Jahresrückblick 2025

1
Ich mach mal den Anfang.

Das Positive zuerst: Das Filmjahr 2025 war ein deutlich besseres als das mittelprächtige Vorjahr. Wenn allerdings von 61 Kinobesuchen nur 47 auf neue Filme fallen, wobei auch noch 14 Wiederholungssichtungen abgezogen werden müssen, dann spricht das nicht unbedingt für qualitative Breite. Immerhin waren 12 davon absolut sehenswert.

Andererseits ist es auch schön, vermehrt alte Klassiker und Perlen einmal oder wieder auf der großen Leinwand zu sehen (wo sie hin gehören). Dieser Trend kann gerne ausgebaut werden.

Aber genug geschwafelt, kurz und knackig:

TOP (10-8,5)

1 F1
In Story, Dramaturgie und Figuren stark an „Top Gun: Mavericvk“ angelehnter Formel 1-Kracher, der mit spektakulären Rennszenen und einem fantastischen Sounddesign aufwarten kann. Mit Brad Pitt sitzt der andere noch verbliebene Filmsuperstar im Cockpit und rast ähnlich erfolgreich der Angepasstheit und Stromlinienförmigkeit der Gegenwart davon. Ein Blockbuster alter Schule und vor allem deshalb sehenswert. (9,5/10)

1 Weapons
Der neue Horror-Guru Zach Cregger schnürt nach „Barbarians“ die nächste Wundertüte und liefert beim Genre-Triumvirat aus Spannung, Atmosphäre und Sounddesign gnadenlos ab. Die clever arrangierte Kapitelstruktur gepaart mit elegischen Cinemascope-Aufnahmen hievt das Mystery-Drama meilenweit über die Horror-Konkurrenz mindestens des aktuellen Kinojahres, (9,5/10)

3 One battle after another
Regie-Nerd Paul Thomas Anderson geht in die Offensive. Mit Superstar Leonardo DiCaprio und einem groß aufspielenden Sean Penn vor restaurierten Vista Vision Kameras, entfesselt er ein enorm unterhaltsames und überraschend humorvolles Konglomerat aus bissiger Gesellschaftssatire, spannendem Actionthriller und zu Herzen gehenden Familiendrama. (8,5/10)

4 Like a complete unkown
Faszinierendes Biopic über die frühen Jahre der Folk- und Rocklegende Bob Dylan, in dem Timothy Chalamet eine grandiose audiovisuelle Metamorphose gelingt, die zudem den Menschen hinter der geheimnisvollen Starpersona sichtbar werden lässt, ohne dabei ihre Rätselhaftigkeit zu entzaubern. (8,5/10)

5 Blood & Sinners
Orgiastischer Mix aus Horror-, Gangster-, Action- und Historien-Film von Blockbuster-Regisseur Ryan Coogler, der die DNA afroamerikanischer (Musik-)Kultur in einem Mainstream-Rahmen verhandelt, den er permanent sprengt. Fulminant. (8,5/10)

6 Superman
James Gunn gelingt die lang ersehnte Frischzellenkur im staubig-drögen DCU mit einem popartigen Geniestreich. Sein Superman ist bunt, witzig, schräg und grundsympathisch. Der Muff der Snyder-Ära wirkt wie aus einem längst vergessenen Paralleluniversum. (8,5/10)


FINE (8/10)

7 Ballerina
Gewohnt stylisches, einfallsreiches und druckvolles Dauerfeuerwerk aus dem Hause John Wick, bei dem Ana de Armas als titelgebende „Ballerina“ eine ausgezeichnete Figur auf dem Action-Parkett macht. (8/10)

8 Predator: Badlands
Dan Trachtenberg beweist auch in seinem zweiten Sequel aus dem Predator-Kosmos sein untrügliches Gespür für DNA und Essenz der Serie. Wie bei PREY bläst er mit vergleichsweise radikalen Ideen - der Predator als Held im Kampf gegen nicht-menschliche Gegner - ordentlich frischen Wind in das Franchise. (8/10)

9 Der Graf von Monte Christo
Kongeniale Umsetzung der berühmtesten Revenge-Story der Literaturgeschichte, die mit elegischer audiovisueller Wucht, famosen Darstellern und einer perfekt getakteten Dramaturgie dem klassischen Abenteuerkino eine moderne Referenz erweist. (8,5/10)

10 Juror #2
Die vermeintlich letzte Regiearbeit Clint Eastwoods bestätigt noch einmal die Ausnahmestellung der Filmlegende. Das unprätentiös inszenierte Justizdrama besticht durch kluge Sezierung menschlicher Moral-Dilemmata und einen kritischen Blick auf systemische Schwächen des amerikanischen Rechtssystems. Selbstreflexive Denkanstöße für den Zuschauer gibt es gratis dazu. (8/10)

11 Caught Steeling
Regisseur Darren Aronofsky findet in dieser Hommage an seine Heimatstadt NYC endlich wieder zu alter Form zurück. Die gekonnt zwischen Heiterkeit, Melancholie und Brutalität sowie zwischen Thriller, Krimi und Drama mäandernde Milieustudie wird durch ihren gewohnt charismatischen Hauptdarsteller Austin Butler nicht nur zusammen gehalten, sondern zusätzlich aufgewertet. (8/10)

12 Thunderbolts*
In seiner Fokussierung auf menschliche Empfindungen und praktische Effekte unerwartet effektiver und kompakter Superheldenfilm aus dem zuletzt arg orientierungslos wirkenden Marvel-Universum. Eine klar erkennbare Erdung, eine starke Darstellerriege sowie eine konsequent durchgezogene Düsternis nähren die Hoffnung auf eine erfolgreiche Kursänderung. (8/10)
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NOT BAD (7/10)

13 Tron: Ares
Auch der dritte TRON-Film ist ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk, bei dem die redundante und wenig tiefschürfende Science-Fiction-Handlung kaum stört. Die Industrial-Rocker Nine Inch Nails liefern einen fantastischen Score, der den temporeichen Film kongenial vertont und vorantreibt. Ein Film für Fans und die große Leinwand. (7/10)

14 The Accountant 2
Sequel des Sleeper-Hits um einen autistischen Doppelberufler, das einen lockereren Ton anschlägt und durch seine Buddy-Movie-Ausrichtung neue Facetten der Hauptfigur offenlegt. Mit Ben Affleck und Jon Bernthal als ungleiches Brüderpaar passgenau besetzt. (7/10)

15 Jurassic World: Die Wiedergeburt
Siebter Ableger der profitablen Saurier-Saga, der sich wieder mehr an Steven Spielbergs Original orientiert. Das gelingt vor allem hinsichtlich Cast, Optik und Rhythmus, in punkto erzählerischer und charakterlicher Tiefe hat das durchaus unterhaltsame Sequel aber noch Spielraum zur Optimierung. (7/10)

16 Drop – Tödliches Date
Ein Film, der schmerzlich bewusst macht, wie sehr dem Kino das in den 90ern so populäre Thriller-Kino fehlt. Eine zwar überzeichnende aber ungemein spannende und unterhaltsame Genre-Perle für den kleinen Hunger zwischendurch. (7/10)
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OKAY (6,5-5,5/10)

17 The Running Man
Neuauflage des dystopischen Schwarzenegger-Klassikers nach Stephen King, die zwar ambitionierter und vorlagentreuer daherkommt, aber aufgrund Edgar Wrights plakativer und angestrengter Regie weniger Spaß macht. Immerhin unterstreicht Glen Powell erneut seine Leading Man Qualitäten und empfiehlt sich für weitere Action-Aufgaben. (6,5/10)

18 Nobody 2
Sequel der erfolgreichen Action-Komödie von 2021, die ähnlich böse, schrill, brutal und cartoonesk daherkommt. Das formelhafte Skript wird durch die bestens aufgelegten Darsteller um Bob Odenkirk und Connie Nilsen weitestgehend wett gemacht. (6,5/10)

19 Mission Impossible: The Final Reckoning
Ethan Hunts vermeintlich letzte Mission verläuft holpriger als gewohnt. Eine nachträgliche serielle Klammer sowie eine zu elaborierte Hommage an Reihe und Star gehen auf Kosten lieb gewonnener DNA-Stränge. Aber wenn es zur MI- Kernkompetenz kommt, geben sich Cruise und Co keine Blöße. Spektakulärere Stunts in Ausführung, Choreographie und Unterhaltungswert wird es auf Jahre hinaus nicht mehr geben. (6,5/10)

20 Fantastic Four: First Steps
Erfrischend altmodischer Superheldenspaß, der auf familiäre Werte, ein fantastisches, retrofuturistisches Design und Everybody´s Schauspiel-Darling Pedro Pascal setzt. In Handlung und Botschaft ein wenig zu simpel, ist der bewusst positive Anstrich dennoch auch für Marvel der richtige Schritt in zunehmend unsicheren Superhelden-Zeiten. (6,5/10)

21 Ich weiß, was du letzten Somme getan hast
Neuauflage des Teenie-Slasher-Hits von 1997, die ähnlichen Stärken und Schwächen wie das Vorbild aufweist und ebenfalls besser ist als sein Ruf. Nicht ganz die Frischzellenkur wie beim Reboot des Genre-Flaggschiffs „Scream“, aber auch dieses Schicksal teilt er mit dem Original. 6,5/10

22 Karate Kids: Legends
Reboot der durch „Cobra Kai“ zu neuen Kult-Ehren gelangten „Karate Kid“-Saga, die wenig neues zu erzählen hat, das aber charmant und mit einer ordentlichen Nostalgie-Brise bewerkstelligt. Auch wenn ein neuer Kämpfer den Ring betritt und sich dort mehr als wacker schlägt, ist das eigentliche Highlight das Bonding der betagten Senseis Ralph Macchio und Jackie Chan. (6/10)

23 A working Man
Eines muss man Jason Statham lassen, er hält als einziger die Fahne des puristischen Actionfilms hoch. Da verzeiht man ihm auch mal wieder einen minder begabten Regisseur und ein austauschbares Drehbuch. 6/10

24 Good Fortune
Fluffige Dramödie mit Fantasy-Topping, die die gesellschaftlichen Ungleichheiten in Los Angeles so amüsante wie charmante Weise zugleich anprangert und offenlegt. Keanu Reeves als Engel und Seth Rogen als Tech-Millionär nehmen sich eine Auszeit von knallharter Action und überdrehter Comedy und sorgen für eine durchgängig entspannte Feelgood-Stimmung. 6/10

25 Die drei ??? – Der Karpatenhund
Gelungene Adaption des Hörspiel-Klassikers mit Liebe zu Detail und Fan-Erwartungen. Ein erkennbar konstruiertes USA-Setting und das nicht immer natürliche Spiel mancher Darsteller trüben den Spaß aber ein ums andere Mal. 6/10

26 Avatar: Fire and Ash
Dritter Pandora-Ausflug von Blockbuster-Garant und Meisterregisseur James Cameron, der allerdings unter verblüffender Ideenarmut und erzählerischer wie dramaturgischer Redundanz leidet. Die erneut bahnbrechenden visuellen Effekte sowie kompetent inszenierten Actionszenen können diese Defizite nicht ausreichend kaschieren. 5,5/10

27 Die nackte Kanone
Unterhaltsamer aber überflüssiger Zwitter aus Sequel und Reboot des anarchischen Komödien-Klassikers, bei dem der spätberufene Actionstar Liam Neeson ungeahnte komödiantische Fähigkeiten offenbart, ohne aber die Meisterschaft seine Vorgängers Leslie Nilson ernsthaft angreifen zu können. 5,5/10

28 Criminal Suqad 2
Sequel zum Testosteron-Kracher von 2018, das den rauen Action- und Proll-Primat des Vorgängers in Richtung Heist-Thriller und mondäner Exklusivität verschiebt. Der dadurch entstehende Druckabfall wird immerhin von der Buddy-Chemie zwischen Gerard Butler und O’Shea Jackson junior abgefedert. 5/10

29 The Amateur
Zweiter Film, der die Lücke des mittelpreisigen Thriller-Kinos zu schließen versucht, aber nicht über solide Genre-Kost hinauskommt. Dem interessante Cast um Rami Malek und Laurence Fishburne wären eine cleverer konstruierte Handlung und mehr Figurentiefe zu wünschen gewesen. 5/10
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FLOP (4,5-3/10)

30 Captain America: Brave new world
Marvels Versuch über einen geerdeten Ansatz nach dem Vorbild des entsprechend geadelten zweiten Captain America-Abenteuers in die Erfolgsspur zurückzufinden, verpufft weitestgehend in einer Dunstglocke aus Redundanz und Beliebigkeit. Der im Film an den Titelhelden gerichtete Satz „Sie sind nicht Steve Rogers“ bringt dabei das zentrale Dilemma des Films ungewollt auf den Punkt. (4,5/10)

31 Mickey 17
In seiner thematischen Ausrichtung zu oberflächlich und seiner kritischen Anlage zu zahnlos geratene SiFi-Satire auf aktuelle, sozial-gesellschaftliche Missstände. Von „Parasite“-Macher Bong Joo-ho darf man angesichts einer lediglich relativ unterhaltsamen Dystopie-Groteske durchaus enttäuscht sein. (4/10)

32 28 years later
Mit plakativer Gesellschaftskritik, optischen Gimmicks und einer kruden, langweiligen Handlung nervendes zweites Sequel zum Zombie-Klassiker von 2002, dessen derbe Gewaltspitzen ähnlich gewollt wirken, wie die Verwendung eines Smartphones als Kamera. Danny Boyles Rückkehr zu seinen frühen Horror-Tagen ist damit mehr Ärgernis als Ereignis. (3/10)
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Außer Konkurrenz 1: Wiederaufführungen

5 Mal 9,5-10 Punkte und damit besser als alles ab Platz 3:

1 The Breakfast Club (1985)
Noch immer der beste Teenie-/Highschool-Film aller Zeiten (10/10)

2 Der weiße Hai (1975)
Noch immer DIE Blaupause für den modernen Blockbuster (10/10)

3 Zurück in die Zukunft (1985)
Noch immer der beste Spielberg-Film, den er nicht selbst inszeniert hat (10/10)

4 Halloween (1978)
Keiner kann mehr Atmosphäre mit so wenigen Mitteln wie John Carpenter (9,5/10)

5 Cliffhanger (1993)
Noch immer bester Die Hard-Flm außerhalb der Reihe (mit Sly Stallone) (9,5/10)

6 Sieben (1995)
Serienkiller-Meilenstein mit Vorbildcharakter (9/10)

7 Fargo (1996)
Paradebeispiel für das Coen-Genre (8,5/10)

8 Red Heat (1988)
Keiner kann mehr Lakonie als Walter Hil (mit Arnold Schwarzenegger) (8,5/10)

9 Schöne Bescherung (1989)
Man muss Chevy Chase mögen, dann wird man reich beschenkt (8/10)

10 Sie leben (1988)
Große Spätform von John Carpenter (8/10)

11 Lola rennt (1998)
Deutscher Klassiker mit Altersspuren (6,5/10)

12 Star Wars Episode 3 – Die Rache der Sith (2005)
Später TikTok-Ruhm des immerhin besten Prequels (6/10)
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Außer Konkurrenz 2: Special Interest

1 Depeche Mode: M
Visuell berauschendes Konglomerat aus drei Mexico-City Konzerten der Memento Mori-Tour, das mit Schnipseln zum mexikanischen Totenkult sowie der dortigen Fankultur ein faszinierendes Gesamtkunstwerk ergibt. (8,5/10)

2 Taylor Swift: Fate of Ophelia Album Release
Mehr Werbevideo als Musikfilm, das allerdings interessante Anekdoten zu den neuen Songs bereithält, die zudem vom Sounddesign der Kinosäle profitieren. (6/10)
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Jahresrückblick 2025

2
vodkamartini hat geschrieben: 2. Januar 2026 16:43
2 Taylor Swift: Fate of Ophelia Album Release
Mehr Werbevideo als Musikfilm, das allerdings interessante Anekdoten zu den neuen Songs bereithält, die zudem vom Sounddesign der Kinosäle profitieren. (6/10)
Du überrascht... oder sollte ich sagen: "irritierst"? :-)
Spaß beiseite. aber wirklich überraschend.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Jahresrückblick 2025

3
Dann versuche ich mich jetzt mit meiner Top-und Flop-Liste letzten Jahres.

„Companion- Die perfekte Begleitung“:
Mal eine etwas neuere Idee. Es wäre allerdings gut, so wenig wie möglich über den Film zu wissen. Vielleicht hat er mir darum so gut gefallen, weil ich überhaupt keinen Plan hatte wohin die Reise in diesem Film hingeht.

8 von 10 Punkten


„Frankenstein“:
Hatte ja Bedenken, wegen dem von mir verhassten Waltz, der kam hier aber zum Glück nicht so viel vor. Ansonsten hat der Film mich auch super unterhalten und war grandios gespielt.

8 von 10 Punkten


„Mr. No Pain“:
Wieder eine neue frische Idee, und wieder mit Jack Quaid.
Nichts für schwache Nerven, aber ich fand den mega unterhaltsam, mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humor.

8 von 10 Punkten


Die nackte Kanone
Der einzige Film, den ich letztes Jahr im Kino gesehen habe. Kommt natürlich nicht an die alten Filme heran, aber war überraschend sympathisch und es gab genug Momente wo ich mich schiefgelacht habe.
Liam Neeson beweist sein Talent für Comedy.

7,5 von 10 Punkten


„Deep Cover“:
Auch überraschend witzig, vor allem Orlando Bloom habe ich selten so lustig gesehen.
Vielleicht manchmal etwas albern, aber trotz allem spaßig.

7,5 von 10 Punkten


„Mickey 17:
Hatte schlimmeres erwartet. Manchmal etwas überdreht, aber Robert Pattinson war echt genial.

7 von 10 Punkten

„Superman“:
Anfangs war ich etwas verwirrt, weil man direkt in die Handlung hineingeworfen wird, und ich die meisten anderen Superhelden in dem Film gar nicht kannte.
Hat aber trotzdem Spaß gemacht.
Gibt sicherlich bessere „Superman-Filme“ aber auch bedeutend schlechtere.

7 von 10 Punkten


„Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery“:
Deutlich besser als der zweite Teil. Allerdings war mir der ganze Plot etwas zu verfrachtet, sodass ich die ganze Auflösung schon wieder vergessen habe.
Wer jedoch die oder der Täter war, war mir dann auch etwas zu vorhersehbar.
Trotz allem, konnte man sich mal ansehen.

6,5 von 10 Punkten



„Freakier Friday“:
Ich liebe ja den ersten Teil. Diese Fortsetzung hatte einige nette Ideen, war mir aber insgesamt etwas zu albern. Immerhin konnte man sehen, dass Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan wieder tierisch Spaß in ihren vertauschten Rollen hatten.
Und der Film war zumindest nicht langweilig

6 von 10 Punkten

„Mission: Impossible 8: The Final Reckoning“:
War mir dann doch alles zu verwirrend und weit hergeholt.
Die Stunts und Actionszenen waren wieder grandios, aber irgendwann wurde mir dann doch alles zu übertrieben, und das Team konnte mir kaum egaler sein.

5 von 10 Punkten



„After the Hunt“:
Hatte schon etwas Bedenken, wegen den eher schlechten Kritiken, und wirklich der Film ist nicht besonders gut.
Am Anfang wird mal wieder alles so groß aufgebaut, alles in die Länge gezogen und am Ende die wichtigen Sachen mit einem Nebensatz nur kurz erwähnt.
Einzigallein die tollen Leistungen von Julia Roberts und Andrew Garfield waren sehenswert.

4,5 von 10 Punkten

„Der Graf von Monte Cristo“:
Ich kenne von den vielen Verfilmungen nur die mit Jim Caviezel.
Auch wenn diese hier deutlich länger ist, wurde in der mit Caviezel alles viel besser erklärt.
Diese hier hat sich zu lange mit unnötigen Sachen beschäftigt und sich nicht mit den wirklich wichtigen Dingen befasst.
Von daher eine ziemlich schwache Verfilmung.

4 von 10 Punkten

So das war mein Jahresrückblick. Bestimmt habe ich noch irgendwelche Filme aus letztem Jahr vergessen, aber das kann ich verschmerzen.
"Verstehen Sie mich nicht falsch es ist nichts persönliches, es ist was rein geschäftliches."

Re: Jahresrückblick 2025

4
Dann will ich die schöne Tradition auch mal fortführen. Wie immer gilt bei mir: alles an Filmen der letzten beiden Jahren was ich im abgelaufenen Jahr (erstmals) geschaut habe kommt in die Wertung. Insgesamt sind das dann 21 Filme, was mein unterjähriges Gefühl bestätigt, kaum neue Filme geschaut zu haben, da ich seit meinem Aufzeichnungsbeginn 2012 nur in zwei Jahren weniger neue Filme geschaut habe (mit je 20). Qualitativ stellt die durchschnittliche Punktzahl von 6,64 immerhin den viertbesten Wert seit 2012 dar. Das relativiert sich bei genauerer Betrachtung der Notenverteilung aber durchaus, da es kaum Ausreißer nach unten (lediglich ein Film unter 5,5 Punkten) und oben (lediglich 2 Film über 7,5 Punkten) gab. Das Meiste bewegt sich demnach auf lediglich leicht überdurchschnittlichem bis ordentlichem Niveau. Bester Film ist daher ziemlich konkurrenzlos bei mir das erneute Downton Abbey-Sequel, das souverän ablieferte, während sich ebenfalls recht eindeutig Old Ridley Scott mit seinem in meinen Augen höchst redundanten Gladiator-Sequel die rote Laterne verdient.

Alien: Romulus (Fede Alvarez)
Das alienesische Rad wird hier wahrlich nicht neu erfunden, aber der Film ist in erster Linie sehr effektiv und behält sein recht hohes Tempo durchgängig bei. Die beiden Hauptdarsteller harmonieren dabei hervorragend miteinander und erwecken ihre Figuren prächtig zum Leben. Die Action ist flott und derb, wie auch der Härtegrad stimmt. Abzüge in der B-Note gibt es für den niedrigen Grad an Innovativität und der abgesehen von den Hauptdarstellern eher wenig eindrücklichen Besetzung. Ian Holms „Cameo“ ist ein nettes Gimmick, angesichts der technisch nur bedingt geglückten Umsetzung aber auch nicht wirklich mehr als ein Gimmick.
7,5 / 10

Konklave (Edward Berger)
Bergers Konklave zerfällt in zwei Hälften stark unterschiedlicher Qualität. Beginnt der Film mit einer genaue Schilderung der Rituale und Abläufe im Konklave, einer hohen atmosphärischen Dichte sowie einem Ralph Fiennes in Galaform, lässt die zweite Stunde dagegen enorm nach und beleidigt auf fast schon impertinente Art die Intelligenz seines Publikums durch immer stärker forcierte extreme figürliche und thematische Schwarz-Weiß-Malerei. So unterm Strich leider doch nur ein höchstens durchschnittliches Werk.
5,5 / 10

Heretic (Scott Beck/Bryan Woods)
Heretic gelingt es besonders zu Beginn eine schön düstere und unheilvolle Stimmung zu erzeugen, wodurch der Zuschauer schnell in das Horror-Kammerspiel hineingezogen wird. Leider ist der Rest des Films dann weit weniger eindrucksvoll, da sich vieles über ausufernde Dialoge und bewährte Horror-Standards abspielt. Das Spiel mit dem Infragestellen von religiösen Kernfragen wird schnell durch eloquent vorgetragene Gegenargumente relativiert. Und so ist es irgendwie auch mit dem Film an sich: man macht bewusst etwas ein bisschen anders, um am Ende dann doch wieder nur einen 08/15-Horrortthriller abzuliefern. Gut, Hugh Grant spielt seine Rolle toll, aber wer diesen mittelmäßigen Horrorschinken gebraucht hat, um Grants darstellerische Expertise wahrzunehmen, der hat vermutlich das meiste von Grants Oeuvre verpasst.
5,5 / 10

Race For Glory (Stefano Mordini)
Wer Rennfahrerfilme mag, der liegt bei Race for Glory definitv nicht falsch. Die Geschichte um Lancias Gewinn der Rallye-WM 1983 gegen die technisch übermächtigen Audi Quattros ist genau der legendäre Rennstoff, den ein solcher Film braucht. Folgerichtig bewegt man sich dann auch irgendwo in der Schnittmenge zwischen Howards Rush und Manns Ferrari, indem man Motorsportgeschichte mit Charakterdrama vermengt. Dabei überzeugt Mordinis Werk in der ersten Kategorie dank eindrucksvoller Rennszenen allerdings deutlich mehr, auch weil gerade die frei hinzu gedichteten Elemente und Figuren nicht immer diesen Standard halten können. Dennoch macht die oft spitzbübische Art, wie der Film seine Geschichte erzählt, Spass und unterhält durchgängig. Auch wenn Race For Glory zwar ein immer stark aus italienischer Sicht erzählter (und zuweilen auch idealisierter) Film ist, so ist er gleichzeitig aber auch eine respektvolle Verneigung vor dem deutschen Ausnahmefahrer Walter Röhrl („Wer soll unseren Wagen fahren?“ „Wenn wir gewinnen wollen, dann brauchen wir den Besten!“).
7 / 10

Der Brutalist (Brady Corbet)
Der Brutalist ist sicherlich ein ungewöhnlicher Film, den man in dieser Art nicht allzu häufig zu sehen bekommt. Die Idee, exemplarisch einen Menschen bzw. dessen Leben zu sezieren, um so die Auswirkungen extremer Traumata zu verdeutlichen mag nicht komplett neu sein, die Radikalität, mit der Regisseur Corbet dies umsetzt ist es dann aber doch irgendwie. Aufgrund seiner kühlen, distanzierten Herangehensweise, die quasi das filmische Äquivalent zum Architekturstil der Hauptfigur darstellt, ist der Film weniger Charakterstudie als mehr Charakterbeobachtung. Dies macht es dem Zuschauer nicht immer leicht einen emotionalen Zugang zu finden. Hier hilft es, dass Hauptdarsteller Adrien Brody seinen Brutalisten sehr facettenreich und verletzlich spielt und sich letztlich als grösster Trumpf des Films erweist. Die Sperrigkeit und betonte Langsamkeit verhinderten zumindest bei mir aber ein noch grösseres und eindrucksvolleres Filmerlebnis, wie sich auch nicht wirklich ein „den will ich unbedingt mal wieder sehen“-Effekt einstellte. Dennoch: ein sehenswerter, ungewöhnlicher und gelungener Film.
7 / 10

Gladiator II (Ridley Scott)
Der Untergang des Ridleyschen Regiereichs. Nein, eigentlich eher Im Scottschen nichts Neues. Denn wie bei so vielen seiner jüngeren Filme frägt man sich auch bei der Wiederbelebung eines der grössten Klassiker der Regielegende, was den guten Ridley dazu bewegt hat kostbare Zeit seiner mutmaßlich nicht mehr jahrzehntelang andauernden Karriere ausgerechnet auf dieses Werk aufzuwenden. Nicht nur, dass Gladiator Part Deux erschreckend uninspiriert ist, nein er folgt zudem auch noch geradezu sklavisch dem inhaltlichen und figürlichen Aufbau des großen Originals und weiß dem Sandalenepos überhaupt nichts neues hinzuzufügen. Nichts von dem, was den Erstling zu etwas Besonderem gemacht hat ist übrig, was bleibt ist ein routiniert runtergedrehtes Quasi-Remake in mittelmäßig. Das einzige, was aus diesem weiteren mediokren Scott-Film dann auch herauszuragen versteht sind die unterirdischen digitalen Effekte. Ja, man weiß am Ende tatsächlich nicht, ob es die Kriegsschiffe, Paviane oder Haifische sind, die den diesbezüglichen Bodensatz bilden. Weiß die erste Hälfte immerhin noch halbwegs trotz tiefergelegtem Niveau zu unterhalten, so verfängt sich der Film in Hälfte 2 mehr und mehr in der eigenen Redundanz und torkelt im Rahmen der allzu üppigen Laufzeit gelangweilt dem Ende entgegen.
5 / 10

Juror #2 (Clint Eastwood)
Der mutmaßlich letzte Film der Kinolegende Eastwood zeigt nochmal alle Trademarks, die ihn als Regisseur ausgezeichnet haben. So ist der 2. Geschworene dann – natürlich – auch ein eher langsamer und bedächtiger Film, der sich viel Zeit für die Entwicklung seiner Geschichte nimmt. Eastwoods routinierte Inszenierung hält den Zuschauer jeder Zeit bei der Stange wie auch der Spannungsbogen gut funktioniert. Es hilft zweifellos auch, dass Edelmimen wie Toni Collette und J.K. Simmons Kraft ihrer Ausstrahlung den Film adeln. Etwas weniger gelungen ist hingegen die Figurenzeichnung, wobei gerade das Innenleben von Nicholas Hoults titelgebendem Geschworenen merkwürdig ungreifbar bleibt. Auch die zwangsläufigen Parallelen zum Genreklassiker mit den 12 Jurymitgliedern sowie das etwas unbefriedigende Ende (das sich anfühlt, als ob hier einfach keine vernünftige Auflösung einfallen wollte) tragen dazu bei, dass der ganz große Wurf am Ende dann ausbleibt. Dennoch eine würdige Verabschiedung des alten Clint.
7,5 / 10

Here (Robert Zemeckis)
Bob Zemeckis verfilmt die Geschichte eine Wohnzimmers. Klingt merkwürdig, ist aber so. Über Hunderte von Jahren zeigt uns „Here“ die Evolution eines Fleckens Amerikas, das sinnigerweise die meiste Zeit über eben generationsübergreifend als Wohnzimmer genutzt wird. Der eigentliche filmische Clou ist, dass der gesamte Film aus einer gleichbleibenden Kameraperspektive besteht, welche erst in der letzten Szene verlassen wird. Das ist ein netter Kniff, macht wenig überraschend das Kammerspiel aber auch etwas statisch. Die verschiedenen Segmente erweisen sich dabei nicht alle auf dem gleichen Niveau, auch weil der (zeitliche) Fokus sehr unterschiedlich gewichtet ist. Klar im Zentrum – und auch das ist wenig überraschend – steht das Hanks/Wright/Bettany/Reilly-Segment, welches dank seiner guten Darsteller auch angenehme Unterhaltung mit ein wenig Tiefgang bietet. Dennoch hebt Zemeckis mit diesem Film die Welt nicht aus den Angeln, dafür ist das alles einfach zu unspektakulär. Somit unterm Strich ganz nette Einmal-Kost.
6 / 10

The Accountant 2 (Gavin O'Connor)
Regisseur O'Connor lässt seinem gelungenen, wenn auch nicht perfekten ersten Accountant einen Nachschlag in typischer Streaming-Manier folgen. Flache, uniformierte Farbgebung, oberflächliche, zuweilen grotesk sprunghafte Dramaturgie und ein Mix aus Action, Pseudo-Anspruch und Humor, der es allen recht machen will, aber gerade deshalb permanent zwischen den Stühlen sitzt. Dass der Film dennoch zumindest einigermaßen funktioniert liegt in erster Linie an seinem gewohnt souveränen Hauptdarsteller Affleck, dessen durchaus guter Chemie mit seinem ordentlichen Sidekick Bernthal und einigen wirklich amüsanten Momenten. Da auch die Action ok ist geht der zweite Accountant dann trotz seiner immensen Defizite doch noch gerade so überdurchschnittlich ins Ziel. Dennoch: fraglos ein Film, den eigentlich keiner gebraucht hätte.
6 / 10

A Complete Unknown (James Mangold)
Mangolds nächster Versuch in Sachen Biopic ähnelt seinem ersten doch erstaunlich frappant. Wie schon sein Cash-Film tut auch seine Dylan-Bio nie weh und bringt den Zuschauer ohne echte Längen über die knapp zweieinhalbstündige Laufzeit. Wirklich etwas hängen bleibt aber hier wie dort nichts. Der von Chalamet souverän, aber gleichzeitig auch wenig eindrucksvoll verkörperte Dylan bleibt eigentlich durchgängig als Charakter kaum greifbar, wie auch die Handlung keine echte Entwicklung durchmacht. Man folgt halt dem Werdegang von Dylan und lauscht den ordentlichen Coverversionen von dessen Originalen. Immerhin: der Film gewinnt am Ende etwas Kontur durch die sich zuspitzende Kontroverse um Dylans sich elektrisch entwickelnde Musik. Bleibt am Ende eigentlich nur die Frage, warum es bei der Titel-“Eindeutschung“ unbedingt noch ein „Like“ bedurfte.
7 / 10

Superman (James Gunn)
Gunns Neuinterpretation der Comic-Ikone ist immer dann am besten, wenn sie sich möglichst weit von den engen Konventionen des Marvel-geprägten Comic-Genres des neuen Jahrtausends entfernt. Die frechere und weniger vor eigener Selbstehrfurcht erstarrende Herangehensweise macht dann über nicht unerhebliche Strecken des Films viel Spass, wie auch die Hauptdarsteller einen sehr guten und sympathischen Eindruck hinterlassen. Gleichwohl: im Kern kann der Film seine Genre-Zugehörigkeit dann eben doch nicht verleugnen und so bieten gerade die sehr generischen und künstlich anmutenden Actionszenen wenig begeisterndes. Unterm Strich also ganz ok, aber für Leute wie mich, die dem zeitgenössischen Comicfilm wenig abgewinnen können, ist auch dieser Superman weit entfernt von einer echten Genre-Neudefinition.
6,5 / 10

Der phönizische Meisterstreich (Wes Anderson)
Auch der neuste Streich von Wes Anderson ist wie zu erwarten reichhaltig ausgestattet voller fantasievoller und skurriler Einfälle. Jedoch erlahmte mein anfängliches Interesse im Laufe des Films doch beträchtlich, da mich weder Geschichte noch Figuren wirklich dauerhaft fesseln oder gar faszinieren konnten. Ja, es gibt eine gewisse Entwicklung der Hauptfigur, diese ist aber so grob und klischeehaft, dass sie eigentlich kaum der Rede wert ist. Was bleibt sind mal mehr, mal weniger witzige Einzelszenen und ein munter drauflos spielendes Darstellerensemble, aber eben auch der fade Eindruck, dass Skurrilität alleine dann doch nicht einen ganzen Film tragen kann.
5,5 / 10

28 Years Later (Danny Boyle)
Das Beste vorweg: Boyles spätes Sequel zu seinem eigenen Semi-Klassiker 28 Days Later ist immerhin deutlich besser geraten als sein spätes Sequel zu seinem eigenen Klassiker Trainspotting. Die Messlatte lag da freilich auch eher niedrig und so muß man sich bei aller handwerklicher Kompetenz dann doch fragen, was Boyle nach all den Jahren zu diesem Zombie-Nachschlag veranlasst hat. Denn eigentlich ist 28 Years Later kaum mehr als ein mit etwas zusätzlichem Worldbuilding erweitertes Quasi-Remake des Originals. Denn hier wie da bezieht der Film sein Kapital aus der fortwährenden Konfrontation mit den Infizierten in entzivilisierten Settings. Neu ist besagtes Worldbuilding rund um eine insulane Dorfgemeinschaft, die ihr Zusammenleben ganz den Zombie-Gegebenheiten angepasst hat. Das ist leidlich spannend, inhaltlich und figürlich auch kaum mehr als ordentlich unterfüttert, aber wie gesagt immerhin handwerklich durchaus kompetent. Was dem Film verglichen mit dem Original am Meisten abgeht (mal abgesehen von Originalität) ist die rohe Derbheit, im Rehash ist alles entsprechend wesentlich glatter. Ein Highlight bietet der Film dann aber doch: der einmal mehr herausragende Ralph Fiennes als einsiedelnder Waldschrat-Doktor mit Knochensammler-Tick.
6,5 / 10

F1 (Joseph Kosinski)
F1 sichert sich ohne wenn und aber auf höchste eindrucksvolle Art und Weise die Pole Position als dümmster Film des Jahres. Die Welt der Formel 1 wie es sich das amerikanische Klein-Fritzchen vorstellt mit viel Autoscooter-Karambolagen und duften Typen, die dank Teamwork alle unüberwindbaren Hürden am Ende mühelos überwinden. Dazu ein (amerikanischer) 60jähriger Rennopa, der der (europäischen) Branche mal en passant zeigt, wie das eigentlich richtig geht. F1 tischt seinem Publikum so viele Klischees und übertriebenen Unglaubwürdigkeiten auf, dass es regelrecht eine fahrlässige Körperverletzung auf intellektueller Ebene darstellt. Das eigentlich Traurige daran ist aber, dass der Film durchaus gut inszeniert ist. Kosinski weiß wie man sein Publikum kurzweilig unterhält und entsprechend launig vergehen die (eigentlich gemessen am Inhalt viel zu üppigen) zweieinhalb Stunden. Aber wer auch nur ansatzweise Kenntnisse und Interesse am (echten) Motorsport hat, für den dürfte die F1sche Klischeeparade eine trotz aller inszenatorischen Expertise schwer zu schluckende Pille sein.
6 / 10

Downton Abbey – Das große Finale (Simon Curtis)
Auch der neueste (und hoffentlich entgegen des Titels nicht letzte) Ableger der erfolgreichen Downton Abbey Serie fühlt sich für den langjährigen Freund an wie Nachhausekommen, denn alles ist genau wie man es gewohnt ist und wie es sein sollte. Man kann dem großen Finale vermutlich vorwerfen wenig neues in den Downton Abbeyschen Kosmos einzubringen, aber angesichts dessen, wie souverän der Film Figuren und Ambiente zelebriert, spielt das eigentlich überhaupt keine Rolle. Dem dritten Kinofilm mag im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern auch das große, zentrale Leitthema fehlen, was ihn aber eher nur noch näher an seine Serienwurzeln zurückführt. Es ist zudem schön zu sehen, wie die großartigen Darsteller zusammen mit ihren Rollen gealtert sind und wie dies dann eben doch das Gesamtbild mit neue Facetten bereichert. Das große Finale mag wahrlich nicht spektakulär sein, aber bei Gott es ist innerhalb seines eigenen Genres so souverän und gekonnt, dass man kaum glauben mag wie schnell die zwei Stunden vorbeigezogen sind.
8,5 / 10

One Battle After Antother (Paul Thomas Anderson)
P.T. Andersons neuestes Werk ist eine merkwürdige Mischung aus Drama, Actionthriller und absurder Komödie, bei der die unterschiedlichen Genres nicht so recht miteinander harmonieren wollen. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass vor allem die Figuren ungewohnt wenig greifbar sind – gerade für einen Film von P.T. Anderson. So ist das Mitfiebern für eine Reihe von wenig sympathischen und vor allem auch wenig interessanten Charakteren kaum möglich. Kompetent in Szene gesetzt ist der Film fraglos, aber mit deutlich über zweieinhalb Stunden für die nicht allzu reichhaltige figürliche und dramaturgische Unterfütterung auch deutlich zu lange. Schade um das viele Geld, aber vielleicht sollte Anderson künftig lieber wieder mit kleineren Budgets arbeiten und sich auf seine Kernkompetenzen besinnen.
6 / 10

Ein Glücksfall (Woody Allen)
Das neuste Werk von Meisterregisseur Woody Allen ist sicherlich weit entfernt von der ehrfurchtgebietenden Qualität seiner früherer Großtaten, ist für sich genommen aber dennoch ein souveräner und durchgängig unterhaltsamer Film geworden. Die Idee eheliche Untreue mit einem Auftragsmord zu verknüpfen ist auch nicht gerade neu im Allenschen Kosmos, allerdings ist die - zwar ebenfalls nicht gänzlich neue Idee - der zusätzlichen Einbindung des Zufalls-Motivs eine nette Variation dieses bereits mehrfach behandelten Themas. Vor allem in Hälfte 1 entwickelt sich Ein Glücksfall erfreulich leichtfüssig und schwungvoll und nimmt bereits früh durch den Wegfall einer Hauptfigur eine unerwartete Wendung. Hälfte 2 kann dies dann nicht mehr ganz halten, wartet dafür aber mit einer gekonnten Schluß-Pointe auf, die das zugrundeliegende Thema des Zufalls sehr schön abrundet. Alles in allem eine nette Fingerübung des Meisters, welche gegenüber seinen direkt vorangegangenen Werken erkennbar an Qualität zugelegt hat.
7 / 10

Bugonia (Giorgos Lanthimos)
Bugonia entpuppt sich als interessante Satire über die destruktive Natur der Menschheit. Der Film bedient sich dabei eines gekonnten Kunstgriffes, indem er die Rollen zwischen Pro- und Antagonisten schlicht auf den Kopf stellt. So ist die als vermeintliches Alien gekidnappte Konzern-CEO – herrlich perfide gespielt von Emma Stone – entgegen der Handlungsgrundprämisse hier eindeutig der Bad Guy, während der Film den Zuschauer gekonnt auf die Seite des entführenden Verschwörungstheoretiker zieht – ebenfalls sehr gut gespielt von Jesse Plemons. Leider kann der Film die Qualität der ersten Hälfte nicht durchgängig beibehalten, da sich die Grundprämisse mehr und mehr abnutzt bzw. nicht mehr wirklich neue Handlungsentwicklungen bietet. Dennoch bringt der Film sein Thema schlüssig – wenn auch nicht völlig unerwartet – zu Ende.
7 / 10

Frankenstein (Guillermo del Toro)
Del Toros Frankenstein-Variation erweist sich wie man es angesichts seines Vorwerks auch erwarten würde als fantasievolles und visuell eindrucksvoll in Szene gesetztes Bombast-Melodram. Am besten ist der Film immer dann, wenn er sich ganz Stimmungen und Atmosphäre hingibt, welche er überzeugend zu vermitteln weiß. Durchgängig unterhaltsam, wenngleich gefühlt auch gut eine halbe Stunde zu lang laufend, tappt der 2025er Frankenstein aber letztlich doch in die alte Remake-Falle, da man sich im Laufe des Films mehr und mehr frägt, was genau an wirklich neuem del Toro der altbekannten Geschichte denn eigentlich hinzuzufügen weiss. Und obwohl Dramaturgie und Figuren gegenüber der Vorlage teilweise sehr deutlich abweichen muss man am Ende konstatieren, dass man eigentlich alles Relevante auch zuvor schon zu sehen bekommen hat. Daher fehlt es dem Film trotz aller handwerklicher Expertise am Ende leider doch merklich an wirklicher Relevanz und Nachhaltigkeit.
7 / 10

Weapons (Zach Cregger)
Netter Hexen-Horror angereichert mit einer ordentlichen Prise schwarzen Humors. Dabei punktet Weapons nicht zuletzt durch einen sehr effektiven dramaturgischen Aufbau, welcher aus verschiedenen, teilweise überlappenden und teilweise aufeinander aufbauenden Erzählperspektiven besteht. Wie ein Puzzle nähert sich so der Film seiner Auflösung und erzählt gleichzeitig eine ganze Menge über seine Figuren. Etwas unter Wert verkauft sich der Film immer dann, wenn er (und das leider nicht allzu selten) auf billige Jumpscares setzt, vermutlich als Konzession an ein jüngeres Publikum. Auch wenn die Auflösung durchaus zufriedenstellend ausfällt, so bleibt dennoch festzuhalten, dass bei Weapons der Weg besser zu gefallen weiss, als das Ziel. Will sagen: das letzte, kulminierende Drittel baut leider doch etwas ab.
7,5 / 10

The Long Walk (Francis Lawrence)
Regisseur Lawrence gelingt es die zugrundeliegende Vorlage von Stephen King (bzw. Richard Bachman) sehr effektiv für die große Leinwand umzusetzen. Das ist umso bemerkenswerter, da der Film – entsprechend der Vorlage – praktisch einem Kammerspiel gleicht, nur mit dem Unterschied, dass die Kammer hier eine nichtendenwollende Landstaße in einem dystopischen Amerika ist. Die (gewollte) Monotonie und Tristesse des Settings wird dabei aber umso mehr durch eine hochinteressante Figurenkonstellation wett gemacht. Dabei erweist sich vor allem die Besetzung der beiden Hauptrollen als bedeutendes Gewicht, mit dem der Film zu wuchern weiss. Hoffman und Jonsson verleihen ihren Figuren eine enorme Tiefe, ihre gemeinsame Chemie ist hervorragend. Die Inszenierung weiß zudem die Spannungsschraube im Verlauf des Films mehr und mehr anzuziehen bis zum gleichermaßen schlüssigen wie grimmigen Ende.
8 / 10
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Jahresrückblick 2025

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Uff, ich habe echt wieder mal nicht viel gesehen.

Superman (James Gunn)
Endlich, ich wiederhole endlich wird die Comicwelt von DC so adaptiert, wie ich mir das immer gewünscht und vorgestellt habe. Das fantasievolle und gänzlich ungezwungene Worldbuilding und die erzählerisch tatsächlich stark an Comichefte (oder Animationsserien) angelehnte Umsetzung gehen voll und ganz auf. Corenswet ist locker der beste Superman seit Reeves, wenn nicht für mich persönlich sogar einen Hauch besser. Brosnahan als Lois ist die Faust auf dem Auge und Hoult der beste Lex. Zack Snyders archaisch-apokalyptische Pseudo-Mythologie in Zeitlupe kann als Kuriosität im Archiv verrotten.
Wertung: 9 / 10

One Battle After Another (Paul Thomas Anderson)
Was für ein wilder Ritt, mit DiCaprio als aus der Mode gekommenem Altrevoluzzer und Sean Penn (mit Stock im Gesäss) als Schurken-Karikatur, fiebrigen Actionszenen und dennoch locker entschleunigtem Tempo, Jazz-Soundtrack und gleichsam schmissig-beschwingter Umsetzung, ein erstaunlich unterhaltsamer, satirischer Cocktail.
Wertung: 8,5 / 10

Black Bag (Steven Soderbergh)
Ein Agententhriller, der eigentlich mehr eine Detektivgeschichte im Geheimdienst-Milieu ist, und vermutlich ein vergleichsweise realistisches Bild zeichnet, wie es in den vier Wänden des MI6 zu und her geht - kühl, distanziert und sachlich, aber nie langweilig, weil er seine knackige Geschichte sehr figurenorientiert anlegt und viel über langen, charaktergetriebenen Ensembleszenen erzählt. Blanchett und Fasbender sind top, aber vor allem die Nebenrollen (Marisa Abela, Tom Burke, Naomie Harris, Regé-Jean Page) bereichern das Ganze ungemein.
Wertung: 8 / 10

Broken Rage (Takeshi Kitano)
Dieses Jahr bin ich ein Fan von Takeshi Kitano geworden, und sein nur knapp 70-minütiges Alterswerk erzählt die gleiche Gangstergeschichte einmal straight und einmal als Komödie. Das ist zuerst einmal Malen nach Zahlen und eine Art von Story, die man von Takeshi schon viel zu oft in viel besser gesehen hat, dann erst einmal eine Menge Slapstick und Tollpatschigkeit. Dann aber wird der Humor auf einmal immer absurder und surrealer, zuletzt bin ich vor Lachen teilweise auf dem Boden gelegen, dann bildet rückblickend auch die weniger interessante erste Hälfte zumindest einen wichtigen Kontext für die spätere Anarcho-Clownerei.
Wertung: 7,5 / 10

The Running Man (Edgar Wright)
Was die figürliche und thematische Tiefe und die erzählerische Eleganz innerhalb des Spektakels angeht ist Wright hier ein Schatten seiner früheren Meisterwerke und muss dringend noch einmal über die Bücher, wenn er zu alter Stärke zurückfinden will. Trotzdem ist seine King-Adaption immerhin als zorniger, brachialer und dystopischer Parforce-Ritt über weite Strecken unterhaltsam und erfrischend rabiat, auch wenn das Ergebnis viel runder sein könnte und sollte.
Wertung: 7 / 10

Bugonia (Yorgos Lanthimos)
Der schrullige Grieche ist mal wieder mit Emma Stone im Gepäck unterwegs und macht nach einem schwächeren Episodenfilm wieder Boden gut. Bissige und fantastisch gespielte Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien und Aluhutträgern, die ein herrlich fieses und exzentrisches - wenn auch für aufmerksame Mitdenker sicherlich erwartbares - Ende anhängt. Nicht so gut wie frühere Grosstaten von Lanthimos, aber völlig in Ordnung.
Wertung: 7 / 10

Sinners (Ryan Coogler)
From Dusk Til Dawn im südstaatlichen Roadhouse mit kunstvollen Tanz- und Quasi-Zeitreise-Szenen und viel Atmosphäre, von dem ich mir aber insgesamt auch mehr erhofft hatte und das irgendwann etwas abrupt zu Ende geht. Zudem nervt das Wechselspiel zwischen ultrabreitem Ultra Panavision 70mm und turmhohem Imax-Format. Trotzdem ein visuell sehr ansprechender Horror-Ritt - und das nicht nur, aber auch wegen Hailee Steinfeld und Jayme Lawson.
Wertung: 7 / 10

Miroirs No. 3 (Christian Petzold)
Intimes Familiendrama vor pittoresker Landhaus-Kulisse, das zwar bei Weitem nicht mit früheren Grosstaten Petzolds Schritt halten kann und in Hinblick auf seine "Auflösung" sicher auch etwas vorhersehbar abläuft, dafür aber auch wirklich gut gespielt ist von allen vieren und einen heimeligen Charme versprüht, den ich sonst nicht so oft erlebe.
Wertung: 6,5 / 10

Mission: Impossible - Final Reckoning (Christopher McQuarrie)
Vier bärenstarke M:I-Filme in Folge - für einen fünften hat es leider nicht ganz gereicht. Cruise und McQuarrie wollen viel zu viel und haben sich zu sehr in dramatischem und selbst-referenziellem Franchise-Quark gesuhlt, bei einer Filmreihe die das nur sehr bedingt hergibt und eigentlich überhaupt nicht nötig hat. Trotzdem hat man immerhin die eigentlichen Kernkompetenzen Action und Spektakel nicht vergessen und die beiden grossen Setpieces können ganz ordentliche mit den Teilen vier bis sieben mithalten.
Wertung: 6 / 10

Juror #2 (Clint Eastwood)
Eastwood kann seinem Alterswerk nicht wirklich viel Neues hinzufügen, ausser einem starken Nick Hoult. Sein angenehm unterhaltsames, aber gänzlich unspektakuläres Justizdrama wirkt viel zu oft wie ein Mini-Expansion-Pack zu 12 Angry Men. Tut keinem weh, aber Cry Macho oder The Mule, oder sogar Richard Jewell wären die besseren Abschiedsfilme gewesen.
Wertung: 6 / 10

Nosferatu (Robert Eggers)
Trotz 50 bzw. 100 Jahren Abstand kann auch der dritte Anlauf der Dracula-Variation nicht viel Neues hinzufügen, ausser einem starken Nick Hoult (Moment...) und einer gelungenen Atmosphäre. (Ein) Skarsgård in einer kostümierten Gruselrolle ist einmal mehr unterwältigend, Count Orlok ist diesmal ein merkwürdiger Verschnitt aus einem sibirischen Holzfäller und Rasputin, und wenn er atmet hört sich das an wie eine Kreuzung aus Darth Vader und einem schnurrenden Kater.
Wertung: 5 / 10

Mickey 17 (Bong Joon-ho)
Netter und satirischer Science-Fiction-Film, der dank unverbrauchtem Konzept und einem mal wieder herrlichen Auftritt von Pattinson sehr vielversprechend anfängt, in der zweiten Hälfte aber vor allem durch Ruffalos überzeichnete Trump-Parodie stark nachlässt. Trump kann man nicht mehr parodieren, weil die echte Realität darin immer besser sein wird, und Ruffalo ist auch einfach nicht der richtige dafür.
Wertung: 5 / 10
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Re: Jahresrückblick 2025

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iHaveCNit – Filmjahr 2025

Bevor ich den Rückblick in mein Filmjahr 2025 wage, muss ich noch einmal einen Rückblick auf das Vorjahr 2024 werfen, weil ich das noch schuldig bin. Die letzten beiden Jahre waren auf persönlicher und beruflicher Ebene mit vielen Herausforderungen, finanziell, mental und körperlich verbunden, die mich auch charakterlich in eine unschöne Richtung verändert haben. Dynamiken außerhalb meiner Kontrolle und Verantwortung hatten darauf auch einen ungesunden Einfluss. Dementsprechend konnte ich 2024 nicht an die Rekorde der Vorjahre 22 und 23 anknüpfen und bin da ein wenig vom Gas gegangen, weil mein Hobby auch den Umfang eines zweiten Vollzeitjobs bekommen hat. Ich habe zum letzten Oktober den Job innerhalb des Unternehmens gewechselt, zum Ende Juli hin auch meine körperliche Gesundheit schrittweise angefangen richtig ernst zu nehmen und auch knapp 14 Kilo seitdem abzunehmen. Mir geht es damit wesentlich besser und in eine wieder gesündere Richtung und die Tendenz geht 2026 weiter.

Aber zum Filmjahr 2024. Was waren damals meine Flop10 und meine Top10 und welche Filme außerhalb dieser beiden 10er-Rankings waren noch für mich wichtig im Filmjahr 2024.

Meine Flop10 war damals:
10 – Der Spitzname – 5/10
9 – Bagman – 5/10 – erstaunlicherweise aktuell mit über 6000 Abrufen auf der ofdb meine meistgelese Review !
8 – The Crow – 5/10
7 – Something In The Water – 5/10
6 – Imaginary – 5/10
5 – Night Swim – 5/10
4 – Baby To Go – 5/10
3 – Borderlands – 4/10
2 – Madame Web – 4/10
1 – Winnie The Pooh: Blood and Honey – 3/10 – Noch schlechter als der Vorgänger und meine bisher niedrigste Wertung seit sehr langer Zeit !

Honorable Mentions für 2024 wenn ich so meine Liste durchsehe waren unter anderen:

Io Capitano – Green Borders – Red Rooms – Longlegs – All Of Us Strangers – Morgen ist auch noch ein Tag – Des Teufels Bad – The Fall Guy – Der Junge und der Reiher – Der Wilde Roboter – Civil War – Maxxxine – Smile 2 – neuer Stoff bei Planet der Affen und Alien – um nur einige Titel zu nennen.

Und wie sieht es in der Top10 aus ?

10. The Bikeriders – 9/10 – Tom Hardy, Austin Butler, Jodie Comer in einer biographischen, teildokumentarischen Gangstersaga über die Anfangsphase der amerikanischen Biker-Gangs

9. Vena – 10/10 – Emma Nova liefert in Chiara Fleischhackers Debüt eine Tour De Force in einem schön differenzierten, nicht urteilenden Drama über eine drogenabhängige kurz vor einer Haftstrafe stehenden schwangeren Frau.

8. The Holdovers – 10/10 – Ein neuer Klassiker am Horizont der Weihnachtsfilme, der sich mit einem ungleichen Trio aus DaVine Joy Randolph, Paul Giamatti und Dominic Sessa auch zu einem Film entwickelt, der dem emotionalen Punch eines „Club der Toten Dichter“ sehr nahe kommt und genau die herzliche, filmische Umarmung ist, die man zu Weihnachten auch gerne mal braucht.
7. Dune Part Two – 10/10 – Der Abschluss, die Fortsetzung und der Mittelteil von Denis Villeneuves Dune setzt die Geschichte genauso eindrucksvoll fort, wie sie angefangen hat und Villeneuve wird sich mit seiner Dune-Reihe – die Ende 2026 ihren wirklichen Abschluss finden soll – in die Geschichtsbücher einschreiben als derjenige, der den unverfilmbaren Stoff von Frank Herbert in ein einigermaßen adäquates, wirtschaftlich tragfähiges Filmprojekt gepresst hat und ein Ensemble dafür bekommen hat, dass es in sich hat geschweige von der audiovisellen Wucht.

6. Furiosa – A Mad Max Story – 10/10 – Die Origin-Story von Furiosa aus Mad Max Fury Road als epische über mehrere Jahre und Episoden umspannende Geschichte, die nicht nur mit Alyla Browne und Anya Taylor-Joy tolle Hauptdarstellerinnen gefunden hat, sondern eine extrem starke Actionszene und einen Chris Hemsworth in einer absolut spielfreudigen Villain Arc zu bieten hat.

5. The Substance – 10/10 – Feministischer, gesellschaftskritischer Bodyhorror mit starkem Konzept, auszeichnungswürdigen Leistungen von Demi Moore und Margaret Qualley liefert der Film in seinem Style and Substance-Konzept den wohl heftigsten Body-Horror-Ansatz der letzten Jahre mit dem größten filmischen Impact.

4. The Zone Of Interest – 10/10 – Das banale Leben der Familie Höss, an deren Spitze vor allem neben Christian Friedel als Rudolf Höss und Leiter des KZ in Ausschwitz auch Sandra Hüller als seine Frau Hedwig brilliert entwickelt sich als absoluter Horror über den Schrecken des Holocaust, wenn man genau hinschaut und hinhört, was im Hintergrund und Details so vor sich geht. Eine Filmerfahrung über den Holocaust wie keine Andere !

3. Poor Things – 10/10 – Wenn man den irren Griechen in Yorgos Lanthimos weckt, bekommt man ihn und hier eine absolut grandiose Tour de Force von Emma Stone, die mit Lanthimos Ansatz von Frankensteins Braut genau den Film liefert, den sich Barbie von Greta Gerwig nie getraut hat.

2. Anora – 10/10 – Die Rolle des Lebens für Mikey Madison und die verdiente Auszeichnung von Indie-Filmemacher Sean Baker ist eine unterhaltsame und bitterböse Antithese zu „Pretty Woman“ und von vorne bis hinten einfach ein perfekter Film, der auf der perfekten Note endet.

1. Challengers – Rivalen – 10/10 – Mein Film des Jahres 2024 ! - Ganz großes Tennis, was Regisseur Luca Guadagnino hier in Struktur und Inszenierung liefert und das Trio aus Zendaya, Mike Faist und Josh O´Connor ein perfektes Liebesdreieck auf und außerhalb des Tennis Court entfalten lässt, dass mich bei seiner Inszenierung, Struktur und der gesamten audiovisuellen Gesaltung einfach mitreißt.


Doch welche High- und Lowlights gab es für mich in 2025 ? - Mein Ticketzähler für das Jahr ist ein Palindrom und liegt dieses Jahr bei 151. Normalerweise bin ich gerne ein Freund glatter Zahlen, aber da die Zahl zumindest ein interessantes Kriterium erfüllt, bin ich da durchaus sehr zufrieden mit. Selbst wenn das Jahr durchaus auch mehr hergegeben hätte, ich aber aufgrund der persönlichen Situation nicht die Kapazitäten dafür hatte – und das in dem ein oder anderen Fall doch sehr bedauere – Zum Beispiel bei „Armand“ , „The Ugly Stepsister“, „Die Oslo-Stories-Trilogie“ ! Manch andere Filme habe ich jedoch auch bewusst fallen gelassen, weil ich weniger in Filmreihen oder Serien investiert bin oder mich auch aufgrund entsprechend eher nicht so positiv gestimmten Kritiken selbst davor bewahrt habe. Tragisch auch, dass einige interessante Filme dann zum einen durch einen Netflix- oder Streaming-Release bei Mubi etc. oder einem Bogen um meine Region herum bei den angebotenen Vorstellungen in Kinos nicht für mich erreichbar waren. Dennoch bin ich angesichts der Umstände dann doch zufrieden mit meinem 2025.

Beginnen möchte ich hier erstmal mit den Specials außerhalb der Konkurrenz – chronologisch und thematisch gegliedert.

Die Best-Of-Cinema-Reihe war natürlich wieder der Klassiker und Pflichttermin. Da kam es zu folgenden Wiederaufführungen, die von mir besucht worden sind. Nur den Start im April mit „Die purpurnen Flüsse“ musste ich fallen lassen, weil es mit einem wichtigen privaten Termin kollidiert ist.
07.01.2025 – Sieben
04.02.2025 – Cliffhanger
04.03.2025 – Fargo
06.05.2025 – Red Heat
03.06.2025 – Lola Rennt
01.07.2025 – Der Letzte Kaiser
05.08.2025 – Der Weiße Hai
02.09.2025 – Walk The Line
07.10.2025 – Sie Leben
04.11.2025 – Das Schweigen der Lämmer
02.12.2025 – Charlie und die Schokoladenfabrik
Zu den jeweiligen Filmen brauche ich an der Stelle sicherlich wenig sagen, es ist nur schön diese Klassiker noch einmal auf der Leinwand erlebt zu haben.

Dann kam es zur Aufführung weiterer Klassiker:
14.04.2025 – James Bond 007 – The Spy Who Loved Me – Schön im Premium-Kino in der Originalversion als sehr intimes Forentreffen in entspannter Dreierrunde.
24.04.2025 – Star Wars Episode 3 – Die Rache der Sith – Zum 20-jährigen Jubiläum.
05.11.2025 – Zurück in die Zukunft – Ebenfalls zum Jubiläum.

Aus dem Jahr 2024 habe ich dann noch folgende Filme erneut oder erstmals auch in 2025 gesehen:
08.01.2025 – All We Imagine As Light – Der letztjährige französische Oscarbeitrag über das Leben von 3 Frauen in der indischen Metropole Mumbai.
01.02.2025 – Vaiana 2 – Als Kino-Termin mit der ganzen Familie.
01.03.2025 – Die Saat des Heiligen Feigenbaums – der letztjährige deutsche Oscarbeitrag über eine iranische Familie, die durch das Regime und unterschiedliche Sichtweisen gespalten wird.
06.03.2025 – Anora – getragen durch den Oscar-Erfolg kam es auch zur Wiederaufführung wenige Monate nach dem Kinostart im Oktober 2024 und ich habe mir das auch nicht nehmen lassen.

Und dann natürlich noch Special Interests:

19.03.2025 – Hans Zimmer and Friends – Diamonds In The Desert – Die Mischung aus Konzertfilm, Musikvideos und Interviews in Dolby Atmos OmU war natürlich Pflicht.

11.04.2025 – Top Gun Maverick: In Concert – Meinen Topfilm 2022 habe ich mir hier mal in besonderer Atmosphäre der Alten Oper Frankfurt angesehen, während es von einem Live-Orchester begleitet worden ist. Mit knapp 100 Euro das teuerste Kino-Ticket – aber jeden Cent wert in dieser Atmosphäre.

07.12.2025 – Jetzt.Wohin. - Meine Reise mit Robert Habeck – Einfach mal eine oberflächliche Politikmarketing-Dokumentation mit Live-Q+A nach dem Film, die jedoch nur das liefert, was ohnehin bereits bekannt ist und in seiner Tonalität dem Charakter des Poltikers entspricht.

Zum Abschluss des Jahres kam es wie immer zur Silvesterpreview:
31.12.2025 – Hamnet – einen der Top-Contender der nächsten Award-Saison zu sehen – kann man durchaus am Silvesterabend mal machen, selbst wenn man ein wenig zwiegespalten dem Film gegenüber ist.

Wenn es nun um den Rückblick auf das Jahr geht mache ich das dieses Jahr anders und wenig aufwendiger als in den vorigen Jahren – auch ganz ohne Schnickschnack und spezielle Award-Zeremonien. Meine Wertungen reichen in diesem Jahr von 5/10 bis 10/10 und da gehe ich bei den Wertungen von 9 bis 6 in Blöcken ohne Ranking – chronologisch - vor und nur bei den Wertungen 5 und 10 mit Ranking.

Ich fange erstmal mit dem Mittelteil von 6 – 9 an und komme dann zum Ende hin auf die 5er und 10er zu sprechen.

(6/10 – Almost Dishonorable Mentions)

23.01.2025 – Wolf Man
- Universals Neuverfilmung des Horrorklassikers „Der Wolfsmensch“ über einen Werwolf kommt mit einigen interessanten Ansätzen wie dem transformativen Bodyhorror, einer schönen Charakterentwicklung, einem emotionalen Unterbau und einer immersiven Wahrnehmung aus Perspektive des Werwolfs sowie düsterer, atmosphärisch stimmungsvoller und sich eher langsam in der Spannung entwickelnder Horror, der jedoch insgesamt für seine Laufzeit von über 100 Minuten zu minimalistisch ist und den Film länger macht, als er sein müsste.

24.03.2025 – Schneewitchen - Relativ harmlose und einigermaßen unterhaltsame Real- und Neuverfilmung des auf dem Brüder Grimm-Märchens basierenden Disney-Animationsklassikers, dass mit einigen Ergänzungen und Anpassungen die doch etwas angestaubte Vorlage modernisiert haben, auch wenn die Mischung aus Ausstattung und Effekten ein wenig unter seinen Möglichkeiten bleibt.

25.08.2025 – Was ist Liebe wert – Materalists - Durchaus in seinem Thema diskussionswürdiger und mit vielen interessanten Denksätzen gespickte Mischung aus Gesellschaftsstudie und Liebesfilm, in dem eine von Dakota Johnson gespielte Partnervermittlerin durch Zufall bei einer durch ihre Vermittlungen resultierte Hochzeit sowohl auf den Bruder des Bräutigams, der den Maßstäben ihres Berufsstands nach ein „Einhorn“ und damit der absolut seltene Fall eines Partners mit Top-Potential ist, als auch auf ihren Ex trifft, der sich als Kellner verdingt und ein eher bodenständiges WG-Leben führt. Ein Film, der gerade durch seine Thematik aber merkwürdig kalt und distanziert wirkt.

14.09.2025 – The Long Walk – zensiert - Verfilmung eines Romans von Stephen King, bei dem seit mehreren Jahren ein Wettbewerb in einer Dystopie stattfindet und der Gewinner unermesslichen Reichtum und einen Wunsch gewährt bekommt. Nur ein Haken daran – man muss am längsten laufen und den Rest hinter sich lassen, die allesamt dadurch ihr Leben verlieren. Mit sehr oberflächlicher Figuren- und Motivzeichnung wirkt das Konzept trotz fieser, vielleicht auch voyeuristischer und zynischer Gewalt sehr redundant und repetitiv und auch hinter seinen gesellschaftskritischen Möglichkeiten.

27.09.2025 – Miroirs No 3 - Christian Petzolds Filme sind immer Geschmackssache. Sein neuer, mit 85 Minuten sehr kompakter Film über eine junge Frau und eine Familie, die jeder für sich Schicksalsschläge und Konflikte verarbeiten muss, mit einem kleinen Ensemble um Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt und Enno Trebs, hat dieses Mal nur bedingt meinen Geschmack getroffen, weil für mich dieses kühle, distanzierte, unterdrückte, ungesagte trotz kurzer Laufzeit zum Teil ein Geduldsspiel war, mir das Dünne, was der Film an seinen Thematiken und dem Tiefgründigen in gewisser Art und Weise auch mal selbst erarbeiten und einen Zugang finden zu müssen.

06.10.2025 – Ganzer Halber Bruder - Nett gemeinte, aber relativ harmlose und ab und an sogar unsympathische Tragikomödie über einen quasi mittellosen Immobilienmakler, der nach einer langen Haftstrafe freikommt und sich durch die Schenkung seiner im Koma liegenden, längst vergessenen Mutter sich erhofft schnell wieder an Geld zu kommen ohne zu ahnen, dass dort ein Bruder auf ihn wartet, der dort lebenslanges Wohnrecht hat und an Trisomie 21 erkrankt ist.

(7/10 – Okay !)

20.01.2025 – Better Man – Die Robbie Williams Story
- Interessanter Ansatz eines Musiker-Biopics über einen Teil der Karriere von Robbie Williams, die mit dem wenig subtilen Selbstbild als Affe die sehr intime Perspektive von Williams einnimmt, damit zwar emotional mitreißend ist, aber sehr versöhnlich bleibt und die klassischen, bereits schon häufig in den letzten Jahren behandelten Themen und Muster bei Musiker-Biopics nicht umschiffen kann.

27.01.2025 – Leben ist Jetzt – Die Real Life Guys - Sehr kompakt und verdichtet erzählt der Film auf rasante und emotionale Art und Weise die unfassbare Geschichte der Zwillingsbrüder Johannes und Philipp Mickenbecker, die gemeinsam mit ihrer Schwester Elli in einem christlich geprägten Haushalt aufwachsen und deren technik- und abenteuerbegeisterter Tatendrang in einem Youtube-Kanal eine millionenstarke Followerschaft begeistern wird aber auch an persönlichen Schicksalsschlägen und dem Glauben an den Glauben teilhaben lässt.

14.02.2025 – Captain America: Brave New World - Der erste Solo-Film von Anthony Mackies Sam Wilson als neuer Captain America ist ein interessanter und spannender Polit-Verschwörungs- und Actionthriller geworden, der in seiner Optik eine Spur zu künstlich wirkt.

24.02.2025 – Flight Risk - Entspannter, kompakter Actionthriller und Kammerspiel in einem Kleinflugzeug über den Transport eines Kronzeugen von einer Air-Marshall, der von einem Auftragskiller entführt wird.

24.02.2025 – The Monkey - Witzige und auch effektive Horror-Komödie über zwei Brüder und ihre Geschichte mit einem mysteriösen Kinderspielzeug – einem trommelnden Spielzeugaffen, der für tödliche Zwischenfälle sorgt.

18.03.2025 – Mickey 17 - Unterhaltsame, interessante, aber wenig subtile und hinter seinen Möglichkeiten bleibende Sci-Fi-Gesellschaftssatire über einen von Robert Pattinson gespielten „Expendable“, der ihm Rahmen einer Kolonialisierungsmission eines fremden Planeten als Versuchskaninchen immer wieder sterben muss und neu erstellt wird, bis es da irgendwann zu einer Komplikation kommt und die Kolonialisierungsmission mit ein paar Ereignissen zu eskalieren droht.

23.03.2025 – The Last Showgirl - Mit 89 Minuten gefühlt zu kurz, zu oberflächlich, zu fragmentiert und ziellos um sich selbst kreisend ist „The Last Showgirl“ ein mit einem großartigen Ensemble rund um Pamela Anderson, Jamie Lee Curtis, David Bautista, Billie Lourd, Brenda Song und Kiernan Shipka gesegnetes Milieu- und Charakterdrama über eine seit Jahrzehnten und von der eigenen Tochter entfremdeten Tänzerin einer legendären, erotischen Variete-Tanz-Gruppe in Las Vegas, die in wenigen Wochen vor der letzten Vorstellung steht und mit dem damit verbundenen Umbruch zu kämpfen hat.

31.03.2025 – The Woman In The Yard - Mit einer sehr starken Danielle Deadwyler in der Hauptrolle bekommen wir in diesem Horrorfilm zwar klassische Drama-Themen wie Trauerverarbeitung und mentale Gesundheit geboten, aber durch ein sehr kompaktes Setting ein extrem intensives, spannendes, fieses und interessant inszeniertes Kammerspiel geboten, dass am Ende vielleicht hektisch ein paar Haken zu viel schlagen wollte.

17.04.2025 – The Amateur - Interessanter Spionage- und Rachethriller über einen von Rami Malek gespielten CIA-Analysten, der nach der zufälligen Ermordung seiner Frau bei einem Terroranschlag Rache an den Mördern nehmen möchte. Dabei ist der Film in seiner Hochglanzoptik doch recht clean und relativ generisch wenn es um Spionage- und Rachethriller geht, aber durchaus dann sehr spannend und interessant wird, wenn es um die technologischen Stärken von Maleks Analysten geht.

23.04.2025 – Drop – Tödliches Date - Spannender High-Tech-Psychothriller und Kammerspiel über eine Frau, die bei einem Date von einem unbekannten Dritten kontrolliert, überwacht und erpresst wird.

28.04.2025 – Warfare - Immersiver, biografischer Anti-Kriegsthriller und Kammerspiel über eine Einheit der Navy Seals, die 2006 im Irak einen Scharfschützen-Außenposten für die US Marines besetzen sollen und sich kurz darauf im Überlebenskampf befinden.

07.05.2025 – Was Marielle Weiss - Interessanter und experimenteller Film über eine Tochter, die nach einer Ohrfeige zufällig alles sieht, hört und nachvollziehen kann, was ihre Eltern tun, sagen und denken und damit die Dynamiken in der Familie durcheinander bringt.

19.06.2025 – Lilo & Stitch - Realverfilmung des gleichnamigen 2002-er-Walt-Disney-Klassikers, der die Geschichte von damals auf knapp etwas über 100 Minuten ausdehnt und sehr unterhaltsam und warmherzig im Chaos bleibt und zeigt, was Ohana beziehungsweise Familie bedeutet, wenn die junge Lilo auf ein Alien trifft und eine chaotische Freundschaft entsteht, während Lilos Schwester alle Hände voll zu tun hat um für das Sorgerecht von Lilo zu kämpfen und auch sowohl andere Aliens Jagd auf den „Stitch“ genannten Flüchtigen machen und sich auch Behörden für den Fall interessieren.

21.07.2025 – Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast - Entspanntes, aber auch etwas flaches Legacy-Sequel der bekannten Kult-Slasher-Reihe der 90er über eine Mordserie in der Hafengemeinde Southport, in der dieses Mal die Freundinnen Ava und Danica, gespielt von Chase Sui Wonders und Madelyn Cline und ihr Freundeskreis sich nach einem Unfall ein Jahr später folgenschweren Konsequenzen ausgesetzt sehen.

14.08.2025 – Das Kanu des Manitu - Fortsetzung des Bully-Hits „Der Schuh des Manitu“, der wieder mit dem gleichen, angepassten und routinierten Humor so ein Gefühl der Nostalgie beschwört und klar relativ unkritisch eingestellte Fans und Massen begeistern werden wird.

23.08.2025 – Der Salzpfad - Inspiriert durch eine tatsächliche Geschichte und den dramaturgischen Umständen entsprechend entschärft und beschönigt erzählt uns Regisseurin Marianne Elliott die Geschichte von den mit Gillian Anderson und Jason Isaacs besetzten Raynor und Moth Winn, die einst, nachdem sie ihr Haus verloren haben und mittellos wurden trotz der unheilbaren Krankheit des Mannes den beschwerlichen, über 1000 Kilometer langen Wanderweg South West Coast Path an der Südküste Englands auf sich zu nehmen und dabei versuchen, wieder zu sich selbst zu finden und über die Runden zu kommen.

25.08.2025 – The Life Of Chuck - Interessant strukturierte, philosophische Stephen-King-Verfilmung, die zwischen Katastrophenfilm, einer großartigen Tanzsequenz und einer größtenteils auf dem Coming-Of-Age-Aspekt einer Biografie sehr viele, großartige Ideen und Einzelmomente zu bieten hatte, zu der ich aber den ganz großen Zusammenhang nicht herstellen und einen allgemein emotionalen Zugang zum Film finden konnte.

26.08.2025 – Nobody 2 - Sehr unterhaltsame und kreative Fortsetzung des Action-Hits „Nobody“, in der die Handlung sich gefühlt wiederholt, aber durch die Verlagerung in ein buntes Sommerdomizil und mit einer durchaus witzigen Sharon Stone in der Antagonistenrolle richtig Spaß macht, wenn sich Bob Odenkirks Hutch wieder durch Horden an Gegnern durcharbeitet, obwohl der indonesische action-erfahrene Regisseur Timo Tjahjanto hier gefühlt auf Sparflamme läuft.

11.09.2025 – Honey Don´t - Unterhaltsame Krimikomödie, die mit dem bereits erschienenen „Drive-Away-Dolls“ und dem noch in der Produktion befindlichen „Go Beavers“ den Mittelteil einer nur thematisch zusammenhängende Krimi-B-Movie-Trilogie mit queeren Hauptcharakteren darstellt und uns eine von Margaret Qualley ermitteltende Privatdetektivin namens Honey O´Donahue präsentiert, die den Zusammenhang zwischen einem Verkehrsunfall mit Todesfolge, einer in ihrem Ort praktizierenden Sekte und dem Verschwinden ihrer Nichte herstellen muss.

13.09.2025 – Conjuring 4 – Das Letzte Kapitel - Abschluss der Conjuring-Filmreihe über das tatsächliche Ehepaar Ed und Lorraine Warren, die als Experten für Paranormales in ihrem Leben mit unzähligen Fällen zu tun hatten und die Filme hier in ihrem Konzept neben klassischem Exorzismen wie ein Best-Of vieler klassischer, genrespezifischer Themen wirkt, während der hier dargestellte Fall der Familie Smurl aus Pennsylvania selbst tief in die eigene Familiengeschichte der Warrens eingreift.

25.09.2025 – The Toxic Avenger - Mit Peter Dinklage, Jacob Tremblay, Kevin Bacon und Elijah Wood in den Hauptrollen besetzter Hochglanztrash, der eine Neuverfilmung eines 80er-Jahre-Trashfilms ist und von einem todkranken Hausmeister eines skrupellosen Chemiekonzerns handelt, der eigentlich für seinen Stiefsohn da sein möchte, aber durch einen Chemieunfall zu einem entstellten Rächer wird. Ein Film, der für mich eine unterhaltsame Angelegenheit war.

10.10.2025 – Tron: Ares - Interessante Fortsetzung der Tron-Reihe, die vielleicht dem ein oder anderen sehr seelenlos wirken kann und auch davon abhängt wie viel man mit Jared Leto als Schauspieler etwas anfangen kann, aber auf jeden Fall audiovisuell mit dem Look und dem Soundtrack der Nine Inch Nails eine Wucht ist und eine Sogwirkung damit bereits entfaltet.

06.11.2025 – No Hit Wonder - Mit Florian David Fitz und Nora Tschirner in den Hauptrollen gespielte Tragikomödie über einen einstigen Pop-Sänger, der durch die Folgen des Karriereabstiegs in eine geschlossene Anstalt kommt und hier auf eine wissenschaftliche Mitarbeiterin trifft, die mit einer Musiktherapie für mental erkrankte Personen die Glücksforschung vorantreiben möchte.

13.11.2025 – Stiller - Romanverfilmung des gleichnamigen Romans von Max Frisch mit Albrecht Schuch in der Hauptrolle und Paula Beer, Max Simonischek und Sven Schelker in wichtigen weiteren Rollen über die Geschichte eines Amerikaners, der in der Schweiz für einen politisch brisanten Bildhauer gehalten wird und sich damit auf nüchterne Art und Weise eine Geschichte über Identität und Wahrheit entfaltet.

26.11.2025 – Keeper - Atmosphärischer Horror-Thriller, der sich mit einem okkulten Hintergrund mit Liebe, Beziehungen und Machtdynamiken beschäftigt und eine Tour De Force für Hauptdarstellerin Tatiana Maslany bereithält.

07.12.2025 – The Secret Agent - Der brasilianische Beitrag für die kommende Oscar-Verleihung ist ein interessanter Thriller und ein Zeitporträt der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur und erzählt neben dem Leben der Menschen in der damaligen Zeit vor allem die Geschichte eines von Wagner Moura gespielten Mannes.

16.12.2025 – Silent Night, Deadly Night - Unterhaltsamer Slasher über einen tödlichen Weihnachtsmann, der sowohl eine Neuverfilmung als auch Fortsetzung einer in den 80er Jahre gestartete Horror-Reihe ist und mit einer schönen Old-School-Atmosphäre und fiesen Kills daherkommt.

20.12.2025 – Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße - Interessante, fiktionale, starbesetzte Komödie und Mediensatire über einen mittellosen Videothekenbesitzer, der damals in Ostdeutschland als Gleisarbeiter durch Zufall für die Flucht von über 100 Ostdeutschen in den Westen verantwortlich gewesen sein soll.

25.12.2025 – Wicked Teil 2 - Die Fortsetzung und der Abschluss des „Wicked“-Doppelpacks mit der Vorgeschichte zu „Der Zauberer von Oz“ wirkt ähnlich gehetzt und sprunghaft in der Dramaturgie wie Teil 1, hat mir aber mit einer düsteren Tonalität, einem nur bedingt spürbaren Wechsel des Fokus auf Ariane Grandes Glinda und der interessanten Einbindung der Ereignisse aus „Der Zauberer von Oz“ und einer Ambivalenz im Hinblick auf die Verteilung von Gut und Böse und dem Einfluss von entsprechender Manipulation durchaus gefallen.

(8/10 – Almost Honorable Mentions)

31.12.2024 – Queer - In der jährlichen Tradition von mir die Silvesterpreview der Arthouse-Kinos Frankfurt zu besuchen habe ich mir in 2024 aus der angebotenen Auswahl Luca Guadagninos neuen Film „Queer“ mit Daniel Craig in der Hauptrolle angesehen. Ein Film, bei dem Guadagnino wieder sehr speziell körperliches Begehren und damit verbundene Leidenschaft inszeniert und dabei in einen fast lynchhaftigen, fieberhaften Drogenrausch abdriftet, indem sich der Film durchaus verlieren kann.

03.01.2025 – Feste & Freunde – Ein Hoch auf Uns ! - Auf dem dänischen Film „Lang Historie Kort“ basierende Neuverfilmung über einen Freundeskreis und der Entwicklung der Beziehungsgeflechte weitestgehend aus der Perspektive der von Laura Tonke gespielten Ellen und dem episodischen Verlauf von mehreren Festen, bei denen der Freundeskreis zusammenkommt. Ein warmherziger Episoden- und Ensemblefilm, der mich sehr unterhalten und emotional berühren konnte.

21.01.2025 – We Live In Time
- Berührendes, sehr bodenständiges und weitestgehend klischeefreies Liebesdrama mit einem großartig spielenden Duo aus vor allem Florence Pugh und Andrew Garfield, dass bewusst nicht linear durch die Zeit der Beziehung und den tragischen damit verbundenen Ereignissen und Momenten springt.

06.02.2025 – A Real Pain - Berührendes und auch ein wenig unterhaltsame Tragikomödie über 2 voneinander entfremdete Cousins und in Amerika lebende Juden, die zu einem gemeinsamen Roadtrip nach Polen aufbrechen, damit sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und auch wieder zusammenfinden können. Eisenberg, der hier als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und in der Hauptrolle neben einem unfassbar großartigen Kieran Culkin hat damit einen schönen Film geschaffen, der für mich in seinen 90 Minuten eine Spur zu kurz und kompakt gewesen ist, weil ich von der gemeinsamen Reise und Annäherung gerne mehr mit erlebt und gesehen hätte.

19.02.2025 – Companion – Die Perfekte Begleitung - Ein interessanter Thriller über ein von Sophie Thatcher und Jack Quaid gespielten Pärchens und ein gemeinsames Wochenende mit Bekannten des von Jack Quaid gespielten Charakter in einer abgelegenen Villa, der sich interessant entwickelt, aber mit durchaus zu oberflächlichen Wendungen sein volles Potential nicht entfalten kann.

02.03.2025 – Babygirl - Interessantes und faszinierendes Erotik-Psychothriller-Drama mit einer unfassbar guten Nicole Kidman in der Hauptrolle und Harris Dickinson und Antonio Banderas über das Spannungsfeld aus sexuellen Fantasien, Lustempfinden und entsprechender Machtverhältnisse, in dem von einer erfolgreichen, verheirateten Unternehmerin mit unerfüllten sexuellen Fantasien und einer folgenreichen Begegnung mit einem jungen Praktikanten erzählt wird.

22.03.2025 – Mr. No Pain - Unterhaltsame und überraschend brutale Action-Komödie über einen jungen stellvertretenden Filialleiter einer Bank, der an einem Gendefekt leidet durch den er keine Schmerzen verspüren kann und etwas zurückgezogen lebt, bis er sich in eine Kollegin verliebt, es zu einem Raub in der Bank mit Geiselnahme seiner Kollegin kommt und er sich auf die Jagd nach den Räubern und Geiselnehmern macht.

08.04.2025 – Maria - Großartig inszeniert, ausgestattet und mit einer tollen Angelina Jolie in der Hauptrolle bekommen wir ein interessant strukturiertes Biopic über die berühmte Opernsängerin Maria Callas.

09.04.2025 – Köln 75 - Sehr kreativ inszeniertes und spannendes Biopic über die junge, rebellische Konzert-Veranstalterin Vera Brandes und ihre Anstrengungen zur Organisation des legendären Köln-Konzerts des Jazz-Pianisten Keith Jarrett mit einer tollen Mala Emde in der Hauptrolle und unter anderem John Magaro und Alexander Scheer in weiteren Rollen.

26.04.2025 – The Assessment - Interessanter und experimentell anmutender Sci-Fi-Thriller über ein von Himesh Patel und Elizabeth Olsen gespieltes Pärchen, dass in einer dystopischen Welt ein bestimmtes Prüfungsverfahren durchlaufen muss, um die Fähigkeit als Elternpaar zu beweisen, bei dem eine von Alicia Vikander gespielte Prüferin ein einwöchiges Testprogramm durchführt, dass beide an ihre Grenzen führt.

05.05.2025 – The Accountant 2 - Die Fortsetzung zu „The Accountant“ ist eine überraschend witzige Buddy-Actionthriller-Komödie mit einer coolen Dynamik zwischen Ben Affleck und Jon Bernthal geworden in einer doch sehr tragischen, düsteren und spannenden Story über Ermittlungen im Milieu des Menschenhandels.

14.04.2025 – Last Breath - Spannender Survivalthriller über die wahre Begebenheit des Überlebenskampfs und der Rettung eines Sättigungstauchers in der Nordsee.

15.05.2025 – Final Destination 6 Bloodlines
- Fortsetzung der bekannten Horror-Reihe, die neben einem Abschied für Tony Todd auch das Konzept der Reihe um zwei neue Feinheiten ergänzt und auch ein interessantes Familiendrama zu bieten hat.

02.06.2025 – Karate Kid Legends - Interessante, aber auch relativ kompakte, rasante und teils hektische Fortsetzung im Karate-Kid-Universum, dass diesmal Jackie Chan und Ralph Macchio auf der Leinwand vereint und dem jungen Ben Wang in der Hauptrolle eine Bühne gibt und durchaus die ein oder andere interessante Idee liefert.

24.06.2025 – 28 Years Later - Die Fortsetzung von „28 Days Later“ und „28 Weeks Later“ ist eine mit Aaron Taylor-Johnson, Jodie Comer, Ralph Fiennes und Alfie Williams besetzte interessante Idee eines apokalyptischen Szenarios, bei dem vor allem ein intimes Familiendrama und das Erwachsenwerden in dieser Zeit das wichtige Thema in diesem Survival-Zombie-Horror-Thriller ist, das für mich jedoch ein paar Fremdkörper zu viel hatte.

02.07.2025 – Jurassic World: Die Wiedergeburt - Der nächste Film im Jurassic Park/World-Universum ist ein sehr geradliniges, unterhaltsames Action-Abenteuer um eine Gruppe von Söldnern und Abenteuerern, die auf einer Insel, die für genetische Experimente an Dinos genutzt wurde, genetisches Erbgut von speziellen Dinos jagen müssen, damit für die Menschheit ein wichtiges Medikament hergestellt werden kann und dessen Ensemble sich mit Scarlett Johansson, Mahershala Ali, Jonathan Bailey, Rupert Friend und unter anderem Ed Skrein sich auch sehen lassen kann.

05.07.2025 – Elio - Unterhaltsames, aber auch überfrachtetes, hektisches Sci-Fi-Animations-Abenteuer über die Verarbeitung von Trauer, Einsamkeit und Orientierungslosigkeit und die Entstehung einer kleinen Freundschaft zwischen dem titelgebenden Jungen Elio und einem wurmartigen Alien inmitten eines kosmischen Konflikts.

09.07.2025 – Superman - James Gunns „Superman“ ist ein interessanter Ansatz einer vielleicht ein wenig überfrachteteten Superhelden-Action, aber durchaus unterhaltsam mit toller Action, tollem Humor und auch einer gewissen Bodenständigkeit.

25.07.2025 – The Fantastic Four: First Steps - Dem ersten Auftritt der Fantastic Four im MCU gelingt nach einigen Anläufen in der Vergangenheit die wohl beste und adäquateste Verfilmung über das fantastische Quartett und besticht mit einer tollen Chemie des Teams, seinem retrofuturistischen Design und auch der gesamten Story, die der Film uns erzählt.

07.08.2025 – Die Nackte Kanone - Basierend auf der „Die Nackte Kanone“-Trilogie mit Leslie Nielsen hat nun Akiva Schaffer nach langer Vorproduktionsdauer endlich mit Liam Neeson und Pamela Anderson in den Hauptrollen eine Fortsetzung und Hommage in die Kinos gebracht, die die hohe Gagdichte und den Slapstick von damals perfekt zeitlos und auf den aktuellen Zeitgeist einbindet, unfassbar viel Spaß macht und überraschend gut funktioniert.

08.08.2025 – Weapons - Mit einer interessanten Struktur inszeniert Zach Gregger einen mit unter anderem Julia Garner, Josh Brolin, Alden Ehrenreich, Austin Abrahams und Benedict Wong besetzten Mystery-Horror-Thriller über das mysteriöse Verschwinden einer Schulklasse und die Paranoia und Trauerverarbeitung in der betroffenen Stadt, während er dabei auch relativ unvorhersehbar bleibt und mehr über Spannungsaufbau, Inszenierung und visuelles Storytelling seine Geschichte erzählt.

08.08.2025 – Together - Interessanter Mystery-Body-Horror-Thriller über ein beziehungstechnisch überfordertes Pärchen, gespielt vom tatsächlichen Schauspielpaar Alison Brie und Dave Franco, die den Schritt wagen, in ein abgelegenes Haus im Wald zu ziehen ohne zu ahnen, welche Folgen der Umzug und ein Mysterium des Waldes auf Ihre Beziehung hat.

29.08.2025 – Die Rosenschlacht - Sehr unterhaltsame, in Ansätzen auch bitterböse, schwarze Tragikomödie, die eine Neuverfilmung von „Der Rosenkrieg“ ist und wir hier ein in schöne Bilder und Sets eingefangenes, auch schauspielerisch messerscharfes Duell zwischen Benedict Cumberbatch und Olivia Colman geliefert bekommen, die uns in die Chronik des Zerfalls einer Ehe mitnehmen.

15.09.2025 – Dangerous Animals - Sehr unterhaltsamer, spannender, fieser und brutaler Horror-Action-Thriller, der als Mischung aus Hai- und Serienkiller-Thriller ein spannendes Kammerspiel auf einem Hai-Expeditionsboot mit einem Duell zwischen einem von Jai Courtney gespielten Killer und einer von Hassie Harrison gespielten Surferin und Freigeist.

27.09.2025 – Die Farben der Zeit - Was würde passieren, wenn eine große Anzahl an Personen zufällig herausfindet, miteinander verwandt zu sein und im Rahmen eines Bauprojekts gemeinsam die Entscheidung treffen muss, was mit dem Nachlass passiert – und welche Erkenntnisse die gemeinsame Spurensuche bringt, wenn man sich mit Kunstgeschichte und der Lebensgeschichte einer Frau auseinandersetzt, die die gemeinsame Verbindung herstellt ? - Genau diesem Thema widmet sich Cedric Klapischs Ensemble-, Historien- und Selbstfindungsfilm, der interessant und auch unterhaltsam geworden ist.

01.10.2025 – The Negotiator - Nüchterner und interessanter Thriller über einen anonymen Vermittler und Unterhändler, der mithilfe des Relay-Dienstes vor allem Whistleblowern Sicherheit gewähren möchte, dessen aktueller Fall von einer Wissenschaftlerin jedoch die eigenen Prinzipien sehr zum Kippen bringt mit Riz Ahmed, Lily James und Sam Worthington in den wichtigen Rollen.

04.10.2025 – The Smashing Machine - Sportdrama und Biopic über eine wichtige prägende Phase im Leben und der Karriere des MMA-Sportlers Mark Kerr, dass sich auf die Zeit von 1997 bis 2000 fokussiert und den Einfluss des Scheiterns auf die persönliche Psyche, die zwischenmenschlichen Beziehungen und auch auf die Karriere selbst vermittelt – mit einem Dwayne Johnson in der Hauptrolle, der damit durchaus überzeugend gegen sein Image als strahlender Actionstar kämpft und gute Chancen in der kommenden Awardsaison haben könnte.

14.10.2025 – Zweigstelle - Interessante, unterhaltsame und tiefgründige Tragikomödie über eine von Sarah Mahita gespielte junge Frau und ihren Freundeskreis, die sich nach einem Verkehrsunfall in einem behördenähnlichen Jenseits wiederfinden und allerhand skurrilen Situationen und Ideen stellen müssen.

16.10.2025 – Amrum - Semibiographisches Historiendrama inspiriert vom Leben und gleichnamigen Buch des jungen Hark Bohm, der den Film altersbedingt nicht mehr selbst inszenieren konnte und an seinen Weggefährten Fatih Akin weitergegeben hat, der daraus ein spannendes, authentisches und gut gespieltes Coming-Of-Age-Drama in den letzten Tagen des Krieges aus der Perspektive einer kleinen Hamburger Familie macht, die nach Amrum geflohen ist.

17.10.2025 – Good Fortune - Unterhaltsame und interessante Komödie von Aziz Ansari, der hier auch das Drehbuch geschrieben und die Hauptrolle neben Seth Rogen und Keanu Reeves spielt in einem Film, in dem das Leben von einem mittellosen Tagelöhner und einem Tech-Milliardär durcheinander gewirbelt wird, als ein sich leer fühlender Schutzengel, der seine Themenbereich Handys am Steuer, es leid ist und im mittellosen Tagelöhner eine verlorene Seele vermutet, in deren Leben tritt.

22.10.2025 – All Das Ungesagte Zwischen Uns – Regretting You - Die Romanverfilmung des Romans von Colleen Hoover ist eine erfrischend leichtfüßige, humorvolle, unterhaltsame und herzliche Verfilmung geworden, bei der ein Mutter-Tochter-Gespann inmitten eines Schicksalsschlags im Rahmen der Trauerverarbeitung sich sowohl mit der Zukunft als auch der Vergangenheit auseinandersetzen müssen.

23.10.2025 – Black Phone 2 - Die Fortsetzung des Horror-Hits „The Black Phone“ aus 2021 verlagert die Handlung ein paar Jahre später in das erfrischende, eisige Setting einer Jugendherberge und geht ein wenig tiefer in die Geschichte von Finney, seiner Familie und auch dem Greifer ein, während sich die eiskalte, sehr retrolastige, fiese Stimmung in unheilvolle Spannung wandelt.

08.11.2025 – Predator: Badlands - Interessante Verfilmung im Alien vs. Predator-Franchise, die dieses Mal den Prädator selbst zum Protagonisten macht und in eine auch für ihn bedrohliche Situation schmeißt, die Essenz beibehält, interessante Buddy-Action-Dynamiken sowie einen Coming-Of-Age-Ansatz zu bieten hat.

12.11.2025 – After The Hunt - Ambivalentes Drama über die moralische Zwickmühle einer Universitätsprofessorin, die durch die Vorwürfe einer Studentin und eines Kollegen zwischen den Stühlen steht und inmitten dieser Zwickmühle auch mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert wird – Mit Julia Roberts, Ayo Edibiri, Andrew Garfield und Michael Stuhlbarg in den Hauptrollen.

17.11.2025 – HIM – Der Größte Aller Zeiten - Audiovisuell starker, wenig subtiler Mix aus Body-, Gore- und Folkhorror im Bereich des American Football, der in seiner episodenhaften Struktur und seiner Optik auch als Touchdown-Version von „The Neon Demon“ und „The Substance“ bezeichnet werden kann.

18.11.2025 – The Running Man - Unterhaltsames Remake des Arnold-Schwarzenegger-Kultklassikers, dass sich ein wenig stärker an der Buchvorlage orientiert, jedoch nur bedingt vom inszenatorischen Stil eines Edgar Wright profitieren kann und in seinem Verlauf und tonal etwas inkonsistent wirkt.

28.11.2025 – Zoomania 2 - Unterhaltsame Fortsetzung des Buddy-Cop-Action-Animationsfilmerfolgs „Zoomania“, der ein wenig mehr in die Geschichte und die Dynamiken eintaucht.

01.12.2025 – Zone 3 - Pulsierender, Sci-Fi-Actionthriller in einem Paris der Zukunft, in dem ein Ermittlungsduo aus Gilles Lellouche und Adele Exarchopolous in eine Verschwörung um den Mord am Entwickler einer KI gerät.

03.12.2025 – Der Hochstapler – Roofman - Auf wahren Begebenheiten basierende Mischung aus Gaunerstück, Thriller und Liebesfilm, dass mit einem Channing Tatum in der Hauptrolle und Kirsten Dunst, Lakeith Stanfield, Peter Dinklage und Juno Temple in Nebenrollen sehr ambivalent positiv überrascht.

20.12.2025 – Eternity - In seiner Optik und dem Konzept interessante Liebesdramödie über eine von Elizabeth Olsen gespielte Frau, die sich nach dem Tod mit der Entscheidung beschäftigen muss, mit welchem der beiden ebenfalls verstorbenen Männer ihres Lebens, gespielt von Callum Turner und Miles Teller, sie die Ewigkeit verbringen möchte.

21.12.2025 – Avatar: Fire and Ash - Der dritte Teil von James Camerons „Avatar“ ist audiovisuell wieder ein absolut großartiges Erlebnis im Kino auf der großen Leinwand und zieht einen natürlich wieder in die großartige Welt von Pandora, leidet jedoch an einer gewissen Redundanz und einer Repetitivät sowie Sprunghaftigkeit bei der Erzählung seiner Geschichte.

22.12.2025 – Eddington - Der neue Film von Ari Aster ist eine Mischung aus Neo-Western, Schwarzer Komödie und Gesellschaftssatire, die starbesetzt und audiovisuell großartig rüber kommt, aber thematisch ein wenig überholt ist und für Asters Verhältnisse zu gewöhnlich wirkt in dieser Reise eines bedauernswerten, unsympathischen Sherrifs, der mit der Entscheidung gegen den amtierenden Bürgermeister im Wahlkampf anzutreten eine Welle des Chaos los tritt.

22.12.2025 – Lurker - Fieser Psychothriller über einen Fan und Dokumentarfilmer, der in den inneren Kreis eines aufstrebenden Musikstars gerät. Ein spannender Film, der die Folgen von toxisch obsessiver Abhängigkeit und dem Verschieben von Machtverhältnissen thematisiert und mit Theodore Pellerin und Archie Madekwe zwei großartige Hauptdarsteller sowie einen interessanten Retro-Look zu bieten hat.

26.12.2025 – Zweitland - Interessantes Familiendrama und Zeitporträt über ein österreichisches Brüderpaar in Südtirol das inmitten der Unterdrückung der deutschsprachigen Bevölkerung und den aufkeimenden Konflikt durch seperatistische Bombenanschläge vor allem für den jüngeren Bruder Paul (Thomas Prenn) und die Frau Anna (Aenne Schwarz) vom älteren Bruder Anton (Laurence Rupp) mit den Themen familiärer Loyalität und Selbstverwirklichung zu kämpfen hat.

26.12.2025 – Lolita Lesen In Teheran - Auf dem gleichnamigen Buch von Azar Nafisi basierendes Zeitporträt und Biopic über die von Golshifteh Farahani gespielte Autorin und Universitätsprofessorin, die inmitten der Zeit der islamischen Revolution im Iran mit einer Reihe mutiger Frauen einen Lesekreis veranstaltet um westliche Literatur wie unter anderem „The Great Gatsby“ ; „Lolita“, „Daisy Miller“ und „Stolz und Vorurteil“ zu studieren und den gesellschaftlichen Einfluss dieser Werke zu reflektieren.

28.12.2025 – Therapie Für Wikinger - Die neue schwarze Komödie von Anders Thomas Jensen mit Nikolaj Lie Kaas und Mads Mikkelsen in den Hauptrollen ist ein witziges und unterhaltsames Gaunerstück zwischen Identitätsstörungen, Wikingern, Daddy Issues, den Beatles, Abba und einem ungleichen Brüderpaar auf der Suche nach einer vergrabenen Beute.

28.12.2025 – Die Jüngste Tochter - Auf dem autobiographischen Roman von Fatima Daas basierend inszeniert Hafsia Herzi mit einer großartigen Nadia Melitti in ihrem Schauspieldebüt in der Hauptrolle ein feinfühliges queeres Coming-Of-Age und Coming-Out-Liebes-Drama über eine junge, gläubige Muslima, die in einen inneren Konflikt gerät als sie für sich selbst herausfindet, dem gleichen Geschlecht gegenüber Anziehung und Liebe zu empfinden.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Jahresrückblick 2025

7
Fortsetzung ....

(09/10 – Honorable Mentions)

02.01.2025 – Nosferatu der Untote - Robert Eggers hat sich in seinem neuen Film einer Neuverfilmung des legendären Stummfilmklassikers von Murnau „Nosferatu“ angenommen und lässt sich diesen als episches, wuchtiges, vielleicht eine Spur zu langes Goth- und Vampirhorror-Schauer-Märchen in visuell zwar tristen, aber unfassbar starken Bildern und einem großartigen Cast auf der Leinwand entfalten.

22.01.2025 – September 5 – The Day Terror Went Live - Sehr spannender und interessanter Thriller, der vom TV-Team des Senders ABC Sports erzählt und deren sehr konfliktreichen Aufgabe der TV-Berichterstattung von der folgenschweren Geiselnahme des israelischen Olympiateams bei Olympia 1972 in München. Ein Film, der in seinen knappen 90 Minuten sehr viel über Verantwortung und der moralischen Zwickmühle zwischen Informationsauftrag, Voyeurismus und einer entsprechenden Medienkommunikation verhandelt und auch eine Reflexionsfläche für uns als Zuschauer bietet.

29.01.2025 – Juror #2 - Der möglicherweise letzte Film von Schauspiel- und Regielegende Clint Eastwood ist eine interessante und kritische Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Justizsystems, die sehr nüchtern und unaufgeregt mit einem tollen Ensemble inszeniert und gespielt wurde, wenn ein von Nicholas Hoult gespielter Geschworener mit dem Prozess, dessen Teil der Jury er ist, in eine moralische Zwickmühle gerät.

01.03.2025 – Der Graf von Monte Christo - Großartig ausgestattete und inszenierte Neuverfilmung von Alexandre Dumas Erzählung, die für mich überhaupt der erste Einstieg in den Stoff ist und mir als große, episch angelegte Geschichte über den Verrat und die Intrige am Schiffsmann Edmond Dantes und dessen über ein Jahrzehnt später folgende Jagd nach Vergeltung absolut gefallen und mich mitgerissen hat.

09.03.2025 – Sing Sing - Greg Kwedars „Sing Sing“ ist ein rohes, bodenständiges, philosophisches, poetisches, eskapistisches, authentisches und berührendes Drama, dass sich im gleichnamigen Hochsicherheitsgefängnis abspielt und von einer reell existierenden Theatergruppe und da vor allem um den sehr lange inhaftierten „Divine G“ beziehungsweise John Withfield und dessen innere Konflikte aufgrund eines möglichen Freilassungsgesuch, der guten Freundschaft zu einem Mithäftling und den Konflikten mit einem neuen Mitglied der Theatergruppe geht und bei dem echte ehemalige Mitglieder der Theatergruppe und Häftlinge in Sing Sing ihre Rollen von damals neben einem absolut großartigen Colman Domingo in der Hauptrolle verkörpern.

09.03.2025 – The Brutalist - 215 Minuten lang, mit in den Film integrierter Pause ist Brady Corbets „The Brutalist“ ein monumentales, epochales, wuchtiges Mammutwerk und Biographie über den fiktiven, jüdisch-ungarischen Architekten Laszlo Toth, der sich nach dem zweiten Weltkrieg in den USA ein neues Leben aufbauen möchte und dort auf den einflussreichen Harrison Lee Van Buren trifft, der mit ihm ein extrem ambitioniertes Bauprojekt realisieren möchte. Genau wie das Bauprojekt selbst ist der Film sehr ambitioniert, vielleicht sogar zu ambitioniert und sogar für das, was er noch hätte erzählen und ausbuchstabieren können, zu kurz. Dennoch bekommen wir vom gesamten Ensemble, allen voran Adrien Brody und auch Guy Pearce und Felicity Jones sowie in der preisgekrönten audiovisuellen Gestaltung durch Kamera und Musik extrem viel geboten.

11.03.2025 – Wunderschöner - Nachdem sich Karoline Herfurth in ihrem großartigen Episodenfilm „Wunderschön“ mit unter anderem Schönheitsidealen und Beziehungsdynamiken auf vielseitige, behutsame, respektvolle und gleichermaßen humorvolle und berührende Art auseinandergesetzt hat, geht sie in der Fortsetzung „Wunderschöner“ noch einen Schritt weiter und setzt sich mit Themen wie #metoo, toxische Männlichkeit, weibliche Sichtbarkeit, Beziehungskrisen und Sexwork auseinander und schließt auch qualitativ genau dort an, wo sie beim Vorgänger aufgehört hat.

13.03.2025 – Like A Complete Unknown - Mit einer großartigen Besetzung und einem unfassbar guten Timothee Chalamet in der Hauptrolle inszeniert James Mangold den biographischen Abschnitt aus dem Leben von Bob Dylan in der ersten Hälfte der 60er-Jahre, während sich Amerika und auch die Musik im Umbruch befindet und der getriebene, geheimnisvolle, nicht greifbare, aber faszinierende Bob Dylan musikalisch und gesellschaftlich zu einem Wegbereiter und Musikstar dieser Zeit hervorgeht.

18.03.2025 – Flow - Wunderschöner Animations- und quasi Stummfilm aus Lettland, der komplett verdient seine Würdigung und Auszeichnungen bei der letzten Award-Saison bekommen hat und bei dem sich eine kleine, ängstliche, schwarze Katze inmitten einer flutartigen Überschwemmung der Welt auf ein großes Abenteuer begibt.

02.04.2025 – Beating Hearts - Großartig inszenierte Mischung aus Liebesfilm, Crimedrama und Musical, dass von der schicksalhaften und tragischen Liebe des Kleinkriminellen, aus prekären Verhältnissen stammenden Clotaire und der aus behüteten Verhältnissen stammenden Jackie und auch dem Spannungsfeld zwischen Liebe, Rache und Chaos in epischen 166 Minuten erzählt und mit Malik Frikah, Mallory Wanecque sowie Francois Civil und Adele Exarchopoulus ein großartiges Hauptensemble zu bieten hat.

16.04.2025 – Eden - Von einem großartigen Ensemble mit Jude Law, Vanessa Kirby, Daniel Brühl, Sydney Sweeney und Ana De Armas getragener, fieser, düster und überraschender historischer Survivalthriller über zwischenmenschliche Spannungen, Manipulationen und dynamisch verändernder Machtverhältnisse bei der Erstbesiedlung der Galapagos-Insel Floreana, bei dem vor allem Ana De Armas und Sydney Sweeney zu Höchstleistungen und Szenendiebstahl geführt werden.

21.04.2025 – Blood and Sinners - Mit dem Horror-Action-Thriller „Blood and Sinners“ entfesselt Regisseur Ryan Coogler einen durchaus persönlichen, symbolischen Rausch, wenn er in der Geschichte von zwei von Michael B. Jordan gespielten Zwillingsbrüdern, die nach Jahren in der Unterwelt Chicagos in ihre Heimat in Mississippi zurückkehren und für die afroamerikanischen Bevölkerung in ihrer Heimat einen Musikclub eröffnen wollen, vor allem viel über die afroamerikanische Kultur, deren Identität und auch den Rassismus und die Segregation erzählt.

25.04.2025 – Für Immer Hier - Berührendes historisches Drama, das mit dem Oscar für „Best International Feature Film“ bei der letzten Oscarverleihung ausgezeichnet worden ist und die Geschichte von Eunice Paiva und ihrer Familie erzählt, die während der Militärdiktatur Anfang der 70er-Jahre in Brasilien mit Würde und Lebensfreude damit umgehen musste, dass ihr Mann, der ehemalige Politiker und Regimekritiker Rubens Paiva deportiert worden ist.

08.05.2025 – Thunderbolts* - Sehr bodenständige, persönliche und düstere neue Mischung aus bodenständiger Marvel-Action und sowohl Psychodrama und Psychothriller aus dem Hause Marvel, der sich mit wichtigen Themen wie Einsamkeit, Leere, persönliche Traumata und Depressionen beschäftigt und großartige Leistungen von Florence Pugh und Lewis Pullmann zu bieten hat. Nicht zu vergessen, dass mich der Film durch persönliche Bindung auch auf besonderer Ebene berühren konnte.

08.06.2025 – Black Bag - Kompakter, spannender und auf Hochglanzoptik inszenierter Spionagethriller, der seine Spannungen aus dem Wechsel zwischenmenschlicher Dynamiken und dem Auge zu feinen Details zieht und als Kammerspiel mit einem tollen Ensemble aus Michael Fassbender, Cate Blanchett, Naomie Harris, Marisa Abela, Rege-Jean Page, Tom Burke und Pierce Brosnan schauspielerisch auch einiges zu bieten hat.

17.06.2025 – From The World Of John Wick: Ballerina - Mit einer großartigen Ana de Armas in der Hauptrolle bekommen wir einen weiteren Film aus dem John-Wick-Universum geboten mit einer mitreißenden Rachestory, treibender, kreativer, improvisierter Action und einem starken audiovisuellen Stil, selbst wenn der Film etwas kühl bleibt.

21.06.2025 – Drachenzähmen leicht gemacht - 15 Jahre nach dem Start der Animationsfilmtrilogie kommt nun ein Live-Action-Remake des ersten Teils in die Kinos, der unfassbar gut aussieht und den emotionalen Kern des ursprünglichen Films beibehält und damit sowohl spannungstechnisch als auch von den Emotionen her einfach mitreißendes und berührendes Kino ist in der Geschichte um den tollpatschigen aber technikbegeisterten Hicks, den Sohn des Wikingerhäuptlings Haudrauf, der entgegen den Vorstellungen seines Vaters die verfeindeten Drachen nicht töten, sondern alternative Wege finden möchte und eine Freundschaft mit dem verletzten Drachen Ohnezahn aufbaut, die die Zukunft des Königreichs Berk nachhaltig beeinflussen könnte.

23.06.2025 – Der Phönizische Meisterstreich - Unterhaltsame, makabre und tiefsinnige Fabel über Moral im Hinblick auf einen reichen Geschäftsmann, dem nach dem Leben getrachtet wird und der sich Gedanken über sein Vermächtnis macht und hier auf eine unterhaltsame Verhandlungsreise macht. Das Ensemble und der unverwechselbare Stil von Wes Anderson veredeln den Film dann noch, bei dem vor allem Benicio Del Toro großartig ist.

12.07.2025 – Mädchen Mädchen - Neuinterpretation des gleichnamigen Films von Dennis Gansel aus dem Jahr 2001, der sich auf leichtfüßige, moderne, bodenständige, unterhaltsame und respektvolle Art und Weise nicht nur der weiblichen Lust, sondern auch der sexuellen Selbstfindung nähert, all den damit verbundenen Hürden und auch ein Plädoyer für weiblichen Zusammenhalt und Freundschaft beinhaltet. Dabei kann sich Martina Pluras Film auf das großartige Ensemble um Kya-Celina Barucki, Nhung Hong und Julia Novohradsky und auch sein Team hinter der Kamera verlassen.

14.08.2025 – Bring Her Back - Knallhartes, fieses, brutales und überraschendes Horror-Drama, dass sich sein Mysterium bewahrt und über die Trauerverarbeitung eines kürzlich Waise gewordenes Stiefgeschwisterpaar, die kurzfristig bei einer zwielichtigen Pflegemutter unterkommen, erzählt und sehr menschlich bleibt und einen emotionalen Kern bietet.

24.08.2025 – Memoiren einer Schnecke - Zum illustren und interessanten Kreis der nominierten Filme, die bei den Oscars zu Beginn des Jahres in der Kategorie des „Animated Pictures“ nominiert waren, gehört auch dieses australische Stop-Motion-Werk, dass seinen ganz eigenen, skurrilen Look findet und sich als Tragikomödie besonders tragischen Themen widmet, wenn er die tragische Lebensgeschichte der Zwillinge Grace und Gilbert Pudel vorzugsweise aus der Perspektive von Grace erzählt.

29.08.2025 – Caught Stealing - Die Verfilmung von Charlie Hustons gleichnamigen Buchs ist ein abgefahren witziger, unterhaltsamer, brutaler und konsequenter Crime Thriller über ein einstiges, von Austin Butler cool gespieltes Baseballtalent, dass sich im New York der 90er durch die Bitte seines Nachbarn in großen, folgenreichen Schwierigkeiten befindet.

16.09.2025 – Sirat - Knallharter, mit einem treibenden Rave-Soundtrack garnierter Film über ein spanisches Vater-Sohn-Gespann, dass in der Wüste Marokkos eine Gruppe Raver begleitet um auf die Suche nach der verschwunden Tochter zu gehen, der zu einer symbolischen, immersiven Erfahrung wird, dabei aber ein wenig die Orientierung verliert.

17.09.2025 – 22 Bahnen - Verfilmung des gleichnamigen Romans von Caroline Wahl über eine von Luna Wedler gespielte junge, hochbegabte Studentin, die sich um ihre jüngere Schwester und ihre alkoholkranke Mutter kümmert und vor wichtige Entscheidungen und unverarbeitete Konflikte gestellt wird. Ein schönes Sozial- und Familiendrama, dass mich persönlich berühren und in seinen Sog ziehen konnte.

02.10.2025 – A Big Bold Beautiful Journey - Mit Margot Robbie und Colin Farrell in den Hauptrollen besetzt, inszeniert Kogonada einen Film über die Zufallsbegegnung von David und Sarah, die auf eine fantastische, mysteriöse, märchenhafte und tragische Reise geschickt werden, bei denen beide eine unerwartete, lebensverändernde Erkenntnis erwartet. Ein Film, der mich mitreißen und berühren konnte, egal wie kitschig, klischeehaft und old-school das Ganze sein mag.

08.10.2025 – Der Tiger - Spannende und interessante Mischung aus Kriegsdrama und Psychothriller über die 5-köpfige Besatzung eines Tiger-Panzers, die im Kriegsgebiet noch eine Mission erfüllen müssen. Ein Film, der sich zwischen David Ayers „Fury“ und Francis Ford Coppolas Meisterwerk „Apocalypse Now“ pendelt und dabei sogar einen interessanten Ansatz gegen Ende zu bieten hat.

19.10.2025 – In Die Sonne Schauen - „In Die Sonne Schauen“ von Mascha Schilinski, der auch als deutscher Beitrag für die kommenden Academy Awards ausgewählt worden ist, ist ein sehr interessantes Filmprojekt geworden, dass über einen Zeitraum von 100 Jahren von thematisch miteinander verbundenen Erlebnissen und Leben von Frauen in 4 Epochen auf einem Hof erzählt und durch seine nichtlineare Struktur und die detaillierte Symolik sowie das großartige Ensemble und die Inszenierung ein großartiges, aber auch sperriges Werk für mich gewesen ist.

24.10.2025 – Springsteen: Deliver Me From Nowhere - Biopic über die Singer-Songwriter-Legende Bruce Springsteen, die sich vor allem auf die Phase vom Abschluss der „The River“-Tournee und der Produktion seines Albums „Nebraska“ fokussiert und dabei eine tiefgründige, intime Charakterstudie bietet, dass sich nicht nur für eine Greifbarkeit der Person Bruce Springsteen, sondern auch für seine Wahrnehmung der Produktion, Charakteristik und Perfektion der eigenen Musik interessiert, großartig gespielt von Jeremy Allen White.

12.11.2025 – Bugonia - Derbe, schwarzhumorige Thriller-Satire und teilweise Kammerspiel über einen von Jesse Plemons gespielten Verschwörungstheoretiker, der in einer von Emma Stone gespielten CEO ein von Andromeda kommendes Alien vermutet, dass die Geschicke der Erde beeinflusst und diese entführt und foltert.

Damit wäre der Mittelteil erledigt und ich kann mich auf den spannenden Teil des Jahres eingehen, wenn es um die Flops und die Tops des Jahres geht.

Zunächst aber mal die Flops des Jahres

(05/10 – Flops)

Platz 6 – 08.07.2025 - M3GAN 2.0
- Die Fortsetzung des Horror-Hits „M3GAN“ entpuppt sich als kruder auf Hochglanzoptik inszenierte Sci-Fi-Action-Trash mit interessanten, überraschenden Momenten und tonalen Wechseln.

Platz 5 – 04.12.2025 - Five Nights At Freddys 2 - Die Fortsetzung von „Five Nights At Freddys“ liegt für mich auf einer ähnlich mittelmäßigen Stufe wie sein Vorgänger, kommt mit interessanten animatronischen Effekten daher, wirkt aber in seinen 104 Minuten sehr gehetzt, weil viel für den Aufbau des Ganzen gebraucht wird und man versucht einen Schlusspunkt im harmlosen Horror-Film zu finden, auch wenn es durch eine mögliche Fortsetzung nicht abgeschlossen wirkt.

Platz 4 – 30.12.2025 – Anaconda - Absolut ungiftige, harmlose, dumme Meta-Action-Horror-Komödie die sich um den Horror-Kultklassiker Anaconda 1997 dreht und um Filmfans, die eine Neuinterpretation drehen wollen und damit in einer ähnlichen Situation landen.

Platz 3 – 30.04.2025 – Ein Minecraft Film - Auf dem popkulturellen Gaming-Phänomen der Mojang Studios „Minecraft“ basierende, knallbunte, absurde und chaotische Action-Abenteuer-Komödie, die kreativ absolut freidreht und viele befremdliche Elemente beinhaltet.

Platz 2 – 27.03.2025 - A Working Man - Relativ routinierter, harmloser und durchaus unterhaltsamer Jason Statham-Actioner, der eine Spur zu lang ist, zuviele Ideen und Kleinigkeiten in einen zäh gemischten filmischen Beton schmeißt und damit filmisch nichts besonderes darstellt, wenn ein von Statham gespielter Ex-Soldat und Bauleiter die entführte Tochter seines Chefs aufspüren möchte.

Flop 1 des Jahres 2025 von mir !
Platz 1 – 29.08.2025 – Afterburn
- Auf einer Graphic Novel basierender, sehr grauer, trister und auch teils langatmiger Action-Trash, dessen gewisse Trash- und Old-School-Attitüde und die handgemachte Action durchaus charmant ist neben dem Ensemble aus Dave Bautista, Olga Kurylenko, Kristoffer Hivju, Daniel Bernhardt und Samuel L. Jackson, dennoch hat er es damit nicht geschafft, mich einigermaßen bei der Stange zu halten und mich ab und an ermüdet und gelangweilt.

Und nun zum meiner Meinung nach Besten, was das Filmjahr für mich bereit gehalten hat.

(10/10 – Tops/Mögliche Lieblingsfilme/Jahreshighlights)


Platz 9 – 15.11.2025 – The Change - Beklemmende, radikale Mischung aus Familiendrama und Psycho- und Politthriller über eine Familie, die durch die Beziehung des Sohnes zu einer Frau, die mit einem politischen, antidemokratischen Manifest in Buchform bereits einen Einfluss auf die amerikanische Gesellschaft genommen hat, gespalten wird.

Platz 8 – 14.11.2025 – Die My Love - Radikales, freidrehendes, manisches Drama über eine von Jennifer Lawrence gespielte Frau, die nach dem Umzug mit dem von Robert Pattinson gespielten Partner aufs Land und der Geburt des gemeinsamen Kinds mit den negativen Folgen auf die mentale Gesundheit, der Leere, der Einsamkeit und Frustration zu kämpfen hat.

Platz 7 – 29.09.2025 – One Battle After Another - Dieser Fiebertraum aus Action-Thriller-Komödie, gesellschaftskritischer Satire, Familiendrama und Duell zweier Männer, zwischen Leonardo DiCaprio und einem absolut großartigen Sean Penn ist eine der großen Revolutionen meines Kinojahres 2025 geworden.

Platz 6 – 28.12.2025 – Sorry, Baby - Eva Victors Regiedebüt, bei dem Eva Victor auch die Hauptrolle übernommen und den Film geschrieben hat, ist ein feinfühliges, leises, immer den richtigen Ton treffendes und emotional herausforderndes #metoo-Drama über Coping Mechanismen und die Auswirkungen der Folgen eines Übergriffs.

Platz 5 – 05.03.2025 – Hundreds Of Beavers - Ein gescheiterter Apfelschnapsbrenner nimmt Rache an hunderten Biebern damit er um die Hand der Tochter eines Händlers anhalten kann klingt total absurd – vor allem, wenn man dies in einer tricktechnisch abgefahrenen Weise in Form eines Schwarz/Weiß-Stummfilms mit modernem Crafting, Gamification und dem Trial-and-Error-Prinzip und klassischem Humor der Ära von Buster Keaton und Charlie Chaplin sowie den Comics der Looney Tunes verbindet und damit treffsichere, dynamische und nie langweilig und redundant werdende, kreative Gags im Sekundentakt - und das erste wirklich große Highlight des Jahres liefert.

Platz 4 – 15.03.2025 – Heldin - Petra Volpe inszeniert inspiriert durch das Buch „Unser Beruf ist nicht das Problem: Es sind die Umstände“ von Madeline Calvelage mit einer Leonie Benesch in Bestform ein spannendes, authentisches Drama über den beruflichen Alltag einer Krankenpflegekraft anhand einer Nachtschicht in einem Schweizer Krankenhaus. Ein Film, der spannend ist und neben einer Kritik am System und einer Aufarbeitung des sich noch verschärfenden Pflegenotstands hoffentlich ein Verständnis für die absolut wichtige Arbeit in der Krankenpflege schafft. Mit seiner immersiven Inszenierung, bei der wir nahezu vollständig Leonie Beneschs Floria Lind begleiten erleben wir die Spannung, den Stress und auch die mit dem Job verbundenen Momente menschlicher Wärme und Tragik. Ein kleines Highlight des Filmjahres.

Platz 3 – 18.05.2025 / 19.05.2025 – Mission Impossible: The Final Reckoning - Regisseur Christopher McQuarrie macht es sich in der Fortsetzung von „Dead Reckoning“ und dem neuen, möglicherweise als Abschluss konzeptionierten Teil der Mission-Impossible-Reihe nicht einfach, wenn er dem Film tonal eine bedrückende, bedrohliche, bedeutungsschwangere Schwere und Endgültigkeit mit nur wenig Raum für Humor und Leichtigkeit bietet und in Form einer Mammutaufgabe viele Dinge miteinander zu verknüpfen einen etwas holprigen Aufbau in der ersten Hälfte liefert und etwas Geduld beim Zuschauer einfordert, die sich dann in der zweiten Hälfte mit extrem spannenden und atemberaubenden Sequenzen absolut auszahlen wird, während sich der Film alleine damit für mich zu einem Highlight des Filmjahres und der gesamten Filmreihe gemacht hat.

Platz 2 – 20.12.2025 – Sentimental Value - Das feinfühlige Familiendrama von Joachim Trier mit Renate Reinsve, Stellan Skarsgard, Inga Ibsdotter Lilleas und Elle Fanning in den wichtigen Rollen über einen Vater, der sich in seiner Tätigkeit als Regisseur und Filmemacher seine Familie und die Töchter verlassen und sich von ihnen entfremdet hat und sich mit einem neuen Film inmitten eines Schicksalsschlags wieder nähern möchte ist ein spätes Highlight meines Kinojahres geworden.

Der Top-Film meines Filmjahres 2025 und damit an der Pole Position den Film Grand Prix des Jahres 2025 gewonnen hat:

Platz 1 – 06.07.2025 / 07.07.2025 / 10.07.2025 – F1 - Rasantes Spektakel über einen von Brad Pitt gespielten Rennfahrer, der einem strugglenden Formel-1-Team und einem talentierten Rookie zu Erfolgen verhelfen muss, bevor das Team komplett am Ende ist. Audiovisuell eine Wucht mit großtmöglicher Immersion und Authentizität einfach ein mitreißendes Stück Kino und ein Highlight des Jahres 2025. „Top Gun: Maverick“ in der „Days Of Thunder/Gran Turismo-Edition“.

Kleine Ergänzung zur weiteren Begründung, warum F1 in diesem Jahr mein Topfilm des Jahres wurde:

Der Film, in dem jemand von einem Weggefährten um Hilfe gebeten wird und sich neue berufliche Herausforderungen ergeben, kam exakt in dem Moment auch raus, in dem ich diese Entscheidung für mich persönlich auch treffen musste und getroffen habe. Zusätzlich war der dritte Besuch des Films im Kino auch nicht nur mit einem guten Freund, Kollegen und Kino-Buddy, sondern einer weiteren Person, Freund, Kollege, ehemaliger Vorgesetzter und Vertrauter, bei dem meine Gedanken und Sorgen auch in diesem Jahr waren, weil er schwer erkrankt ist und gerade mit den Nachwirkungen dieser schweren Erkrankungen noch lange zu tun hat. "F1" ist damit nicht nur ein Blockbuster-Action-Kino der alten Schule mit unfassbar mitreißender Geschichte und Actionsequenzen, sondern auch durchaus sehr persönlich für mich geworden.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Jahresrückblick 2025

8
Ich mach's mal etwas kürzer als mein Vorredner. Da mag dank Streaming-Verzögerung noch einiges aus 2024 dabei sei. Was mir sehr gut gefallen hat, in fett:

Wallace & Gromit – Vergeltung mit Flügeln
Poor Things
Der Wilde Roboter
Alien Romulus
Anora
Konklave

Nosferatu
Here
Holland
Horizon
A Real Pain
Der Graf von Montechristo

Der Spitzname
Fountain of Youth
Mission Impossible – Final Reckoning
Emilia Perez
Like a Complete Unknown
Jurassic World
The Last Showgirl
Eden
Life of Chuck

Mickey 17
Das Licht
In die Sonne schauen
Black Bag
Karate Kind Legends
Wunderschöner
Die Nackte Kanone
Frankenstein
A House of Dynamite
One Battle After Another

Superman
Wake Up Dead Man – Knives Out
F1
Avatar – Feuer und Asche
Die Rosenschlacht

Meine Favouriten sind "One Battle" und "Life of Chuck", der mich aus irgendeinem Grund berührt und mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.
"Der Baggersee war Ozean, die Ente war ein Schwan, ein Topf ein Hut, damals hinterm Mond."