Wie findet ihr SPECTRE?

1/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
2/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (3%)
3/10 (Keine Stimmen)
4/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (2%)
5/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
6/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 9 (8%)
7/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 15 (13%)
8/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 24 (21%)
9/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 31 (27%)
10/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 24 (21%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 116

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3511
Ja, die Szene wirkt im Film auch von der Stimmung her, als ob sie direkt nach dem Showdown stattfindet. Was sie aber laut Drehbuch nicht tut.

Mir gehen immer mehr die Argumente aus, weswegen mir SP so gut gefällt...
Don‘t you bet that you‘ll ever escape me
Once I put my sights on you
Got a licence to kill
And you know I‘m going straight for your heart

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3512
Sehe das prinzipiell wie Hille. Das ist einfach eine Variante des klassichen Bond Elements: Am Ende ist Bond mit dem Girl zusammen und zieht davon.
Es ist aber eine Variante davon da man sich wohl offen lassen wollte, dass dies wirklich ein Abschied für Craig ist und man wohl auch noch eine kurze Q/Bond Szene um den DB5 einbauen wollte.

Ich glaube, - auch wenn ich dieses inflationäre GImmick nicht mag - dass die Endszene so wie sie ist ideal für eine Post-Credit Szene gewesen wäre. So wirkt sie
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3513
GoldenProjectile hat geschrieben:
11. Mai 2020 17:35
Das hätte irgendwie besser geklappt wenn Bond und Girl direkt ab der Brücke aufgebrochen wären. Dadurch dass Bond erst von der Brücke davonläuft (was schon etwas "Endgültiges" hat und gut als Filmende gepasst hätte) und dann noch dieses Davonfahren mit dem Ich-kann-ihn-nicht-mehr-sehen-Aston-Martin-DB5 kommt hat das auf mich immer wie ein seltsames Anhängsel gewirkt.
Volle Zustimmung.
Casino Hille hat geschrieben:
11. Mai 2020 14:17
Wenn man so will ist das eine Abwandlung der Classic Bondfilme: Bond und das Girl sind gemeinsam vereint und fahren in den Sonnenuntergang (bzw. ins nebelige Schietwetter von London).
Das kann ich auch erst einmal nachvollziehen. Allerdings gab es eine vergleichbare Szene doch schon auf der Westminster Bridge kurz zuvor. Eine etwas unnötige Dopplung, die mich mehr stört, als das sie hilft.

Ob sich Bond und Maddie in der letzten Szene des Filme in die Arme fallen und der Film dann endet oder sie danach noch gemeinsam im DB5 sitzen macht doch erste einmal keinen Unterschied. Von der Stimmung her ist die Westminster Bridge-Szene jedenfalls das bessere Ende des Films.



Für mich sieht die DB5-Szene auch so aus, dass sie früh morgens spielt.

Ich war damals im Kino auch überrascht, dass nicht der Abspann begann.
"Whoever she was, it must have scared the living daylights out of her."

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3514
After Credit Szenen sind der größte Schwachsinn aller Zeiten (außer in Lethal Weapon 3). Das Ende von SP finde ich grundsätzlich nicht verkehrt, das Pacing ist theoretisch identisch mit Skyfall. Der Konflikt endet, dann folgt eine kurze Dialogszene, abschließend ein Abgang mit Fanfaren. Das Pacing war in SF vielleicht etwas ausgewogener, aber für sich genommen ist der Aufbau identisch.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3515
Dann gebe ich mal meinen Senf zu Spectre.

Ich muss zugeben, dass ich mir noch nicht den ganzen Thread durchgelesen habe. Aber was ich gelesen habe, war kontrovers. Die Bewertungen sind demgegenüber sehr positiv, ist mein Eindruck.

Ich selber habe den Film noch nicht bewertet. Wobei, man kann seine Bewertung wieder ändern, oder?

Ich habe gerade wieder bei YT rumgeklickt und bin überrascht, wie schlecht dieser Film wegkommt. Ja, über Waltz' Performance kann man vielleicht streiten. Wobei die Rolle, denke ich, extrem schwierig ist. Mich hat zumindest noch kein Blofeld-Darsteller so richtig überzeugt.

Besonders wird der Sepia-Look kritisiert, der den Film durchzieht. Kann ich nachvollziehen. Allerdings unterstreicht das ja die hochsymbolische Dimension, die den ganzen Film durchzieht (Sepia als Hinweis auf Blofelds Wüste).

Bondfilme transportieren immer auch Metabotschaften - wie jeder Film. Mal subtil, bei Spectre mit dem Holzhammer. Ich habe damit kein Problem.

Ich finde Spectre unterhaltsam und es gibt einige sehr coole und auch einige herausragende Szenen. Besonders natürlich die PTS, das ist schon mega zusammen mit dem Intro. Auch die Szenen in Rom finde ich stark und die Folterszene (auch da liegt unter der Oberfläche der Erzählebene wieder jede Menge Symbolik).

Ich finde die Stiefbruder-Geschichte passend. Erinnert mich an Mose und Ramses bei den 10 Geboten. Bond und Blofeld erscheinen hier als zwei Seiten einer Medaille.

So, aber wenn der Film (wie schon SF) so sehr mit dem Holzhammer auf eine Metaebene verweist, dann ist es für die Bewertung des Films umso wichtiger, das zu verstehen: was will uns der Film eigentlich sagen?

Und da wird es dann, wie ich finde, schwierig. Ich finde da auch SF sehr fragwürdig.

Da ist es das eine, dass Spectre ein "Ort ohne Gnade" ist. Das wird exemplifiziert bei der Einführung von Mr. Hinx. Bond als Antagonist hat dagegen "die Lizenz, nicht zu töten".

So weit, so schön. Gnade ist toll. Spectre ist aber nicht nur ein gnadenloser Ort, sondern repräsentiert auch Internationalität. Menschen aus allen Nationen sind da zusammen. Auch bei C's Mission geht es im Grunde um internationale Kooperation und multilaterale Vertrauen.

Meine Interpretation ist, dass Spectre hier den Brexit deutet. Aber das kann ja nur schiefgehen.

Und unabhängig davon, ob ihr dieser Deutung zustimmen könnt, ist es leider sehr fragwürdig, Internationalität und Gnadenlosigkeit erzählerisch miteinander zu verbinden.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3516
Eine sehr interessante Interpretation von dir, Hinx. Vor allem weil deine Deutungen bzgl Metaebene in der Form hier wenig diskutiert wurden.
Bei mir ist SP sehr tricky zu bewerten: wenn ich alle Fakten zusammen nehme, dürfte mir der Film eigentlich nicht besonders gefallen. Aber aus irgendeinem Grund schwankt er bei mir immer zwischen 9-10 Punkten, weil er mich emotional mitreißt.
Don‘t you bet that you‘ll ever escape me
Once I put my sights on you
Got a licence to kill
And you know I‘m going straight for your heart

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3517
MrHinx hat geschrieben:
16. Juli 2020 10:01
Gnade ist toll. Spectre ist aber nicht nur ein gnadenloser Ort, sondern repräsentiert auch Internationalität. Menschen aus allen Nationen sind da zusammen. Auch bei C's Mission geht es im Grunde um internationale Kooperation und multilaterale Vertrauen.
Die Brexit-Parallelen sind in der Tat erkennbar, wobei SP sicherlich eher weniger den Brexit als solchen verhandelt, aber stark von der britischen Mentalität geprägt ist, die in Teilen auch im Brexit deutlich geworden ist. Beispielsweise behandelt auch der 2007 erschienene Film "Hot Fuzz" bereits die britische ländliche Ideologie, die den Brexit so in der Form überhaupt erst ermöglicht hat – und das obwohl Regisseur Edgar Wright zum damaligen Zeitpunkt vom bevorstehenden Austritt der Briten aus der Europäischen Union noch gar nichts gewusst haben kann. SP passt in den britischen Zeitgeist des Jahres 2015, da bleiben Verknüpfungen mit der Stimmung der Nation kurz vorm Brexit natürlich nicht aus. Wie man da persönlich zu steht, ist eine andere Frage, aber sicherlich sind selbst verhältnismäßig simple Unterhaltungsfilme wie die James Bond Filme immer auch ein Spiegel gesellschaftspolitischer Entwicklungen. Da machen die Filme von Sam Mendes keine Ausnahme.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3518
Jedenfalls atmet SP für mich den Geist des Brexit. Ich finde ihn regressiv.

Aber immerhin ist SP dabei sehr unterhaltsam. SF finde ich schlimmer. Aber auch konsequent: Bond ist nicht up to date, dafür scheitert er auch am Ende 😁 . Ich meine, Bond war eigentlich immer progressiv. Bei TMWTGG etwa hat Skaramanga keine Ahnung, obwohl ihm die Anlage gehört. Bond hat sofort den Durchblick und erklärt seinem Gegenspieler die technischen Zusammenhänge.