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Re: Filmbesprechung: "The World Is Not Enough (TWINE)"

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@Hille: Hä was? Das wird im Film so erzählt??? Ich hab diesmal echt aufgepasst, aber das habe ich absolut nicht mitbekommen.
Mr.Chrismas Jones hat geschrieben: 18. Juni 2025 16:25 Im englischen kommt das aber noch besser vor allem weil Elektra vorher sagt "You could miss me".
Und danach "I never miss!"
Oh ja, stimmt natürlich. Sowas ist immer schwierig zu übersetzen. Ist mir in dem Moment aber egal, weil Brosnan das so gut spielt. :D
Casino Hille hat geschrieben: 18. Juni 2025 17:39
Nico hat geschrieben: 18. Juni 2025 15:29 Der Film startet direkt mit der längsten PTS, die die Reihe bisher hervorgebracht hat
Ich glaube, mittlerweile hat NTTD die abgelöst oder?
"bisher" ;) (Außerdem habe ich NTTD überhaupt nicht auf dem Schirm, ichw eiß gar nicht, was da alles in der PTS passiert... Mir graut es schon vor der baldigen Neusichtung.)
"Hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft!" - "Wir sind kein Countryclub, 007!"

Re: Filmbesprechung: "The World Is Not Enough (TWINE)"

905
Nico hat geschrieben: 23. Juni 2025 11:01 (Außerdem habe ich NTTD überhaupt nicht auf dem Schirm, ichw eiß gar nicht, was da alles in der PTS passiert... Mir graut es schon vor der baldigen Neusichtung.)
"My name is Lyutsifer Safin, your husband killed my family". Dann RTL-Seifenopernromanze mit Maddy, dann werden die Schafe rausgelassen, dann hat Bond schlechte Laune.

Lass die Neusichtung doch einfach bleiben. Es lebt sich so schön ohne NTTD...
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Re: Filmbesprechung: "The World Is Not Enough (TWINE)"

907
GoldenProjectile hat geschrieben: 23. Juni 2025 11:49 Lass die Neusichtung doch einfach bleiben. Es lebt sich so schön ohne NTTD...
Meinem Zeitplan folgend erfolgt die Neusichtung in der Woche vor Marburg. Ich werde also vor Ort wieder bestens Bescheid wissen (und meine Meinung zum Film aufgefrischt haben.) Aber wer weiß, vielleicht gefällt er mir ja auch plötzlich.
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Re: Filmbesprechung: "The World Is Not Enough (TWINE)"

908
Nico hat geschrieben: 18. Juni 2025 15:29 War die Action im Vorgänger TND noch etwas zu drüber und zu viel, so ist sie hier in TWINE nicht ganz so penetrant, aber dafür super inszeniert. Die PTS (ich schrieb schon davon), die Action im Atombunker, die Ski-Szenen (endlich wieder Ski!!!), das Finale auf dem U-Boot: Alles ist wohldosiert eingesetzt, dauert nie zu lange und macht enorm viel Spaß. Die Schauplätze des Films sind selten wunderschön, teilweise wirklich hässlich, aber leisten alle ihren Beitrag und sind u. A. mit den schneebedeckten Bergen und Istanbul auch ganz nett anzusehen.
Super interessant, dass du das so siehst.

Normalerweise habe ich bei Bond den Grundsatz, das ich vor allem gut inszenierte (Stunt-)Action sehen möchte, im Idealfall ist die möglichst schön in ein Gesamtkonstrukt aus Exotik, Spannungsinszenierung und Humor eingebettet. Und ich bin daher auch sehr großzügig damit, welche Haken und Umwege die Plots manchmal schlagen, um irgendwie eine neue Verfolgungsjagd oder ähnliches einzubetten.

TWINE ist aber der eine Prä-Reboot-Bondfilm, der für mich sofort besser wäre, wenn er auf einige seiner Actionszenen verzichten würde. Es gibt in über 60 Jahren Bond keinen anderen Film, bei dem ich so offensichtlich sehen kann, welche Sequenzen von Michael Apted und welche von der Second Unit inszeniert wurden. Die Skiszene und das Intermezzo bei der Kaviarfabrik sind anonymes Spektakel, da ist überhaupt keine Handschrift erkennbar, da stimmt der Rhythmus nicht, da wird dann auch das eigentlich interessante Drama zwischen den Figuren nur unnötig vertagt.

Apted ist mit der beste Regisseur der Reihe wenn es darum geht, Dialogszenen zu inszenieren und eine Intimität zwischen Charakteren herzustellen (und nicht nur die offensichtlichen Sequenzen, wie jene zwischen Bond und Elektra oder Renard und Elektra, sondern beispielsweise auch der schöne Schlussmoment zwischen Bond und Q). Die Szene im Bunker in TWINE ist fabelhaft gelungen, wie da in diesem Setting der Raum genutzt wird, wie die Figuren sich von A nach B und zurück nach A bewegen, wie die angeschraubte Anspannung sich in Eskalationen entlädt ... super! Und dann läuft kurz danach die Kaviarfabrik und es ist irgendwie sofort transparent, wie wenig Apted mit allem dort zu tun hatte.

Bei keinem anderen Bond ist das so auffallend für mich und ich glaube wirklich, TWINE wäre mit nur halb der Action der noch viel bessere Bondfilm. Das kann ich wohl von keinem anderen Film der Reihe behaupten.

Tolles Review übrigens, Nico, deinen Marathon finde ich richtig spannend zu verfolgen.
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

Let the sheep out, kid.

Re: Filmbesprechung: "The World Is Not Enough (TWINE)"

909
Ich gebe zu, dass ich die Kaviarfabrik komplett vergessen hatte, als ich meine Review schrieb. Die fühlt sich in der Tat wie ein Fremdkörper an und ja, auch die Ski-Szenen passen nicht unbedingt organisch in den Film, aber ich mag beides trotzdem. Es ist nicht zu lang, es ist irgendwie absurd, es hat Humor.
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Re: Filmbesprechung: "The World Is Not Enough (TWINE)"

911
Ja, die mag ich auch beide nicht, aber ebenso wenig die PTS.
TWINE bleibt der Bond bei dem die großen Actionszenen nur stören, der wäre wirklich sehr viel besser ohne diese. Ein Alleinstellungsmerkmal.

Die anderen beiden, Bunker und Pipeline, aber das sind die Kleineren, sind dagegen tatsächlich auch für mich gut gelungen, fügen sich geschmeidig in den Fortlauf der Erzählung ein.

Re: Filmbesprechung: "The World Is Not Enough (TWINE)"

914
So ist es. Ich finde auch persönlich das Set top.
Aber vor allem wie hier ein Kern der Handlungsentwicklung stattfindet, sich alles langsam zuspitzt, Arnolds Score immer schneller wird und es dann buchstäblich in diesem "Bond - James Bond" Orgasmus mündet :-)
Auch die kleinen Details - wie als Bond auf Renard hinter der Scheibe schießt.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "The World Is Not Enough (TWINE)"

915
James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug (1999), Michael Apted

Bond #19 ist für mich nicht nur der gelungenste Brosnan-Bond, sondern einer der besten und vielseitigsten Beiträge der gesamten Reihe. Mit Michael Apted als Regisseur, einem starken Drehbuch von Robert Wade, Neal Purvis und Bruce Feirstein sowie einem gewohnt wuchtigen Score von David Arnold stimmt hier fast alles. Neben der Rückkehr von Dench, Llewelyn, Salmon und Kitchen im MI6, verstärken Robert Carlyle, Sophie Marceau und Denise Richards den Cast – und prägen den Film entscheidend.

Bond erhält den Auftrag, Milliardärstochter Elektra King zu beschützen, die nach einem Pipeline-Projekt ins Visier des Terroristen Renard geraten ist. Bald wird klar, dass hinter der Bedrohung mehr steckt, als es zunächst scheint – und dass Bond es mit Gegnern zu tun hat, die näher an ihm dran sind, als ihm lieb ist.

Pierce Brosnan liefert hier seine wohl beste Bond-Performance ab: charmant, glaubwürdig, physisch präsent und mit einer emotionalen Tiefe, die er in den Vorgängern so noch nicht gezeigt hat. Er überzeugt in den Actionszenen genauso wie in den stilleren Momenten, besonders im Zusammenspiel mit Sophie Marceau. Sie ist das Herzstück des Films: Elektra King ist zugleich Bondgirl und Hauptantagonistin – verletzlich, erotisch, manipulierend und letztlich brandgefährlich. Eine Frau, die Bond auf emotionaler und psychologischer Ebene trifft, ihn verführt, manipuliert und beinahe besiegt. Damit gehört sie zu den faszinierendsten Figuren der gesamten Reihe.

Auch Robert Carlyle als Renard ist stark, ein Schurke mit besonderer Tragik, dessen körperliche Besonderheit ihn unaufhaltsam, fast übermenschlich erscheinen lässt. Zusammen mit Marceau bildet er ein spannendes Duo, das den Film trägt. Denise Richards als Dr. Christmas Jones mag weniger ikonisch sein, ist aber ein passender Kontrast zu Marceaus verführerischer Elektra. Besonders hervorzuheben ist zudem Judi Dench: Ihre Rolle als M ist hier so präsent und zentral wie nie zuvor, was viele intensive Szenen mit Bond und Elektra ermöglicht. Tragisch und ergreifend ist außerdem Desmond Llewelyns letzter Auftritt als Q, der wie ein stiller Abschied wirkt – seine letzte Szene ist pure Gänsehaut und ein würdiges Ende für eine ikonische Figur.

Die Action ist erstklassig und abwechslungsreich: Von der spektakulären, fast 16-minütigen Pretitle-Sequenz auf der Themse, über Ski-Szenen in Frankreich, Explosionen in Kasachstan bis hin zum packenden Finale im klaustrophobischen Inneren eines U-Boots. Dort verbindet der Film perfekt Spannung, Enge und Dramatik, während Bond gegen Renard und die Zeit kämpft. Neben der Action glänzt der Film durch eine gelungene Balance aus Humor, Spannung und Emotionalität – Oneliner inklusive, ohne dass sie den Ton zerstören.

Auch die technische Seite überzeugt voll: tolle untypische Locations, große Sets, einprägsame Kameraarbeit von Adrian Biddle und ein Score von David Arnold, der perfekt zwischen Dramatik, Abenteuer und Emotionen pendelt. Das Titellied von Garbage fügt sich nahtlos in diese Atmosphäre ein.

Die Welt ist nicht genug ist kein tiefgründiges Charakterdrama, bietet aber mehr Vielschichtigkeit als viele Bonds davor. Es geht um Vertrauen, Manipulation und Verrat – Themen, die ernsthaft, aber nie schwerfällig behandelt werden. Apted verleiht dem Film damit eine besondere Tonalität, die ihn aus der Reihe hervorhebt.

Unterm Strich: ein großartiges Stück Actionkino, getragen von einem stark aufgelegten Brosnan, einer brillanten Sophie Marceau, einem intensiven Robert Carlyle und einer würdigen letzten Szene von Desmond Llewelyn. Kreativ, spannend, witzig und emotional – für mich der beste Brosnan-Bond und einer der stärksten Teile der Reihe.

9/10