Wie findet ihr AVTAK?

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Re: Filmbesprechung: "A View to a Kill (AVTAK)"

#931
Samedi hat geschrieben:
20. September 2019 09:49
Durch die Synthie-Einsätze, die meiner Meinung nach unnötig waren. Dadurch ging einiges an Bond-Charme verloren.
Ich habe eine CD-Kollektion vom City Of Prague Philharmonic Orchestra, auf der Stücke aus allen Bondfilmen, also auch TLD, gespielt werden und auf der logischerweise keine Synthies zum Einsatz kommen. Ein großer Unterschied ist hier nicht zu bemerken, soll heißen, es macht keinen großen Unterschied, ob nun Teile von Synthies oder Instrumenten gespielt werden, die Stücke klingen nahezu identisch. Ergo: Hätte Barry diese weggelassen, hätte das für die Musik nahezu keinen Unterschied gemacht, und somit stören imho und als logische Schlussfolgerung diese auch nicht.

Aber Geschmäcker sind ja nun einmal verschieden und das ist ja auch gut so.
Und das große Warten beginnt von neuem :-(

Re: Filmbesprechung: "A View to a Kill (AVTAK)"

#932
Agent 1770 hat geschrieben:
20. September 2019 12:36
Geschmäcker sind ja nun einmal verschieden und das ist ja auch gut so.
Genau. Und für macht es eben schon einen Unterschied, ob ein Soundtrack von einem richtigen Orchester eingespielt wird oder mit Synthies.

Aber ich muss auch sagen, dass mir ganz ohne diese Diskussion der Soundtrack von AVTAK wesentlich besser gefällt als der von TLD. Also auch dann, wenn letzterer vollständig vom Orchester eingespielt worden wäre.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: "A View to a Kill (AVTAK)"

#933
Revoked hat geschrieben:
24. Mai 2019 12:26
Dennoch der Film hätte auch mit Dalton sehr gut funktionierten können (ausser og Punkt zum Alter).
DAS wäre in der Tat mein Bond-Traum. Dalton, den ich eh für extrem unterschätzt halte in DIESEM Film.
AVTAK wartet mit tollen Schauplätzen einem fantastischen und vor allem charismatischen Bösewicht und einer SEHR memorablen Henchwoman auf.
Walken und Jones gehören für mich in eine Reihe mit Goldfinger und Odjob.
Gut, das Bond-Girl ist leider strohdoof und die Story ein grober Rip-Off von Goldfinger. ABER der Film ist an sich SEHR gut.
Nur Moore ist einfach viel zu alt für die Rolle. FYEO war alterstechnisch sein letzter akzeptabler Film.

Wie gut dieser Film mit Dalton gewesen wäre, kann ich mir lebhaft ausmalen. Etwas ernster, trotzdem eine klassische Bond-Story, welche zwar überkandidelt ist, aber zumindest nicht völlig over the top... mit Weltherrschaft und so.
www.ewiggestern.de (der Retro-Podcast)

Re: Filmbesprechung: "A View to a Kill (AVTAK)"

#934
Das nächste kurz-Review meines chaotischen Halbmarathons während der Corona-Ferien. Moonraker und TSWLM sind ja bei mir deshalb nicht so gut weggekommen, weil sie mir zu unrealistisch und abgefahren waren. Folglich wird es euch nicht überraschen, dass John Glens Filme mit Roger Moore bei mir wesentlich besser abschneiden als Lewis Gilberts Beiträge. AVTAK ist bekanntlich einer dieser Filme und für mich ein sehr guter Beitrag zur Bondreihe, nach FYEO für mich der beste Moore.
Ich habe TSWLM (und in abgeschwächter Form auch MR) vorgeworfen, eine Doublette von YOLT zu sein, deshalb komme ich nicht daran vorbei, auf die Parallelen von AVTAK und GF hinzuweisen, denn sie sind ziemlich prominent. Der generelle Aufbau der Handlung, die sich am Kräftemessen zwischen Bond und einem einflussreichen Industriellen orientiert, das Meeting mit der Bitte nach Geld und dem einen Teilnehmer, der nicht mitzieht und beseitigt wird, sowie der Plan mit dem ausgefallenen Namen, der letztlich auf die Schaffung eines Monopols abzielt. Die Parallelen zwischen GF und AVTAK sind also mindestens genauso groß wie die zwischen YOLT und TSWLM, man kann den Film m.E. durchaus als Remake bezeichnen. Nur ist AVTAK ein clever gemachtes, modernisiertes und handlungsmäßig stringentes Remake eines guten Films, was ich von den anderen zwei halte ist bekannt.
Ich mag an AVTAK, dass der Film sehr bodenständig wirkt, über weite Teile ist er ein klassischer Spionagefilm mit viel Ermittlungsarbeit von Bond. Was daran wirklich erfrischend ist, ist dass diese Arbeit fast gänzlich ohne Gadgets funktioniert und der ganze Film generell vergleichsweise gewaltarm und geräuschlos verläuft. Das geht nur, weil AVTAK auf einer clever konstruierten Story beruht, die eben nicht nur aus lose aneinandergereihten Actionsequenzen besteht. Das unterscheidet alle Maibaum-Wilson-Stories der 1980er wohlwollend von Vielem was davor und leider auch danach kam. Der angenehme Effekt an dieser Art der Filmkonstruktion ist für mich, dass die Action erstens etwas Besonderes im Film bleibt, weil nicht an allen Ecken und Enden geklotzt wird, und zweitens, dass sie nicht das entscheidende Element im Film ist. Mir fallen wirklich wenige Bondfilme ein, bei denen das so gut gelöst ist.
Mein größter Kritikpunkt hängt allerdings auch mit der Story des Films zusammen, es gibt gegen Ende des zweiten Drittels einen Durchhänger im Spannungsbogen. Nachdem Bond mit Tibbet im See versenkt wird, bricht der Spannungsbogen, der sich bis dahin kontinuierlich gesteigert hatte, ordentlich zusammen. Hier fällt dem Film auf die Füße, dass Bond dem großen Plan von Zorin vorher nicht wirklich auf die Schliche gekommen ist und in gewisser Weise nochmal von vorne mit seinen Ermittlungen beginnen muss. Es ist ja nicht so, dass AVTAK der einzige Bondfilm wäre, der vor dem Finale nochmal einen Gang zurückschaltet, aber hier sind es zwei Gänge und das teilt den Film irgendwie in zwei Teile. Vielleicht hätte man diesen Übergang mit einer etwas innovativeren Inszenierung auffangen können, aber das bekommt John Glen eben nicht hin. Der Rest des Films leidet in keinster Weise unter Glens sehr nüchternen und zurückhaltenden Regiearbeit, sie tut dem Film die meiste Zeit sogar gut. Jedoch zeigen solche Schönheitsfehler im Skript, dass John Glen mehr als beispielsweise Lewis Gilbert oder auch Sam Mendes von einem guten Drehbuch abhängig ist.
So sehr ich den Film mag, so wenig komme ich am tausend Mal gehörten und leider auch korrekten Kritikpunkt vorbei, Moore sei zu alt für die Rolle. Auch in OP war er nicht mehr optimal, aber in diesen zwei Jahren hat er ganz schön abgenommen und das betont in Kombination mit den sehr hellen Haaren sein Alter mehr als vorher. Er wirkt nicht mehr überzeugend in Actionszenen und auch seine Beziehungen zu Bondgirls wirken zunehmend väterlich, gerade mit Stacey, die locker seine Tochter sein könnte. Ganz übel finde ich in diesem Zusammenhang den Seniorenausflug mit Moneypenny, M, Tibbet und Q. Ganz ehrlich, das überzeugt nicht mehr, Bond wirkt nur unwesentlich jünger als M, von Moneypenny ganz zu schweigen. Vielleicht wäre Dalton in diesem Film die bessere Wahl gewesen, als Einstand hätte AVTAK allemal getaugt und ich bin mir sicher, Dalton käme in der Mainstream-Meinung besser weg.
Sehr gelungen wiederum finde ich Christopher Walken als Zorin und Grace Jones als Mayday, denn sie sind eben nicht der klassische Böse mit seiner Liebschaft, die Bond später ausspannt. Die Idee, eine Frau zum Handlanger zu machen und sie in eine sehr undurchsichtige Liebesbeziehung mit den Bösewicht zu setzen finde ich genial. Man hat zeitweise den Eindruck, Mayday hätte Zorin völlig in der Hand oder kann sich zumindest nicht ganz sicher sein, wer von den beiden wem sagt was zu tun ist. Dieses kleine Verwirrspiel ist ganz typisch für die Maibaum-Wilson-Skripts, das macht ihre Filme so frisch. Walken und Jones unterstützen das Verwirrspiel, Walken kann den Kontrast zwischen dem Milchbubi Zorin, dem ernsten Geschäftsmann und dem Psychopathen ganz ausgezeichnet auf die Leinwand bringen, während Grace Jones ihm gegenüber körperlich überlegen wirkt und den Charakter so ausfüllt, dass Mayday zu den interessantesten Frauenrollen in den Bondfilmen wird.
Unterm Strich ist AVTAK ein sehr ordentlicher Bondfilm, der mit einem klugen Skript und interessanten Charakteren aufwartet. Leider hat der Film an einer entscheidenden Stelle einen zu großen und zu langen Durchhänger, der dem Film die ganz hohen Punktzahlen verbaut. Auch Roger Moores Alter wirkt negativ für den Film, der aber unterm Strich nach FYEO sein bester Beitrag bleibt. Insgesamt gibt’s 8 von 10 Punkten.
Ich bin Professor, ich weiß das.

Re: Filmbesprechung: "A View to a Kill (AVTAK)"

#935
Die Parallelen zu GF sind schon ziemlich offensichtlich. Als ich GF das erste mal gesehen hatte, dachte ich bei der Kentucky-Episode sogar, dass der Film mir sehr bekannt vorkommt und ich ihn eventuell doch schon mal gesehen hatte (das in dem anderen Film Moore die Hauptrolle gespielt hat hatte ich wohl vergessen).

Bei mir hat AVTAK auch immer weiter zugelegt. Ich weiss noch, dass ich, bevor ich das erste mal AVTAK (und kurze Zeit später TLD) gesehen habe, sehr überrascht darüber war, dass TLD in der Fernsehzeitschrift mit 3/3 und AVTAK hingegen nur mit 2/3 bewertet war (ungefähr). Das hat mich gewundert, da ich Moore schon als Bonddarsteller kannte (auch schon, bevor ich den ersten 007-Film mit ihm gesehen hatte, ich glaube das war MR), von Timothy Dalton hatte ich hingegen noch nie gehört. Es ist etwas naiv, hieraus die Wertung zu treffen, dass AVTAK dann wohl der deutlich bessere Film sein muss. Kurze Zeit später hatte ich beide Filme hinter mir und wurde eines besseren belehrt. TLD steht seitdem fast unangefochten auf Platz 1 (nur als ich das erste mal OHMSS gesehen hatte, musste TLD um seinen Rang fürchten), AVTAK landete sehr weit unten.

Inzwischen sehe ich AVTAK aber deutlich anders. Es gibt die ein oder andere Schwäche, Moore ist deutlich zu als und der Versuch, das künstlich zu verbergen, hat es eher noch schlimmer gemacht. Das kann aber nicht über die Stärken hinwegdeuten. Zorin ist ein fantastischer Bösewicht. Selbiges gilt für May Day. Und auch die Szenen auf Zorins Gestüt gefallen mir, trotz Altherrenrunde. Bond schleicht durch die Pferdeboxen, um herauszufinden, wie Zorin das Rennen gewonnen hat (oder was will er da?). Alles sehr bodenständig, aber nicht langweilig.
Zuletzt geändert von Henrik am 6. April 2020 17:46, insgesamt 2-mal geändert.
"Ich glaube nie, was in den Zeitungen steht." - TND

Re: Filmbesprechung: "A View to a Kill (AVTAK)"

#938
Mir fällt es schwer am Handy hier dezidiert Zitate rauszugreifen. Deswegen die faule Variante:

@Dent:
- natürlich ist FYEO ein ganz fantastischer Film und steht auch bei mir über AVTAK, aber er ist wirklich DER Bondfilm, der tatsächlich „nur“ aus aneinander gereihten Actionszenen besteht. Maibaum / Wilson / Glen können also diese Variante auch bravourös.
- AVTAK als Daltons erster ist wirklich eine charmante und vielfach diskutierte Idee. Die Kämpfe hätten dann etwas physischer ausfallen können. Andererseits ist die Frage wie Dalton mit dem leichten und heiteren Grundton des Filmes klargekommen wäre. Die Tibbet/Käbbelszenen hätten dann ganz anders sein müssen aus meiner Sicht. Aber ein etwas handfesterer Endkampf Dalton / Walken wäre ein feuchter Traum gewesen.
Don‘t you bet that you‘ll ever escape me
Once I put my sights on you
Got a licence to kill
And you know I‘m going straight for your heart

Re: Filmbesprechung: "A View to a Kill (AVTAK)"

#939
Revoked hat geschrieben:
9. April 2020 21:45
natürlich ist FYEO ein ganz fantastischer Film und steht auch bei mir über AVTAK, aber er ist wirklich DER Bondfilm, der tatsächlich „nur“ aus aneinander gereihten Actionszenen besteht. Maibaum / Wilson / Glen können also diese Variante auch bravourös.
Fetter Widerspruch :D
FYEO hat eine ziemlich stichhaltige Handlung vorzuweisen, die nun wirklich nicht nur Beiwerk ist. Sicherlich hat FYEO einiges an Action zu bieten (weit mehr als AVTAK), aber er besteht m.E. ganz bestimmt nicht nur aus der Aneinanderreihung von Anctionsequenzen (soweit wie das bei einem Bond überhaupt geht). Ich würde da eher TSWLM als Musterbeispiel für die Aneinanderreihung von Episoden betrachten, wo die Handlung nicht allzu wichtig ist.
Ich bin Professor, ich weiß das.