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von GoldenProjectile
'Q Branch' - MODERATOR
Die vierte Staffel von Reacher ist die erste, die in grösserem Masse vom Buch abweicht. Eigentlich stammen fast nur der Anfang der Handlung, die ungefähre Figurenkonstellation und ein paar weitere Ansätze aus dem Roman, die Ausführung geht aber rasch ihrer eigenen Wege. Spass hat es trotzdem gemacht, vor allem, weil diese Staffel in der Actioninszenierung vielleicht sogar die beste von allen ist. Das hat ein hohes Tempo und teilweise erstaunlich viel Stil. Klar ist das plump und am Ende auch richtig viel Kitsch, aber es macht Laune.
Der Ableger Neagley hat mir auch gefallen mit seiner ganz leicht horror-angehauchten Sektengeschichte. Natürlich läuft es auf eine Selbstjustiz-Orgie hinaus, da werden sieben Stunden lang die wüstesten Widerlinge etabliert, um am Ende fragwürdige Gerechtigkeit und primitive Befriedigung walten zu lassen. Das hat die Subtilität von einem Holzhammer und der Showdown ist komplett drüber, aber ich würde lügen wenn ich sage, dass es keinen Spass gemacht hat. Die Schurken sind schön verachtenswert, und es gibt eine ganze Palette davon, bestimmt ein Dutzend Mistkerle die nur auf das Lee Childsche Karma warten. Die Helden, also die obligatorische Truppe an eigentlichen Zivilisten, die am Ende aufräumen, cool in Zeitlupe von einer Explosion davonstolzieren und null Konsequenzen tragen müssen, sind charismatisch genug. Auch hier hat Laune geherrscht.
We'll always have Marburg
Let the sheep out, kid.