Gab diesmal gar keinen thread?
Nun ja, dass "Sinners" nicht mehr als Titanic abräumen würde, war schon klar. Dennoch sind es vier geworden und ein sehr wichtiger für Michael B. Jordan. Ohnehin war diese Kategorie eine der spannendsten des Abends. Ich hätte Chalamet leicht favorisiert gesehen, DiCaprio dagegen spulte eher sein Programm (auf hohem Niveau) ab. Dennoch ein würdiger Sieger.
One Battle after another (6 Siege) ist der große Gewinner, nicht nur gegenüber Sinners. War aber auch keine große Überraschung, darauf konnten sich schon im Vorfeld einfach mehr einigen.
Frankenstein hat 3 eher unwichtige Oscars geholt, interessiert mich aber nach wie vor nicht.
Marty Supreme dafür keinen einzigen, was schade ist, ein schöner Film.
Immerhin 1 Oscar für den tollen "Weapons" und den mindestens technisch fantastischen "F1".
Die weibliche Hauptrolle war klar - habe ich mir sagen lassen -, wird mich aber dennoch nicht motivieren Hamnet zu schauen.
Schön, dass erstmals die Arbeit von Casting-Direktoren ausgezeichnet wurden.
Re: Oscars 2025
2Die "One Battle After Another" Oscars für Film und Regie erinnern an die Oscars in denselben Kategorien für "Departed" vor knapp 20 Jahren. Ein Regisseur, der für seine Werke schon mehrfach hätte ausgezeichnet werden müssen, ist jetzt einfach mal dran. Zumal das Teil eben politisch sehr gegenwärtig ist und die faschistischen Umschwünge im US-Gesellschaftsbild (karikaturhaft) vorführt. Und dann war es auch noch PTAs bislang erfolgreichster Film am Box-Office, auch das hilft.
In 10-20 Jahren wird das politisch gegenwärtige Momentum des Films verblasst sein und OBAA einer dieser Filme, bei denen sich Leute im Nachhinein fragen, wie er gegen "Sinners" bei den Oscars gewinnen konnte. Bei letzterem zeichnet sich eine Kanonisierung als Klassiker seines Genres und für das schwarze amerikanische Kino längst ab. Es wird so ähnlich kommen wie bei "Moonlight" und "La La Land" oder "L.A. Crash" und "Brokeback Mountain" vor gar nicht so langer Zeit, bei denen schon jetzt nach dem jeweiligen Siegerfilm kein Hahn mehr kräht und der entsprechend andere Film als einflussreich gilt und sich in der Popkultur verewigt hat.
Naja, die Academy kann nicht immer richtig liegen.
In 10-20 Jahren wird das politisch gegenwärtige Momentum des Films verblasst sein und OBAA einer dieser Filme, bei denen sich Leute im Nachhinein fragen, wie er gegen "Sinners" bei den Oscars gewinnen konnte. Bei letzterem zeichnet sich eine Kanonisierung als Klassiker seines Genres und für das schwarze amerikanische Kino längst ab. Es wird so ähnlich kommen wie bei "Moonlight" und "La La Land" oder "L.A. Crash" und "Brokeback Mountain" vor gar nicht so langer Zeit, bei denen schon jetzt nach dem jeweiligen Siegerfilm kein Hahn mehr kräht und der entsprechend andere Film als einflussreich gilt und sich in der Popkultur verewigt hat.
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Let the sheep out, kid.
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Re: Oscars 2025
3In letzter Zeit liegt die Academy kaum noch richtig.
"Verstehen Sie mich nicht falsch es ist nichts persönliches, es ist was rein geschäftliches."
Re: Oscars 2025
4Na ja, es geht aber auch nicht darum zu erspüren, oder zu prognostizieren, welcher Film in Jahrzehnten ein Klassiker sein wird oder gar zum Kultfilm avanciert. In Berlin, Cannes und Venedig sieht es da keinen Deut besser aus.
Die Oscars sind natürlich ein gegenwartsbezogener Preis und da kann ich mit OBAA schon gut leben, wobei ich es Sinners ebenfalls gegönnt hätte.
Manchmal liegt man da goldrichtig wie mit "Rocky". Manchmal völlig falsch wie bei "Kramer vs. Kramer" (gewann 1979 gegen Apocalypse Now), "Chariots of Fire" (gewann 1981 gegen Raiders of the Lost Ark) etc.
Ach ja, Michael B. Jordan war kurz nach der Verleihung mit seinem Goldjungen im In´n´ out Burger. Zeugt von gutem Geschmack und einer für Hollywoddstars nicht gerade alltäglichen Volksnähe. Alle anderen Promis haben sich die Burger hinter die verdunkelten Scheiben ihrer SUVs liefern lassen.
Die Oscars sind natürlich ein gegenwartsbezogener Preis und da kann ich mit OBAA schon gut leben, wobei ich es Sinners ebenfalls gegönnt hätte.
Manchmal liegt man da goldrichtig wie mit "Rocky". Manchmal völlig falsch wie bei "Kramer vs. Kramer" (gewann 1979 gegen Apocalypse Now), "Chariots of Fire" (gewann 1981 gegen Raiders of the Lost Ark) etc.
Ach ja, Michael B. Jordan war kurz nach der Verleihung mit seinem Goldjungen im In´n´ out Burger. Zeugt von gutem Geschmack und einer für Hollywoddstars nicht gerade alltäglichen Volksnähe. Alle anderen Promis haben sich die Burger hinter die verdunkelten Scheiben ihrer SUVs liefern lassen.
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https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/
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Re: Oscars 2025
5Das ist lange Tradition. Er war nicht der Erste und wird auch nicht der Letzte gewesen sein.vodkamartini hat geschrieben: Heute 16:37 Ach ja, Michael B. Jordan war kurz nach der Verleihung mit seinem Goldjungen im In´n´ out Burger. Zeugt von gutem Geschmack und einer für Hollywoddstars nicht gerade alltäglichen Volksnähe.
Kurios, dass das jetzt bei ihm solche Wellen schlägt.
Liegt wohl daran, dass Social Media immer verrückter wird.
Re: Oscars 2025
6Ging auch vorletztes Jahr schon mit Paul Giamatti (da allerdings natürlich nach den Globes) viral. Ist also nichts kurioses dran und schlägt auch nicht erst bei ihm Wellen.
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Re: Oscars 2025
7Nö, nicht kurios, aber sympathisch. Nach den Wolfgang Puck Leckereien wollen die halt auch mal was Bodenständiges. Ich würde beides gerne nehmen, die In´n´out Burger sind super (weil alles frisch, die schälen dort sichtbar Kartoffeln für Pommes, und ein sehr kleines Sortiment).
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Re: Oscars 2025
8Liegt daran, dass der Burger Laden extrem hip ist (gibt es nur im Westen) und nicht weit vom Auditorium und Jordan als Best Actor ausgezeichnet wurde.Invincible1958 hat geschrieben: Heute 17:11Das ist lange Tradition. Er war nicht der Erste und wird auch nicht der Letzte gewesen sein.vodkamartini hat geschrieben: Heute 16:37 Ach ja, Michael B. Jordan war kurz nach der Verleihung mit seinem Goldjungen im In´n´ out Burger. Zeugt von gutem Geschmack und einer für Hollywoddstars nicht gerade alltäglichen Volksnähe.
Kurios, dass das jetzt bei ihm solche Wellen schlägt.
Liegt wohl daran, dass Social Media immer verrückter wird.
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Re: Oscars 2025
9Das war schon ein interessantes Duell bei den Oscars zwischen "Sinners" und "One Battle After Another", dass die einen oder anderen Kategorien durchaus spannend gestaltet haben. Klar können vorherige Indikatorpreise schon die Richtungen vorgeben und den eigentlichen Favoritenstatus von "OBAA" bestätigen, aber da hat in der spannenden Phase das Momentum zugunsten von "Sinners" das Rennen dann doch spannender gemacht.
3 von 4 Acting-Kategorien wurden dann doch noch etwas spannender, weil die Indikatorpreise (Globes, Critics Choice, BAFTAs, SAGs) nicht den klaren Weg geebnet haben wie bei Jessie Buckley, die die Season einen kompletten Sweep verzeichnen konnte.
Neben dem nicht ganz quantifizierbaren Faktor des Campaigning sind hier bei der Verleihung vor allem 2 weitere Faktoren wirklich zum Tragen gekommen. "Momentum" und "Ultimatum". "Momentum" bezeichnet ja den Faktor, wer im Zeitraum des Votingprozesses stärker performt - und da war durch den Actor Award der SAG für Michael B. Jordan, dem öffentlichen Backlash für die Kommentare von Chalamet und dem Verlust von Chalamet bei den BAFTAs das Timing und Momentum sehr ungünstig für Chalamet und hat sich positiv zugunsten von Michael B. Jordan entwickelt. Mit "Ultimatum" bezeichne ich den Faktor, dass sich bei den Votern eine gewisse Torschlusspanik entwickeln könnte, dass man bei diesen oder denjenigen Darsteller sicherlich in Zukunft eher weniger die Möglichkeit haben wird, mit dem Oscar auszuzeichnen und da ist vermutlich für Chalamet eine bessere Möglichkeit gegeben, ihm in Zukunft irgendwann den Oscar geben zu können statt bei Jordan.
Bei meinem persönlichen Tippspiel habe ich mich vor allem bei Actor Leading Role und bei Best Picture nicht festlegen können und da den Tipp gesplittet auf den jeweiligen Sieger der Kategorie. Da bin ich bei 17 von 24 Punkten gelandet. Director habe ich falsch auf Ryan Coogler getippt und Casting war ich auf dem Sinners-Zug. Die Short-Kategorien und den Dokumentarfilm habe ich nicht getippt.
3 von 4 Acting-Kategorien wurden dann doch noch etwas spannender, weil die Indikatorpreise (Globes, Critics Choice, BAFTAs, SAGs) nicht den klaren Weg geebnet haben wie bei Jessie Buckley, die die Season einen kompletten Sweep verzeichnen konnte.
Neben dem nicht ganz quantifizierbaren Faktor des Campaigning sind hier bei der Verleihung vor allem 2 weitere Faktoren wirklich zum Tragen gekommen. "Momentum" und "Ultimatum". "Momentum" bezeichnet ja den Faktor, wer im Zeitraum des Votingprozesses stärker performt - und da war durch den Actor Award der SAG für Michael B. Jordan, dem öffentlichen Backlash für die Kommentare von Chalamet und dem Verlust von Chalamet bei den BAFTAs das Timing und Momentum sehr ungünstig für Chalamet und hat sich positiv zugunsten von Michael B. Jordan entwickelt. Mit "Ultimatum" bezeichne ich den Faktor, dass sich bei den Votern eine gewisse Torschlusspanik entwickeln könnte, dass man bei diesen oder denjenigen Darsteller sicherlich in Zukunft eher weniger die Möglichkeit haben wird, mit dem Oscar auszuzeichnen und da ist vermutlich für Chalamet eine bessere Möglichkeit gegeben, ihm in Zukunft irgendwann den Oscar geben zu können statt bei Jordan.
Bei meinem persönlichen Tippspiel habe ich mich vor allem bei Actor Leading Role und bei Best Picture nicht festlegen können und da den Tipp gesplittet auf den jeweiligen Sieger der Kategorie. Da bin ich bei 17 von 24 Punkten gelandet. Director habe ich falsch auf Ryan Coogler getippt und Casting war ich auf dem Sinners-Zug. Die Short-Kategorien und den Dokumentarfilm habe ich nicht getippt.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
Re: Oscars 2025
10Ich versteh nicht, warum das selbst in Medien kolportiert wird. Die Aussagen von Chalamet zur "Bedeutungslosigkeit" von Oper und Ballett hatten nullkommanull Auswirkungen auf das Oscar-Voting, und zwar schlicht und ergreifend deshalb, weil die großen Negativ-Schlagzeilen rund um diese Äußerungen am 5. März die Runde gemacht haben (lässt sich bei Google noch gut nachvollziehen) - dem Tag, an dem das Voting offiziell endete. Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass dieser (übertriebene) Mini-"Skandal" irgendeinen Einfluss auf die Vergabe des Hauptdarsteller-Oscars hatte.
An sich nicht, aber in letzter Konsequenz natürlich dann doch schon. Letztlich sind die Oscars ein Kulturpreis, und würdigen im besten Fall jene Werke, die einen besonderen Einfluss / Impact auf ihre jeweilige Gegenwartskultur haben. Trotzdem ist die Wahrheit natürlich langweiliger: Hollywood feiert sich da einfach selbst, es ist ein Branchenpreis, bei dem die Academy Mitglieder für ihre besten Freunde oder Lieblingskollegen abstimmen. Und PTA war nach vielen Jahren und vielen großen Filmen, die ihm keinen Goldjungen brachten (Boogie Nights, Magnolia, There Will Be Blood, The Master, Licorice Pizza) einfach mal dran. Es ist nicht anders als bei Scorsese und "Departed" damals - jetzt hatte PTA nach vielen Fehlschlägen ein "Nun muss er aber mal"-Momentum und dann hat es auch für ihn geklappt. Nicht mehr, natürlich auch nicht weniger.vodkamartini hat geschrieben: Heute 16:37 Na ja, es geht aber auch nicht darum zu erspüren, oder zu prognostizieren, welcher Film in Jahrzehnten ein Klassiker sein wird oder gar zum Kultfilm avanciert.
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Re: Oscars 2025
11Da ich dummerweise weder PTA noch den Coogler gesehen habe, bin ich gespannt wie die auf mich wirken. Ich hoffe aber doch daß OBAA doch eine andere Qualität hat als der enttäuschende The Departed.
Trotzdem hätte ich es auch hier wieder bevorzugt wenn PTA keinen Oscar bekommen hätte.
Übrigens war ich heute morgen komplett überrascht, daß gestern Oscar Nacht war, das war an mir vorübergegangen, Nun ja, hier im Forum fehlten ja auch die üblichen Prophezeiungen.
In der SZ vom Samstag hatte ich heute Morgen eine Seite mit Sollte gewinnen/Könnte gewinnen/Wird gewinnen gelesen. Nicht für alle Kategorien, aber für viele, und natürlich ausgerechnet der Schnitt fehlte mal wieder, aber Kamera und Production Design waren dabei, und bis auf Kamera war alles richtig getippt.
Trotzdem hätte ich es auch hier wieder bevorzugt wenn PTA keinen Oscar bekommen hätte.
Übrigens war ich heute morgen komplett überrascht, daß gestern Oscar Nacht war, das war an mir vorübergegangen, Nun ja, hier im Forum fehlten ja auch die üblichen Prophezeiungen.
In der SZ vom Samstag hatte ich heute Morgen eine Seite mit Sollte gewinnen/Könnte gewinnen/Wird gewinnen gelesen. Nicht für alle Kategorien, aber für viele, und natürlich ausgerechnet der Schnitt fehlte mal wieder, aber Kamera und Production Design waren dabei, und bis auf Kamera war alles richtig getippt.
Zuletzt geändert von Maibaum am 16. März 2026 21:04, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Oscars 2025
12Man könnte es ja auch so sehen: Raiders kann unmöglich der beste Film des Jahres 1981 sein, WEIL ihn so viele Leute heute noch kennen und gut finden. [mich-in-meinem-elitären-Dünkel-suhlend]vodkamartini hat geschrieben: Heute 16:37 Die Oscars sind natürlich ein gegenwartsbezogener Preis und da kann ich mit OBAA schon gut leben, wobei ich es Sinners ebenfalls gegönnt hätte.
Manchmal liegt man da goldrichtig wie mit "Rocky". Manchmal völlig falsch wie bei "Kramer vs. Kramer" (gewann 1979 gegen Apocalypse Now), "Chariots of Fire" (gewann 1981 gegen Raiders of the Lost Ark) etc.
Davon ab ist Chariots in meinen Augen aber tatsächlich der deutlich überlegene Film.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"