Casino Hille hat geschrieben:Das hat vielleicht niemand behauptet, ist die Aussage aber dennoch wert, denke ich.
Ich denke aber immer noch, der Erfolg von Bond liegt darin, dass er die Menschen in den 60ern und 70ern in fremde und unbekannte Orte entführt hat und sie 2 Stunden lang der Realität entfliehen konnten, um sich in eine Fantasiewelt voller Glanz zu wagen. Das hatte dann sicher auch einen träumenden Aspekt, aber wohl weniger bezüglich des Protagonisten, als das es mehr eine Sehnsucht nach dieser Welt war, in der alles immer gut endete und die schnöden realen Probleme nicht existierten. Heute ist Bond dann wohl eher deshalb erfolgreich, weil er es früher auch war, sprich, da die Reihe lange läuft, hat sie viele Fans, wird zum Kult, wird jüngeren Generationen vermittelt und 1 2 3 bleibt eine feste Anhängerschaft inklusive eines popkulturellen Standes übrig, der die Filme stets aufs neue erfolgreich macht.
Ich denke, da steckt schon noch etwas mehr dahinter bezüglich des Protagonisten. Wir befinden uns zu dieser Zeit in einer Hochphase des Kalten krieges bzw. in einer Angststimmung bezüglich eines Atomkrieges. Da ist es irgendwie beruhigend, wenn ein starker, souveräner Mann das Heft in die Hand nimmt und die Welt vor Schlimmeren bewahrt. Gerade die frühen Filme greifen das auch deutlich auf, v.a FRWL und TB. Klar geht es auch um das für viele unerreichbare Jet-Set-Flair (mondäne Orte, schöne Frauen, schicke Autos, teures Essen etc.) das Bond so nochalant und fast schon geringschätzig antizipiert.