Filmkritik: James Bond 007: Casino Royale
Mein Marathon begibt sich jetzt in die finale Phase, deren Beginn für mich Casino Royale aus dem Jahre 2006 darstellt, der Film den ich heute gesichtet habe. Viel Spaß mit meiner Kritik!
Bond, der gerade erst zum Doppelnullagenten befördert worden ist, soll herausfinden wie sich ein Netz von Terrorgruppen finanziert. In Madagaskar tötet er einen Bombenleger und vernichtet eine Botschaft. M ist nicht „amused“ und schickt ihn in den Urlaub. Bond aber ermittelt weiter und kommt über einen Hintermann des Bombenlegers auf Le Chiffre, einem Börsenspekulation, dem 007 prompt in die Quere kommt. Le Chiffre verliert durch das von Bond vereitelte Attentat viel Geld und möchte ein Pokerspiel auf die Beine stellen um das Geld seiner Kunden zurückzubekommen. Bond bekommt den Auftrag gegen Le Chiffre zu gewinnen und bekommt das nötige Geld von Vesper Lynd, einer Mitarbeiterin des Schatzamtes. 007 und Vesper gewinnen, werden aber von Le Chiffre entführt und gefoltert. Am Ende stirbt aber Le Chiffre, der von einem seiner Kunden ermordet wird. Bond und Vesper kommen schließlich frei und verlieben sich. Bond ist drauf und dran seinen Dienst zu quittieren, erfährt aber, dass Vesper ihn verraten hat. Als Bond Vesper mit seinen Vorwürfen konfrontieren will, begeht sie Selbstmord. „Der Job ist erledigt, die Schlampe ist tot!“
Nach dem Iren Pierce Brosnan ist der neue Bond mal wieder ein Engländer, aber wer sich jetzt an den Gentlemen Roger Moore erinnert fühlt, der wird enttäuscht sein, denn Daniel Craig ist mehr ein Trampeltier als ein Gentlemen. Ich habe früher nie verstanden warum der Hype/Entsetzen über Craigs Härte so groß war, aber wenn man ihn mit dem wirklich sehr smarten Brosnan vergleicht, dann wird mir einiges klar

Daniel Craig spielt Bond mit einer wirklich nie dagewesenen Härte und Kaltblütigkeit, wie sie kein anderer Darsteller vorher an den Tag gelegt hat. 007 ist ein ausgebildeter Killer, was man an seiner guten Reaktionsfähigkeit sehen kann und Daniel Craig ist dafür die zu 120% passende Besetzung, ich würde sogar so weit gehen und ihm in CR die beste Darstellung Bonds seit Sean Connery attestieren.
Bisher gab es oft Bösewichte die über eine besondere Stärke verfügten, in Casino Royale heult der Bösewicht…..er heult Blut, auch eine Form der Verängstigung. Le Chiffre ist der Name der von Mads Mikkelsen dargestellten Figur. Mikkelsen ist zwar nicht das erste Gesicht das mir als Bondbösewicht einfallen würde, aber so wie er hier spielt kann er locker mit Goldfinger und Konsorten mithalten. Was es bisher bei Bösewichten auch nicht gab ist, dass der böse einen Angriffspunkt hat und eigentlich ab der Hälfte aus reinem Frust handelt, das gefällt mir gut!
Eva Green spielt Vesper Lynd, das Bondgirl des Films. Vesper ist sicherlich ein Bondgirl welches man nicht so einfach vergessen wird und dazu trägt Eva Green sicherlich den größten Teil bei. Eva Green verleiht Vesper das was die Figur braucht, nämlich eine kühle Fassade hinter der sich ein sehr zerbrechliches Wesen versteckt, das natürlich nur darauf wartet von Bond entdeckt zu werden

. Volle Punktzahl für Green!
Martin Champell leitet schon zum 2ten mal den Einstand für einen neuen Bonddarsteller und wie man CR erkennen kann: Übung macht den Meister. Er macht Bond härter als je zuvor, was auch durch die Maintitles erkennbar wird, denn nackte Frauen mit einer Walter sind hier nicht zu finden, stattdessen beobachtet man einen sich prügelten Bond bei der Arbeit. Humor ist fast gar nicht mehr erkennbar und wurde durch Brutalität ersetzt, sprich: Bond wurde der Realität ein Stück näher gebracht. Das Drehbuch, geschrieben von Neal Purvis, Robert Wade und Paul Haggis, ist erfreulich nahe am Roman, was ich persönlich nicht erwartet hätte und wirkt sehr realistisch. Natürlich wurde der vorhandene Stoff an das Jahr 2006 angepasst, aber die Grundidee ist immer noch dieselbe! Das Ende des Films wird lange in Erinnerung bleiben, denn so viel Drama gab es seit OHMSS nicht mehr. Allerdings sind Bonds Reaktionen auf den Tod der Geliebten total anders, in OHMSS ist Bond den Tränen nahe, in Casino Royal lässt er sich nur zu einem bösen Kommentar hinreißen: „Der Job ist erledigt, die Schlampe ist tot“.
Viele Leute mögen den Film nicht, weil er der „Re-start“ der Reihe ist. Ich, für meinen Teil kann nicht erkennen warum das ein Problem sein sollte, denn Bond Beförderung wird nur in der PTS und in einigen (austauschbaren) Dialogen zwischen M und Villiers behandelt. Vielleicht kann man das fehlende Vertrauen Ms in Bond noch als Folge seiner erst kurzzeitigen Tätigkeit als Doppelnullagent deuten, aber auch das lässt sich durch Bonds Auftritt in der Botschaft erklären.
Trotz des „Re-starts“ verfügt der Movie über alles was einen guten Bondfilm bisher ausgemacht hat: exotische Locations, eine spannende Handlung, ein faszinierendes Bondgirl, gut gemachte Action und last but not least einen überzeugenden Bonddarsteller.
Über fehlende exotische Locations kann sich bei diesem Film keiner bescheren, zwar sind die Bahamas bei weitem keine unbekannten Schauplätze in der Bondreihe, aber so viel „Urlaubsfeeling“ hat nicht einmal Terence Young in Thunderball zu Stande gebracht. Die in Uganda spielenden Szenen sind so wie ich sie mir in DAD für Nordkorea gewünscht hätte und die in Montenegro spielenden Sequenzen sind selbstverständlich auch große klasse.
In diesem Streifen sind einige der spektakulärsten und spannendsten Actionsequenzen zu finden. Mir gefällt die Verfolgungsjagd in Madagaskar besonders, da man so etwas nie zuvor sehen konnte. Natürlich ist auch der Weltrekord in Sachen Überschläge nicht zu unterschlagen, denn hier fährt Bond seinen Aston Martin, das einzige Gadget des Films. Also, tolle Action, knackig inszeniert und mit David Arnolds wunderbare Musik unterlegt. Der Soundtrack gehört zu Arnolds besten Arbeiten und gefällt mir vollends gut. Er verfügt über ein Leitmotiv und übernimmt auch Elemente aus dem Titelsong.
Fazit:
Bond 21, oder Daniel Craigs Nummer 1 überzeigt zu 97% und gehört deshalb zu den besten Bondfilmen überhaupt. 10 von 10 Punkten. Ich hoffe meine Kritik hat euch gefallen, wenn nicht, dann bin ich für Anregungen und Aufregungen offen!

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