Wie findet ihr Moonraker?

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2/10 - Sehr schlecht
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (1%)
3/10 - Schwach
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4/10 - Mässig
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5/10 - Durchschnittlich
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6/10 - Nicht übel
Insgesamt abgegebene Stimmen: 16 (12%)
7/10 - Recht Gut!
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8/10 - Gut!
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9/10 - Sehr gut!
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10/10 - Überragend!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 19 (14%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 138

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

#961
ProfessorDent hat geschrieben:
4. April 2020 21:00
Warum beispielsweise will Drax Bond schon so früh umbringen? So macht er sich doch nur verdächtig.
Das hat mich auch schon immer gestört. Ich würde sogar noch weiter gehen: Es ist schon sehr verwunderlich, dass Bond überhaupt gleich zu Beginn seiner Ermittlungen zum Hersteller des Moonraker-Shuttles geschickt wird.

Warum fängt er nicht in TSWLM an, auf der Werft nach Spuren zu suchen, die das U-Boot gebaut hat? Selbiges kann man sich auch in TND fragen. Und das ATAC in FYEO muss doch auch jemand gebaut haben. Die Idee finde ich schon ziemlich dämlich. Und das gilt auch für MR. Es gibt doch keine Hinweise, die auf Drax hindeuten. Außer, dass er die Shuttles gebaut hat.
Und weil ich gerade an AVTAK gedacht habe: Mit Zorin ist das auch nicht vergleichbar. Er hat immerhin die Microchips gebaut, von denen die Russen Kopien haben und um die es auch geht. In MR geht es aber nicht um die Moonrakers als solches, sondern um ein ganz bestimmtes Exemplar.

Zwar steckt am Ende tatsächlich ausgerechnet Drax dahinter, das ändert aber nichts daran, dass schon die Idee, Bond gleich zu Beginn zu Drax zu schicken, etwas absurd ist.

Mir fehlt die Ernsthaftigkeit am Ende übrigens auch. Da wird ohne Sinn und Verstand in jede Richtung mit Laserkanonen im All rumgeballert (schon schlimm genug!) und keiner scheint zu wissen, was er gerade tut und wer überhaupt der Feind ist. Aber beim 1979er-Publikum ist das sicherlich gut angekommen.
"Whoever she was, it must have scared the living daylights out of her."

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

#962
Der Moonraker ist verschwunden und es gibt keine Spuren. Bond fängt folglich seine Ermittlungen in der Produktionsstätte an, das ist doch logisch. Wo hätte er denn sonst beginnen sollen?

Der Anschlag ist natürlich dämlich und auch das arrogante Verhalten von Drax. Anderseits hat Bond da längst Verdacht geschöpft, er kennt halt seine Pappenheimer. Mich hat das nie gestört.
Vorfreude ist die schönste Freude

#Marburg2020

Though this be madness, yet there is method in’t
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Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

#963
Henrik hat geschrieben:
5. April 2020 08:11

Zwar steckt am Ende tatsächlich ausgerechnet Drax dahinter, das ändert aber nichts daran, dass schon die Idee, Bond gleich zu Beginn zu Drax zu schicken, etwas absurd ist.
Obwohl mich das nicht wirklich stört, hätte ich auch statt Venedig ganz gerne eine Szene / Sequenz in Kanada bei der Absturzstelle gesehen (zB in Québec City oder Nova Scotia). Das dann vor LA/ Drax‘s Domizil. Und Venedig hätte man dann weglassen können, bzw. den wichtigen Storyinhalt auf Kanada / USA / Brasilien verteilen können.
Vorspiel ist das schönste Spiel

#Marburg2020

Zum Glück musste Moore das nicht mehr erleben.
Revoked

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

#964
DonRedhorse hat geschrieben:
5. April 2020 09:40
Der Moonraker ist verschwunden und es gibt keine Spuren. Bond fängt folglich seine Ermittlungen in der Produktionsstätte an, das ist doch logisch. Wo hätte er denn sonst beginnen sollen?
Man hätte den Film ganz anders anfangen können. Wie Revoked schon schrieb, man hätte Bond auch zunächst zur Absturzsstelle schicken können.

Wie ich schon geschrieben habe, die Idee, Bond ausgerechnet zu Drax zu schicken, ist schon reichlich absurd. Es mag ja sein, dass es im Film keine anderen Spuren gibt (ist das überhaupt eine richtige "Spur"), das entschuldigt aber nicht dafür, dass man den Film überhaupt so dämlich aufgebaut hat. Es liegt doch bei den Autoren, eine vernünftige Story zu schreiben. Das hat hier nicht gut funktioniert.

Wie man es besser macht, zeigt TB, der auch ähnlich beginnt (Entführung eines Flugzeugs mit Atombomben statt eines Space Shuttles). Wer zur Besatzung gehört, ist bekannt, Bond kann aber bestätigen, dass einer, der angeblich an Bord war, getötet wurde; das bringt Bond zu Domino.

Okay, dass Bond ein Besatzungsmitglied zufällig vorher im Sanatorium tot aufgefunden hat, ist auch ein großer Zufall. Das ist aber nicht absurder als in anderen Filmen auch. In MR wirkt mir das zu gezwungen.

Und selbst wenn ich es toleriere, dass Bond sofort zu Drax geschickt wird, so sagt es mir trotzdem nicht zu, dass er am Ende auch der Böse ist. Er kann ruhig mit seinen Ermittlungen bei Drax beginnen. Aber Drax auch als den Hauptbösewicht? Das muss nicht sein. Etwas langweilig.

Das entführte Moonraker-Shuttle wird am Ende nur noch in einem Satz erwähnt. Auch etwas öde.
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Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

#965
Gut, man hätte das bestimmt geschickter lösen können. Aber das ist typisch in Bondfilmen, daher stört es mich nicht. Es gibt ja viele Beispiele, die genauso unsinnig sind: der Chip in AVTAK, der auf Zorin verweist, die Blutdiamanten in DAD, die mit Graves in Verbindung gebracht werden, die Munition in SF, die zu Patrice führt, der Schnipsel auf dem Mikrofilm auf Stromberg usw.
Vorfreude ist die schönste Freude

#Marburg2020

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Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

#966
ProfessorDent hat geschrieben:
4. April 2020 21:36
Für mich ist die Weltraum-Episode Klamauk und der passt weder zu meinem Verständnis eines Bondfilms noch zum Rest von MR. Diese dämliche Bekehrung vom Beißer innerhalb weniger Sekunden und seine Affäre beispielsweise sind mir, wie die gesamte Weltraum-Episode, eine Spur zu überdreht, zu over-the-top und zu weit weg von einem halbwegs realistischen Spionagefilm.
Am schlimmsten finde ich in MR die "Weltraumschlacht" mit den wild umherfliegenden Astronauten. Mag ja sein, dass das damals im Kino jemanden beeindrucken konnte, aber zumindest aus heutiger Sicht wirken diese Szenen total lächerlich.

Anders ausgedrückt könnte man auch sagen, dieser Teil von MR ist extrem schlecht gealtert.

Andere Szenen wie die Jagd oder die Gasmasken-Sequenz in Venedig finde ich hingegen sehr gelungen und gehören zu den besten der ganzen Reihe.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

#967
DonRedhorse hat geschrieben:
5. April 2020 15:11
Gut, man hätte das bestimmt geschickter lösen können. Aber das ist typisch in Bondfilmen, daher stört es mich nicht. Es gibt ja viele Beispiele, die genauso unsinnig sind: der Chip in AVTAK, der auf Zorin verweist, die Blutdiamanten in DAD, die mit Graves in Verbindung gebracht werden, die Munition in SF, die zu Patrice führt, der Schnipsel auf dem Mikrofilm auf Stromberg usw.
An AVTAK hatte ich auch schon gedacht.

In AVTAK will der Hersteller von Microchips Silicon Valley zerstören, um seine Konkurrenz auszuschalten. Das ist Grundsätzlich plausibel, wenn auch hoffentlich nicht die Regel. Es baut aber auf dem auf, was wir von Anfang an über Zorin wissen, weshalb Bond auch auf ihn angesetzt wurde (und damit meine ich nicht seine Doping-Betrügereien bei den Pferderennen)

In MR hingegen will der Hersteller von Weltraumfahrzeugen die Menschheit vernichten, um eine neue Superrasse zu züchten. Das ist nochmal ein ganz anderes Kaliber und passt letztendlich nicht so gut zu dem zusammen, was wir vorher gesehen haben. Keineswegs vergleichbar mit AVTAK.

Schon bevor ich deinen Beitrag gelesen hatte, ist mir allerdings TSWLM durch den Kopf gegangen und ich muss sagen, dass ich das ziemlich perfekt finde. Zuerst sucht Bond nur ein verschollenes U-Boot. Dafür muss er aber die Pläne des U-Boot-Ortungssystems aufspüren. Letztendlich erweist sich die Sache als sinnlos, aber dabei stößt er auf eine Spur, die ihn schließlich zu Stromberg führt, der die halb Menschheit vernichten will. Und hier schließt sich der Kreis. Es war Stromberg, der das verschollene U-Boot entführt hat. In TSWLM knüpft ein Handlungsstrang an den nächsten an.

Auch dauert es ein wenig, bis Bond aka Robert Sterling erstmalig auf den Bösewicht trifft.

In MR ist Bond hingegen die ganze Zeit an Drax dran. Das verschollene Moonraker-Shuttle, was Bond eigentlich aufspüren sollte, wird am Ende des Filmes nur noch in einem Satz erwähnt und spielt letztendlich keine Rolle mehr. In TSWLM hingegen spielen die entführten U-Boote noch am Ende eine zentrale Rolle.

Aber es ist schon erstaunlich, wie sehr zwei Werke desselben Regisseurs, nur zwei Jahre hintereinander, mit dem selben Hauptdarsteller und einer vergleichbaren Story einen so unterschiedlichen Eindruck hinterlassen können. Während TSWLM für mich ein klarer Fall für 10/10 Punkten ist, dümpelt MR irgendwo bei 4/10 rum.
Zuletzt geändert von Henrik am 6. April 2020 05:57, insgesamt 1-mal geändert.
"Whoever she was, it must have scared the living daylights out of her."

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

#968
Stimmt, bei TSWLM ist das gut gelöst.

Ich sehe den Unterschied zwischen TSWLM und MR nicht (mehr) so extrem, aktuell 10 zu 8 Punkten. Aber MR ist längst nicht so elegant inszeniert wie TSWLM, der Flow fehlt etwas, obwohl auch gute Szenen vorhanden sind (eigentlich der komplette Anfang einschließlich bei Drax, der Kampf in Venedig und das Labor, Brasilien und Amazonas finde ich eher schwach, der Weltraum ist top (bis auf das Lasergeballer).
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