Euer persönlicher filmischer Jahresrückblick 2016

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Klar haben wir bereits einen Thread zum Film des Jahres 2016. Doch das Jahr nur auf einen Film zu beschränken wird 2016 nicht gerecht. Hier kann jeder seinen persönlichen Jahresrückblick posten und auch darüber diskutieren bzw. einfach nur andere Sichtweisen auf das Filmjahr genießen und im Raum stehen lassen. Verzeiht den Doppelpost, aber ich möchte meinen Jahresrückblick als eigenen Post stehen lassen.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Euer persönlicher filmische Jahresrückblick 2016

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Jahresrückblick HCN007 Filmjahr 2016

iHaveCNit: 2016


2016 by the numbers:

75 Filme aus dem Kinosektor gesehen
44 Kinotickets gekauft
33 Filme im Heimkino nachgeholt
15 Filme direkt für den DTV-Sektor geholt

Gesamt: 90 Filme gesehen (unberücksichtigt nachgeholte Filme aus vorigen Jahren / Jahrzehnten !)

knapp 10.100 Minuten Filmmaterial
umgerechnet 168 Stunden Filmmaterial
umgerechnet knapp 7 Tage Filmmaterial
Nahezu 1 Woche Non-Stop Filmunterhaltung in 2016 !

Gesamtausgaben für Hobby in 2016 – umgerechnet 1.400 bis 1.500 Euro ! (ebenfalls unberücksichtigt nachgeholte Filme aus vorigen Jahren / Jahrzehnten !)

Wertungsspiegel: (nachziehen bei Abschluss !)
10 Punkte: 7 Filme 70
9 Punkte: 22 Filme 198
8 Punkte: 34 Filme 272
7 Punkte: 17 Filme 119
6 Punkte: 5 Filme 30
5 Punkte: 3 Filme 15
4 Punkte: 1 Film 4
Ohne Wertung: 1 Film 0

Durchschnitt: 708 / 89 geratete Filme = 7,95 ungefähr 8

Dementsprechend liegt das gewichtete Mittel im Filmjahr 2016 bei 8 von 10 Punkten.

29 Filme liegen über
34 Filme im und
27 Filme unter dem Durchschnitt

Somit „by the numbers“ ein relativ ausgeglichenes Jahr !

Was für ein tolles Filmjahr ! Ich habe einen unglaublichen Rekord für mich aufgestellt, an den ich mich hoffentlich mein ganzes Leben erinnern möchte. 90 Filme gesehen ! - Ich glaube, die einzigen, die sich mehr Filme ansehen sind die Typen, die für Youtube wöchentlich Reviews liefern müssen, um sich selbst am Leben zu halten. Was bin ich froh, das nicht für Geld machen zu müssen, das bewahrt einen davor, auch Filme sehen zu müssen, die vollkommen Grütze sind und auf die man selbst keinen Bock hat.

Es war ein Jahr der Duelle: Leo gegen einen Bären, Deadpool gegen ein Reinigungsmittel, Batman gegen Superman, Iron Man gegen Captain America, Spotlight gegen die katholische Kirche, DC gegen Marvel, unnötige Remakes gegen meisterhafte Originale, der Feminismus gegen Bad Moms und Ghostbusters, DC gegen die Kritiker, Orks gegen Menschen, und, und, und …
Doch wie ziehe ich meinen Jahresrückblick auf ? Ich habe mir hierzu überlegt, das ganze in Form einer Preisverleihung aufzuziehen. Die wichtigste Frage ist die nach meinem Film des Jahres 2016, der sich aus den 7 Filmen ergeben wird, die alle 10 Punkte kassiert haben. Die Bekanntgabe wird als Top7-Countdown stattfinden und wird am Ende der Preisverleihung erfolgen. Also herzlich willkommen bei den

1. iHaveCNit Awards im Jahre 2016 mit der Verleihung des „Hans“

Im Flashback geht es nun um die Filme der letzten 3 Jahre, die sich die Topplatzierung erkämpft hätten:

2013 – Die Jagd
2014 – Edge of Tomorrow
2015 – Mad Max Fury Road

Die Flashback-Kategorie bezieht sich nun auf Filme, die ich dieses Jahr zum ersten Mal gesehen habe, diese aber aus vorigen Filmjahren stammen. Wirklich gute Vertreter waren für mich z.B.

Bridge of Spies
Der weiße Hai
Bronson
Walhalla Rising
Macbeth
Taxi Driver

Die wohl größte Überraschung war für mich Steven Spielbergs „Bridge of Spies“, der den „Flashback-Award“ kassiert.

Bevor es um die Hauptkategorien in der Kinosparte gehen wird, komme ich zuerst auf die 3 schlechtesten und die für mich 5 besten Vertreter aus meinem Filmjahr der DTV-Sparte zu sprechen.

Die Flop3 im DTV-Sektor sind:

3. Das Jerico Projekt (Criminal) mit 6/10 Punkten

Starbesetzt, doch ein wenig zu lang und unausgegorener Actioner, der mir trotzdem noch gut gefallen hat.

2. Exposed – Blutige Offenbarung mit 6/10 Punkten

Keanu Reeves in einem mehr oder weniger langatmigen leicht okkulten Krimi.

1. Urge – Rausch ohne Limit mit 5/10 Punkten

Ein absoluter Rausch an Gewalt und Gegengewalt in Form von krankem Voyeurismus, in dem Pierce Brosnan als einziger Lichtblick doch etwas verschwendet wirkt.

Die Top5 im DTV-Sektor sind

5. Desierto (8/10 Punkte)

Mexikaner an der Grenze killen ! Daraus spinnt sich ein extrem nervenzerfetzender Thriller mit gut aufgelegtem Jeffrey Dean Morgan und Gael Garcia Benal.

4. The Machine (8/10 Punkte)

Kommt zwar aus 2013, habe diesen aber dieses Jahr im First Look gehabt und für dieses Ranking qualifizieren lassen. Tolle Science-Fiction mit Caity Lotz und Toby Stephens um künstliche Intelligenz mit Oldshooltouch und Blade-Runner-Flair.

3. Blood Father (8/10 Punkte)

Ein ruhiger konsequenter Actioner gepaart mit einem Vater-Tochter-Drama-Roadtrip und mit einem brillianten Mel Gibson ist für mich ein Highlight des DTV-Sektors gewesen.

2. Kill your Friends (9/10 Punkte)

Bissige Satire um die britische Musikindustrie der späten 90er mit einem perfekten Nicholas Hoult machen den Film zu einem echten Geheimtipp.

1. 9. April – Angriff auf Dänemark (9/10 Punkte)

Nahezu perfekter Antikriegsfilm aus Dänemark, der ein bisher filmisch unbekanntes Terrain betritt und mit toller Ausstattung, einem tollen Pilou Asbaek und einem tollen Lars Mikkelsen aufwartet und zeigt, wozu der dänische Film im Stande ist.

Doch im DTV-Sektor sind auch Schauspieler/innen vertreten, die mir in diesem Jahr besonders gefallen haben, die zusätzlich noch ausgezeichnet werden.
Vorher möchte ich jedoch noch die Darsteller nennen, die mir darüber hinaus noch positiv im Kopf blieben: Nicholas Hoult und Gina Carano

Beste Schauspielerin wird für mich Caity Lotz aus „The Machine“ und „400 Days“ - den meisten wird sie aus Arrow und Legends of Tomorrow als Black Canary ein Begriff sein.

Bester Schauspieler wird für mich Mel Gibson aus Blood Father, dazu muss man wohl nicht mehr sagen.

Als nächstes geht es um ein paar der Sonderpreisträger, die nun ermittelt werden müssen.

In der Kategorie Trash wird mein Preisträger dieses Jahr

Sharknado: The Fourth Awakens

In der Kategorie „Deutscher Film“ wird der Preis einem Film überreicht, den ich erst aktuell sichten durfte:

Toni Erdmann

Der „Dänische Film“ hat dieses Jahr ein paar tolle Titel herausgebracht:

9. April
Erlösung
A War
Die Kommune
Unter dem Sand
Silent Heart

Hier war der für den Oscar nominierte „A War“ für mich der Beste !

Auch zu den Gewinnern des Jahres stehen Filme über wichtige Themen, die ich in der Kategorie RESPEKT berücksichtigen möchte:

Spotlight
The Big Short
Snowden
Whiskey Tango Foxtrot

„Spotlight“ war für mich der Beste aus dem Quartett.

Das Superheldengenre hat sich seit 2014 mal mehr um Helden aus der 2. Reihe gekümmert und mir dieses Jahr 2 Filme geliefert, die aus der Masse hervorstachen: Deadpool und Doctor Strange. Das Duell der beiden gewinnt Deadpool durch seinen Humor und den Spaß, den ich mit diesem Film hatte.

Aus handwerklicher Sicht geht es im Bereich der Ästhetik und der Kamerarbeit für mich 3 Filme, die gewürdigt werden:

The Neon Demon (Ästhetik)
Nocturnal Animals (Ästhetik)
Hardcore (Kamera)


Bevor wir gleich zur Enttäuschung und der Flop6 des Jahres kommen, erst mal einen kleinen Überblick über den Teil der Filme, die es weder in die Flop6 noch in die Top7 schaffen werden. Angefangen mit den 7ern:

Point Break
London Has Fallen
Dirty Grandpa
Mike And Dave Need Wedding Dates
Triple 9
A Bigger Splash
Money Monster
Tschiller: Off Duty
Batman v Superman: Dawn of Justice Kinofassung
Suicide Squad
High-Rise
Allied
400 Days
Kickboxer: Vengeance
Synchronicity
Extraction: Operation Condor
Precious Cargo

Die Enttäuschung meines Filmjahres ist das DCEU mit Suicide Squad und Batman v Superman: Dawn of Justice, die leider verschenktes Potential hatten und mehr ein leicht chaotisches Bombastactionspektakel geboten haben – auch wenn es dort natürlich auch einiges an Licht gegeben hat.

Was waren meine Schlusslichter des Jahres ? Die 6 schlechtesten Filme mit einer Range von 6 bis 4 Punkten haben es auf meine Flop6 geschafft.

6. Gods of Egypt (6/10)

Alex Proyas bombastisches CGI-Ägyptenspektakel mit Whitewashing-Vorwürfen und leicht chaotischem Ablauf hat mir genug Spaß gemacht, um nicht vollends eine Katastrophe zu sein.

5. The Forest (6/10)

Der Beweis, dass Horror definitiv nicht mein Genre ist, trotz interessanter Idee werden klassische, dumme Schockelemente eingebunden, so dass nur die Idee und Natalie Dormer einigermaßen im Gedächtnis bleibt.

4. Independence Day: Wiederkehr (6/10)

Wenn man einem interessanten Alienspektakel aus dem Jahre 1996 den Grundkonflikt nimmt um ein einfaches Popcornspektakel mit unfreiwillig komischen Elementen zu erzählen, kommt gepflegte Langeweile auf.

3. Der Spion und sein Bruder (5/10)

Derber Baron Cohen-Humor ist für mich irgendwie sehr geschmacklos und wie der Horrorsektor nicht mein Fall. Das einzig verträgliche und bekömmliche war der Spionageplot und mit 83-Minuten der Fast-Food-Faktor !

2. The Huntsmen and The Ice Queen (5/10)

Trailerspoiler und schlechter Storyaufbau machen das eigentlich toll besetzte und gut aussehende Fantasyspektakel zu einem eher schlechten Film.

1. Himmelskind (4/10)


Hast du den Trailer gesehen, hast du den Film bereits gesehen. Auch wenn dieser noch natürlich mit einer pseudochristlichen Botschaft daherkommt ist das extreme Grütze. Schade, dass sich Jennifer Garner dafür hergegeben hat.

Im handwerklichen Bereich gibt es 2 Kategorien, die für mich schon wichtig sind: Produktions-/Set-/Köstumdesign und die Spezialeffekte.

In der Kategorie Produktions-/Set-/Kostümdesign sind nominiert:

The Revenant
Arrival
Room
The Hateful Eight
Rogue One
Deepwater Horizon

Am beeindruckendsten war für mich der Aufbau einer voll funktionsfähigen Bohrinsel in „Deepwater Horizon“, so dass dieser Film diese Kategorie für sich entscheidet.

Die Nominierten in der Kategorie Spezialeffekte sind:

Warcraft
13 Hours
Deepwater Horizon
Star Trek Beyond
Doctor Strange

Warcraft: The Beginning hat für mich die bisher besten Film-Orks und eine tolle Welt erschaffen und kann sich deswegen über den Preis in dieser Kategorie freuen.

Weitere Filme, die ich dieses Jahr gesehen habe, die es jedoch in keine TopListe schaffen sind die sehr guten Filme, die die durchschnittliche Bewertung von 8 Punkten erhalten haben. Die 8er waren dieses Jahr:

The Danish Girl
13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi
Eddie The Eagle
Hardcore Henry
X-Men: Apocalypse
Demolition
Die Dunkle Seite des Mondes
10 Cloverfield Lane
Freeheld
The Shallows
The Light Between Oceans
Bauernopfer: Spiel der Könige
Die Kommune
Silent Heart
Inferno
The Accountant
Ein Hologramm für den König
Hail Ceasar
Batman v Superman: Dawn of Justice Ultimate Edition
The Jungle Book
Bastille Day
The Neon Demon
Girl on The Train
Ein ganzes Halbes Jahr
Jack Reacher: Kein Weg Zurück
Sully
The Legend of Tarzan
Midnight Special
Assassins Creed
No Escape
Imperium

Im handwerklichen Sektor geht es jedoch auch um die audiovisuelle Umsetzung durch Kamera/Schnitt und den Soundtrack

Den Preis im besten Mixtape (bereits existierende Songs und der Score) erhält der witzige und tolle Soundtrack von Deadpool !

Die Nominierten in der Kategorie Soundtrack sind:

Arrival
The Revenant
Batman v Superman: Dawn of Justice
The Hateful Eight
Suicide Squad

In dieser Kategorie erfolgt die erste und einzige Splittung eines Awards. „Arrival“ und „The Revenant“ erhalten beide den Award für ihre tollen ambientlastigen Soundtracks, die zum Teil mit authentischen Indianerklängen (The Revenant) und befremdlichen Tönen (Arrival) daherkommen.

In der Kategorie Kamera/Schnitt sind nominiert:

The Revenant
Arrival
The Neon Demon
Jason Bourne
Nocturnal Animals

Auch für mich führt kein Weg an Emanuel Lubezki vorbei, dessen Bildkomposition in „The Revenant“ mir am besten gefallen hat. Somit geht der Preis hier an „The Revenant“

Bevor wir uns an die Königskategorien der Schauspielleistungen, des Regisseurs und des Films meines Filmjahres machen, folgt der letzte Sonderpreis des Jahres:

#HansSoWhite

Hervorheben soll dieser Preis die Leistungen von Darstellern, die nicht unbedingt eine weiße Hautfarbe haben. Und diese Leistungen waren so großartig, dass ich einfach alle mal hervorheben möchte:
Samuel L. Jackson
Michael B. Jordan
Forest Whitaker
Chadewick Boseman
Naomie Harris
Will Smith
Idris Elba

Jedes Jahr scheiden leider genug Filmschaffende aus dem Leben, doch die Momente, die jeder kreiert hat, bleiben für immer im Gedächtnis

In Memoriam 2016 (eine Auswahl)

Debbie Reynolds
Carrie Fisher
George Michael
Zsa Zsa Gabor
Alan Thicke
Peter Vaughan
Robert Vaughn
Manfred Krug
Curtis Hanson
Gene Wilder
Arthur Hiller
Garry Marshall
David Huddleston
Michael Cimino
Bud Spencer
Götz George
Muhammad Ali
Arne Elsholtz
Prince
Guy Hamilton
Peter Lustig
Alan Rickman
David Bowie

Bei den Schauspielleistungen gehe ich in 4 Kategorien vor. Die Damen zuerst. Es ist wichtig, ob ich eine Dame in nur einem oder in mehreren Filmen im Jahr gesehen habe.

Gehen wir zuerst auf die Einzelleistung/Schauspielerin ein. Nennenswert außerhalb der Nominierten waren z.B. Elle Fanning (The Neon Demon) und Morena Baccarin (Deadpool). Nominiert sind:

Brie Larson („Room“)
Blake Lively („The Shallows“)
Sandra Hüller („Toni Erdmann“)
Jennifer Jason Leigh („The Hateful Eight“)
Tina Fey („Whiskey Tango Foxtrot“)

Bereits mit einem Oscar belohnt geht für mich Brie Larson als Siegerin dieser Kategorie hervor. Ihre Darstellung von Joy Newsome hat mir Gänsehaut beschert und ist noch jetzt im Gedächtnis.

Weitere Schauspielerinnen in mehreren Filmen, die mir gut gefallen haben, waren z.B. Marion Cotillard, Anna Kendrick, Emily Blunt, Haley Bennett. In der Massenleistung waren für mich folgende Damen dieses Jahr am Stärksten:

Alicia Vikander („Jason Bourne“ ; „The Light Between Oceans“ ; „The Danish Girl“)
Amy Adams („Arrival“ ; „Nocturnal Animals“ ; „Batman v Superman: Dawn of Justice“)
Felicity Jones („Inferno“ ; „Rogue One“)
Margot Robbie („Suicide Squad“ ; „Whiskey Tango Foxtrot“ ; „The Legend of Tarzan“)
Rachel McAdams („Spotlight“ ; „Doctor Strange“)

Unschlagbar für ihre 2 Zehner und extrem nachhaltige Perfomances in „Nocturnal Animals“ und „Arrival“ führt bei mir kein Weg an Amy Adams vorbei !

Gute Einzelleistungen bei den Kerlen gab es zur Genüge, so z.B. bei Jacob Tremblay, Joseph Gordon-Levitt, Christian Bale, Russell Crowe, Mark Ruffallo, Benedict Cumberbatch. Die Nominierten bei den Schauspielern/Einzelleistung sind:

Leonardo DiCaprio („The Revenant“)
Matt Damon („Jason Bourne“)
Sylvester Stallone („Creed“)
Nikolaj Lie Kaas („Erlösung“)
Ryan Reynolds („Deadpool“)

Auch hier ist es trotz starker Konkurrenz klare Sache für Leonardo DiCaprio, dessen Überlebens- und Rachewille unschlagbar gewesen ist.

Mads Mikkelsen, Tom Hanks, Eddie Redmayne, Kurt Russell, Michael Shannon und z.B. auch Taron Egerton waren in mehreren Filmen auch gut vertreten. In der Massenleistung waren für mich folgende Männer dieses Jahr am Stärksten:

Michael Fassbender („X-Men:Apocalypse“ ; „The Light Between Oceans“ ; „Assassins Creed“)
Tom Hardy („Legend“ ; „The Revenant“)
Pilou Asbaek („A War“ ; „Silent Heart“ ; „9.April – Angriff auf Dänemark“)
Ben Affleck („Batman v Superman: Dawn of Justice“ ; „The Accountant“)
Jake Gyllenhaal („Demolition“ ; „Nocturnal Animals“)

Ich nutze diese Chance, einen meiner Favoriten für sein großartiges Doppelpack für John Fitzgerald und Ronnie und Reggie Kray im Januar 2016 auszuzeichnen: Tom Hardy !

Der Hauptevent der Veranstaltung mit der Auszeichnung von Regisseur und der Top7 steht kurz bevor. Aber erst müssen noch Filme genannt werden, die eine 9 bekommen haben:

Creed
Deadpool
Spotlight
Civil War
Legend
Warcraft
The Big Short
Erlösung
Star Trek: Beyond
A War
Zoomania
Snowden
Unter dem Sand
The Nice Guys
Whiskey Tango Foxtrot
Doctor Strange
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind.
Verräter wie wir
Deepwater Horizon
Toni Erdmann

Der Visionär hinter einem Film ist der Regisseur. 2016 hatte viele tolle Regisseure zu bieten. Die besten 5 für mich waren:

Alejandro Gonzales Inarritu („The Revenant“)
Quentin Tarantino („The Hateful Eight“)
Denis Villeneuve („Arrival“)
Ryan Coogler („Creed“)
Tom Ford („Nocturnal Animals“)

Die Vision eines Alejandro Gonzalez Inarritu für The Revenant war für mich unglaublich gut in seiner Umsetzung. Daher gewinnt hier Alejandro Gonzalez Inarritu den Preis für den Regisseur 2016.

Nun wird es Zeit für die Hauptkategorie aller Hauptkategorien – Der Top7-Countdown.

Folgende Filme waren mit 10 Punkten für mich am Besten:
The Revenant
The Hateful Eight
Room
Jason Bourne
Arrival
Rogue One – A Star Wars Story
Nocturnal Animals

Das sind also 7 Filme – schade, einer mehr und ich hätte passend zu einem Film in dieser Auswahl eine Referenz bringen – und den Platzierungen auch Charakternamen geben können.

So bleibe ich aber dem Hauptthema vom Beginn des Rückblicks treu - „By The Numbers“

Fangen wir also an – Mit der Top7 meiner Filme des Jahres.

Platz 7:

123 Minuten lang – 4 Sterne von Empire UK – 3 Sterne von Filmstarts – ein B von Chris Stuckmann – 415 Millionen Dollar weltweit Box-Office.

10 Punkte von mir !

JASON BOURNE
(das könnte schlimmer sein als bei Snowden !)


Ruhelose Action, perfekt in typischer Greengrass-Manier inszeniert. Tolles körperliches Schauspiel von Matt Damon. Nur der Social Media-Plot war vielleicht ein wenig zu viel des Guten und der Storyverlauf ähnelt sich mittlerweile stark innerhalb des Franchises.

Platz 6:

116 Minuten – 4 Sterne von Empire UK – 4 Sterne von Filmstarts – ein A- von Chris Stuckmann zum derzeitigen Zeitpunkt 22 Millionen Dollar weltweit Box-Office.

10 Punkte von mir !

NOCTURNAL ANIMALS
(töten macht Spaß, sollten sie auch mal probieren !)


Sehr metaphorischer, spannender und gut gespielter Mindfucker mit einer Ästhetik zum Träumen oder Nächte lang durchmachen. Stellenweise ist in der Story um Vergebung oder Vergeltung die Symbolik doch etwas zu offensichtlich gewesen und ein anderer Film mit Amy Adams dann doch für mich etwas perfekter geworden.

Platz 5:

168 Minuten – 4 Sterne von Empire UK – 4 Sterne von Filmstarts – ein A von Chris Stuckmann
155 Millionen Dollar weltweites Box-Office.

10 Punkte von mir !

THE HATEFUL EIGHT
(hängen tun nur miese Bastarde und miese Bastarde muss man hängen !)


Mein Lieblings-Tarantino ist 2016 gekommen. Perfektes Kammerspiel mit eiskalter Atmosphäre, extrem konsequent und intelligent. Nur die Dialoglastigkeit ist doch Geschmackssache.

Platz 4:

134 Minuten – 4 Sterne von Empire UK – 3,5 Sterne von Filmstarts – ein B von Chris Stuckmann
zum derzeitigen Zeitpunkt 653 Millionen Dollar Box-Office weltweit.

10 Punkte von mir !

ROGUE ONE – A STAR WARS STORY
(Rebellion entsteht aus Hoffnung !)


Ein konsequenter Mix aus Krieg und Diebstahl und gelungenes Prequel der ersten Star-Wars-Trilogie mit genug Fan-Service, interessanten Charakteren, doch auch ein paar Sachen, die man inszenatorisch besser hätte lösen können.

Platz 3:

118 Minuten – 4 Sterne von Empire UK – 4,5 Sterne von Filmstarts – Keine Wertung von Chris Stuckmann – 35 Millionen Dollar Box-Office weltweit.

10 Punkte von mir !

ROOM
(sag Goodbye zu Raum !)


Das perfekte Entführungs- und Resozialisierungsdrama – einfühlsam, respektvoll, rund und perfekt von Brie Larson und Jacob Tremblay verkörpert. Dazu noch tolle inszenatorische und narrative Ideen. Der Film hat mich stark berührt.

Platz 2:

117 Minuten – 5 Sterne von Empire UK – 4,5 Sterne von Filmstarts – ein A- von Chris Stuckmann
zum derzeitigen Zeitpunkt 145 Millionen Dollar Box-Office weltweit.

10 Punkte von mir !

ARRIVAL
(jetzt haben wir uns einigermaßen vorgestellt !)


Der intelligente Anti-Independence-Day von Denis Villeneuve ist der Erste von 2 Mindfuckern mit der großartigen Amy Adams und hat mich umgehauen. Mit seiner Botschaft, seiner Herangehensweise und der Inszenierung. Perfekt, einfach perfekt !

Platz 1:

156 Minuten – 5 Sterne von Empire UK – 4,5 Sterne von Filmstarts – ein A- von Chris Stuckmann
532 Millionen Dollar weltweites Box-Office – 12 Oscar-Nominierungen, 3 Oscars abgeräumt. Endlich der 1. Oscar für Leonardo DiCaprio.

10 Punkte von mir !

THE REVENANT
(ich bin so weit gekommen um ihn zu finden !)


Ein Survival- und Rachewestern mit einer abgefahrenen inszenatorischen Wucht. Mensch gegen Natur. Die lange Laufzeit ist darüberhinaus noch das perfekte Stilmittel, um Rache und den Überlebenswillen auch im Zuschauer zu wecken. Perfektes körperliches Schauspiel von Leonardo DiCaprio und einem tollen Antagonisten in Tom Hardy – und die realistischsten Indianer der Filmgeschichte.

Mein Film des Jahres 2016: THE REVENANT


Zusammenfassend sieht dieses Jahr wie folgt aus:

Preisträger 2016

1. Flashback-Award – Bridge of Spies
2. DTV-Flop 1 – Urge – Rausch ohne Limit
3. DTV-Top 1- 9. April – Angriff auf Dänemark
4. DTV Actress - Caity Lotz
5. DTV Actor - Mel Gibson
6. „Trash“ Sharknado: The Fourth Awakens
7. „Deutscher Film“ Toni Erdmann
8. „Dänischer Film“ A War
9. „Respekt“ Spotlight
10. „Helden aus der 2. Reihe“ Deadpool
11. „Ästhetik und Kamera“ Neon Demon, Nocturnal Animals, Hardcore
12. „Enttäuschung“ DCEU
13. „Worst of the Year“ Himmelskind
14. Produktions-/Set-/Kostümdesign Deepwater Horizon
15. Spezialeffekte Warcraft The Beginning
16. „Mixtape-Soundtrack“ Deadpool
17. „Soundtrack“ Arrival, The Revenant
18. Kamera/Schnitt The Revenant
19. „#HansSoWhite“
20. Actress Einzel Brie Larson (Room)
21. Acress Masse Amy Adams
22. Actor Einzel Leonardo DiCaprio (The Revenant)
23. Actor Masse Tom Hardy
24. Regie Alejandro Gonzales Inarritu
25. „Film des Jahres“ The Revenant

Zum Schluss noch einen Ausblick auf 2017:

Nachholen aus 2016 werde ich definitiv noch: „Nerve“ ; „Dont Breathe“ ; „Die Glorreichen Sieben“ ; „War Dogs“

Im DTV-Sektor warten bereits 4 Filme auf mich: Undisputed 4 ; Marauders ; Sea of Trees und I.T.

Der Kinosektor bietet schon jetzt mit 48 Filmen ein vielbeschäftigtes Jahr. Nicht miteinbezogen sind hier vielleicht aufkommende Retrospektiven und so weiter. Die 48 Filme sind:

05.01.17 Passengers
12.01.17 The Great Wall
12.01.17 La La Land
12.01.17 Hell or High Water
19.01.17 Manchester By The Sea
19.01.17 Triple X 3 : The Return of Xander Cage
26.01.17 Split
26.01.17 Resident Evil : The Final Chapter
26.01.17 Hacksaw Ridge
02.02.17 Live By Night
09.02.17 The Lego Batman Movie
16.02.17 John Wick 2
23.02.17 Loving
23.02.17 Boston
02.03.17 Logan
02.03.17 Silence
09.03.17 Kong: Skull Island
16.03.17 Die Schöne und das Biest
23.03.17 Life
23.03.17 Power Rangers
30.03.17 Ghost in The Shell
30.03.17 Tulpenfieber
06.04.16 Free Fire
13.04.17 Fast + Furious 8
13.04.17 Gold
20.04.17 The Founder
27.04.17 Guardians of The Galaxy Vol. 2
11.05.17 King Arthur: The Legend of The Sword
11.05.17 Baywatch
18.05.17 Alien: Covenant
25.05.17 Fluch der Karibik 5
08.06.17 World War Z 2
08.06.17 Die Mumie
15.06.17 Wonder Woman
22.06.17 Transformers 5: The Last Knight
22.06.17 The Last Face
06.07.17 Spider Man: Homecoming
27.07.17 Dunkirk
03.08.17 War of the Planet of the Apes
07.09.17 Mena / American Made
07.09.17 Nur Gott kann mich richten
28.09.17 Submergence
05.10.17 Kingsman 2: The Golden Circle
05.10.17 Blade Runner 2049
19.10.17 The Snowman
26.10.17 Thor 3: Ragnarok
16.11.17 Justice League 1
14.12.17 Star Wars 8
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Re: Euer persönlicher filmische Jahresrückblick 2016

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Das Film- und Kinojahr 2016 war mal wieder geprägt von Hochs und Tiefs, von Independent-Werken und Blockbuster-Bomben, von Faszination, Unterhaltung, Mittelmass, Langweile und Schrott und nicht zuletzt von der Erkenntnis, dass ich meine Faszination für Superheldenmythen am besten befriedige indem ich auf die Comics umsteige. Dieses Jahr war ich wohl häufiger im Kino als zuvor in meinem gesamten Leben. „Wieso?“, höre ich manche fragen. „Wieso nicht?“, sage ich.


Nocturnal Animals (Tom Ford) – 10 / 10
Zynisch, verstörend, doppeldeutig, hintersinnig, komplex, brutal, ästhetisch, elegant, aggressiv, zärtlich, böse und für mich schlicht der eindeutig beste Film des Jahres.


The Revenant (Alejandro González Iñárritu) – 9,5 / 10
Vielschichtiges Meisterstück, dessen präziser und kunstvoller Bildersog einen regelrecht in diese längst vergangene Epoche hineinreisst. Iñárritu erschafft aus der simplen Menschenhatz in den nordamerikanischen Wäldern kurzerhand eine ganz eigene Welt, und die filmischen Mittel mit denen er dies vollbringt faszinieren bis zuletzt.


Arrival (Denis Villeneuve) – 9 / 10
Villeneuve kann also auch Science-Fiction und bestätigt sich damit als einer der interessantesten Regisseure derzeit. Psychedelisches, spannendes und geistreiches Kino, das sich erfrischend anders mit der Materie auseinandersetzt als viele thematisch verwandte Filme.


Un + Une (Claude Lelouch) – 9 / 10
Zwei Landsleute auf einer geheimnisvollen Reise durch Indien. Feinfühlig inszeniert, bärenstark gespielt und mit viel Gespür für die Charaktere erzählt. Ganz grosses Dramakino.


Our Kind of Traitor (Susanna White) – 9 / 10
Die neue John le Carré Verfilmung steht der letzten in nichts nach. Spannend, fesselnd, einfühlsam und phänomenal gespielt von Skarsgård und McGregor.


Hell or High Water (David Mackenzie) – 8,5 / 10
Melancholisch aber humorvoll, ein fast schon meditatives Action-Roadmovie quer durchs ländliche Texas. Toll gespielt und toll inszeniert, von dieser Sorte braucht es mehr im Kino.


Julieta (Pedro Almodóvar) – 8,5 / 10
Wunderbare Lebens- und Charakterstudie, charmant inszeniert und mit viel Gefühl für die Schwächen der Protagonisten erzählt. Dazu tolle Musik.


Café Society (Woody Allen) – 8 / 10
Auf Woody ist Verlass, auch sein diesjähriger Output bietet wieder geistreiches Kino mit Witz und Charme in edlen Bildern. Weiter so, Woody.


Eddie the Eagle (Dexter Fletcher) – 8 / 10
Anrührendes Underdog-Sportdrama mit zwei ausgezeichnet miteinander harmonierenden Hauptdarstellern und genau der richtigen Prise gut gemachtem Kitsch.


The Nice Guys (Shane Black) – 8 / 10
Schwarzer Humor, clevere Sticheleien gegen das Buddy- und Thrillergenre, eine Prise Hommage und ein absolut dynamisches Duo. Der beste Black bisher.


Captain America: Civil War (Russo Brothers) – 8 / 10
Der mit Abstand stärkste Comicfilm des Jahres dank interessant koordinierten Figuren, dynamisch reduzierten Kampfszenen und der passenden Gleichgewichtung von Stil und Substanz.


The Light Between Oceans (Derek Cianfrance) – 8 / 10
Ein gefühlsvoll inszeniertes, kraftvolles Drama mit einer sensationellen Vikander und einer überzeugenden erzählerischen Strukturierung in zwei Akten.


The Accountant (Gavin O’Connor) – 8 / 10
Ein bisschen Behindertendrama, ein bisschen Wirtschaftskrimi, ein bisschen Hardcore-Action und fertig ist der Accountant. Die Mischung funktioniert trotz oder gerade wegen ihrer Widersprüche so gut.


El Abrazo de la Serpiente (Ciro Guerra) – 8 / 10
Spirituelle Ode an Apocalypse Now, ein fast schon meditativer Trip durch die Natur des Amazonas. Bescheidene Mittel, aber viel Erzählkunst.


Hail, Caesar! (Coen Brothers) – 8 / 10
Die Coens sind wieder auf dem Komödienkurs. Tolle Gags, geistreiche 50er-Jahre-Reminisenzen und ein phänomenales Starensemble, in Summe aber auch deutlich seichter als frühere Grosstaten der Brüder.


Rogue One (Gareth Edwards) – 7,5 / 10
Wuchtige und kraftvolle Neuinterpretation des originalen Star-Wars-Mythos, die mit charmanten Reminiszenzen und mitreissenden Schlachtenszenen zu fesseln weiss, auf dem Gebiet der Figuren jedoch zu oberflächlich bleibt.


La Pazza Gioia (Paolo Virzì) – 7,5 / 10
Zwei Bekloppte fliehen aus der Anstalt und erleben das Abenteuer ihres Lebens: Exzellente Figuren, Bilder und Emotionen, lediglich im Spagat zwischen Tragik und Komik ist dieser italienische Film teils etwas ungelenk.


A Hologram for the King (Tom Tykwer) – 7,5 / 10
Kleines aber feines Drama rund um Liebe, Leben und Neuanfang mitten in der Wüste, dazu kommt ein starker Tom Hanks in der Hauptrolle.


Retour chez ma mère (Éric Lavaine) – 7,5 / 10
Eine tolle kleine Komödie mit viel elegantem Wortwitz und lebendigen Charakteren. Das altbekannte Familienthema wird gleichermassen simpel wie charmant mit eingewoben.


The Hateful Eight (Quentin Tarantino) – 7,5 / 10
Tarantinos zweiter Westernversuch ist in Summe leider etwas zu lang geraten, trotzdem unterhält die derbe Mischung aus Krimipuzzle, Kammerspiel und Satire mit ihrem Wortwitz und den frechen Ideen. Lediglich von einem Teil des Ensembles hätte ich mir mehr erhofft.


Sully (Clint Eastwood) – 7 / 10
Charmanter, kleiner Geschichtsfilm, mal ganz ohne Pathos und aufs Wesentliche beschränkt. Ein auf seine Weise irgendwie sympathisches Spätwerk von Altmeister Clint.


Eight Days a Week (Ron Howard) – 7 / 10
Gut gemachte Doku über die Konzertjahre der Beatles; klug eingesetztes Archivmaterial, thematisch fokussierte Geschichtsaufarbeitung, für Fans sehenswert.


The Big Short (Adam McKay) – 7 / 10
Kurzweilige und vor allem stilistisch beachtlich eigensinnige Aufarbeitung der Finanzkrise. Nicht immer ganz ausgegoren, aber witzig und dennoch immer am Thema orientiert.


Bastille Day (James Watkins) – 7 / 10
Wendungsreiche Terroristenhatz durch die Strassen und über die Dächer von Paris. Eigentlich ein richtig guter Actionthriller, lediglich der mässige Figurenausbau fällt etwas negativ ins Gewicht.


Spotlight (Tom McCarthy) – 7 / 10
Solide und grösstenteils erfreulich nüchterne Themenaufarbeitung, starke Darsteller, spannende Dialoge. Guter Film, aber sicher nicht das vielzitierte Meisterwerk.


The Girl on the Train (Tate Taylor) – 7 / 10
Spannender Domestic-Noir-Thriller, der etwas Mühe hat, in die Gänge zu kommen, später dafür aber immer besser wird. Emily Blunt ist wie gewohnt alleine das Ticket wert.


War Dogs (Todd Phillips) – 6,5 / 10
Die grundlegenden Handlungsmuster dieses Waffenhändler-Dramas sind einem zur Genüge bekannt, spätestens seit Klassikern wie Goodfellas. Nichts Bahnbrechendes also, aber trotzdem launig umgesetzt und vor allem viel besser als befürchtet.


Deadpool (Tim Miller) – 6,5 / 10
Böse Superhelden Teil 1: Witzige und wüste Satire, die aber gerne noch eine ganze Ecke derber und verrückter hätte sein können und auch müssen.


Jack Reacher: Never go Back (Edward Zwick) – 6,5 / 10
Kompetente Adaption der Romane, bei der in erster Linie die rauen Actionszenen und der abgehalfterte Charme Spass machen. Auch hier gilt wieder: vor allem für Fans empfehlenswert.


Nerve (Ariel Schulman & Henry Joost) – 6 / 10
Spannende Grundidee, schwungvolle und unterhaltsame erste zwei Drittel, der Schlussakt geht aber eklatant in die Knie. Trotzdem irgendwie sympathisch und mal was anderes.


Trumbo (Jay Roach) – 6 / 10
Solides Biopic mit einem fantastischen Cranston und viel Zeitkolorit, aber der Handlungsfluss stolpert mitunter etwas vor sich hin.


The Magnificent Seven (Antoine Fuqua) – 6 / 10
Mässige Figuren, solide Inszenierung und ein fast schon erstaunlich starkes Finale. Das altbekannte 7er-Rezept macht halt immer wieder Spass, erreicht Kurosawas Original aber nicht im Ansatz.


Snowden (Oliver Stone) – 6 / 10
Stone ist zurück auf seinem polithistorischen Spezialgebiet und erzählt kurzweilig aber fragmentiert aus dem Nähkästchen der Geheimdienstkrise. Ein überzeugender Gordon-Levitt trägt die wechselhaften Episoden mühelos.


Jungle Book (Jon Favreau) – 6 / 10
Neuauflage des Disney-Klassikers, die vor allem mit ihren brillanten Effekten protzt. Weitgehend kurzweilig, aber auch nichts wirklich Neues.


Mechanic: Resurrection (Dennis Gansel) – 5,5 / 10
Jason Statham schlägt wieder zu. Neues wird einem in diesem Action-Best-of der letzten Jahre nicht geboten, in seinen inkohärenten Episoden ist es aber trotzdem einigermassen unterhaltsam.


X-Men: Apocalypse (Bryan Singer) – 5,5 / 10
Erschütternd inhaltsleerer und einfallsloser Nachklatsch der Reihe, der in erster Linie durch viel Nostalgie und eine Handvoll guter Szenen am Leben gehalten wird, dem ansonsten aber all die Besonderheiten abgehen, welche die Reihe einst ausgemacht haben.


Triple 9 (John Hillcoat) – 5,5 / 10
Schöne Atmosphäre und eine in den Ansätzen spannende Geschichte. Ansonsten aber ein durchschnittlicher Drogenkrimi mit verheiztem Starensemble.


Batman v Superman: Dawn of Justice (Zack Synder) – 5 / 10
Passable erste zwei Drittel und schwaches Schlussdrittel. Gute Grundidee, starker Affleck, pralle Action, aber in Summe einfach zu künstlich und zu überladen an Effektschlachten und Subplots, um wirklich zu zünden.


Doctor Strange (Scott Derrickson) – 5 / 10
Marvel-Kino nach der Strichliste. Selbst an den eigenen Massstäben gemessen erschreckend vorhersehbar und kaum originell, zum Einwegkonsum aber geeignet.


Inferno (Ron Howard) – 5 / 10
Auch die dritte Verfilmung von Dan Browns Spannungsromanen kann nicht ganz überzeugen, und das obwohl das erste Drittel noch richtig gut ist. Danach, spätestens aber in der zweiten Hälfte, fällt das dramaturgische Kartenhaus mehr und mehr in sich zusammen.


Deepwater Horizon (Peter Berg) – 4,5 / 10
Ein Katastrophenfilm der traumwandlerisch und mit bierernster Miene jedes Klischee bis zum Exzess ausschlachtet, dafür weiss die visuelle Umsetzung der Zerstörungsorgie zu beeindrucken.


Ben-Hur (Timur Bekmambetow) – 4,5 / 10
Guter Stoff, schlecht aufgekocht. Generisches Remake, das zum einmaligen Anschauen halbwegs taugt, darüber hinaus aber nichts Nennenswertes zu bieten hat.


Suicide Squad (David Ayer) – 4,5 / 10
Böse Superhelden Teil 2: Fängt stark an und lässt noch stärker nach. Ein angesichts des Stoffes erschütternd mutloser und handzahmer Action-Comedy-Quark mit ein paar guten Momenten.


Money Monster (Jodie Foster) – 4 / 10
Unentschlossener Mischmasch aus Thriller, Satire und Betroffenheitsdrama, funktioniert aber auf keinem dieser Gebiete so richtig. Clooney versucht zu retten, was es zu retten gibt.


Now you see me 2 (Jon M. Chu) – 4 / 10
Now you see me war vor drei Jahren ein überraschend flotter und spannender Mystery-Krimi, die Fortsetzung ist leider nichts davon. Vorhersehbare und platte Melange aus den verschiedensten Genre-Ingredienzen, dazu angesichts der gebotenen Handlung an Redundanz kaum mehr zu überbieten. Nur in Ansätzen leidlich unterhaltsam.


American Pastoral (Ewan McGregor) – 3,5 / 10
Sehr sperriges und bemühtes Drama, das völlig träge und theatralisch um seine geschichtlichen und familiären Motive herum aufgebaut ist und einem angesichts der guten Intentionen fast schon Leid tut. McGregor, bleib beim Schauspielern, denn das kannst du.


Joy (David O. Russell) – 3 / 10
Die nächste halbgar überdrehte Dramödie aus Russells Fliessbandschmiede. Unsinnig zusammengeschustertes Putzartikel-Werbefilmchen mit viel theatralischer Freakshow und zielloser Geschichte. Jennifer Lawrence ist schlicht lächerlich.




Meine unbestreitbaren Highlights dieses Jahr waren aber ohne Zweifel die Entdeckung eines neuen, wunderbar ausgestatten Programmkinos in der Nähe und damit einhergehend der Genuss einiger schöner Klassiker im Rahmen von Programmreihen und Retrospektiven. Innert weniger Monate drei der für mich besten Filme aller Zeiten auf der Leinwand zu erleben kommt nicht gerade häufig vor. Leider habe ich in diesem Sektor auch vieles verpasst.


C’era una Volta il West (1968, Sergio Leone) – 10 / 10
Vermutlich der beste Film aller Zeiten, eine elegische Sinfonie aus Bildern und Musik, die durch Mark und Bein geht. Die Essenz filmischer und emotionaler Faszination in zweieinhalb Stunden komprimiert, eine Erfahrung, die nicht mehr von dieser Welt ist.


Taxi Driver (1976, Martin Scorsese) – 10 / 10
Immer noch die spannendste, schönste, brutalste und erschütterndste Charakterstudie aller Zeiten. De Niros Verkörperung seiner komplexen und zerrissenen Rolle ist übermenschlich, Herrmann beendet sein meisterhaftes Lebenswerk mit wehmütigen Saxofonklängen und Scorsese veredelt sein radikales Psychogramm der Vietnamgeneration mit Bildern und Szenen, die man so schnell nicht vergisst.


Psycho (1960, Alfred Hitchcock) – 10 / 10
Die nächste hervorragende Charakterstudie: Ein derber, verstörender und faszinierender Horrorschocker, dessen innere Spannung schier implodiert, und dem Herrmanns prägnanter Jahrhundert-Soundtrack die Krone aufsetzt. Hitchcocks bester, und das will was heissen.


Lost Highway (1997, David Lynch) – 9,5 / 10
Der Meister des surrealen Kinos in seinem Element: Ein irrwitziger audiovisueller Trip durch einen Thriller voll mit wechselnden Identitäten, unerklärlichen Horror-Einschüben und morbiden Albtraumsequenzen. Kommt im Kinosaal noch um Einiges beeindruckender rüber als zu Hause.


Dead Man (1995, Jim Jarmusch) – 9,5 / 10
Jarmuschs Meisterstück; eine psychedelische Odyssee durch die Wälder Nordamerikas, die einen völlig neuen Blick auf das Westerngenre wirft. Neil Youngs unkonventionelle musikalische Untermalung setzt dem Ganzen die Krone auf.


Det Sjunde Inseglet (1957, Ingmar Bergman) – 9 / 10
Max von Sydow spielt Schach mit dem Sensenmann: Noch eine psychedelische Odyssee, dieses Mal durch das pestverseuchte mittelalterliche Schweden. Sehr spannend und cineastisch innovativ.


Only Lovers Left Alive (2013, Jim Jarmusch) – 8,5 / 10
Der erfrischend andere Vampirfilm, geistreich, sinnlich, witzig und phänomenal gespielt. Die Verbindung aus Bildsprache und erneut sehr unkonventioneller Filmmusik ist das Tüpfelchen auf dem i.


Night on Earth (1991, Jim Jarmusch) – 7,5 / 10
Jarmusch zum Dritten: Sehr schöner Episodenfilm der sich aus verschiedenen Kurzfilmen zusammensetzt, die alle in einem Taxi spielen. Eine unterhaltsame Reise durch fünf völlig verschiedene Städte, aber wie das bei Episodenfilmen häufig der Fall ist, sind einige der Geschichten einfach deutlich besser als andere.


Il Deserto Rosso (1964, Michelangelo Antonioni) – 6,5 / 10
Filmisch interessanter Blick auf die Vereinsamung einer Seele, die ich aber emotional nicht völlig verstanden habe. Einzelne Szenen sind exzellent, andere bleiben mir zu distanziert.


Shutter Island (2010, Martin Scorsese) – 6 / 10
Scorseses schwächster Film, als Psychothriller und auch als Charakterstudie deutlich zu plump und gewöhnlich aufgebaut. Viele Ansätze und Szenen wissen aber zu gefallen, und die erste Hälfte ist noch sehr vielversprechend.



Und zum Abschluss noch eine Auswahl sehr guter bis exzellenter Filme, die ich dieses Jahre zu Hause zum ersten Mal gesehen habe:

Rashōmon (Akira Kurosawa 1950)
Singin‘ in the Rain (Gene Kelly 1952)
Ikiru (Akira Kurosawa 1952)
Breakfast at Tiffany’s (Blake Edwards 1961)
Repulsion (Roman Polanski 1965)
Star Trek: The Undiscovered Country (Nicholas Meyer 1991)
La Double Vie de Véronique (Krzysztof Kiéslowski 1991)
Bleu (Krzysztof Kiéslowski 1993)
Rouge (Krzysztof Kiéslowski 1994)
Across the Universe (Julie Taymor 2007)
Scott Pilgrim vs. The World (Edgar Wright 2010)
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Samedis filmischer Jahresrückblick 2016

4
Hier mein filmischer Jahresrückblick

2016 by the numbers:

Da ich nicht alles gleich aufschreibe, weiss ich nicht, wie viele es waren, aber um die 40 Kinokarten dürfte ich auch gekauft haben dieses Jahr.

1. Samedi Awards im Jahre 2016 mit der Verleihung des "goldenen Grabsteins“ für die Flops des Jahres

Die Flop3 2016 sind:

THE OTHER SIDE OF THE DOOR
THE BOSS
THE BOY

2. Samedi Awards im Jahre 2016 mit der Verleihung der "goldenen Querflöte" für die besten Filme des Jahres
Die Top5 2016 sind:

Deadpool
Plötzlich Papa
Rogue One
Bastille Day
The Big Short

In der Kategorie Trash wird mein Preisträger dieses Jahr

SWISS ARMY MAN

Und hier weitere Filme, die ich mir dieses Jahr angetan habe:

The Hateful 8
Bad Santa 2
Mike And Dave Need Wedding Dates
Triple 9
Batman v Superman: Dawn of Justice
Suicide Squad
Gut zu vögeln
Gänsehaut
DADDY'S HOME
Dope
The Forest
MY BIG FAT GREEK WEDDING 2
EIN MANN NAMENS OVE
LADY IN THE VAN
WIE MÄNNER ÜBER FRAUEN REDEN
VICTOR FRANKENSTEIN
Verräter wie wir
Frühstück bei Monsieur Henri
Das Jerico Projekt
DIE UNFASSBAREN 2
DON'T BREATHE
Bad Moms
DIE WELT DER WUNDERLICHS
Ab in den Dschungel
Dirty Cops
Jack Reacher 2
Shut in
Eddie The Eagle
Inferno
Hail Ceasar

Die beste Nachwuchsschauspielerin war dieses Jahr Gloria Colston in "Plötzlich Papa".

Und auf diese Filme freue ich mich 2017:

02.03.17 Silence
16.03.17 Die Schöne und das Biest
30.03.17 Tulpenfieber
13.04.17 Gold
20.04.17 The Founder
27.04.17 Guardians of The Galaxy Vol. 2
11.05.17 King Arthur: The Legend of The Sword
11.05.17 Baywatch
25.05.17 Fluch der Karibik 5
08.06.17 Die Mumie
27.07.17 Dünkirchen
03.08.17 Planet der Affen: Survival
05.10.17 Kingsman 2: The Golden Circle
05.10.17 Blade Runner 2049
12.10.17 Gauguin
16.11.17 Justice League 1
14.12.17 Star Wars: Episode VIII

Außerdem:
Bitter Harvest
The Death of Stalin
Ocean's Eight
Journey's End
Final Portrait
The Hitman's Bodyguard
"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Hille will auch mal

5
01. The Hateful Eight (11/10)
Quentin Tarantinos achter Film ist jetzt schon einer der besten Filme des Jahrzehnts für mich. Es ist der ganz seltene Glücksfall eines cineastischen Erlebnisses, bei dem alle Einzelelemente sich fulminant zu einer perfekten Symbiose ergeben. Der brillante Cast (Sam L. Jackson mit seiner besten Karriere-Leistung, die unfassbare Jennifer Jason Leigh) weiß dem Kammerspiel unheimlich viel Leben einzuimpfen, gleichzeitig liefert Morricone eine elektrisierend beängstigende Arbeit voller Elan. Das fantastische Drehbuch, dass gleichzeitig als Metakommentar zum Genre wie zum Sezessionskrieg funktioniert und dabei auch sehr feinfühlig Themen wie Toleranz, Rassengleichheit und Kriegsschrecken thematisiert, wird von Tarantino zusätzlich durch die bemerkenswerte Akzentuierung der Kameraeinstellungen auf ein höheres Level gehoben, bis sich zum Ende hin eine regelrecht apokalyptische Stimmung entfaltet und in einen bitter-süßlichen Abschluss mündet: Ein perfekter Film.

02. The Big Short (10/10)
Das vermutlich beste Biopic überhaupt und einer der unterhaltsamsten Filme seit Jahren. Getragen durch die Jahrhundert-Leistung von Christian Bale (womöglich die beste schauspielerische Leistung seit Heath Ledger in "The Dark Knight"!) verbindet "Big Short" lehrreiches Aufklärungskino auf allerhöchstem Niveau mit einer Inszenierung, die nicht besser ihre Stärken ausspielen könnte. Durch absolut wahnwitzige Einfälle (wie etwa den Cameoauftritten von Maggot Robbie oder Selena Gomez in Erklärbär-Funktion) und ein extrem hohes Niveau, welches vom Zuschauer verlangt wird (stets mit dem Risiko seitens Adam McKay, sein Publikum auch zu überfordern und ihnen dies später genüsslich unter die Nase zu reiben), wird der biographische Film seinem Thema mehr als gerecht und ist vermutlich vor allem seiner hohen Nachvollziehbarkeit wegen ein wichtiges Stück festgehaltene Zeitgeschichte, dass eigentlich längst nicht nur für BWL-Studenten Pflichtprogramm sein sollte.

03. Whiskey Tango Foxtrott (9/10)
Oberflächlich behandelt "Whiskey Tango Foxtrot" eigentlich gar kein allzu relevantes Thema. Und doch ist der Film mit der herrlichen Tina Fey eine wunderbar entlarvende Angelegenheit. Denn diese Kriegssatire weiß auf ganz hohem Niveau das zunehmende Egal-Gefühl gegenüber dem Krieg direkt vor der Haustür und der selbstgewählten Überspielung der grausamen Realität durch dekadente Partyorgien zu vermitteln und dabei ohne jedes Klischee und ohne Moralisierungen die Entwicklung einer jungen Reporterin zu dokumentieren, immer wieder gemengt mit grandiosen Einfällen, die mal mehr mal weniger biographisch unschöne Wahrheiten gekonnt und nachvollziehbar aufbereiten. Da wirkt der Krieg in Afghanistan plötzlich nur noch wie eine Klassenfahrt in eine Jugendherberge und die Akteure weniger wie kompetente Journalisten als selbstverliebte, sexgeile Teenager. Das es dann schlagartig dramatisch und explosiv werden kann, sorgt für einen der packendsten Momente des Kinojahres.

04. Eddie The Eagle (8/10)
Sportdramen kranken gerne am typischen Ablauf und auch "Eddie The Eagle" ist da nicht sonderlich von ausgenommen. Es ist wohl hauptsächlich Hugh Jackman und Taron Egerton zu verdanken, dass Dexter Fletchers Nacherzählung des Athletenwunders der Olympischen Winterspiele 1988 eine ungemein sympathische Angelegenheit geworden ist. Der "Flow" der Erzählung stimmt einfach an allen Ecken und Enden: Das Retro-Feeling wird authentisch und konsequent erzeugt (wer selbst - wie ich - bei den Spielen dabei war, wird konsequent vor dem inneren Auge mit Flashbacks konfrontiert), das leichte und lockere Element der Handlung überträgt sich problemlos und darf dann hin und wieder auch mal etwas kitschig werden: Fletchers Film verdient sich seine Rührseligkeiten beim Publikum und weiß diese gekonnt auszuspielen. Wunderbar das nebenbei auch der olympische Geist stets im Mittelpunkt steht: Dabeisein ist alles. Und bei "Eddie The Eagle" ist das Dabeisein schon Freude genug.

05. The Jungle Book (8/10)
Das Original zählt für mich zu den besten Kinderfilmen überhaupt, doch Jon Favreau weiß dem unverbesserlichen Disney-Klassiker neue Seiten abzugewinnen. Näher an Kipling orientierend, aber dennoch eindeutig ein Remake des 67er Films bleibend, begeistert Jungle Book mit einer nahezu tadellosen Optik und einer tollen Sprecherauswahl (Ben Kingsley, Scarlett Johansson, Christopher Walken oder Bill Murray), die zumindest zwei der Song-Klassiker neuinterpretieren dürfen, und dank der tollen Musik von John Debney bleibt auch in den düsteren Momenten das Magische der Geschichte im Fokus (und Fans haben ohnehin eine Träne im Auge, wenn "The Bare Necessities" ertönt). Im Finale wird es dann deutlich actiongeladener für die junge Generation, ohne jedoch zu überzogen aufdringlich zu sein. Schade ist nur die veränderte Schlussszene, die zwar eine eigene Moral innehat, aber die Adoleszenz-Thematik des Originals etwas ad absurdum führt.

06. Sully (7/10)
Clint Eastwood verfilmt den 208-sekündigen Flugzeugabsturz vom Hudson-Wunder 2009: Vorher durfte sich dieser Storyansatz einiges an Spott anhören. Und in der Tat bleibt am Ende ein wenig offen, wieso es unbedingt die Geschichte des Piloten Sullys sein musste, für die Eastwood sich wieder hinter die Kamera setze. Aber so oder so: das Resultat ist ein ungewöhnlich unpathetischer Ansatz, der Tom Hanks eine seiner besten Leistungen entlockt und die wahren Begebenheiten spannend und interessant umzusetzen weiß. Die eigentliche Nicht-Katastrophe erst nach und nach narrativ aufzudröseln und wie bei einem Zaubertrick Stück für Stück zu enthüllen funktioniert elegant, richtig groß wird es immer dann, wenn Eastwood ganz selbstbewusst Assoziationen zu den Anschlägen von 9/11 aufstellt und dieses nationale Trauma auf seine Handlung bezieht. Ehrlich und nie glorifizierend. Am Ende fehlt vielleicht nur der eine große Gänsehautmoment, der eventuell aber auch gar nicht gepasst hätte.

07. The Revenant (7/10)
"Birdman" von Regisseur Inarritu empfand ich als Meisterwerk und klaren Anwärter auf den Film des Jahrzehnts. Der Revenante kann diese hohen Erwartungen nicht erfüllen: Ist der Film letzten Endes zu impressionistisch, zu entschleunigt, zu komatös? Eventuell, aber nicht unbedingt. Tatsächlich ist eine Sichtung von "Revenant" ein Knochenjob: die verschneiten Panoramaaufnahmen bringen die eisige Kälte ins heimische Wohnzimmer und DiCaprios mitreißende und begeisternde Performance zerrt an den eigenen Nerven, so wie manche Szene wie der viel erwähnte Bärenangriff einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Gleichzeitig erzählt Inarritu von der Unberührbarkeit der Natur, die von den weißen Siedlern nach und nach beschädigt und verkrüppelt wurde, ist aber klug genug, sich nie eine Positionierung zu erlauben. Die Nüchternheit der Erzählung ist dabei die größte Stärke des Films - aber durch den fehlenden emotionalen Zugang des Zuschauers auch seine Achillesferse.

08. The Nice Guys (7/10)
Russel Crowe und Ryan Gosling sind als Duo einfach schlagkräftig und unglaublich lustig. Geschlagen werden die beiden aber glasklar von den wahren Hauptdarstellern des Shane Black Films: Den liebevoll nachgestalteten und rekonstruierten 70s sowie der erst 15 jährigen Angourie Rice, die ihre beiden filmischen Ziehväter locker an die Wand spielt. Der groteske Humor Blacks kommt in seiner dritten Regiearbeit deutlich besser zur Geltung als in seinen vorherigen, eher belanglosen Arbeiten, auch weil er sich mehr Zeit nimmt, den Humor vorzubereiten und dann auszuspielen. Der Kriminalplot selbst darf da in den Hintergrund rücken, da er durch aktuelle Bezüge (Umweltschutzmissachtung der Automobil-Industrie) problemlos funktioniert und die spaßige Zeitreise und die absurden Actionszenen im Vordergrund stehen. Leider gehen einige Gags gründlich daneben (etwa die Hiterobsession Goslings) und das ganze Treiben verliert in seiner langen Laufzeit oft deutlich den Fokus.

09. Warcraft (7/10)
Ohne Peter Jackson ist das Fantasy-Genre tot und uninteressant. Denkste! Die Videospielverfilmung der legendären Spielereihe "World of Warcraft" ist zwar durch den massiven CGI-Einsatz kaum von einem Animationsfilm zu unterscheiden (auch, weil die wenigen echten Darsteller reichlich farblos bleiben), schöpft kreativ aber mächtig aus den Vollen. Obgleich Regisseur Duncan Jones nur einen Bruchteil der komplexen Mythologie seines Universums zeigen kann, weckt gerade das wilde Hereingeworfenwerden in diese fremde Welt die Neugier und wird durch fantastische Effekte und wunderschöne Actionszenen befriedigt. Die Geschichte ist dabei merklich nur ein Teaser für etwas viel größeres und profitiert enorm davon, noch nie wirklich konkret werden zu müssen und zwingt sich im Gegensatz zur Jackson-Konkurrenz auch nicht, unbedingt 4 Stunden langzulaufen. Eine Blockbuster-Erfahrung, wie sie sein sollte, wenngleich auch mehr ein Prequel zur noch wartenden Hauptgeschichte.

10. Tschick (7/10)
Die Buchvorlage ist seit wenigen Jahren Pflichtlektüre in der gymnasialen Mittelstufe. Und die Geschichte vom selbsternannten Psycho "Maik" und seinem Hipster Freund "Tschick" schon jetzt ein postmoderner deutscher Literaturklassiker. Die Verfilmung weiß den Geist der Vorlage in erstaunlich starken Bildern umgesetzt auf die Leinwand zu transportieren: Eine Szene gerät dabei so fantasievoll witzig, dass sie in ihrer Radikalität direkt aus einem Quentin Tarantino Film stammen könnte. Der visuelle Regisseur Fatih Akin hat hier leichte Karten, schon die Romanvorlage war ein glasklarer Roadmovie-Rohdiamant und dennoch schafft er es, zwischen den Zeilen der Vorlage eine neue Erkenntnis, einen neuen Inhalt zu suchen und diesen Szene für Szene immer wieder herauszukristallisieren. Manchmal gerät er dabei immer wieder in den Zwang, einzelne Kapitel wie bei einer Strichliste abzuharken, dennoch verlassen sicher nicht nur die kleinen Zuschauer den Saal zufrieden.

11. Nerve (7/10)
"Pokémon Go" war nicht nur ein erschreckend beängstigendes Phänomen der Orwellschen Befürchtungen, sondern auch das Spiel zum Film "Nerve". Dieser zeigte nämlich eine kluge Gesellschaftskritik zur Generation Smartphone und erwies sich als clever gestalteter Event-Film, der mit der Thematisierung des fiktiven Computerspiels der entsprechenden Zielgruppe den Spiegel vorhielt. Als Watcher leitet man in diesem Spiel die Player dazu an, in immer absurderen Challenges schließlich sogar das eigene Leben zu riskieren - und die Mutproben artigen Aufnahmen dieser Challenges lassen einen die Hände vor die Augen setzen. DIe Geschichte entwickelt sich auch ungewöhnlich intelligent für einen Film dieser Zielgruppe, wenngleich besonders das letzte Drittel von einer Plattheit zur nächsten übersteuert. Dennoch muss man "Nerve" dankbar dafür sein, die Zeit richtig gedeutet zu haben und außerdem zu wissen, wie man Kritik daran so formuliert, dass die Richtigen es mitbekommen.

12. Star Wars: Das Erwachen der Macht (6/10)
Seit 1983 sah die weit, weit entfernte Galaxis nicht mehr so zum anfassen echt aus: J.J. Abrams hat Star Wars seine Echtheit, seine Wahrhaftigkeit zurückgegeben und es stellt sich rasend schnell die alte Kinomagie wieder ein, die die Originale einst so prägte. Und wenn Daisy Ridley in der Sandwüste von Jakku alleine mit einem kleinen Fußball-ähnlichen Droiden an den Trümmern eines AT-ATs speist, dann erinnert man sich voller Nostalgie an den legendären 77er Binary Sunset zurück. Alles ist also perfekt. Na ja, fast alles. Die Geschichte ist leider etwas zu offensichtlich ein Reloaded des Originalfilms und erschreckend wenig eigenständig. Gleichzeitig sind die Villains so farblos, dass sie als Nachfolger von Darth Vader gar lächerlich wirken und im letzten Drittel schlägt die uniformierte Blockbuster-Marvelisierung zu stark durch, sodass sich Star Wars etwas in der Beliebigkeit der Konkurrenz verliert. Abrams hat eben nur die Weichen gestellt, die wahre Arbeit liegt vor seinen Nachfolgern.

13. Arrival (6/10)
Denis Villeneuves postmoderner Kunstfilm voller Zitate aus zahlreichen Sci-Fi Vorbildern (von Independence Day bis Twilight Zone) ist ein erschreckend düsterer, fast schon akademisch-nüchterner Film, der ähnlich wie Inarritus Rachewestern die Wichtigkeit von klarer Kommunikation und Verständigung propagiert und sich dabei großen Metaphern bedient. Amy Adams spielt hervorragend und mitreißend, während die sonstige Inszenierung jedwede Beschleunigung vermeidet und sich nur in einer Szene zur obligatorischen Explosion hinreißen lässt, diese in ihrer Unaufgeregtheit aber als klarer Affront gegen Mainstream-Klischees verstanden wissen will. Die schlussendliche Moral von der Geschicht bleibt dabei oberflächlich und platt, die Emotionslosigkeit der Akteure fremdartig. Spannend wird es nur oberflächlich, es ist mehr die Neugierde am Andersartigen, die "Arrival" am Leben erhält: Etwas mehr Geheimnis hätte das eindeutige Ende daher gerne lassen dürfen.

14. Sausage Party - Es geht um die Wurst! (6/10)
Family Guy und South Park Humor trifft Toy Story mit Lebensmitteln: "Sausage Party" ist ein derber, obszöner und perverser Animationsfilm ohne Zwischentöne und ohne Tabus. Ein einziger Rausch voll animierter Exzesshaftigkeit, stets gepaart mit popkulturellen Anspielungen und einer Dekonstruktion existierender Genre-Gesetze. Die vulgären Gags und Zoten sind dabei eine klare Provokation gegen den Ottonormal-Zuschauer und gegen die Spießbürgerlichkeit der USA, dennoch weiß "Sausage Party" inhaltlich zu überraschen, wenn er blinden religiösen Fanatismus anprangert, die scheinbare Depressivität des Nihilismus in ihrem Keim erstickt und außerdem ethnische Konflikte als von Vorurteilen geprägte Kurzsichtigkeit entlarvt. Leider weiß der Film auch nicht, wann Schluss sein muss und so scheitert er vor allem an seinem eigenen Anspruch, jede noch so große Absurdität noch weiter steigern zu müssen, weshalb er bei zunehmender Dauer dann doch meist eher lahmt als erheitert.

15. Rogue One: A Star Wars Story (5/10)
Star Wars mal anders: Die Vorgeschichte des Diebstahls des Todessterns hatte so viel Potential. Mehr Dreck, mehr Härte, mehr Kompromisslosigkeit im sonst utopischen Sternenmärchen. Leider kann Gareth Edwards Film diese Erwartungen kaum einhalten. Sein Film wäre erkennbar gerne all das, was man im Vorfeld hätte erwarten können, muss aber merklich so stark mit angezogener Handbremse laufen, dass er wie ein misslungener Versuch aus "Dirty Space Dozen" und "The Empire Strikes Back" anmutet und dabei leider durch seinen kaum erfüllten Anspruch die gängigen Star Wars Charakteristiken soweit vernachlässigt, dass er wie ein 08/15 Blockbuster der Marvel-Sparte anmutet. Die Protagonisten bleiben farblos und die Handlung sowie ihr Bedrohungsszenario chronisch unterentwickelt. Nur vereinzelt schimmert durch, welch Chancen sich hier geboten hätten. Der Rest ist Standard-Unterhaltung ohne Mehrwert... bis auf das spektakuläre, denkwürdige Darth Vader Comeback!

16. Central Intelligence (5/10)
Verglichen mit "The Nice Guys" ist Rawson Marshall Thurbers "Central Intelligence" sicher nur ein harmloser, pubertärer Spaß. Dennoch weiß auch dieses Buddy-Movie durch die passende Chemie seiner Hauptdarsteller zu amüsieren, denn mit Dwayne Johnson und Kevin Hart haben sich zwei Partner gesucht und gefunden. Auch die stark albernen Gags wissen die beide mit einer gewissen Würde zu präsentieren und karikieren sich selbst mit genügend Selbstironie. Die Action kommt von der Stange, ist aber kompetent inszeniert und je weniger sich "Central Intelligence" mit seiner Handlung beschäftigt, umso entspannter und angenehm belanglos verfliegt die ohnehin nicht allzu lange Dauer. Thomas Kretschmann sollte sich allerdings mal einen neuen Agenten suchen: Dass er sich hier zum dritten Mal in kurzer Zeit (siehe "Age of Ultron" und "Hitman") als Standard-Baddie mit Cameo-Screentime hergibt, wird seinem Talent und Charisma zu keinem Zeitpunkt gerecht.

17. Deadpool (5/10)
Kaum einer hat so für den großen Leinwandauftritt gekämpft, wie Ryan Reynolds als Marvelheld Deadpool. Seinen Willen hat er nun bekommen und er funktioniert so gut in der Rolle, dass er den Film im Alleingang trägt: Leider muss er das auch. Tim Miller arbeitet die Eigenarten Deadpools in konsequenter R-Rating-Manier heraus und der B-Movie Charme seines Films weiß gewiss sich von der Hochglanz-Superhelden-Konkurrenz abzugrenzen. Trotzdem bleibt die 4th Wall Brecherei der Hauptfigur reichlich harmlos, der experimentelle Stil des Films entpuppt sich ohnehin als viel eher konventionell und kalt berechnet. Gleichzeitig ist das Script sowohl in Gagausrichtung als auf inhaltlicher Basis so lahm, dass es ohne die psychischen Irrwege der Hauptfigur einen Kinobesuch kaum wert wäre. "Deadpool" unterhält daher als gegen den Strich gebürstete Variante des Marvel-Kinos, ist aber bei näherer Betrachtung seinen "Feinden" deutlich näher, als ihm selbst vermutlich eigentlich lieb ist.

18. The First Avenger: Civil War (4/10)
Warum der 13. MCU Film nicht als Avengers-Film gilt, ist nur schwer zu begreifen, ist doch nahezu die ganze CGI-Helden-Sippe vertreten. Natürlich bleibt der große Konflikt für alle Protagonisten ohne jede Konsequenz und einen Villain spart man sich durch den Heldenclash gleich ganz (auch wenn Brühl in 2 1/2 Minuten Leinwandzeit einen solchen vorgaukeln darf). Und sowieso ist die Handlung des in seiner Harmlosigkeit unpassend betitelten Civil Wars wieder nur ein Trailer für die nächsten Marvel-Episoden und setzt in der Action auf einen reinen Effektwust ohne jedes Gespür für Spannung, Dramatik oder Druck. Ärgerlich gerät, dass der Film in der ersten halben Stunde durchaus Ansätze zeigt, das Märtyrium des Superhelden-Daseins kritisch zu hinterfragen, nur um am Ende in alter Cowboy-Manier wieder Selbstjustiz zu propagieren und das Mittel zum Zweck zu erklären. Konventionell-generische Konsolenunterhaltung, zwar durchaus neu aufgewärmt, geschmacklich aber nur der alte Quark.

19. Die 5. Welle (4/10)
Der x-te Panem-Klon weiß in seinen anfänglichen Minuten stark zu überraschen: Das beängstigende Bedrohungsszenario der außerirdischen Invasoren wird derartig druckvoll eingeführt, dass sich regelrechte Beklemmungsgefühle aufdrängen. So effektvoll hat sich lange kein Young-Adult-Film mehr vorgestellt. Und Chloe Grace Moretz ist als Hauptdarstellerin ihren Konkurrentinnen aus vergleichbaren Franchises ohnehin weit überlegen und in ihrer Spielfreude erfreulich. Leider ist der restliche Plot der üblich pseudogesellschaftskritische Verschwörungskram von der Stange, bei dem eben nur filmisch jungfräuliche Teenager so richtig mitgehen können. Es dominieren die üblichen Oberflächlichkeiten, geraten regelrecht zur Peinlichkeit, wenn Moretz ihrem männlichen Love Interest bei Weichfilter-Inszenierung mit rosa Bäckchen anschmachten darf. Der Showdown ist dann natürlich ein mit Wackelkamera eingefangener Kampf irgendwo in düsteren Fabrikhallen - wie originell...

20. Money Monster (4/10)
Inszenatorisch macht Jodie Forster bei ihrer Regiearbeit "Money Monster" nicht viel falsch. Das Geiseldrama-Szenario während einer Live-TV-Show weiß sie mit einigen cleveren Ideen aufzuwerten: Vorne weg natürlich den Kniff, die Fernsehkameras als Filmkameras zu verwenden und George Clooneys missliche Lage so besonders herauszuarbeiten. Wenn jetzt nur ihre Möchtegern-Finanzkritik etwas taugen würde... Wen sie mit "Money Monster" kritisieren will, scheint sie selbst nicht zu wissen, teilt in alle Richtungen aus, trifft dabei aber eigentlich niemanden. Die Dialoge erweisen sich als unglaublich flach und die eigens angestrebte Auseinandernehmung des komplexen Wall Street Gefüges verwirft sie im Showdown schnell wieder, um das eine böse Money Monster zu dämonisieren. Ein platter Schnellschuss, der in seinen Absichten gut gemeint war, aus einem erwachsenen Blickpunkt aber nur sehr mäßig umgesetzt erscheint und dramaturgisch ebenfalls nur eine Luftnummer bleibt.

21. Batman v Superman: Dawn of Justice (3/10)
Da treffen unter Zack Snyders Führung die beiden größten Superhelden der US-Comicgeschichte aufeinander: Und das Ergebnis ist ein ewig langer, nichtssagender Film im "dark & gritty - Look", in dem beide Charaktere völlig fehlinterpretiert werden, zwei Stunden die Konfrontation in absolut unnützen Endlosdialogen vor sich herschieben und dann nicht mal aus echter Feindschaft aufeinanderprallen, um nach einer kurzen Schlägerei versöhnt ein Alien-Monster in bester Tom & Jerry Manier durch Metropolis zu werfen? Unangenehm erinnert der viel zu lange und scheußlich inszenierte Blockbuster dabei an zeitgenössische Trash-Filme, die ähnlich stümperhaft eine Handlung voller Nichts auf eine Ewigkeit ausdehnen. Wo diese aber wesentlich unfreiwillig komisch sind, meint Snyder sein überambitioniertes Multimillionen-Dollar-Scheitern bitter ernst. Da weiß auch der kompetente Cast nichts mehr zu retten, es bleiben einige Aha-Momente für die ansonsten eher verstörten Comicleser...

22. Suicide Squad (2/10)
Ein Film wie ein Autounfall. Man könnte meinen, "Suicide Squad" sei eine einzige Verschwendung von Talent und Geld. Wahr ist aber wohl nur der zweite Teil. David Ayers Film ist eine einzige, beispiellose Katastrophe und einer der dümmsten und schlechtesten Big Budget Filme seit Ewigkeiten. Ob Jared Leto eine notgeile Jack Sparrow LSD Variation als Joker verkaufen will, spielt da gar keine Rolle, denn hier stimmt absolut gar nichts: Dramaturgie, Charakterentwicklung, Charakterzeichnung, Soundtrack, Atmosphäre, Tempo, Pacing, alles verkommt zu einer erbärmlichen Suppe, die man nur als Versuch eines Filmes bezeichnen kann. Es ist regelrecht erschütternd, dass ein mieses 2 Stunden langes Musikvideo ohne jeden Sinn und Verstand in der Tat ein großes Publikum erreichen und teilweise zufrieden zurücklassen konnte. Hin und wieder glaubt man fast, so etwas wie selbstparodistische Ansätze zu erkennen, dieses Wunschdenken kann die nachhaltige Erschütterung aber kaum noch abfedern.
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Re: Euer persönlicher filmische Jahresrückblick 2016

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Filmischer Jahresrückblick Teil 1: KINO

Das Filmjahr 2016 war kein schlechtes, allerdings fehlten die ganz großen Glanzpunkte. Die Sequelmania griff natürlich weiter um sich und im hoch budgetierten Blockbusterbereich kriegt man fast nur noch (Superhelden-)Fantasy geboten.

TOP

Rogue One - A Star Wars Story
Das von vielen Fans gespannt erwartete erste Spin Off der Star Wars Saga wurde nicht der befürchtete Kindergeburtstag. Trotz umfangreicher Nachdrehs bekam man ein überraschend düsteres und auch vergleichsweise brutales Spektakel geboten, welches dem Titel mehr gerecht wurde als alle Vorgänger: ja, Rogue One ist zuvorderst ein lupenreiner Kriegsfilm. Knappe, zynische Dialoge, ein fantastisches Setdesign und fulminante Action- und Efffektszenen führen schnurstracks zum besten Blockbuster des Jahres. Der Anschluss an den ersten Star Wars-Film gelingt zudem perfekt. Höhepunkte: Stormtrouper unter Palmen und ein entfesselter Darth Vader. (9/10)


Deadpool
Ja, Marvel kann auch anders. Ein Feuerwerk an Sarkasmus, Zynismus und Derbheit hatte man dem Familien-Superhelden-Studio in dieser Form nicht zugetraut. Ein Antisuperheld für Erwachsene mit äußerst unterhaltsamen Meta-Spielereien. Nichts für zart Besaitete und schon gar nichts für PC-Fetischisten. Die Story ist dünn, der Rest allerdings fett. (9/10)


Creed - Rocky´s Legacy
Ein Rocky-Spin Off? Das führte erst einmal zu Naserümpfen. Was dann allerdings aus dieser vermeintlichen Ausbeutungsidee gemacht wurde, ist schlicht ganz großes Kino. Ein zu gleichen Teilen packendes, anrührendes und mitreißendes Boxerdrama in dem Sylvester Stallone seinem Alter Ego ein weiteres Gänsehaut-Denkmal setzt. (9/10)

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SEHR GUT

The Accountant
Ein spießiger Buchhalter als autistischer Auftragskiller. Klingt abgedreht und ist es erfreulicherweise auch. Einer der ungewöhnlichsten Filme des Jahres, der zwischen verschiedenen Genres und Ebenen jongliert und endlich einmal Farbe ins filmische Mainstream-Einerlei Hollywoods bringt. Und ja, Ben Affleck spielt ausgezeichnet. (8/10)


The First Avenger: Civil War
Der beste „normale“ Superheldenfilm des Jahres, ohne wenn und aber. Ein gewohnt perfekt getrickstes und getaktetes Spektakel aus dem Hause Marvel, in dem sich die beiden Platzhirsche Captain America und Iron Man plötzlich in verschiedenen Lagern wieder finden. Intelligente politische Untertöne, ein interessant aufgezogener Konflikt und ein sehr gut aufgelegter Cast sorgen für knalliges Entertainment. (8/10)


Girl on the Train
In der noch jungen Sub-Kategorie des „Domestic Noir" gehört „Girl on the Train" zu den oberen Zehntausend. An Platzhirsch David Fincher nicht heran zu reichen ist keine Schande, zumal die Spannungsdramaturgie auch gehobenen Ansprüchen genügt. Die klar weibliche Perspektive sorgt für wohltuende Abwechslung auf dem Spielfeld des Psycho-Thrillers und hätte sicher auch Alfred Hitchcock gefallen. Das Fenster zum Hof ist hier die Scheibe zum Vorortidyll, oder besser zur Vorort-Hölle? (8/10)


Doctor Strange
Konkurrenz für Tony Stark. Benedict „Sherlock“ Cumberbatch steigt in den Arroganz und Narzissmus-Ring und bringt als Zauberer wider Willen etwas Farbe ins Superheldeneinerlei. Magisch. (8/10)


Arrival
Alien-Invasions-Spektakel der anderen Art. Denis Villeneuve unterstreicht seinen momentanen Höhenflug und entwickelt ein intelligentes, nachdenkenswertes Stück Science Fiction-Kino, das nicht auf den schnellen Obeflächenreiz setzt. Jetzt darf man auch auf die Blade Runner-Fortsetzung gespannt sein. (8/10)


Bastille Day
Klassischer Actionthriller, mit einem kantigen Idris Elba im Charles Bronson-Modus und zeitaktuellen Terrtorbezügen. Weder inszenatorisch, noch erzählerisch ist das besonders hip oder gar extravagant. Aber dank druckvoller, rasant geschnittener Kampf-, Verfolgungs- und Baller-Sequenzen sowie einer ähnlich schnörkellosen Spannungskurve darf vor allem der puristische Actionfreund endlich mal wieder die Kronkorken knallen lassen. Das ist kein verspieltes 5-Gänge-Menü und auch kein ausladendes Spezialitäten-Buffet, aber ein auf den Punkt gegrilltes Steak vom heimischen Metzger des Vertrauens. Männerkost eben. (8/10)


Star Trek: Beyond
„Beyond" ist zugleich klassischer Star Trek-Stoff wie modernes Science-Fiction-Kino. Der Spagat zwischen Fanerwartungen und „profanem" Blockbuster-Entertainment ist gelungen, die zuletzt etwas holpernde Serie wieder voll auf Kurs. Das neu formierte Team aus Regisseur Justin Lin und Autor Simon Pegg ergänzt sich ideal und lässt dem jeweils anderen genügend Raum seine Stärken auszuspielen. Während ersterer ein visuelles Feuerwerk zündet und wenn nötig aufs Gaspedal drückt, liefert der andere durch launige Wortgefechte, philosophische Untertöne und liebevolle Figurenzeichnungen den zuletzt schmerzlich vermissten Roddenberry-Faktor aus Menschlichkeit, Humor und der Vision einer intergalaktischen Koexistenz. Das hat Schwung, Herz und Verstand. Ein adäquates Geschenk zum 50-jährigen Jubiläum. Glückwunsch! (8/10)


Tschiller - Off Duty
Tja, der Schweiger Til. Das Feindbild vieler Feuilletonisten, vor allem wenn er sich abseits der RomCom-Schemata bewegt oder die heilige Spießerkuh des Tatorts aufmischt. Alles Kokolores.
Es bleibt dabei. Til Schweiger macht nicht nur auf romantischen Freiersfüßen, sondern auch auf dem urbanen Kriegspfad eine sehr gute Figur und beweist zum wiederholten Mal Faible, Expertise und nicht zuletzt Engagement für deutsches Genre-Kino. Man muss ihn deswegen nicht lieben, aber ein gehöriges Maß an Respekt hat er dafür mindestens verdient. Auch für den besten Oneliner im deutschen Kino seit, ja seit wann eigentlich? Na egal, vermutlich ist er der erste und dann auch noch auf Englisch: „I burn your house down and kill you all." (7,5/10)


Die Glorreichen Sieben
Oh je, ein Klassikerremake. Noch dazu von Action-Krawallbube Antoine Fuqua. Das schreit förmlich nach Blasphemie. Und wieder alles Kokolores.
Fuqua meistert den schmalen Grad zwischen ehrfürchtiger Verbeugung und mutiger Neuausrichtung gekonnt, nicht nur, aber eben auch, weil er sich mal wieder auf seinen schauspielenden Freund Denzel Washington verlassen kann. Obwohl ebenfalls komplett, also von Hut bis Stiefel, in schwarz gewandet, kommt nicht einmal der Hauch eines Gedankens  an eine billige Yul Brynner-Kopie auf. Das ist echtes Startum, nicht mehr und nicht weniger.
Am Ende reiten nur drei der „Glorreichen Sieben" in die unendlichen Weiten der US-amerikanischen Prärie. Auch dies eine Parallele zum Vorbild. Im Unterschied zu diesem steckt in der Konstellation aber eine Aussage. Es sind diese Kleinigkeiten die Antoine Fuquas Remake zu seiner Daseinsberechtigung verhelfen. Nur für den Fall, dass das Prädikat eines gelungenen Unterhaltungsfilms im modernen Westerngewand nicht genügen sollte. (7,5/10)


Nerve
Kluger, rasanter Internet-Thriller, der dem vermeintlich hippen, jugendlichen Zielpublikum geschickt einen Spiegel vorhält. Ein atmosphärischer, spannender Cyber-Trip, der es nur am Ende ein wenig mit dem erhobenen Zeigefinger übertreibt. Dennoch: der perfekte Film zur grassierenden Pokemon-Idiotie. (7,5/10)

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NOCH GUT

Jason Bourne
Nach dem eher schwachen vierten teil mit Neu-Agent Jeremy Renner wollte man offensichtlich wieder auf Nummer sicher gehen. Also schnürte der eigentlich amtsmüde Matt Damon noch einmal die Amnesie-Stiefel. Und die sind eben schon etwas abgenutzt. Dennoch: „Jason Bourne" ist kein schlechter Film, Damon noch immer blendend in Form, Alicia Vikander auch als spröde Cyber-Agentin eine Augenweide und der Bad Guy-Doppelpack Tommy Lee Jones und Vincent Cassel allein schon das Kinoticket wert. Bournes Geschichte wieder auf zu rollen bzw. weiter zu spinnen ist also durchaus ein unterhaltsames und kompetent gemachtes Filmvergnügen. Aber eben auch ein recht redundantes - optisch und inszenatorisch war alles schon mal da gewesen - und kaum anders als mit monetären Interessen erklärbares. (7/10)


The Nice Guys
Shane Black ist ein Meister der Buddy-Komödie und der derb-flapsigen Sprüche. Vor allem Drehbuchautor von „Lethal Weapon“ und „The last Boy Scout“ tobte er sich so richtig aus. Diesmal durfte er sogar selbst inszenieren und das Ryan Gosling - Russel Crowe als schräge 70er-Jahre-Schnüffler ist dabei schon alleine das Eintrittsgeld wert. Ein wenig mehr Stringenz bei der Umsetzung der überbordenden Ideen und ein wenig mehr Plotrelevanz hätten aber auch nicht geschadet. Trotzdem ein großer Spaß. (7/10)


Triple 9
„Triple 9" ist einer dieser Filme, über dessen Qualitäten sich ebenso leicht positiv wie negativ urteilen ließe. Der Plot wirkt wie ein „Best of Gangsterthriller" mit besonderer Vorliebe für Michael Mann. Eine straff organisierte, hoch professionelle Einbrecherbande mit offensichtlich militärischem Hintergrund narrt die Polizei von Atlanta mit minutiös geplanten und präzise ablaufenden Überfällen.
Zahlreiche Twists vor allem auch für die handelnden Figuren sorgen trotz der bekannten Bausteine für eine fiebrige Spannung, zusätzlich gespeist durch die latente Ungewissheit hinsichtlich Verlauf und Ausgang. Für den Zuschauer, zumal den Genre-affinen, ist das mal eine willkommene Abwechslung von dem häufig formelhaften Spiel mit gängigen Konventionen und der gerne auch pathetischen Narration. Die vielerorts geäußerte Kritik an der fehlenden Tiefe ist letztlich eine Frage der persönlichen Gewichtung und Erwartungshaltung, muss dem Filmgenuss im vorliegenden Fall daher keineswegs zwingend im Weg stehen. (7/10)


The Revenant
Endlich hat er ihn. Der Leonardo den Oscar ist gemeint. Was sollte auch schief gehen bei einem weitestgehenden Ein-Mann-Drama mit realem Hintergrund noch dazu unter der Ägide von Meisterregisseur Inarritu? Leider setzt der Terrence Malick-Bewunderer bei der phantastisch photographierten Trapper-Survival-Tour de Force wiederholt auf esoterische Einschübe und zieht das Martyrium durch allerlei Redundanzen unnötig in die Länge. Das kostet nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern auch Dramatik. Dennoch wuchtig und episch. (7/10)


Bridget Jones´s Baby
Ein später, unerwarteter Nachklapp, der das Ur-Team hinter der Kamera wieder vereint und prompt den überkandidelten zweiten Teil recht locker übertrifft. Rene Zellwegger schlüpft noch einmal in ihre Paraderolle als sympathisch verplanter Großstadt-Single mit turbulentem Liebes-Leben. Chemie, Wortwitz und Situationskomik stimmen und sorgen für ein durchweg angenehmes, wenn auch überraschungsfreies Wiedersehen. (7/10)

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OK

The Hateful 8
Von Quentin Tarantino erwartet man ja immer Großtaten und wird nur ganz selten enttäuscht. Da kann man dem Mann auch mal einen kleinen Hänger verzeihen.
Der Mix aus kammerspielartigem Whodunit-Thriller und erneuter Italo-Western Hommage hinterlässt gemischte Gefühle. Der obligatorischen Geschwätzigkeit fehlt diesmal zu häufig das Unterhaltungsmoment, auch die Figuren sind weit weniger interessant als gewohnt und wirken teilweise wie Abziehbilder früherer Charaktere. Morricone hat schon bessere Scores geschrieben und Tarantino schon virtuoser verschiedene Genreanleihen und Erzählebenen verknüpft. Eine, wenn auch immer noch mit typischen Tarantino-Stärken versehene Enttäuschung. (6/10)


Batman v Superman
Tja, DC kommt einfach nicht so richtig in die Gänge beim Kräftemessen mit Marvel. Das Superheldengipfeltreffen ist episodenhaft, sprunghaft und unruhig. Das erneut ausufernde Konsolen-CGI-Finale schlichtweg doof. Angesichts der zahlreichen Anlässe für Kritik wäre es also ein Leichtes, „Batman v Superman: Dawn of Justice" in Bausch und Bogen zu verdammen. Gemessen an seinen hochfliegenden Ambitionen und den Fähigkeiten der Protagonisten vor wie hinter der Kamera, kann man den Film durchaus als gescheitert werten.
Man kann sich aber auch an Zack Snyders durchdachter und erzählerisch arbeitender Bildsprache freuen, Ben Afflecks spannender Neujustierung des Batman-Charakters Beifall klatschen und zumindest die konsequente Fortsetzung des Versuchs honorieren, dem eindimensionalen Comichelden-Platzhirsch Superman so etwas wie Profil zu verleihen. (6/10)


London has fallen
Die Fortsetzung des krawalligen Die-hard Klons „Olympus has fallen“ - wieder mit Agenten-Berserker Gerard Butler - ist ein lupenreiner B-Reißer und als solcher sollte er auch konsumiert und goutiert werden. Die Logik ist ein schwarzes Loch, die Charaktere sind flunderflach und die politische Aussage wird mit dem Holzhammer serviert. Anders ausgedrückt: Der einer Drohne entfleuchte Waffenhändler sinnt auf Rache und lässt die Attacke auf das World Trade Center sowohl planerisch wie logistisch wie einen Amateurversuch aussehen. Seine Anhänger sind allesamt abgrundtief böse, grimmig, humor- und sprachlos. Die Parteigänger von US-Präsident Asher dagegen sind alle herzensgut, gerne auch mal aufmunternd lächelnd und mitteilungsfreudig. Und der Drohnenkrieg ist wichtig, sinnvoll und sorgt schlussendlich für eine bessere Welt. (6/10)


Green Room
Spannender, harter und charakterlich wie erzählerisch ambitioniert konstruierter Belagerungs-Thriller, der allerdings sein Potential aufgrund einer distanziert anmutenden Inszenierung sowie mangelhafter Empathie-Erzeugung nicht auszuschöpfen vermag. Am Ende steht der ernüchternde Eindruck des Bemühten. Star Trek Captain Patrick Stewart als unterkühlter Backwood-Nazi ist allerdings eine Schau.(6/10)


Mechanic: Resurrection
Im Endeffekt ist „Mechanic 2" näher am hyperaktiven „Crank" als am schnörkellosen Original, was vermutlich nicht beabsichtigt war, aber mit entsprechender Erwartungs-Umjustierung dennoch als Fanservice funktionieren kann. Doof ja, völlig überdreht auch, plausibel kaum, ist „Mechanic: Resurrection" ein lupenreines Guilty Pleasure. All zu viele neue Sympathisanten wird „The Stath" damit nicht gewinnen, das ist klar. Er hatte schon bessere Filme, aber nicht viele spaßigere. Und Dennis Gansel? Gebt dem Mann ruhig noch eine Chance, ein deutscher Regisseur mit Genre-Willen ist schließlich ein ganz seltenes Pflänzchen. Da kann man eine erste Wildwucherung auch gut und gerne mal verzeihen. (6/10)

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Unterer Durchschnitt

X-Men: Apocalypse
Der x-te Beitrag aus dem X-Men-Universum zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen und die inzwischen hart erarbeitete, zunehmende Belanglosigkeit des Mutantenstadels. Bryan Singer erzählt in zähen 2,5 Stunden von der x-ten globalen Bedrohung und vom x-ten Mutanten-Clash. Dazu verliert er sich in wenig zielgerichteten Einzelepisoden sowie einem zunehmend unübersichtlich und damit belanglos werdenden Figurenkarussell. Zeitgeist und Zeitkolorit der 1980er Jahre werden lediglich gestreift und verkommen zur austauschbaren Kulisse. Der maskierte Supermutanten-Schurke stapft wie ein antiquierter Fremdkörper durch den X-Men-Kosmos und verschuldet zudem ein CGI-Leistungsschau-Finale, das ob seiner protzigen Redundanz vor allem ermüded. (4,5/10)

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Schwach


Suicide Squad
DC will auch mal böse sein. Also trommelt man eine Riege fieser, brutaler Antihelden zusammen, gewissermaßen die Prolo-Avengers. Das klingt toll, ist aber leider nur öder, kruder Fantasy Quatsch mit den üblichen DC-Schwächen. Ein doofer, monströser Antagonist, der natürlich nur in einer CGI-Leistungsschau im ADS-Computerspielmodus besiegt werden kann. Ein stets bemüht wirkende Coolness und Düsternis, die nie zu packen weiß. Der Genre gescholtene, gefallene Superstar Will Smith ist noch das beste an dem blutleeren und dem Sujet zuwiderlaufenden halbwegs familienfreundlichen Fantasy-Quatsch. Hauptärgernis ist Margot Robbie als nervige Schizo-Göre, der man spätestens ab der Filmmitte den kurzen und schmerzlosen Abgang wünscht. Ihre doofen Sprüche sind aufgesetzt cool, ihre betont luderhafte Körpersprache zunehmend peinlich. (3,5/10)


Independence Day: Wiederkehr
Schade für Roland Emmerich, der auf seinem Stamm-Territorium erstmals einigermaßen deutlich Federn lassen muss. Auch die Neuauflagen von „Jurrasic Park" und „Star Wars" schafften es nicht, das einzigartige Gefühl zu erzeugen, etwas Bahnbrechendes gesehen zu haben. Aber wenigstens ließen sie den Geist der Originale wieder aufleben und das reichte schon für einen erneuten globalen Triumphzug.
ID4 hat dagegen nur langweilige, wenig sympathische Figuren zu bieten, kocht Plot, Dramaturgie und Taktung des Originals schlicht noch Mal auf und hat keinerlei neue, frische Ideen. (3,5/10)


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Re: Hille will auch mal

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Casino Hille hat geschrieben:Getragen durch die Jahrhundert-Leistung von Christian Bale (womöglich die beste schauspielerische Leistung seit Heath Ledger in "The Dark Knight"!)
Eigentlich wollte ich mich in diesem Thread ja noch ein bisschen zurückhalten, bis alle ihre Jahresrückblicke gepostet haben, so dass wir alle Ranglisten schön übersichtlich auf der ersten Seite haben. Aber bei diesem einen Satz kann ich einfach nicht mehr stillsitzen, zu sehr beschäftigt mich die Frage, welchen Film du da wohl gesehen hast. Ich fand Bale im grossen Kurzen okay, er hat nicht gestört wie im letzten Russell-Werbefilmchen, aber Jahrhundertleistung? In meinem schwachen und müden Gedächtnis sehe ich einen zehnminütigen Gastauftritt eines ungewaschenen, Pyjamas tragenden Christian Bale, der Schlagzeug spielt, und zwar den dramaturgischen Stein ins Rollen bringt, im Anschluss für den Verlauf der Haupthandlung aber keine Rolle mehr spielt und ich glaube sogar kein einziges Mal mit anderen relevanten Charakteren interagiert. Relevante Charaktere wie die stark herausgearbeiteten und enorm gut aufspielenden Steve Carell und Ryan Gosling oder die sicherlich weitaus weniger bekannten John Magaro und Finn Wittrock, die aber ebenfalls dreidimensionale und handlungsrelevante Rollen spielen dürfen und darin Entfaltungsspielraum zugestanden bekommen. Und die allesamt weitaus prägnantere und nachhaltigere Leistungen abliefern als Cameo-Drummer Bale. Und um noch auf die von Bale abonnierten Oscars zu sprechen zu kommen: In der Supporting Kategorie waren Rylance, Hardy und Ruffalo alle um Lichtjahre besser als Bale (Stallone habe ich nicht gesehen).
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Re: Euer persönlicher filmische Jahresrückblick 2016

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Völlig legitim, ich sehe das deutlich anders. Bale ist für mich so ziemlich der beste große Schauspieler momentan, außer vielleicht noch Michael Fassbender in direkter Konkurrenz. Und in The Big Short fand ich ihn ungemein mitreißend, mitreißender als sonst, der hat mich wirklich umgehauen. Viel Screentime hatte er im Vergleich in der Tat nicht, aber der Cameo-Begriff ist dann doch fehl am Platz, er ist schon ein wichtiger und gewichtiger Bestandteil des Films und hat so viele Gänsehautmomente abgeliefert, dass es mich in den Sitz gedrückt hat. Die Drum-Szene war für mich mit das Highlight 2016, aber so oder so habe ich die Leistung nur bewundern können. Da stimmte jede Betonung, jeder Blick, jedes Zucken. Ganz große Kunst.
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Re: Euer persönlicher filmische Jahresrückblick 2016

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Das passt dann wiederum gut ins Bild, denn Fassbender finde ich auch nie sonderlich überragend. Solides Schauspiel, das mich aber nie begeistert.
Bale spielt für mich immer gelangweilt unsympathisch. Hin und wieder - dcas kist seine einzige Variation - gibt er auch den hibbeligen ADS-Typen wie in "The Fighter" (den ich auch als Film nicht mag) oder eben in Big Short. Finde keinen Zugang zu seinem Spiel.
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Re: Euer persönlicher filmische Jahresrückblick 2016

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Muss man ja auch nicht. Man kann ja nicht jeden mögen. Bale hat für mich was in seinem Blick, dass ihn über viele andere Schauspieler seiner Zeit hinaushebt. Und bspw. in Nolans Dark Knight Filmen weiß er nur durch sein Gesicht und durch die Art, wie er Sätze sagt und betont, dem Charakter eine Tiefe abzuverlangen, von der unter anderem ein Ben Affleck Galaxien entfernt ist.
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