Die Hammer-Filme

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Hammer-Films ist eine britische Filmproduktionsgesellschaft die vor allem durch ihre Frankenstein- und Dracula-Filmserien bekannt wurde. Die Filme zeichnen sich durch einen besonderen Stil aus und prägten maßgeblich das, was heute als "Gothic-Horror" verstanden wird. In den meisten Dracula-Filmen spielte Christopher Lee den Grafen, während Peter Cushing seinen ärgsten Widersacher Van Helsing mimte. Cushing spielte auch die Rolle des Dr- Frankenstein in Hammers anderer Filmserie.
Natürlich brachte die Firma auch viele weitere bekannte Filme heraus, siehe auch die Filmographie im verlinkten Wikipedia-Artikel.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hammer-Filme

In den 80ern versank das Unternehmen und produzierte fast 20 Jahre keinen Film (scheinbar existierte es aber weiter). Vor einigen Jahren jedoch übernahmen Investoren das Unternehmen und seine Filmbiliothek und begannen die Firma wiederzubeleben. Bereits gelaufen ist "The Resident", ein Horrorfilm mit Hillary Swank und Christopher Lee in einer Nebenrolle.



Als nächster Film kommt in diesen Wochen Die Frau in Schwarz (OT: The Woman in Black) in die Kinos. Dieser Film orientiert sich deutlich am alten Hammer-Look, verbindet diesen aber mit modernen Elementen. Die Hauptrolle spielt Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe, welcher sich offensichtlich zu seinem überaus starken Schauspieler gemausert hat. Der Trailer macht jedenfalls Lust auf mehr und verspircht auch deutlich mehr als "The Resident".



"The Woman in Black" startete international ziemlich erfolgreich und vor wenigen Tagen hat Hammer angekündigt die Frankenstein- und Dracula-Stoffe wieder aufzugreifen, allerdings nicht als Remakes der alten Filme. Ebenso ist ein Film mit dem Thema Poltergeist in Planung.

Habt ihr einige der Hammer-Filme gesehen?
Wie ist eure Meinung?
Klassiker des Unterhaltungsfilms oder Trivialkino?

Ich persönlich habe in der Vergangenheit verschiedene Hammer-Filme gesehen, allerdings ist dies zu lange her um genaues zu sagen. Der eigentümliche "Kult-Stil" ist mir jedoch in Erinnerung geblieben. Werde in der nächsten Zeit einige der Filme wieder sichten. :D
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Die Hammer-Filme

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Der erste Film des gezielten Sichtens...

Dracula (1958)
Der Film war eine Überraschung. Die Kamera zeigt sich für einen Film dieses Jahrzehntes ungewöhnlich dynamisch und huscht in manchen Szenen geradezu durch die Kulissen. Peter Cushing und Christopher Lee verkörpern ihre Figuren zumindest toll. Lee kann dabei eine starke Präsenz ausstrahlen die heutzutage zwar nicht schockiert, aber dennoch ziemlich unheimlich wirkt. Das die Filme von Hammer stilprägend waren wird hier schon deutlich, Beleuchtung und Szenenbild sah man in den kommenden Jahren in unendlichen Nachahmungen / Hommagen. Musikalisch erfüllt es zwar für heutige Verhältnisse die Klischees von alten Horrorfilmen, doch wirkt es immernoch passend. Die Laufzeit ging wie im nu vorbei, vorzügliche Unterhaltung. So gesehen ist der erste Hammer-Dracula insgesamt ein (kleiner?) Meilenstein des Nachkriegshorrorkinos.

8,5 von 10
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Die Hammer-Filme

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Frankensteins Fluch (OT: The Curse of Frankenstein, 1957)
Der erste Hammer-Frankenstein und auch hier wieder das dynamische Duo des Studios Christopher Lee (als das Monster) und Peter Cushing (als Baron Frankenstein). Der Film ist ein interessanter Gegenpol zur Universal-Verfilmung von 1931, da hier der Fokus auf dem Schöpfer statt auf dem Monster liegt. Ist sie dadurch besser? Naja es ist ein Äpfel-Birnen-Vergleich. Im Hammerfilm werden die Beweggründe die zur Erschöpfung führen sehr weit ausgebreitet. Das ist schön und gibt der Figur des Barons viel Tiefe. Das Monster selber hat nicht wirklich Zeit um im Film so genau profiliert zu werden. Was jedoch schon ersichtlich ist, ist dass man schon fast Mitleid fühlen kann. So wie es sich bewegt, wie es festgekettet ist wirkt es wie eine Kreatur die vor sich selber Erlösung sucht. Das Dasein der Kreatur ist von Leid geprägt und die Gewaltausbrüche wirken wie Verzweiflungstaten.
Im übrigen ist der Film nicht ganz so gut wie Dracula. Das liegt daran, dass die Beweggründe und der Weg zur Kreatur in der ersten Hälfte ein wenig zu sehr durchexzerziert werden. Ab einem gewissen Punkt stellen sich so leichte dramaturgische Schwierigkeiten dar.

7,5 /10
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Terence Young

Re: Die Hammer-Filme

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Interessiert sich denn keiner für Horror-Gruselfilme? ^^

Hier mal ein Trailer zum oben beschriebenen Dracula von 1958:


Und hier zu Curse of Frankenstein, 1957:
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Terence Young

Re: Die Hammer-Filme

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hätte jetzt große Lust, mir so einen Hammer Grusel im Netz anzuschauen...

Wo ichs grad sehe: Das Duo Cushing/Lee spielt ja auch in der Hammer Version vom Sherlock Holmes Klassiker Der Hund der Baskervilles
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Die Hammer-Filme

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Die letzten Hammer Filme die ich gesehen habe haben mir wenig Lust auf mehr gemacht. Die sind für mich eher veraltet.

Im Gegensatz zu den Val Lewton Filmen aus den 40gern. Die sind sensationell.
Ich habe mir gerade sie RC1 Lewton Box gekauft inder alle 9 filme enthalten sind (+ eine Bonus DVD mit einer Scorsese Doku).
Bislang kannte ich nur 3 der Filme, jene 3 die auch in Deutschland liefen.
I Walked with a Zombie (Jacques Tourneur, 1945) ist ein atmosphärisches Meisterwerk, einer der besten Horrorfilme übrhaupt, einer der besten Filme der 40ger. 10/10

Ansonsten bevorzuge ich meist moderne Horrorfilme gegenüber den älteren.

Re: Die Hammer-Filme

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Maibaum hat geschrieben:Die letzten Hammer Filme die ich gesehen habe haben mir wenig Lust auf mehr gemacht. Die sind für mich eher veraltet.
Natürlich bei den Hammer-Filmen spielt auch zumindest etwas Nostalgie mit. Sie haben durch ihren Einfluss aber auch eine Filmhistorische Bedeutung. Bisher sehe ich sogar eine interessante Parallele zu den Bond-FIlmen: Man sieht jeden Cent der Produktionskosten auf der Leinwand, teilweise sogar noch mehr.

Von den Val Lewton Filmen habe ich bisher keinen gesehen.

@danielcc: Koch Media hat diverse Hammer-Filme auf DVD rausgebracht. Sind nicht sonderlich teuer und die Bildqualität ist auch sehr ansehlich. Vor Jahren gab es von EMS eine DVD-Edition, die nun jedoch nur noch bei Ebay erhältlich ist.
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Terence Young

Re: Die Hammer-Filme

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Auch letztens gesehen habe ich einen der unterzähligen Science Fiction-Filme von Hammer:

Banditen auf dem Mond (OT: Moon Zero Two, 1969
Monate nach der ersten Mondlandung brachte Hammer seinen Sci-Fi-Film heraus. Man bewarb den Film als "Western auf dem Mond" und so geht es auch zu: Claims, Schürfrechte, Pistolengefechte und sogar eine Kneipenprügelei. Klingt Trashig? Ist es weniger als erwartet.
Die Intro-Sequenz mit 60ies dudelmusik und knallig buntem Cartoon-Stil kommt einem im Gesamtfilm durchaus als Fremdkörper vor und ist trash pur. Was wir danach sehen ist eine (angesichts des moderaten Budgets) eine ansehliche Version der zukünftigen Goldgräberstimmung auf dem Mond. Der Hauptprotagonist und sein Sidekick punkten durch lockere Sprüche und noch lockeres Auftreten, fast kommen sie wie eine frühe Version von Han Solo im Zweierpack daher (George Lucas hat den Streifen wohl gesehen). Natürlich geraten die beiden mit ihrem Uralt-Raumschiff in ein Abenteuer: Eine Reisende (die damals richtig knackige Chaterine von Schell) von der Erde sucht ihren Bruder, zu dem jeder Kontakt abgebrochen ist. Naja, der Rest der Geschichte ist nicht mega-überraschend, daher spare ich mir weitere Zusammenfassung der Handlung. Unterm Strich ist der Film wesentlich besser als sein grottiger Ruf. Die Effekte sind im Vergleich zu anderen und teueren Weltraumfilmen der Ära wirklich vorbildlich. Kein Wunder auch das der Stil einen an die Serien "UFO" und "Mondbasis Alpha" erinnert, sind viele der Effekte-Spezialisten hinter der Kulissen bei allem Werken die gleichen. Die Story ist nicht fundamental neues, unterhält jedoch die Laufzeit über solide. Chaterine Schell führt die Tradition der Hammer Films fort immer mindestens einen femininen Blickfang pro Film zu bieten und die Charaktere sind erfreulich sympathisch. Im Falle des erwähnten Weltraum-Duos (die Han Solo-Vorgänger) auf eine erfeulich freche antiautoritäre Art. Leider drifftet der Film stellenweise in Trash ab, als beispielsweise in der Kantine der Mondbasis eine Schlägerei tobt, die Westernanleihen dabei gestalterisch überhand nehmen und obendrein alles noch in Zeitlupe stattfindet. Andererseits sehen viele der Sets ziemlich gut aus, da hatte man sich erfreulich viel Mühe gegeben. Vor allem der Moon-Buggy wirkt heute noch beachtlich (in Realgröße gebaut, siehe Trailer).

Unterm Strich ist Moon Zero Two ein netter sympathischer mittelgroßer Weltraumfilm, der besser als sein Ruf ist. Die Schwächen kann man dem Film verzeihen, dafür unterhält er die meiste Zeit über ganz gut.

6,5/10

Ein Fan im Internet hat mal einen Trailer im Inception-Stil geschnitten, wirkt gar nicht mal so übel:
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Terence Young

Re: Die Hammer-Filme

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Revenge of Frankenstein (1958)
Prinzipiell ein Paradebeispiel für eine gelungene Horrorfortsetzung. Man kopiert das Originalkonzept nur sehr grob, mehr jedoch führt man das Thema und die Story in dieser Version fort. Baron Frankenstein konnte der Hinrichtung entkommen und flieht. Andererortens macht er jedoch mit seiner Forschung als Dr Stein weiter. Diesmal jedoch baut er nicht einen Menschen aus Leichenteilen zusammen, nein, er verpflanzt nur das Gehirn. Sein körperlich deformierter Gehilfe Carl ist das dankbare Versuchobjekt, soll er doch einen normalen und gesunden Körper erhalten. Doch hier zeigt sich das große Dilemma nach der Operation: Ist Carl froh endlich "normal" zu sein und die Hoffnung ein normales unauffälliges Leben zu führen, hat Frankenstein nur im Sinn ihn als Meisterleistung seiner selbst vorzuführen. Früher wurde er wegen seiner Behinderung angestarrt, nun soll er als Sensation durch die Öffentlichkeit geschleift werden. Diese Tragik ist das heimliche Herz des Films. Im Gegensatz zum Vorgänger liegt hier nicht mehr der Fokus auf Frankenstein, sondern auf Carl - dem "Monster". Daher ist der Film alles andere als eine blanke Kopie. Er ist von der Story her sogar besser als das Original. Leider sind es die Schwächen die ihm keine höhere Punktzahl geben: Der Film zieht sich zu Beginn und es vergeht fast eine halbe Stunde bevor es wirklich Interessant wird. So ist die Wertung unterm Strich nicht höher als beim ersten Teil.
Für Bondfans interessante Randnotiz: Eunice Gayson spielt hier den weiblichen Hauptpart und in DN und FRWL Sylvia Trench.
Wie immer schön: Die Ausstattung, welche zwar (laut Filmseiten) auch in anderen Hammerfilmen wiederverwendet wurde, dennoch sehr schön und charmant wirkt.

7,5 von 10
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Terence Young

Re: Die Hammer-Filme

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Der Fluch des Seniestro (The Curse of the Werewolf)
Auch hier wieder haben wir Bekannte aus den Bondfilmen zu sehen. Anthony Dawson (Dr Dent in DN, Blofeld in FRWL + TB) spielt hier den sadistischen Graf Siniestro und einer kleinen Rolle haben wir hier Desmond Llewlyn (Q !) als Diener des Grafen. Im weiteren spielt noch der große Olvier Reed den Leon, der sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt.
Wie schon in den vorherigen Filmen wird hier auch wieder ein Charakter und eine gewisse persönliche Bürde ins Zentrum gestellt. Leon verwandelt sich gegen seinen eigenen Willen in einen unberechenbaren Werwolf. Interessanterweise ist der Film mehr Charakterspielt als Schockhorror. Natürlich gibt es hier einige blutige Momente, doch nie erreicht es die Eigenschaft der Effekthascherei. Ich denke der Film ist ein gutes Beispiel dafür, wie qualitativ Hochwertig der Hammer-Horror während der 50er und frühen 60er war. Da können sich manche heutige "Horrorfilme" eine Scheibe abschneiden...
Bemerkenswert auch hier wieder mit wie viel Liebe die Ausstattung des Films gemacht wurde. Zwar merkt man manchmal dem Film an, dass die Landschaft eher nach England, als nach Spanien passt, doch die Setdesigner von Hammer haben hier wieder eine sehr charmante Arbeit abgeliefert.
Schwächen? Der Anfang zieht sich ein wenig, das ist wohl eine der Generalschwächen von Regisseur Terence Fisher, der auch für die frühen Dracula- und Frankenstein-Filme verantwortlich zeichnet.

7/10

Etwas Werbung: In der günstigen 3-DVD Hammer-Horro-Box Vol. 1 von Koch Media findet sich dieser Film neben einem Dracula und einem Frankensteinfilm.
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Terence Young

Re: Die Hammer-Filme

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Die Rache der Pharonen (The Mummy)
Die Hammer-Version des Universal-Grusel-Klassikers punktet mit den gewohnten Hammer-Stärken: Das Duo Cushing/Lee, viel Liebe fürs Detail und Story. Sehr charmanter Film der auf schön nostalgische Weise unterhält. Und dass der Film weniger Logiklöcher als heutige Horrorfilme hat dürfte klar sein. :wink:

7,5/10

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Terence Young

Re: Die Hammer-Filme

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MX87 hat geschrieben:Interessiert sich denn keiner für Horror-Gruselfilme? ^^

HIER :D Die Hammer Studios stehen bei mir auch weit oben, was die Qualität angeht. Hab aber einige noch gar nicht gesichtet :oops:

"The Woman in Black" war richtig stark, Daniel Radcliffe hat sich gut entwickelt. Atmosphäre 1a und die Darstellung ebenfalls. Sichtung ist zwar eine Weile her, würde aber glatt 9 von 10 Punkten geben.