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von HCN007
Agent
iHaveCNit: Contagion (2011)
17.03.2020
Die Filmwelt ist aktuell in einer großen Krise, auch ich muss mich aktuell mit dem Gedanken anfreunden, dass Kinos aktuell geschlossen sind und nahezu all meine Kino- und auch abseits der Filmwelt, Konzertplanungen vorerst aufs Eis gelegt worden ist. Doch nun habe ich vor allem Abends nach Feierabend genug Möglichkeiten, auch Filme, Bücher und Serien nachzuholen, für die ich bisher keine Zeit hatte. Einer dieser Filme passt sogar zur aktuellen Zeit. Man mag es für unangebracht halten in dieser Zeit Filme über die Verbreitung von Viren anzusehen, aber ich gehöre nicht dazu, viel eher helfen einem auch Filme, etwas aus dieser Situation zu lernen und die Situation für sich zu verarbeiten. Und dieser Film ist Steven Soderberghs starbesetzter „Contagion“ aus dem Jahre 2011.
Beth Emhoff ist von einer Geschäftsreise aus Hongkong wieder nach Minnesota zurückgekehrt. Zeit zur Entspannung bleibt ihr jedoch nicht. Sie stirbt kurz darauf an einer Viruserkrankung – ihr Sohn auch. Mit fortschreitender Dauer breitet sich der Virus weltweit mit rasanter Geschwindigkeit aus. Das wird zum Kampf gegen die Zeit für Virologen, Seuchenschutzexperten, die WHO um die Pandemie einzudämmen und einen Impfstoff zu entwickeln, während sich durch Verschwörungstheoretiker und diverse öffentliche Einschränkungen auch eine Panik innerhalb der Bevölkerung ausbreitet.
„Contagion“ ist akueller denn je. Gerade in der weltweiten Coronakrise kann man sich natürlich die Frage stellen, ob man sich bewusst war, dass ein solches Szenario einige Jahre später tatsächlich folgen wird, zwar nicht in der starken Ausprägung, aber dennoch gefährlich für viele Teile der menschlichen Bevölkerung. Aber statt hier in „Contagion“ auf eine überspitzte Dramaturgie zu setzen, gelingt es Soderbergh, den Film sehr nüchtern und unaufgeregt in Szene zu setzen und nur wenn nötig einige dramaturgische Kniffe einzubinden. Gerade die vielen unterschiedlichen Bereiche in dieser Krise wie Einzelschicksale, Gesellschaft, WHO, Virologie, Seuchenschutz und auch Verschwörungstheoretiker werden hier mehr oder weniger in vielen eigenen parallel laufenden , fast episodenhaften Erzählungen verwoben und in den zeitlichen Kontext der Ausbreitung gesetzt. Mit einem relativ realitätsgenauen wissenschaftlichen Hintergrund hat er auch eine kleine dokumentarische Note. Darüber hinaus ist der inszenatorische Fokus auf unterschiedlichste Wege von Kontaktübertragungen natürlich auch auf den Punkt. Der Film verbindet Familiendrama, Katastrophenfilm und Thriller auf eine sehr gute Art und Weise, auch wenn nicht jeder Handlungsstrang die gleiche Gewichtung bekommt. Den Beginn des Films auf den 2. Tag der Ausbreitung zu legen finde ich auch sehr clever, so bekommt man erst Stück für Stück eine Aufarbeitung der Ereignisse, die letztendlich den Ursprung der Ausbreitung gegeben haben. Lasst uns hoffen und miteinander bei all der zu wahrenden Distanz daran arbeiten, dass die aktuelle Coronakrise glimpflicher endet als die Krise in diesem Film. „Contagion“ ist für mich nach dieser Erstsichtung mein Lieblingsfilm von Steven Soderbergh geworden.
„Contagion“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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