Casino Hille hat geschrieben: 7. Dezember 2025 21:19
Sorry, aber das ist Quatsch. In Hollywood sind sie gerade aufgrund der Übernahme von Warner durch Netflix zurecht im Panikmodus, weil das für die Kino Industrie ein vernichtender Schlag sein wird. Nicht hypothetisch, sondern definitiv. Da jetzt zu sagen: "Sollen sich die Kinos halt mal bisschen anstrengen", ist maximal zynisch.
Die sollen sich nicht erst jetzt anstrengen,
sondern haben über Jahrzehnte darauf vertraut, dass das Publikum einfach so kommt (bzw. darauf vertraut, dass die Verleiher schon genug Werbung machen werden).
Die aktuelle Situation, dass überhaupt Major Studios von Streaming-Diensten aufgekauft werden können, ist die Folge von einem Versagen auf verschiedenen Ebenen.
Und die Kinos sind eine davon, natürlich nicht die alleinige.
Natürlich ist es für die Branche schlimm, sollte der Deal durchgehen. Und ich hoffe, dass es nicht dazu kommen wird.
Aber er ist die logische Fortsetzung in einer Branche, die viele Jahre einfach da war, weil sie immer schon da war.
Wenn ich mir einige Standorte (von vor allem Multiplexx-Ketten) anschaue, dann verstehe ich, warum dort viele Vorstellungen leer sind.
Selbst bei Filmen, die anderswo gut laufen.
Wir sind ja beide in Hamburg. Da gehe ich gerne ins Metropolis, ins Savoy, auch mal ins Astor, und was die Multiplexxe angeht, höchstens in Kinopolis.
Und wenn mich in den Programm- und Stadtteilkinos was anspricht, dann auch ins Studio, ins Passage, ins Abaton oder ins Zeise.
Aber in den Cinemaxxen und UCIs war ich schon ewig nicht mehr. Die wirken so als sei da seit 30 Jahren die Zeit stehen geblieben.
Gilt aber auch für einige Stadtteilkinos wie z.B. das Hansa-Filmstudio in Bergedorf.
Wenn man liest und hört: "Ich fühle mich im Kino nicht wohl, weil mich die anderen Leute stören oder es dreckig ist, die Toiletten kaputt sind, oder sonstwas ist", dann hat das erstmal nicht mit den Filmstudios und Verleihern zu tun, sondern muss vor Ort angegangen werden.
Wären all diese Kinos in den letzten Jahrzehnten echte Schmuckkästchen gewesen, hätte das zum Teil zu besseren Erlebnissen geführt. Und wenn die Kinos dann auch noch ein gutes Eigen-Marketing hätten, wäre allen noch mehr geholfen.
Wie gesagt: Das alleine ist nicht der Hauptgrund, warum die Kinobranche kränkelt, aber es trägt dazu bei.