Wie findet ihr Der Morgen stibt nie?

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Re: Filmbesprechung: Tomorow never dies

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Gerade eben wieder TND gesehen. Immer wieder ein höchst vergnüglicher Film. Die Action ist ziemlich klasse mit Handlung ausbalanciert, die Musik mäßig, die Story damals innovativ und der Bösewicht angenehm durchgeknallt, wenn man sowas mag (ich mag's).
Je öfter man übrigens die Brosnan-Bonds schaut, desto eher erkennt man die Schritte Richtung Emotionalisierung unseres Helden, hier beim Tod von Paris. Es ist nur eben handwerklich noch nicht so weit entwickelt wie heute. Die Bondfilme der Neunziger waren nun mal eher Äkkschn-Movies auf Hochglanzniveau.

Was mich bis heute stört, ist die Stelle im Finale, wo Wai Lin angekettet ins Wasser geworfen wird. Unter Wasser zupft sie ein wenig an den Ketten rum, anstatt sich wie ein vernünftiger Mensch an der Kette hochzuziehen. Ihr Arme sind frei! Das hätte man besser machen können.
"Schnickschnack! Tabasco!"

Re: Filmbesprechung: Tomorow never dies

319
UNIVERSAL EXPORTS hat geschrieben:Je öfter man übrigens die Brosnan-Bonds schaut, desto eher erkennt man die Schritte Richtung Emotionalisierung unseres Helden
Schöne Beobachtung! Gerade TWINE ist dann praktisch der Vorgänger von CR und ähnlich raffiniert geschrieben, hat außerdem ebenfalls eine packende Frauenrolle.
https://filmduelle.de/
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Re: Filmbesprechung: Tomorow never dies

320
Casino Hille hat geschrieben:
UNIVERSAL EXPORTS hat geschrieben:Je öfter man übrigens die Brosnan-Bonds schaut, desto eher erkennt man die Schritte Richtung Emotionalisierung unseres Helden
Schöne Beobachtung! Gerade TWINE ist dann praktisch der Vorgänger von CR und ähnlich raffiniert geschrieben, hat außerdem ebenfalls eine packende Frauenrolle.
Sie sieht echt packend aus :P
It's the BIGGEST... It's the BEST
It's BOND

AND BEYOND

Re: Filmbesprechung: Tomorow never dies

321
Mein Review zu TND:

Die Story ist ganz dicht an die Gilbert-Bonds angelehnt. Im Vergleich zu seinem "Vorgänger" MR ist sie aber deutlich besser umgesetzt und auch bodenständiger.

Die PTS ist sehr stark. Gut finde ich, dass sie zwar eine abgeschlossene Story bildet, das Thema aber später wieder aufgegriffen wird. Einer der Terroristen erinnert mich an Patrice :)

Den Titelsong finde ich mittelmäßig bis gut, aber deutlich besser als sein Vorgänger.
Die Versenkung der Devonshire ist sehr gut inszeniert.

Positiv aufgefallen ist mir auch wie flott der Film loslegt. Bond steht ziemlich unter Zeitdruck und die Charaktere machen den Eindruck, dass sogar der Weltuntergang (Atomkrieg) drohen könnte, wenn Bond in den nächsten 48 Stunden nicht erfolgreich ermittelt.

Die Szenen in Hamburg sind allesamt gelungen, auch wenn sie nur zum Teil dort gedreht sind. Das merkt man aber kaum aufgrund berühmter Hamburger Locations (Fernsehturm/Alster/Cap San Diego). Auch sehr passend finde ich, dass Bond seinen Wagen erst in Hamburg bei Avis erhält, wegen dem Zeitdruck.

Ich habe nie verstanden, warum sich Bond gegenüber Carver gleich zu Beginn Als Geheimagenten outet, das finde ich ziemlich dumm. Dann greift Bond hart durch und ruiniert Carver den Abend, aber wegen seinem ungeschickten Verhalten weiss jeder, dass Bond dahinter steckt. Ziemlich unnötig.

Schade finde ich, dass man mit Paris Carver keine bekannte Rolle ausgewählt hat, mir fällt da nur Rosie Carver ein, aber die kann das ja nicht sein (der Vorname müsste übereinstimmen, nicht der Nachname). Passend wäre es gewesen, man hätte die Geschichte zwischen den beiden in einem früheren Film aufgegriffen.

Sehr gefallen haben mir auch die Actionszenen in Carvers Druckerei und drumherum. Die folgenden Szenen sind dafür nicht so gelungen. Dr Kaufmann spricht, obwohl er von einem Amerikaner dargestellt wird, sehr schlechtes Englisch (deutsche Synchro gerade nicht im Ohr). Auch für einen Deutschen nicht angemessen (siehe Stamper). Und der soll auch noch weltweit gefragt sein! Stamper hat in allen Szenen voll überzeugt, sehr gut gespielt von Götz Otto. Danach geht es spektakulär weiter im Parkhaus, eine sehr schöne Szene.

Gut außerdem, dass der Encoder vom Anfang wieder aufgegriffen wird. Dass dadurch auch die Devonshire wieder aufgefunden wird ist sehr passend. Dass mit Vietnam noch ein dritter Staat mit einbezogen wird macht alles noch einmal gefährlicher und steigert die Spannung. Das macht die Unterwasserszenen spannender, die ich auch für sehr gelungen halte und es ist fast schon eine Beruhigung, dass Bond und Wai Lin von Stamper aufgegriffen werden.

Ein bisschen wundert es mich, dass Carver jetzt in Saigon ist. Warum ist Carver immer in der Nähe von Bond? Wirkt auf mich ziemlich gestellt.

Die Flucht auf dem Motorrad überzeugt mich durchgehend, auch die Flucht von Wai Lin vor Bond. Positiv aufgefallen ist mir in der Szene auch der Soundtrack. Der Kampf zwischen Wai Lin und Carvers Schlägern und Bonds Einmischen blieben mich auch positiv im Gedächtnis.

Jetzt kommt auch raus, dass General Chang dahintersteckt, die Fahrt zu Ha Long Bay und die Entdeckung des Stealth-Bootes sind sehr gut.

Alle Szenen auf dem Stealth-Boot gefallen mir sehr. Auch hier stimmt der Soundtrack. Mir gefällt die Szene, in der Stamper Bonds Tod verkündet, der seinen Tod sehr gut inszeniert hat.

Die Szene, in der sich Bond bei Carver meldet ist sehr gelungen, ebenfalls Bonds Reaktion auf den Tod von Gupta, sowie die Reaktion der Navy auf Bonds Back-up-Plan.

Dannach die Szene, in der Carver realisiert, dass sein Plan am Ende ist, nachdem die Navy das Schiff getroffen hat (obwohl er die Rakete ja noch starten könnte). Carver sieht ziemlich verzweifelt aus.

Spektakulär ist auch die Szene, in der Carver vom Seadrill gehäckselt wird wie Dario und was Bond zu ihm sagt, sind sehr passend und überzeugend.
Der Final Fight zwischen Stamper und Bond gefällt mir ebenfalls, Stampers Sätze wegen Rache für Kaufmann und Carver sehr passend. Seine Brutalität kommt hier gut rüber. Sehr spannen finde ich die Szene auch deshalb, weil Bond Stamper stoppen muss, sich selber befreien muss und nach Möglichkeit auch noch Wai Lin, er hat also noch sehr viel zu tun. Der Kampf mit Stamper dauert lange, bleibt aber spannend. Schön anzusehen, wie Bond nahezu verzweifelt versucht, Stamper abzustechen. Der Soundtrack zwischhen Bonds Sprung ins Wasser bis zur Explosion ist sehr passend gewählt

Danach folgt mit Surrender ein guter Song, die musikalische Überleitung auf den Song ist gelungen.

Insgesamt ein ziemlich guter Film, den ich mit 9/10 bewerte. In meiner Rangliste liegt er auf Platz 7.

Re: Filmbesprechung: Tomorow never dies

323
Deine Kritik würde ich so unterschreiben, Henrik. Nur ein paar Sachen würde ich noch mal hinterfragen:
1. Bond gibt sich vor Carver doch nicht direkt als Geheimagent aus, sondern als Bankier.
2. Das mit Dr. Kaufmann wurde gerade schon gesagt, dass er Deutscher ist und Vincent Schiavelli dementsprechend auch mit deutschem Dialekt spricht.
und 3. Logikfehler, dass Carver auch in Saigon ist, also immer da wo Bond gerade auch ist, sollte man einfach ignorieren. Bei Bond nach Logik zu fragen, ist für mich sowieso immer ein Fail.

Aber ansonsten super geschriebene Kritik, und ich bin immer wieder froh, wenn es Leute gibt die Carver und Stamper als Bösewichte mögen.
"Verstehen Sie mich nicht falsch es ist nichts persönliches, es ist was rein geschäftliches."

Re: Filmbesprechung: Tomorow never dies

324
danielcc hat geschrieben:Dr. Kaufmann IST Deutscher und der amerikanische Darsteller spricht deswegen mit angedeutetem deutschen Dialekt
Schon klar, nur finde ich sein Englisch schon extrem schlecht für einen, der weltweit gefragt ist, auch wenn er Deutscher ist. Vergleiche ihn doch mal mit Stamper.

@Mr.Chrismas Jones: Natürlich gibt er sich nicht als Geheimagenten aus, aber seine ganzen Andeutungen ("Man könnte damit den Kurs einer Regierung beeinflussen...oder eines Schiffes") waren mir dann doch zu viel.

Re: Filmbesprechung: Tomorow never dies

325
Henrik hat geschrieben:seine ganzen Andeutungen ("Man könnte damit den Kurs einer Regierung beeinflussen...oder eines Schiffes") waren mir dann doch zu viel
Das ist ganz typisch für Bonds Ego, dem anderen gleich und unvermittelt zu zeigen, dass er eine Bedrohung ist und so verstanden werden will. Abgesehen davon ist es eine Form der Ermittlung, nämlich die der Provokation. Er tastet Carver ab, er will wissen, wie dieser auf Bonds offensichtliche Hinweise reagiert, wichtiger ist aber, dass er überhaupt reagiert. So lockt er seinen Gegner aus der Reserve. Ein ganz ähnliches Provozieren sehen wir in besonders gut geschriebener Form auch in TB, wenn Bond beim Kartenspiel mit Largo desöfteren mal ein Phantom (SPECTRE) andeutet. Und in OP macht Bond im Umgang mit Kamal Khan, wenn er diesem das Fabergé Ei zeigt, eigentlich auch nichts anderes. :)
Henrik hat geschrieben:Ein bisschen wundert es mich, dass Carver jetzt in Saigon ist. Warum ist Carver immer in der Nähe von Bond?
Eigentlich ist Bond in der Nähe von Carver. :wink: Carver trifft sich doch mit General Chang, der Film liefert also schon eine Begründung dafür, was Carver in diesem Teil der Welt aktuell so treibt. Und Bond springt halt über dem südchinesischem Meer ab... es gibt weiß Gott schlimmere Zufälle in der Bond-Reihe. Und dieser hier führt immerhin zu einem tollen Dialog mit Carver und einer wahnsinnig coolen Actionszene. Was will man mehr? :)
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Re: Filmbesprechung: Tomorow never dies

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Casino Hille hat geschrieben:
Henrik hat geschrieben:seine ganzen Andeutungen ("Man könnte damit den Kurs einer Regierung beeinflussen...oder eines Schiffes") waren mir dann doch zu viel
Das ist ganz typisch für Bonds Ego, dem anderen gleich und unvermittelt zu zeigen, dass er eine Bedrohung ist und so verstanden werden will. Abgesehen davon ist es eine Form der Ermittlung, nämlich die der Provokation. Er tastet Carver ab, er will wissen, wie dieser auf Bonds offensichtliche Hinweise reagiert, wichtiger ist aber, dass er überhaupt reagiert. So lockt er seinen Gegner aus der Reserve. Ein ganz ähnliches Provozieren sehen wir in besonders gut geschriebener Form auch in TB, wenn Bond beim Kartenspiel mit Largo desöfteren mal ein Phantom (SPECTRE) andeutet. Und in OP macht Bond im Umgang mit Kamal Khan, wenn er diesem das Fabergé Ei zeigt, eigentlich auch nichts anderes. :)
Alles nachvollziebar, wobei mir die Szene in TB auch zu offensichtlich war. In OP hat mir die Szene sogar sehr gut gefallen.

Re: Filmbesprechung: Tomorow never dies

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Casino Hille hat geschrieben:Zumal das auch heute noch problemlos machbar wäre. TND oder TWINE wären wohl die idealen Vorbilder für einen spaßigen "Retro"-angehauchten Craig-Bond.
Ja, zumindest ein Film à la TWINE wäre ein solider "Kompromiss". Ein bisschen Drama, aber auch genügend Action und Humor. Aber vielleicht kriegt man es mit SP ja tatsächlich so hin?