Re: Zuletzt gesehener Film

8672
Für mich ist Scott Pilgrim mittlerweile auch sein bester und Baby Driver der schwächste, die Unterschiede sind aber nicht allzu gross. Und ich kategorisiere seine Filme auch nicht in Komödien und Nicht-Komödien, die Gewichtung der "Komödienebene" gegenüber anderen Themen und Motiven ist in allen fünf Filmen relativ ähnlich.
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Re: Zuletzt gesehener Film

8673
iHaveCNit: Spielmacher (2018)

Dieses Wochenende vom 12.04.2018 stehen für mich neben John Krasinskis Horrorthriller „A Quiet Place“ auch 2 Genrefilme aus Deutschland auf dem Plan. Der eine ist „Steig.Nicht.Aus!“ und hier nun auch „Spielmacher“. Das Crimedrama hat sich des Deutschen liebste Sportart Fußball und das kriminelle Geschäft der Wettmafia zum Milieu genommen und vereint Frederick Lau, Oliver Massucci und Antje Traue vor der Kamera. Ob der Film für mich nun ein sicherer Treffer beim Elfmeterschießen ist oder eher die rote Karte bekommt, darauf komme ich noch.

Der aus Kroatien stammende Ivo war einst ein vielversprechendes Fußballtalent. Doch ein Vorfall aus seiner Vergangenheit hat ihm eine lange Haftstrafe beschert. Als er aus dem Knast kommt, möchte er sich ein ehrliches Leben aufbauen, doch kurze Zeit später wird er in das Geschäft krimineller Wettmachenschaften des Kroaten Dejan gezogen. Währenddessen lernt er in seinem Jugendclub das junge Talent Lukas und dessen alleinerziehende Mutter Vera kennen und sieht hier seine Zeit gekommen, das ehrliche Leben in Angriff zu nehmen. Wird es ihm gelingen, aus dem tiefen Morast des kriminellen Wettgeschäfts zu kommen ?

Ich brauche an dieser Stelle nicht zu erwähnen, dass ich deutsches Genrekino richtig gut finde. Vor allem wenn man sich hierzulande an Actionfilme oder Thriller wagt. Sowohl im TV als Serie als auch auf der großen Leinwand. Ganz cool finde ich, dass man sich hier in diesem Crimedrama das brutale Geschäft von mafiösen Strukturen im Bereich von Fußballsportwetten als Milieu ausgesucht hat. Hier jedoch lässt der Film neben klassischer Exposition und einigen interessanten Momenten das ganze Thema nur oberflächlich zurück. Es muss eben das Drama erzählt werden, dass sich eben auch an klassische Aussteigerplots von Gangsterthrillern orientiert und sich bis zum Ende hin immer weiter für unseren Protagonisten zuspitzt, der in den letzten Minuten eines Fußballspiels einen Ausgleichstreffer erzielen muss, um das Spiel am Laufen zu halten und sogar einen weiteren Siegtreffer zu landen. Aber durch die klassische Struktur und die leichte Oberflächlichkeit des Themas ist noch kein Siegtreffer vorhanden – nur eine kleine Verwarnung des Schiedsrichters ohne gelbe Karte. Auch kleine Logikfehler aus aktueller Sicht – man würde heutzutage nie auf einen Siegtreffer vom HSV wetten – kann ich hier übersehen. Doch womit erzielt der Film für mich einen Siegtreffer ? Darstellerisch auf jeden Fall durch Frederick Lau, der hier viel von den inneren Konflikten hervorscheinen lässt und als Ivo die perfekte Besetzung für den Protagonisten ist. Und mit Oliver Massucci und Antje Traue hat man noch hochkarätige Nebendarsteller zu bieten. Während Frederick Lau den Assist für den Siegtreffer gibt, wird das Tor letztendlich durch die wunderbar hochwertige Inszenierung und den treibenden Score erzielt. Noch in der regulären Spielzeit von 99 Minuten mit Nachspielzeit, so dass eine Verlängerung und ein Elfmeterschießen nicht mehr notwendig ist. Bei einem Spiel, dass etwas oberflächlich ist, sich an klassischen Spielen orientiert, aber trotzdem richtig spannend bleibt.

„Spielmacher“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

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iHaveCNit: A Quiet Place (2018)

Horrorfilme sind ja eigentlich nicht mein favorisierter Bereich – doch ich bin immer sehr selektiv dabei, mir Filme anzusehen, die mir vom Konzept her zusagen oder auch bei den Kritikern sehr gut ankommen. Ganz ohne das Konzept von „A Quiet Place“ noch die Kritikerreaktionen zu kennen, war der Film ohnehin aufgrund der Tatsache vorgemerkt, dass Emily Blunt hier mitspielt, die für mich seit „Edge of Tomorrow“ und „Sicario“ eine meiner Lieblingsdarstellerinnen geworden ist. Und hier ist ihr Ehemann John Krasinski als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller zu sehen, der unter anderem aus „The Office“ ; „BoJack Horseman“ und dem Michael Bay-Kracher „13 Hours“ bekannt ist. Das Kino ist für mich ein Ort, an dem ich mich aus vielen Gründen einfinden kann, einen Film anzusehen – sei es das Konzept eines Events, das Bestaunen filmischer Kunst oder unter anderem auch einfach das Erzählen einer schönen Geschichte. „A Quiet Place“ von John Krasinski macht unglaublich viel richtig und ist für mich bisher einer der stärksten Filme des Kinojahres.

Die Welt hat sich notwendigerweise in einen ruhigen Ort verwandelt, nachdem eine Alieninvasion stattgefunden hat. Die unheimlichen Wesen reagieren auf jedes noch so kleine Geräusch, das sie jagen und töten können. Die Abbotts sind eine 5-köpfige Familie, die sich für das Leben in der Welt gut gerüstet haben. Da kommt es ihnen zugute dass die Tochter gehörlos ist und man innerhalb der Familie auf Gebärdensprache zurückgreifen kann. Doch irgendwann überschlagen sich auch die Ereignisse für diese Familie und ihr Kampf aufs Überleben wird auf die härteste Probe gestellt.

Das Konzept der unerträglichen Stille hat mir bereits in entsprechenden Teilen im letztjährigen Scorsese-Film „Silence“ sehr gut gefallen. Aber auch der Horrorfilm an sich hat durch einen schönen reißerischen Thriller namens „Don´t Breathe“ bereits dem Konzept der Stille angenommen.
John Krasinski baut aus „A Quiet Place“ eine unfassbar gute Mischung aus Horror, Survivalthriller, Familiendrama, dystopische Science-Fiction und Stummfilm. Krasinski gibt dem Zuschauer erstmal Zeit, sich an das Konzept und die Familie zu gewöhnen. Ist es in vielen Horrorfilmen so, dass Charaktere grundsätzliche dumme und unlogische Entscheidungen treffen und man durch fehlende Sympathien eher dem Ableben entgegenfiebert als dem Überleben ist es beim ruhigen Plätzchen anders. Die Familie hat ein nachfühlbares Schicksal erlebt und sich unglaublich intelligent an diese Lebenssituation und den Überlebenskampf eingestellt, so dass man auf jeden Fall beim Überleben mitfiebert. Und hier liefern Blunt und Krasinski als Paar eine wunderbar natürliche Chemie auf und die Jungdarsteller fügen sich auch gut ins Gesamtbild ein. Aber um als Film in dieser Hinsicht zu funktionieren, muss man sich zweifelsohne mit ein paar Kleinigkeiten anfreunden, was auch ich getan habe. Manchmal gibt es im Eifer des Gefechts eben ein paar unkluge und auch unlogische Handlungen der Charaktere und manche Dinge sollte man nicht hinterfragen und als gegeben ansehen. Sobald man sich an das Konzept gewöhnt hat, dauert es auch nicht mehr lange, dass es heiß her geht und die wunderbar designten Monster stärker auf den Plan gerufen werden. Da Krasinski es versteht, was der Film punktgenau braucht, baut der Film eine unglaubliche Intensität und Spannung auf, die durch Marco Beltramis treibenden und wummernden Soundtrack noch stärker und unerträglicher wird. Selbst die für Horrorfilme üblichen Jumpscares wurden in immer den genau richtigen Stellen sparsam und wirksam platziert. Der Film lässt einen nicht mehr los, wenn er einen richtig gepackt hat.

Dieser Film ist im Kino aber auch stark vom Publikum im Saal abhängig. „A Quiet Place“ benötigt ein absolut stilles Publikum, dass sich dem Film und nicht dem Popcorn oder Nacho widmet, damit der Film seine volle Wirkung entfaltet. Ich habe es im Saal erlebt, dass das Publikum jedoch mit fortlaufender Filmdauer vom Popcornschaufeln und Nachoknacken abgewichen ist und sich voll auf den Film konzentriert hat – so dass der Film auch im Laufe seiner Zeit dann doch noch seine volle Wirkung auf das Publikum entfalten konnte. Wenn dieser Film bei all seiner perfekten Mischung immer noch als Horrorfilm zu betrachten ist, wird sich „ A Quiet Place“ als unfassbar spannender Film mit gutem Konzept auf lange Sicht als einer meiner Lieblingsfilme etablieren können, der sich für mich trotz dem minimal notwendigen, was man durch Krasinski an die Hand bekommt, nach so unglaublich mehr angefühlt hat.

„A Quiet Place“ - My First Look – 10 / 10 Punkte
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Re: Zuletzt gesehener Film

8676
In der Ruhe liegt hier nicht nur die Kraft sondern die einzige Überlebenschance. Eine regelrechte Herausforderung für das heutige auf Dauerkommunikation getrimmte Popcorn-Publikum.

Im Kino: A quiet place (John Krasinski)

Schweig oder stirb!

Keinerlei Geräusch zu verursachen um bloß nicht das Böse auf sich aufmerksam zu machen, gehört zum Grundinstrumentarium des Horrorfilms. „A quiet place“ treibt diese Prämisse nun allerdings mit aller Macht auf die Spitze, denn die „Keinen Laut!“-Strategie bestimmt die komplette Filnhandlung.

https://ssl.ofdb.de/review/305097,744693,A-Quiet-Place
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Zuletzt gesehener Film

8677
Logan Lucky auf Blu

Ein Film, der leider hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Ich fand ihn unglaublich zäh und humorlos. Toll gespielt, natürlich vor allem von Craig und Driver. Ich weiss nicht, ob das alles ernst oder ironisch gemeint war (White Trash vom feinsten), aber gezündet hat der Film bei mir leider nicht. Dank dem Cast würde ich 5 Punkte vergeben.
#Marburg2026

Ho hey ho

Re: Zuletzt gesehener Film

8678
Infernal Affairs

So wie Departed, nur kürzer. Vermutlich ist Scorsese der bessere Regisseur, aber so gut wie jede Szene zu übernehmen und von besseren (Nicholson) oder schlechter( eingebunden)en Schauspielern (DiCaprio) nachspielen zu lassen, ist dann schon äußerst faul.

Die Ergänzungen, mit denen Scorsese seinen Film dann auf ein US-Publikum zuschneidet, sind gewohnt kitschig.

Im Zweifel fürs Original.
It's the BIGGEST... It's the BEST
It's BOND

AND BEYOND

Re: Zuletzt gesehener Film

8679
Im Kino:
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
Und Summe eine sehr gelungene Adaption der bekannten Geschichte.

Gerade in der ersten Hälfte weicht der Film hier und da mal ein wenig von der Vorlage ab. Das ist erfrischend und sorgt halt auch für ein paar Gags. Vor allem, wie Jim nach Lummerland kommt, wird dem Publikum in der ersten Szene sofort gezeigt. Den Abschluss der ersten Hälfte bilden die Szenen in Mandala und im Kaiserpalast. Dort nimmt Lukas in bestem Bud Spencer Stil die Palastwache auseinander. Alles wirklich sehr detailreich und phantasievoll umgesetzt.

In der zweiten Hälfte des Films hält man sich sklavisch an die Vorlage. Hier kann ich lediglich den gut inzenierten Tur Tur hervorheben, dessen Scheinriesigkeit klasse und überzeugend umgesetzt wurde. Also bis zum Ende folgen kaum neue Ideen (außer der Bayerbub, aber das will ich nicht spoilern) und so geht dem Film nach hinten raus etwas die Luft aus.

Besetzung, Kulissen und Special Effects sind wirklich top. CGI auf der Höhe der Zeit.

Fazit: Erste Hälfte überrascht mit eigenen Ideen, Tempo und Detailverliebtheit 10/10. Die zweite Hälfte arbeitet die Story ab 6/10. In Summe:

7,5/10
#Marburg4ever

Re: Zuletzt gesehener Film

8680
iHaveCNit: A Ghost Story (2017)

Aus dem Bereich der Filme, die für mich einen Flashback ins Jahr 2017 darstellen, weil ich diese noch nachholen möchte, ist der Indie-Film „A Ghost Story“ von David Lowery mit Casey Affleck und Rooney Mara in den Hauptrollen. Der Film ist bei diversen großen Indie-Film-Festivals zu einem kleinen Geheimtipp avanciert. Ich kann verstehen warum, auch wenn er mich nicht vollständig eingenommen hat.

C und M sind ein liebendes Pärchen. C stirbt und wacht im Krankenbett wieder auf, diesmal mit einem Laken und Augenschlitzen bekleidet. Er zieht um das gemeinsame Haus herum und er sammelt Eindrücke von Zeit, Raum, dem Leben und auch die Trauerbewältigung seiner M.

In seiner Kürze von cirka 90 Minuten und der heutzutage sehr speziellen Optik einer 4:3-Ratio mit abgerundeten Ecken hat der Film ein sehr interessantes Konzept zu bieten, das in seinem Tiefgang, auch wenn der Film einem nur visuell und durch sehr wenig gesprochene Mono- oder Dialoge etwas an die Hand gibt, sehr viel in sich birgt. Der Film fordert den Zuschauer auf, nicht einfach nur zu schauen, sondern zu sehen und auch die tiefer gehende Thematik und Symbolik selbst zu entdecken und darüber am Ende zu diskutieren. Manch filmischer Moment wird sehr lange eingefangen und mit diesen Momenten muss man sich erst mal anfreunden. Gerade durch seinen Eindruck und seiner Thematik kann man sich den Film häufiger ansehen und immer wieder neu rein denken und in unterschiedlichen Lebenssituation immer wieder etwas anderes darin sehen und empfinden. In diversen Situationen kann einen der Film auch sehr mitnehmen und zu Tränen rühren. Darstellerisch muss ich sagen, dass ich mit dieser eher stilleren und introviertierten Art eines Casey Affleck bereits sehr viel in „Manchester by the Sea“ und nun auch hier in den wenigen Szenen anfangen und mich ein wenig mit dieser Art der Persönlichkeit identifizieren kann. Und Rooney Mara zeigt für mich wieder einmal, warum ich sie so gerne sehe.

„A Ghost Story“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

8681
Point Blank

ein eigenartiger Film mit dem großen Lee Marvin, dennoch fasziniert die wirklich eigentümliche Bildsprache mit den vielen Flashbacks. Typisch 60iger Jahre, wie ich es allerdings besonders gerne mag.
Lee Marvin spielt Walker, einen kleinen Gauner, der als Geldbote für ein Syndikat arbeitet und von seinem Buddy übers Ohr gehauen wird bzw. dieser versuchte ihn gar zu töten.
Er begibt sich auf einen durchaus intelligent ausgefeilten Rachezfeldug. Die Handlung ist relativ einlinear (denke ich da als Vergleich an "Presumed Innocence" oder an diverse John Le Carre Thriller), und leicht zu folgen. Dennoch verblüffen die Tricks vom Syndikat und Gegentricks von Walker immer wieder.
Was für mich wichtig ist, auch alle anderen Figuren - auch die schmierigsten wie dieser Autoverkäufer- sind durchaus interessant.
So ein Bösewicht wie Fairfax mit seinem Handlanger wie dem Sniper - so etwas in einem Bond-Film brächte dem einiges an Mehrpunkte in meiner Bewertung ein!
Spoiler
V.a. das Ende bleibt offen - es ist kein "Bond prügelt den Blofeld" Film.
PS: es gibt ja Gerüchte, dass B25 so ein Revenge Movie sein wird. Bond rächt die Ermordung von Maddie. Für so ein Drehbuch wäre PB eine gute "Inspirationsvorlage". Leider für Bondis wäre das Ergebnis wohl zu hirnlastig

8/10 Punkte
"There is sauerkraut in my lederhosen."
Bild

Re: Zuletzt gesehener Film

8682
iHaveCNit: Steig.Nicht.Aus! (2018)

Als dritten Film der Kinowoche 12.04.2018 ist für mich im Doppelpack von deutschem Genrekino nun „Steig.Nicht.Aus!“ abzuhaken gewesen. Hier verfilmt der deutsche Genrekino-Routinier Christian Alvart ein Remake eines spanischen Films. Als Hauptdarsteller arbeitet hier Wotan Wilke-Möhring nach „Antikörper“ zum zweiten Mal mit Alvart zusammen. Der Film entpuppt sich für mich als tolle und hochspannende Mischung aus „Nicht Auflegen“ ; „Locke“ und „Speed“ und zeigt mal wieder, dass tolles Actionthriller-Kino auch aus Deutschland kommen kann.

Carl Brendt ist ein diskreter und skrupelloser Problemlöser für eine Baufirma. Eigentlich hat er einen hilfsbereiten Überraschungsbesuch bei seiner Frau und seinen Kindern an ihrem Hochzeitstag geplant. Seine Kinder will er auf dem Weg ins Büro noch in der Schule absetzen, doch ein unbekannter Anrufer zwingt ihn und seine Kinder an das Auto fest. Im Auto sind ein paar Bomben, die er explodieren lassen will, sollten er oder seine Kinder das Auto verlassen. Als Sicherheit will der Unbekannte Carl Brendt um das gesamte Privat- und Geschäftsvermögen erpressen. Für Carl beginnt eine nervenaufreibende Tour de Force durch die deutsche Hauptstadt, die sein bisheriges Leben vollkommen auf den Kopf stellen wird.

Christian Alvart gehört für mich wirklich zu den aktuell großen Routiniers des deutschen Genrekinos durch „Antikörper“, die Schweiger-Tatorte und auch „Halbe Brüder“, die ich alle gefeiert habe. „Steig.Nicht.Aus!“ reiht sich nun auch dort ein. Die Grundidee des Films mag nicht sonderlich neu sein, wenn man sich die drei oben genannten ins Gedächtnis ruft, aber sie ist unheimlich spannend inszeniert und kann mit unglaublich starken Twists und Offenbarungen punkten. In den Nebenrollen sehen wir unter anderem Christiane Paul, Mavie Hörbiger, Fahri Yardim, usw. aber am stärksten kann ich Hannah Herzsprung als Polizistin/Sprengstoffexpertin und Emily Kusche als Tochter nennen, die hier im Bereich der Nebenrollen die beste Leistung abgeliefert haben. Wilke-Möhrings Tour De Force jedoch ist für mich neben der unglaublichen Spannung und der tollen Inszenierung mit unter anderem großartigen Plansequenzen das Highlight des Films. In der gesamten Konstruktion des Films bleibt aber einiges etwas überkonstruiert, holprig und der Film fährt teilweise im Kreis. Mit ein wenig weniger Laufzeit und die Straffung einiger Ereignisse hätte man dem Film dann mehr geholfen. Trotz allem bleibt mir bei „Steig.Nicht.Aus!“ nur zu sagen: „Geht.Da.Rein!“

„Steig.Nicht.Aus!“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Geh.Nicht.Ins.Kino!

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HCN007 hat geschrieben:iHaveCNit: Steig.Nicht.Aus! (2018)
Also der Film war ja sowas von schlecht. Man hat sich offenbar von den Neeson-Streifen der letzten Jahre inspirieren lassen. Aleksandar Jovanovic ist hier total verschenkt.
"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Zuletzt gesehener Film

8684
Zum Glück wurde der Film nicht mit Neeson inszeniert - so wäre er nur einer von vielen Neeson-Reißern. Aber wenn sowas aus Deutschland kommt, soll das nur TV-Qualität und kein Kino-Material sein ? Steig.Nicht.Aus! ist auf jeden Fall besser als einige von den jüngeren Neeson-Streifen.

Jovanovic ist halt "Bad Cop" nach dem üblichen Schema, wie es ihn zuhauf in solchen Genrefilmen gibt.

Ich hatte leider eine Privatvorstellung im Kino ! ( zum 3. Mal - war bei "The Program" und auch "Professor Marston" so !)

Ich hasse es, dass ganz Deutschland ins Kino bei deutschen Komödien reinrennt und vermutlich dank dem "Krimi-Überfluss" im TV keinen Bock auf gute Genrefilme hat.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "