigentlich nur ein Mittel zum Zweck und nicht der Protagonist.
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9. Februar 2010 22:24

Vielleicht wäre statt eines Prequels ein Sequel die bessere Idee gewesen. So wäre zumindest der optische Bruch zwischen den Trilogien weniger störend aufgefallen. Auch die technische Perfektion, die den ersten Filmen stellenweise noch abging, hätte dann mehr Zustimmung gefunden.
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9. Februar 2010 22:40

@MX
finde deine Kritik weitestgehend treffend. auch mir fehlte grad dieses Ensemble Gefühl, was viel zum Erfolg der alten Teile beitrug. Dieses wurde phasenweise in Ep.2 zwischen Anakin und Obi Wan besser erreicht, wobei man da dann wiederum immer im Hinterkopf hatte, dass Anakin ja eigentlich der bad guy wird... schwierig.

Interessant fand ich, dass zunächst, wie du geschrieben hast, Ep1 sehr fremd wirkte durch die Akzente, viele neue Aliens, die wissenschaftl. Erklärungen der Macht usw... Aber im Nachhinein betrachtet wirkt Ep.1 was die Stimmung angeht, am ehesten wie die alten Filme, eben weil nicht alles so steril hightec wirkt wie bei Ep2 und Ep3. Teil 2 war für mich eine filmische Total-Katastrophe, was Story, Dialoge, Tempo und Schnitt angeht. Dazu die merkwürdig sterilen digitalen Bilder. Erst die letzen 30 Minuten waren dann wieder typischer Star Wars Spaß in der Fabrik... Da sich storymäßig in Teil 1 und 2 nicht viel getan hat, hat dann Teil3 vieles rausgerissen. Aber dazu später mehr, wenn du mit deinen Kritiken soweit bist

Ach ja:
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10. Februar 2010 16:48

Star Wars - Episode II - Angriff der Klonkrieger
Ich hatte den Film zuletzt vor etwa 3 Jahren gesehen, damals noch auf einem erheblich kleineren TV-Schirm (die gute alte Röhre). Ich weiss nicht ob es an meiner Erinnerung liegt, doch nun auf einem modernem Flachbildschirm kommen erst die großen optischen Mängel des Films herraus. Auch hatte ich den Film storytechnisch besser in Erinnerung.
Wie schon bei Episode I fange ich wieder bei den negativen Dingen an. Schon in den ersten Minuten gibt es eine unangenehme Überraschung: Bei der Eröffnungsszene mit dem versuchten Bombenattentat wirkt der Film wie eine TV-Produktion. Hier wurde offensichtlich vor Blue Screen aufgenommen und später Digital alles eingefügt. Das wäre weiter nicht schlimm, wenn man wenigstens sich bei der Ausleuchtung/Optik mehr Mühe gegeben hätte. Hier wurde aber heftigst gepfuscht, denn es wurde offensichtlich eine Korrektur der Ausleuchtung (Normal bei Kombinierten Blue-Screen-CGI Aufnahmen) überhaupt nicht gemacht. Die Folge: Das Auge merkt sofort, dass Vordergrund und Hintergrund nicht zusammenpassen. Dieses Problem zieht sich durch gefühlte 2/3 des Films. Ich frage mich wieso man dies nur getan hat, im Kinosaal muss dies ja scheusslich gewirkt haben. Bei "Sky Captain and the World of Tomorrow" hat dies cool und gewollt gewirkt, hier zieht es aber eher danach aus, als hätte man einen Teil der Nachbearbeitung weggelassen. Glücklicherweise gibt es aber Szenen in denen der Effekt nicht auftritt bzw. weniger auffällig. Insgesamt wirken die Aufnahmen aber zu steril und sauber. Dies wirkt ein wenig wie ein Verrat am Original, war doch eine der Innovationen der alten Filmen ein "gebrauchtes" Universum mit Beschädigungen und Dreck zu zeigen.
Das zweite gravierende Problem betrifft das Drehbuch. Episode II fällt die unrühmliche Ehre zu, den Boden für das Furiose Finale der Prequel-Trilogie zu bereiten: Den Fall der Republik. Dies könnte zwar potentiell eine tolle Grundlage sein (siehe Episode V - Das Imperium schlägt zurück), doch hier fällt auf 137 Minuten Spielzeit erstaunlich wenig Handlung bzw. eine Menge Halbgares. Man merkt geradezu wie sich die Macher gesagt haben "das heben wir uns für Teil 3 auf...". Dadurch fehlt Episode II vieles, was die anderen Film so besonders machten: Eine für sich tolle und abgeschlossene Handlung. Diese Substanzschwäche versucht man durch Effekte zu kompensieren, mit gemischtem Erfolg. Während die Aufnahmen der Raumschiffe im All klasse sind, leiden die Schlachten auf den Planeten an dem schon angesprochenen Blue-Screen-Effekt und an ihrer Länge, sie sind einfach zu lang und ermüdend. Es fehlt die Abwechslung die man beispielsweise an den 3 parallelen Storys in Episode VI (Rückkehr der Jedi-Ritter) hatte. Gleichzeitig kann man auch sagen, dass ILM insgesamt schon bessere Arbeit geleistet hat als bei den Schlachten von Episode II, oder hat man die Jungs nicht machen lassen?

So nun komme ich endlich zu den positiven Dingen. Allen voran muss man die Darsteller loben. Dabei kann Ewan McGregor als Obi-Wan wieder für einige Begeisterung sorgen. Toll dabei die Szene in der Bar am Anfang, die bezüglich Obi-Wan mit mehreren Anspielungen auf die alte Trilogie verblüfft. Der Knaller dabei ist sein Kommentar zu Anakin "Irgendwann wirst du mein Tod sein!" (genial!) und die Bekehrung des Dealers an der Theke. Hayden Christensen als Anakin macht seine Arbeit ganz okay, verblasst jedoch an McGregors Seite. Besonders muss hier bedacht werden, dass er im englischen Original stimmlich wesentlich besser und reifer klingt. Die deutsche Synchronisation mit einer eher kindlichen Stimme nervt hier und zerstört einiges. Also: Epsiode II auf Englisch sehen :wink:
Natalie Portman macht ihrem Ruf als Schauspieltalent wieder alle Ehre, sie macht das beste aus ihrer Rolle. Besonders amüsant und gut ist die Besetzung von Samuel L. Jackson als Jedi, ist doch eher auf andere Rollen abonniert.
Auch das Set-Design hat hier einiges positives zu bieten. So sind die Szenen auf Tatooine doch (im Stil) relativ nah an denen des ersten Films. Auch das allgemeine Design nähert sich schon an die ältere Trilogie an, sehr deutlich an den Klontruppen zu sehen.
Wie kann der Film bewertet werden?

Bewertet als normaler Kinofilm liegt Episode II wieder ganz eindeutig weit über der Normal-Kino-Kost. So kann ich hier guten Gewissens dem Film 7,5 von 10 Punkten geben.

Bewertet im Rahmen der ganzen Filmserie fällt der Film deutlich ab. Das Drehbuch ist zwar besser als bei Episode I, doch die insgesamte Laufzeit ist, angesichts der tatsächlich vorhandenen Substanz, zu lang. Auch fällt ein Großteil der Optik fällt negativ auf. Dafür glänzt der Film mit guten Darstellern und gutem Produktionsdesign. Das gibt innerhalb der Reihe 5 Punkte.
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11. Februar 2010 20:29

Star Wars - Episode III - Die Rache der Sith
Nun zum dritten Teil habe ich insgesamt wohl weniger zu schreiben, als bei den Vorgängern. Wie gewohnt geht es mit dem negativen los: Auch bei Episode III fällt wie schon beim vorherigen Film die künstliche Anmutung der Szenen auf. Einiges wirkt auch hier wieder wie vor der Blue Screen aufgenommen. Jedoch sind diese Aufnahmen nicht so offensichtlich schlecht wie es bei Episode II der Fall. Ob man hier mehr Zeit insvestiert hat oder ob die Technik so sehr weiter war, weiss ich nicht. Insgesamt wirkt dies nicht so schlimm wie in Episode II.
Interessanterweise findet sich hier in den ersten Minuten (Raumschlacht) ein oft gemachter Fehler bei CGI-Aufnahmen: Weit entfernte Objekte bzw. sich schnell bewegende Objekte wirken zu scharf und klar. Dies ist einer der Faktoren wieso CGI-Aufnahmen oftmals um einiges weniger realitätsnah aussehen. Bei Episode IV werde ich das noch etwas weiter Ausführen. Drebuch- bzw. Schauspieltechnisch ist am Film vor allem eines Auszusetzen: Die Figur des General Grievious (der komische hustende Roboter) erscheint einfach so auf der Bildfläche und man fragt sich was er eigentlich soll. Eine Einführung oder ähnliches sieht man hier nicht. Zwar tauchte er zuvor in der Clone Wars-Serie auf, doch sollte man die 6 Filme auch ohne "Sekundär-Literatur" verstehen können. Ich jedenfalls konnte mit der CW-Serie nichts anfangen, aber das ist ein anderes Thema. Ansonsten missfällt mir nach wie vor das "Neeeeeeiiiiin!!!!" von Anikan/Darth Vader zum Schluss, es erinnert mich unfreiwillig an Homer Simpson, ein einfacher Schrei hätte es auch und vor alles besser getan.

Und schon kommen wir zum positiven. Richtig gemerkt, ich habe an Episode III relativ wenig auszusetzen. Das liegt wohl daran, dass man hier wohl einige Fehler bemerkt hat und diese verbesserte, aber wohl auch daran, dass der Film beim Storytelling nicht auf die Bremse treten muss (wie Episode II). Zum ersten mal in der Prequel-Trilogie kommt hier wieder ein episches Gefühl auf. Man fühlt richtig wie die Republik zerfällt. Die Szenen der Machtergreifung im Senat (Abschaffung der Demokratie unter donnerndem Applaus), die Order 66 (Ausrottung der Jedi) und einige andere tolle Szenen beweisen, dass George Lucas das Regiehandwerk doch nicht verlernt hat. Insgesamt ist Episode III wohl auch nach/zusammen mit "Das Imperium schlägt zurück" wohl der düsterste Film der Serie.
Die Raumschlacht zu Beginn kann auch positiv auffallen. Die Schauspielleistungen sind hier auch wieder toll, allen voran wie gehabt Ewan McGregor und Natalie Portman. Hayden Christensen macht hier seinen Job auch wesentlich besser als in Episode II und kann zeitweise sogar begeistern, auch wenn er noch nicht an das Kaliber von McGregor und Portman heranreicht. Samuel L. Jacksons Abgang ist auch hervorragend geregelt. Bravo! Ansonsten ist auch der Fight zwischen Obi-Wan und Anikan ziemlich gut, auch wenn er so manchmal doch schon bis zur "aber-jetzt-wirklich-Over-the-Top"-Grenze geht.
Die Anspielungen an andere Filme, die bei SW gang und gäbe sind, sind auch hier wieder vorhanden, sogar noch etwas auffälliger. So erinnert Anikans Weg zum Jedi-Tempel an "Die Treppen von Odessa-Szene" aus Panzerkreuzer Potemkin, wie auch Darth Vaders Erschaffung + Befreiung sehr an alte Frankenstein-Verfilmungen erinnert.
Eine gelungene Selbstreferenz finden wir auch in der Schlusszene, die auch ziemlich gut auf die kommenden Episoden (die alte Trilogie) anstimmt.
Ganz eindeutig der beste der neuen SW-Filme.

Als normaler Film vergebe ich 9 von 10 Punkten.

Innerhalb der Serie vergebe ich 8 von 10 Punkten.
Zuletzt geändert von MX87 am 11. Februar 2010 20:34, insgesamt 1-mal geändert.
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11. Februar 2010 20:33

Mit 5 Mein Lieblingsfilm von allen. Einfach Genial :D Gut geschrieben. Das NEEEEEEEEEIN finde ich auch etwas mies...^^
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