Gorky Park (1983) von Michael Apted - wenn ich das richtig im Kopf habe ein Favorit des Genossen Anatol, was an patriotischer Befangenheit liegen könnte.
William Hurt spielt einen sowjetischen Kriminalbeamten (!) und nachdem drei zur Unkenntlichkeit entstellte Leichen in Moskau gefunden werden, ermittelt er und gerät dabei immer tiefer in ein Netz aus Intrigen und KGB-Verschwörungen. Irgendwo an der Schnittstelle zwischen Krimi und Politthriller also, und unser Michael eröffnet das Stück gleich furios, mit wunderschönen Kamerafahrten einer Schlittschuhläuferin. Auch in den folgenden zwei Stunden kitzelt Apted das Maximum an atmosphärischer Dichte heraus, und obwohl das ein eher ruhiger Film ist, bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Dazu kriegt der fulminant aufspielende Hurt eine ganze Riege toll besetzter Nebenrollen an die Seite gestellt: Rikki Fulton, Brian Dennehy, der Senat höchstpersönlich und natürlich Charakterhackfresse Lee Marvin als dubioser Geschäftsmann. Die Geschichte wird spannend und mysteriös aufgerollt, wird aber schleichend etwas konfus. Was daran liegen mag, dass ich irgendwie bis zuletzt nicht ganz wahrhaben wollte
dass es eigentlich "nur" um den Schmuggel einer Handvoll Pelztiere ging, das kam mir etwas banal vor und ich dachte bei manchen entsprechenden Plotenthüllungen, ich hätte etwas völlig falsch verstanden.
Liegt aber vielleicht daran, dass ich diese Handlung überhaupt nicht erwartet hätte. Vielleicht hat mich Gorky Park deswegen im letzten Akt auch etwas verloren, bevor es dann noch einmal sehr atmosphärisch zu Ende geht. Für mich nach Erstsichtung etwas zwischen starken 7 und knappen 8 Punkten.