Invincible1958 hat geschrieben: Heute 04:36
Mir ging es darum, dass es letzten Winter eine Art Euphorie gab, nach dem Motto "Amazon wird jetzt nicht so trantütig unterwegs sein wie EON."
Und jetzt sind wir alle aufgewacht und merken, dass es durch die Übernahme gar nicht schneller geht als vorher. Und auch mit diversen Spin-Offs und sonstigen Streaming-Produkten werden wir nicht zugespammt.
Keine Bange, die Spin-offs und der große Ausverkauf kommen schon noch. Das Franchise ist halt grad in einer seltsamen Situation, weil die Hauptfigur, um die sich alles rankt, tot ist, und man entsprechend erstmal herausfinden muss, wie man damit jetzt umgeht und weitermacht. Dazu braucht es keine gute oder sehr gute, sondern eine absolute Knaller-Idee. Der nächste Bond-Film muss ein neuer Casino Royale werden, besser noch ein neuer Skyfall, ein absoluter Überhit, der einer neuen Generation erstmal erklärt, warum sie sich für James Bond eigentlich zu interessieren haben. Wenn der neue Bond etabliert ist und man eine Zuschauerschaft neu erarbeitet hat, kann man immer noch zu den gut funktionierenden Nebenfiguren Spin-offs in die Wege leiten.
Vielleicht hat Villeneuve auch ein Spin-off schon gleich mitgepitcht. Seine "Dune"-Filme wurden bei HBO ja auch durch eine Prequelserie namens "Dune: Prophecy" bereichert, an der auch sein Ko-Autor der Filmskripte mitgewerkelt hat. Ich sehe wenig Gründe, warum Amazon sich den Streaming Spam entgehen lassen sollte. Wäre NTTD ein Amazon Film gewesen, hätten wir längst eine Paloma Serie in Arbeit. Jede Wette. Stattdessen wird man jetzt erstmal Bond neu etablieren und dann schauen, welche Nebenfiguren sich für eine Spin-off Behandlung anbieten, und auf wen das Publikum besonders warm reagiert.
danielcc hat geschrieben: Heute 11:31
Für ein eigentlich brutal kapitalistisches Unternehmen, von dem man erwarten würde, dass sie ihr Geld lieber heute als morgen zurück haben wollen, ist das einigermaßen erstaunlich.
Amazon hat ja schon auf die harte Tour gelernt, dass ein großer Franchise-Name alleine einen Scheiß bringt - und das ist noch zurückhaltend formuliert -, wenn dein Produkt keiner haben will und dem hohen Standard der IP nicht gerecht wird. Nachdem ihre mega-super-hyper-teure "Herr der Ringe"-Serie den popkulturellen Impact von drei umgefallenen Säcken Reiß in China hatte, werden die bei Bond schon darauf achten wollen, sich die Zeit zu nehmen, etwas zu Veröffentlichen, von dem Menschen mehr sehen wollen. Denn auch bei einer Marke Bond ist der Erfolg keine Selbstverständlichkeit, sondern muss jedes Mal neu erwirtschaftet und erarbeitet werden. Dass sie dafür auf einen Denis Villeneuve zurückgreifen wollen, der nun mal - ob wir beide ihn nun mögen oder nicht - als einer der besten aktuellen Blockbuster-Regisseure gilt, eigentlich als Zweitplatzierter hinter Christopher Nolan, ist wirklich in keinerlei Hinsicht erstaunlich.