Soweit ich das sehe, gibt es noch keinen anständigen thread zu dem Thema Zahlen, Daten, Fakten im Sinne von Einspielergebnissen, Besucherzahlen, Budget der Filme.
Zur Einstimmung mal ein paar Quellen:
Hier gibt es US boxoffice (absolut und inflationsbereinigt) sowie die deutschen Besucherzahlen:
http://insidekino.de/Y/YSequels2012.htm
Ein Vergleich der Budgets mit den Einspielergebnissen (etwas verwirrende Darstellung)
http://en.wikipedia.org/wiki/File:Budge ... s_Bond.png
Eine Übersicht der weltweiten Einspielergebnisse incl. Startwochenden USA
http://www.the-numbers.com/movies/series/JamesBond.php
Auf wiki gibt es auch eine Übersicht der Einspielergebnisse weltweit mit einer näherungsweisen Inflationsbereinigung:http://en.wikipedia.org/wiki/James_Bond_in_film
(siehe unten)
Re: Der box office thread
2Ich spiele mal den Advocatus diaboli: stimmen die inflationsbereinigten Zahlen? Ich hab mir jetzt mal nur ein Beispiel angeschaut, nämlich TSWLM und MR. MR hat absolut 23.000 TEUR mehr eingespielt als TSWLM, inflationsbereinigt sollen das aber 42.000 TEUR weniger sein. Setzt man den absoluten Wert von MR auf den von TSWLM, so ergäbe sich inflationsbereinigt ein um 110 T€ niedrigerer Umsatz (also wenn beide Filme gleich viel Umsatz im jeweiligen Erscheinungsjahr gemacht hätten). Das wiederum entspricht einer Inflation von 17% in gerade mal 2 Jahren, das erscheint mir nicht plausibel.danielcc hat geschrieben:Auf wiki gibt es auch eine Übersicht der Einspielergebnisse weltweit mit einer näherungsweisen Inflationsbereinigung:http://en.wikipedia.org/wiki/James_Bond_in_film
(siehe unten)
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"
Re: Der box office thread
3Ich verstehe zwar deine Rechnung nicht aber diese Zahlen stimmen nie genau. Vor allem, da man ja für jedes Land der Welt eine individuelle Inflation zugrunde legen müsste...
Für diese zwecke wäre es unendlich einfacher, wenn die blöden Amis einfach wie wir hier Besucherzahlen veröffentlichen würden anstatt ausschließlich Dollars...
Aber was man in jedem Fall sieht, egal welche Zahlen man betrachtet ist der kometenafte Anstieg bis TB, eine etwas wacklige Phase danach, ein weiteres Highlight mit MR, ein drastischer Verfall danach bis GE kam.
Erstaunlicherweise halten sich die Filme was Besucherzahlen angeht seit GE bis QOS auf ähnlichem Niveau
Für diese zwecke wäre es unendlich einfacher, wenn die blöden Amis einfach wie wir hier Besucherzahlen veröffentlichen würden anstatt ausschließlich Dollars...
Aber was man in jedem Fall sieht, egal welche Zahlen man betrachtet ist der kometenafte Anstieg bis TB, eine etwas wacklige Phase danach, ein weiteres Highlight mit MR, ein drastischer Verfall danach bis GE kam.
Erstaunlicherweise halten sich die Filme was Besucherzahlen angeht seit GE bis QOS auf ähnlichem Niveau
"It's been a long time - and finally, here we are"
Re: Der box office thread
4Hab grad ein bissel gegoogelt, wenn man die US-Amerikanischen Inflationsraten als Maßstab nimmt (was vemutlich der Einfachheithalber ja auch gemacht wurde), dann passt das - allein 1979 hatten die über 12% Inflation.
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Re: Der box office thread
5Es gab im netz mal ein schoenes balkendiagramm welches naeherungsweise die besucherzahlen zeigt. Finde ich aber nicht mehr. Da lag aber MR vor TSWLM wenn ich nicht irre.
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Re: Der box office thread
6Ich denke um den Erfolg eines Bondfilms zu messen werden wir mit den Einspielergebnissen nie wirklich etwas fundiertes auf die Reihe bekommen. Die Sache mit der Inflation ist auf 50 Jahre gerechnet einfach zu kompliziert.
Ich schlage etwas anderes vor:
Teilen wir das Einspiel durch das Budget, so sehen wir am ehesten wie sehr ein Bond erfolgreich in Relation zu seinem Budget und zu den anderen ist. Da kann man auch die Inflation vernachlässigen.
Beispiel DN:
Budget: $ 1 Mio
Einspiel: $ 59,8 Mio
Ergo: 59,8 mal sein Budget
FRWL
Budget: $ 2 Mio
Einspiel: $78,9 Mio
Ergo: 39,95 mal sein Budget
GF
Budget: $ 3 Mio
Einspiel: $ 123,9 Mio
Ergo: 41,3 mal sein Budget
TB
Budget: $ 9 Mio
Einspiel: $ 141,2 Mio
Ergo: 15,69 mal sein Budget
usw...
Da wir alle die Geschichte der Bondfilme kennen, wieso wir wieso DN so raussticht: DN war ein Überraschungserfolg eines (hinsichtlich des Budgets) B-Movies.
Ich schlage etwas anderes vor:
Teilen wir das Einspiel durch das Budget, so sehen wir am ehesten wie sehr ein Bond erfolgreich in Relation zu seinem Budget und zu den anderen ist. Da kann man auch die Inflation vernachlässigen.
Beispiel DN:
Budget: $ 1 Mio
Einspiel: $ 59,8 Mio
Ergo: 59,8 mal sein Budget
FRWL
Budget: $ 2 Mio
Einspiel: $78,9 Mio
Ergo: 39,95 mal sein Budget
GF
Budget: $ 3 Mio
Einspiel: $ 123,9 Mio
Ergo: 41,3 mal sein Budget
TB
Budget: $ 9 Mio
Einspiel: $ 141,2 Mio
Ergo: 15,69 mal sein Budget
usw...
Da wir alle die Geschichte der Bondfilme kennen, wieso wir wieso DN so raussticht: DN war ein Überraschungserfolg eines (hinsichtlich des Budgets) B-Movies.
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."
Terence Young
Terence Young
Re: Der box office thread
8Hab ich ja gesagt von Budget her... der Rest ist ja vom feinsten...Maibaum hat geschrieben:DN war kein B-Film. Allenfalls ein nicht allzu teurer A-Film.
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Terence Young
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Re: Der box office thread
9Wenn schon müsste man dann aber zumindest auch noch die im Budget nicht enthaltenen Marketingkosten mitdazunehmen, da ein mehr an Marketing idR auch zu einem mehr an Umsatz führt. Wir hatten das Thema in nem anderen Thread vor einiger Zeit ja schon einmal hinsichtlich der Zahlen dieser Seite hier:MX87 hat geschrieben: Ich schlage etwas anderes vor:
Teilen wir das Einspiel durch das Budget, so sehen wir am ehesten wie sehr ein Bond erfolgreich in Relation zu seinem Budget und zu den anderen ist. Da kann man auch die Inflation vernachlässigen.
http://www.freewebs.com/moonrakerbondstation2/index.htm
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Re: Der box office thread
10Das mit dem Budget halte ich ebenfalls nicht für aussagekräftig. Ist eine rein wirtschaftliche Kompenente und sagt wenig bis nichts über die Popularität eines Films aus. Das sagt nur, wie hoch der Gewinn für den Verleih war, aber nicht, wie sehr das Publikum den Film mochte.MX87 hat geschrieben: Ich schlage etwas anderes vor:
Teilen wir das Einspiel durch das Budget, so sehen wir am ehesten wie sehr ein Bond erfolgreich in Relation zu seinem Budget und zu den anderen ist. Da kann man auch die Inflation vernachlässigen.
Für mich sind die Besucherzahlen am interessantesten. Denn so viele Leute wollten den Film sehen, unabhängig vom Preis der Karte, oder dem Budget.
Wenn weltweit 20 Millionen Menschen einen Film sehen, der 100 Millionen Budget hat und 10 Millionen einen Fim sehen, der nur 10 gekostet hat, ist für mich trotzdem der erste der erfolgreichere Film (wenn auch nicht der einträglichere, aber das ist rein wirtschaftlich gesehen).
http://www.vodkasreviews.de
https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/
https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/
Re: Der box office thread
11Ich wollte eigentlich mit dem thread nicht zum x-ten mal die leidige Debatte starten, dass Umsatz nichts ueber die qualitaet aussagt, etc.
Mir ging es auch gar nicht um die Wirtschaftlichkeit der Filme im sinne von einspielergebnis durch kosten.
Aber diese diskussion kann man wohl nicht verhindern.
Nur muss man dann unendlich viel mehr beruecksichtigen:
- in welchen maerkten wurde der film gespielt
- in wie vielen kinos
- wie viel wurde ueber andere wege eingenommen (vhs, dvd...)
- hat die Qualitaet eines Films nicht Ausstrahlung auf den Erfolg des golgenden Films
- wie ist das Verhaeltnis aus erstwochen-ergebnis zum Gesamteinspielergebnis (mund zu mund propaganda...)
Letztlich gibt es die serie nach 50 jahren immer noch, so dass wir davon ausgehen koennen, dass die beteiligten genug daran verdienen.
Die zahlen koennen immer nur als indikator fuer trends herhalten, so wie ich sie oben zusammengefasst habe
Mir ging es auch gar nicht um die Wirtschaftlichkeit der Filme im sinne von einspielergebnis durch kosten.
Aber diese diskussion kann man wohl nicht verhindern.
Nur muss man dann unendlich viel mehr beruecksichtigen:
- in welchen maerkten wurde der film gespielt
- in wie vielen kinos
- wie viel wurde ueber andere wege eingenommen (vhs, dvd...)
- hat die Qualitaet eines Films nicht Ausstrahlung auf den Erfolg des golgenden Films
- wie ist das Verhaeltnis aus erstwochen-ergebnis zum Gesamteinspielergebnis (mund zu mund propaganda...)
Letztlich gibt es die serie nach 50 jahren immer noch, so dass wir davon ausgehen koennen, dass die beteiligten genug daran verdienen.
Die zahlen koennen immer nur als indikator fuer trends herhalten, so wie ich sie oben zusammengefasst habe
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Wie Boxofficezahlen im Kontext zu lesen sind
12.
Auch wenn das Thema "John Carter" (2012) eigentlich off-topic ist und scheinbar mit diesem Thread im ersten Moment wenig gemein zu haben scheint, so sind doch die aktuellen Berichte über das Boxoffice-Desaster, welches Disney gerade einfährt, hinsichtlich seiner Zahlenangaben, dahingehend sehr aussagekräftig, so dass man einiges davon auch auf die Bond-Serie übertagen kann.
Auszug aus einem Bericht bei SPIEGEL online:
... Insgesamt hat Disney etwa 350 Millionen Dollar in das Projekt gesteckt - davon 100 Millionen Dollar allein in das Marketing. (Produktionskosten = 250 Millionen Dollar)
... Allerdings müsste der Film nach Einschätzung von Experten mit rund 600 Millionen Dollar annähernd das Doppelte der Kosten einnehmen, damit Disney auf schwarze Zahlen kommt. Denn eine Faustregel besagt, dass etwa die Hälfte der Erlöse bei den Kinos verbleibt.
Denkt man darüber nach, dass bei einem Bondfilm die Produktionsgesellschaft und die jeweilige Verleih- und Vertriebsfirma nach Abzug aller Kosten den Gewinn auch nur zur Hälfte teilen müssen, wird schon deutlich klar, warum der einzelne Filmbeitrag einen bestimmten Einspielwert erreichen muss, damit die Rechnung für beide Seiten schon beim reinen Kinoeinspielergebnis sich rechnet und man nicht möchte, dass man einen Deckungsbeitrag erst beim Verkauf von Senderechten und Bildträgern für den Heimvideomarkt erwirtschaftet.
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Auch wenn das Thema "John Carter" (2012) eigentlich off-topic ist und scheinbar mit diesem Thread im ersten Moment wenig gemein zu haben scheint, so sind doch die aktuellen Berichte über das Boxoffice-Desaster, welches Disney gerade einfährt, hinsichtlich seiner Zahlenangaben, dahingehend sehr aussagekräftig, so dass man einiges davon auch auf die Bond-Serie übertagen kann.
Auszug aus einem Bericht bei SPIEGEL online:
... Insgesamt hat Disney etwa 350 Millionen Dollar in das Projekt gesteckt - davon 100 Millionen Dollar allein in das Marketing. (Produktionskosten = 250 Millionen Dollar)
... Allerdings müsste der Film nach Einschätzung von Experten mit rund 600 Millionen Dollar annähernd das Doppelte der Kosten einnehmen, damit Disney auf schwarze Zahlen kommt. Denn eine Faustregel besagt, dass etwa die Hälfte der Erlöse bei den Kinos verbleibt.
Denkt man darüber nach, dass bei einem Bondfilm die Produktionsgesellschaft und die jeweilige Verleih- und Vertriebsfirma nach Abzug aller Kosten den Gewinn auch nur zur Hälfte teilen müssen, wird schon deutlich klar, warum der einzelne Filmbeitrag einen bestimmten Einspielwert erreichen muss, damit die Rechnung für beide Seiten schon beim reinen Kinoeinspielergebnis sich rechnet und man nicht möchte, dass man einen Deckungsbeitrag erst beim Verkauf von Senderechten und Bildträgern für den Heimvideomarkt erwirtschaftet.
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Re: Der box office thread
13Ohne den Artikel jetzt genau gelesen zu haben:
In dem von genannten Zitat, plappert Spiegel Online nur das nach, was auch in jedem zweiten Internet Forum kursiert. Ob das wirklich genau so ist... weiß ich nicht.
Dennoch: 100 Mio allein für Marketing? ich war jetzt schon lange nicht mehr im Kino aber für mich ist der Film marketing technisch bisher nicht präsent. Demnach dürfte das Marketing für jeden Bondfilm locker bei 150-200 liegen. Glaube ich das? Eher nicht...
Dass die Hälfte der Einnahmen bei DEN KINOS bleiben, glaube ich auch nicht. Denn dann dürften die Kino eigentlich nicht so jammern... Eher dürfte die Hälfte der Einnahmen in der gesamten Verleih/Vertriebs-Kette bleiben. Damit sind dann aber auch deren Kosten (Marketing) abgedeckt. Alles andere wäre ja krass. Man stelle sich vor:
Abgesehen davon heißt es ja auch immer, dass die Bondfilme durch merchandising etc. schon vorher ihr Geld eingespielt haben. Ein Vorteil den ein No-Name Film natürlich nicht hat
In dem von genannten Zitat, plappert Spiegel Online nur das nach, was auch in jedem zweiten Internet Forum kursiert. Ob das wirklich genau so ist... weiß ich nicht.
Dennoch: 100 Mio allein für Marketing? ich war jetzt schon lange nicht mehr im Kino aber für mich ist der Film marketing technisch bisher nicht präsent. Demnach dürfte das Marketing für jeden Bondfilm locker bei 150-200 liegen. Glaube ich das? Eher nicht...
Dass die Hälfte der Einnahmen bei DEN KINOS bleiben, glaube ich auch nicht. Denn dann dürften die Kino eigentlich nicht so jammern... Eher dürfte die Hälfte der Einnahmen in der gesamten Verleih/Vertriebs-Kette bleiben. Damit sind dann aber auch deren Kosten (Marketing) abgedeckt. Alles andere wäre ja krass. Man stelle sich vor:
Abgesehen davon heißt es ja auch immer, dass die Bondfilme durch merchandising etc. schon vorher ihr Geld eingespielt haben. Ein Vorteil den ein No-Name Film natürlich nicht hat
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Re: Wie Boxofficezahlen im Kontext zu lesen sind
14Der Artikel weist so einige Fehler auf, die teilweise auch Denkfehler sind.photographer hat geschrieben:.
Auch wenn das Thema "John Carter" (2012) eigentlich off-topic ist und scheinbar mit diesem Thread im ersten Moment wenig gemein zu haben scheint, so sind doch die aktuellen Berichte über das Boxoffice-Desaster, welches Disney gerade einfährt, hinsichtlich seiner Zahlenangaben, dahingehend sehr aussagekräftig, so dass man einiges davon auch auf die Bond-Serie übertagen kann.
Auszug aus einem Bericht bei SPIEGEL online:
... Insgesamt hat Disney etwa 350 Millionen Dollar in das Projekt gesteckt - davon 100 Millionen Dollar allein in das Marketing. (Produktionskosten = 250 Millionen Dollar)
... Allerdings müsste der Film nach Einschätzung von Experten mit rund 600 Millionen Dollar annähernd das Doppelte der Kosten einnehmen, damit Disney auf schwarze Zahlen kommt. Denn eine Faustregel besagt, dass etwa die Hälfte der Erlöse bei den Kinos verbleibt.
Denkt man darüber nach, dass bei einem Bondfilm die Produktionsgesellschaft und die jeweilige Verleih- und Vertriebsfirma nach Abzug aller Kosten den Gewinn auch nur zur Hälfte teilen müssen, wird schon deutlich klar, warum der einzelne Filmbeitrag einen bestimmten Einspielwert erreichen muss, damit die Rechnung für beide Seiten schon beim reinen Kinoeinspielergebnis sich rechnet und man nicht möchte, dass man einen Deckungsbeitrag erst beim Verkauf von Senderechten und Bildträgern für den Heimvideomarkt erwirtschaftet.
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Was beim Kino bleibt:
Ich weiß, dass von einer 9-10€ Kinokarte etwa 2€ an das Kino gehen. Die alte Weisheit, dass Kinos am meisten mit Popcorn und Cola verdienen stimmt. Ist übrigens in der Gastronomie so, dass man mit Getränken am meisten verdient und nicht mit dem Essen.
Was Filme einspielen müssen:
Schon bei den Budgetzahlen ist es mehr oder weniger schmarrn diese zu vergleichen. Jede Produktionsfirma rechnet das anders zusammen. Mal wird Marketing mit reingeschmissen in den Betrag manchmal nicht. Es soll auch nicht vergessen werden, dass Studios in wenig erfolgreiche Projekte noch sonstige Aufwendungen mit rein rechnen. Das hat wieder was mit der Jahresbilanz, dem Ausweisen von Gewinn / rechnerischem Verlust und daraus resultierendem zu versteuerndem Gewinn zu tun.
Allgemein reicht es bei einem Film wenn er 1,5 mal seine Produktionskosten einspielt um für die Firma ein versöhnliches Ergebnis (besseres als eine schwarze Null) zu erwirtschaften.
Die Rolle von DVDs und BluRays:
Mittlerweile haben diese Medien eine mindestens so hohe Bedeutung wie die Kinoauswertung. Mitunter ist die Gewinnspanne sogar höher als in der Kinoauswertung. Es gibt so einige Filme, die an der Kinokasse hinter den Erwartungen blieben, aber dann im DVD und BR-Markt wie eine Bombe eingeschlagen sind. Folge waren dann Sequels, die man auf Basis der Kinoauswertung nicht genehmigt hätte.
Das US-Eröffnungswochenende:
Oftmals wird nur anhand dieser Daten entschieden wie Erfolgreich ein Film ist. Tatsächlich kommen aber 2/3 der Einspiele i.d.R. aus Übersee. Leider sind in den Studios mittlerweile oft nur Leute am Ruder die 3 Tage nach Kinostart und nur anhand des Einspiels USA in den USA entscheiden.
Ergo: John Carter wird nach der Kinoauswertung sicher keinen Verlust gemacht haben. Vielleicht wird es eben nur nicht ein Rekordfilm.
Und bei Bond ist das ganze Geflecht ohnehin anders. Im Zuge von QOS wurde da auch ein wenig Licht ins Dunkel gebracht. Die Verteilung EON/MGM dürfte den eingefleischten Fans bekannt sein. EON hat das IP (Intellectual Property) an der Serie, MGM dagegen den exklsuiven Vermarktungsvertrag. Dementsprechend ist die Finanzierung überwiegend in MGMs Händen und mehr als Geld gibt MGM nicht dazu. Am Ende geht der Großteil der Einnahmen an MGM und EON bekommt einen gewissen Prozentanteil (ich persönlich vermute 10 bis 20%). Darüber hinaus verdient EON wohl aber mehr mit Merchandise und anderne Bondartikeln. Wobei man bedenken muss dass EON teil der Broccoli/Wilson-eigenen Danjaq-Holding ist.
Die Finanzierung liegt also primär bei MGM, allerdings musste MGM bei weitem nicht bei QOS oder CR mit 150 bis 200 Mio anrücken. Mehr als bei allen anderen Filmen trägt bei Bond das Product Placement wesentlich zur Finanzierung bei. Wie viel pro Film über das Product Placement finanziert wird ist nicht bekannt, aber man geht von 40-50% aus. Diese Zahl basiert auf verschiedenen Medienberichten und ist auch nur geschätzt. Bei QOS gab es die inoffizielle Meldung, dass man für das Ford-Product-Placement allein 65 Mio $ bekam. Diese Zahl halte ich aber für übertrieben.
Was das für Bond bedeutet?
Dadurch, dass MGM nur noch mit 75 oder 100 Mio einen Film der 150 Mio-Liga finanzieren muss rechnet sich der Film bei wesentlich kleinerem Einspiel. EON dürfte durch seine Prozentbeteiligung ohnehin über eine sehr dicke Kriegskasse verfügen. Für beide Seiten ist dies eine optimale Konstellation.
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Terence Young
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Re: Der box office thread
15Die Faustformel die ich immer wieder mal gelesen habe lautet das ein Film ungefähr das Doppelte seiner Produktionskosten (also ohne Marketing) einspielen muß um einen Gewinn abzuwerfen.