Kurzgeschichtenbandbesprechung: In tödlicher Mission - FYEO (Fleming)

Dieses Forum ist für die detailierte Diskussion und Userkritiken/Reviews über/zu den einzelnen James-Bond-Romanen gedacht.

Welche ist eure Lieblingskurzgeschichte aus dem Sammeland In tödlicher Mission?

Im Angesicht des Todes
1
17%
In tödlicher Mission
2
33%
Ein Quantum Trost
2
33%
Risiko
0
Keine Stimmen
Die Hildebrand-Rarität
1
17%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6
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Henrik
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Lieblings-Bondfilm?: Der Hauch des Todes
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GoldenProjectile hat geschrieben: Die Kurzgeschichte TLD ist eigentlich ziemlich genau die PTS des Films.
Die PTS?
"Ich glaube nie, was in den Zeitungen steht." - TND
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Franky007
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Lieblings-Bondfilm?: Goldfinger
Lieblings-Bond-Darsteller?: Sean Connery

Die Pre-Titel-Sequenz
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Maibaum
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Er meinte wohl eher daß es nicht die PTS ist, sondern die Post-Titel-Sequenz (abgekürzt PTS) ;)
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Franky007
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Lieblings-Bondfilm?: Goldfinger
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Die Pre-Titel-Sequenz und die Post-Titel-Sequenz haben dann aber beide die selbe Abkürzung. Das finde ich ein wenig verwirrend.
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Maibaum
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Registriert: 21. Dezember 2008 10:58

Franky007 hat geschrieben:Die Pre-Titel-Sequenz und die Post-Titel-Sequenz haben dann aber beide die selbe Abkürzung. Das finde ich ein wenig verwirrend.
War nur ein Scherz, für zweiteres interessiert sich niemand im Sinne einer Namensgebung.
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HCN007
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Naja, mann kann die Sequenz ja als ATS (After-Title-Sequenz) bezeichnen , aber am Ende haben wir für alle Sequenzen eines Bondfilms spezielle Abkürzungen und dann verstehen Neulinge nur noch Bahnhof.

Und bei der ATS von TLD ist nur die grundlegende Konstellation aus der Kurzgeschichte übernommen worden, das Setting ist nicht in Bratislava, sondern an der Grenze BRD/DDR in Berlin angesiedelt. Und Bond hat keinen bequemen Balkon, sondern eine behelfsmäßig eingerichtete Baracke, von der aus der Ausschau nach dem gegnerischen Sniper hält.

Aber meine Meinung zu dem Kurzgeschichtenband "In Tödlicher Mission" kommt in detaillierter Form in 2016, wenn ich aus Langeweile heraus einfach mal im nächsten Jahr zwischen Buch-Neuerscheinungsphasen nochmal alle Romane durchlese und dann hier auf diesem Forum meine Review poste !
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GoldenProjectile
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So, ich habe nun endlich auch noch Flemings Kurzgeschichten nachgeholt, jetzt erst kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass mir literarisch vom Ian nichts mehr fehlt (ausser Chitty Chitty Bang Bang natürlich). Die ersten fünf fand ich alle recht gelungen.


From A View To A Kill
Nette Geschichte, die Idee mit den Motorrad-Anschlägen ist genauso gelungen wie der leicht skurrile Einfall des in der idyllischen Waldlichtung verborgenen High-Tech-Geheimverstecks der sowjetischen Saboteure. FAVTAK verbindet pittoreske Landschaftsbeschreibungen mit einem Hauch Mystery bzw. Krimi-Rätsel und etwas Action. Solide Kurzgeschichte im idealen Sinne des Genres und es verwundert, warum nie auch nur ansatzweise etwas davon in einem Bondfilm gelandet ist.
Wertung: 7,5 / 10


For Your Eyes Only
Noch besser als die erste Story und gefühlt zumindest die längste der neun, ohne dass ich je den Eindruck hatte sie würde sich in ihrem Umfang zu sehr von den anderen abheben wie es etwa 007 in New York durch seine Kürze tut. Der Auftakt auf Jamaika ist richtig gut, aber das Herzstück ist Bonds Anreise, vom verschwörerischen Treffen mit dem kanadischen Polizisten über die wieder einmal sehr idyllisch geschilderte Wanderung entlang der US-kanadischen Grenze bis hin zum Bezug des Beobachtungspostens vor Hammersteins Villa, wo der actionreiche Shootout die Geschichte abrundet. Vorwerfen kann ich Fleming höchstens dass ihm am Ende die Frauenfigur, hier Judy Havelock, mal wieder etwas sperrig und langweilig von der Hand geht, ansonsten fand ich die Geschichte prima.
Wertung: 8,5 / 10


Quantum of Solace
Quantum ist für die Kurzgeschichten das, was The Spy Who Loved Me für die Romane ist, und auch hier wäre es leicht, mit falschen Erwartungen heranzugehen und ihr einfach die Armut an Action und Spionage vorzuwerfen. Diesen Ansatz fände ich aber langweilig, nicht zuletzt, da Quantum von allen Geschichten mit am meisten Spass gemacht hat. Fleming kann hier auf gelungene Art die schriftstellerischen Muskeln spielen lassen in einem Charakterstück, das sehr schön die Kerngeschichte um die gescheiterte Ehe von Philip und Brenda mit dem umrahmenden, sehr natürlich strukturierten Gespräch zwischen Bond und dem Gouverneur verbindet.
Wertung. 8,5 / 10


Risico
Der Film FYEO im Kurzformat - eine nette kleine Agentengeschichte, die Szenen in Columbos Restaurant mit dem Abhör-Manöver sind ein kleines Highlight und später folgen zwei tolle Actionszenen am Strand des Lidos und bei Kristatos' Lagerhaus. Irgendwie hätte ich mir die Geschichte aber gerne noch etwas länger und tiefer gewünscht, ein paar mehr Seiten hätten das Ergebnis erheblich runder machen können, gerade auch beim Gegenspieler Kristatos.
Wertung: 7 / 10


The Hildebrand Rarity
Mein persönliches Highlight unter den ersten fünf Kurzgeschichten. Die Schilderung der Unterwasserwelt war immer schon eine Stärke Flemings und hier kann er mehr damit auftrumpfen denn je, auch mehr als in LALD und TB. Dazu kommt eine schön böse und clevere kleine Erzählung, die mustergültig zeigt, wie das Format einer Kurzgeschichte mit dem wesentlichen funktionieren kann. Das schön offene Ende um den wahren Mörder ist der perfekte Abschluss.
Wertung: 9 / 10
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Revoked
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Gut geschrieben! Ich würde Risico einen Punkt mehr spendieren, aber alles andere ist auf den Punkt gebracht.

Wenn dir bei THR die Schilderung der Unterwasserwelt gefiel, dann freu dich schon mal auf Octopussy - ein weiterer kleiner Edelstein, von dem es nur wenig (oder schlecht, SP) in die Drehbücher geschafft hat.

Wenn ich es so betrachte, sind QOS, THR und OP irgendwie seelenverwandt...
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GoldenProjectile
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Octopussy kenne ich dänk auch schon, schreibe dann vermutlich morgen weiter. SP will ich mal lieber nicht in einem Atemzug mit OP nennen, das ist als "Adaption" eigentlich nicht der Rede wert. Selbst Major Dexter Smythe hätte wohl Mitleid mit Oberhauser, dass ihm Brofeld als Sohnemann angedichtet wurde. Übrigens verwurstet SP in der Folterszene ja auch gleich noch Colonel Sun...

QoS, THR und OP spiele nicht nur alle auf exotischen Inseln, sondern sind sicherlich auch Flemings ungewöhnlichste Kurzgeschichten, da hast du Recht.
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Revoked
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GoldenProjectile hat geschrieben: 29. November 2020 20:54 .... Übrigens verwurstet SP in der Folterszene ja auch gleich noch Colonel Sun...

QoS, THR und OP spiele nicht nur alle auf exotischen Inseln, sondern sind sicherlich auch Flemings ungewöhnlichste Kurzgeschichten, da hast du Recht.
Na, ich bin mir nicht so sicher, hatte ich hier auch mal geschrieben: außer dem Spruch, dass das Gelaber schlimmer ist als die Qual selbst (und ganz eventuell noch die Verknüpfung von „wo der Mann ist“ und Schmerz) gibt es doch eine ganze Reihe Unterschiede zwischen den Folterszenen in CS und SP (zB einen überzeugenden Villain).

Bzgl „der Trilogie“: es ist immer jemand, der mit eine Art Lüge oder einem Betrug in einer Beziehung landet und diese dann idR einen tragischen Verlauf nimmt.
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Casino Hille
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GoldenProjectile hat geschrieben: 29. November 2020 18:10 Fleming kann hier auf gelungene Art die schriftstellerischen Muskeln spielen lassen
Was eigentlich für alle Kurzgeschichten gilt, die ich durch die Bank viel unterhaltsamer als die meisten seiner Romane finde. Ganz vorne weg kommt QOS, das wie du schreibst eine feine kleine Charaktergeschichte ist, die mit James Bond eigentlich gar nichts zu tun hat. 007 selbst taucht nur in der Rahmenhandlung auf, könnte aber auch Philip Meyer heißen. Die wirkliche Erzählung ist im Kern tief traurig und voller Verbitterung – und trotzdem schafft sie am Ende den Bezug zum Bond-Charakter. Großes Tennis, was besseres hat Ian nicht geschrieben.

Ansonsten mag ich wohl besonders die View to a Kill Geschichte gerne, weil sie so eine originelle Setting-Konstellation hat, und so sehr von ihrer Atmosphäre liebt. Die Beschreibungen sind Fleming hier wunderbar gelungen, der Spannungsbogen ist schnell und konzentriert, so soll es sein. Die anderen drei fallen da etwas ab, Hildebrand Rarity hat bis auf seinen tollen Schluss eigentlich nur das Übliche zu bieten, aber es tut dieser Geschichte wie auch den anderen gut, kein ganzes Buch füllen zu müssen. Vielleicht wäre so eine Serie von Bond-Kurzfilmen doch keine schlechte Idee. Nur allzu sehr an Fleming kann man sich dabei nicht orientieren, da MGW und Maibaum das alles in den 1980ern zu Genüge ausgebeutet haben.
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GoldenProjectile
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Casino Hille hat geschrieben: 30. November 2020 18:43 Hildebrand Rarity hat bis auf seinen tollen Schluss eigentlich nur das Übliche zu bieten
Im englischen Forum gibt es einen interessanten Thread zum Thema "Who killed Milton Krest?". Die Kollegen sind offenbar überwiegend der Meinung, dass die Indizien deutlich stärker auf Liz verweisen. Ich finde das Schwachsinn, Fleming macht das sehr geschickt (aber eigentlich auch simpel und unmissverständlich) 50-50, Liz hat das etwas stärkere Motiv, die Art des Mordes passt aber etwas besser zu Barbey.

Wie seht ihr das?
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Revoked
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GoldenProjectile hat geschrieben: 30. November 2020 19:22 Im englischen Forum gibt es einen interessanten Thread zum Thema "Who killed Milton Krest?". Die Kollegen sind offenbar überwiegend der Meinung, dass die Indizien deutlich stärker auf Liz verweisen. Ich finde das Schwachsinn, Fleming macht das sehr geschickt (aber eigentlich auch simpel und unmissverständlich) 50-50, Liz hat das etwas stärkere Motiv, die Art des Mordes passt aber etwas besser zu Barbey.

Wie seht ihr das?
Interessanter Gedanke, ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es jemand außer Liz sein könnte.
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GoldenProjectile
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Revoked hat geschrieben: 30. November 2020 20:28 Interessanter Gedanke, ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es jemand außer Liz sein könnte.
Ehm, darum dreht sich aber explizit der gesamte Schlussdrittel der Geschichte. :) Darum, dass Bond nicht weiss und nicht herausfindet, ob es Liz oder Barbey war, erstere hat ein bisschen ein stärkeres Motiv, letzterem wäre die Tat an sich etwas mehr zuzutrauen, Bond versucht, verräterische Zeichen aufzuschnappen, kann sich aber bis zuletzt einfach nicht festlegen, wer es nun war. Und das bleibt auch offen.

Wenn jetzt also jemand sagt er/sie/es finde, die Zeichen weisen eher auf Liz, dann okay, auch wenn ich diese Zeichen nicht so stark sehe. Wenn du aber sagst, du hättest nie daran gedacht es könnte jemand anderes als Liz sein, hast du dann den ganzen Schlussteil verpasst? :wink:
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Maibaum
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Revoked hat geschrieben: 30. November 2020 20:28
GoldenProjectile hat geschrieben: 30. November 2020 19:22 Im englischen Forum gibt es einen interessanten Thread zum Thema "Who killed Milton Krest?". Die Kollegen sind offenbar überwiegend der Meinung, dass die Indizien deutlich stärker auf Liz verweisen. Ich finde das Schwachsinn, Fleming macht das sehr geschickt (aber eigentlich auch simpel und unmissverständlich) 50-50, Liz hat das etwas stärkere Motiv, die Art des Mordes passt aber etwas besser zu Barbey.

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Interessanter Gedanke, ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es jemand außer Liz sein könnte.
Aus meiner Erinnerung heraus würde ich das selbe sagen, aber genaues weiß ich nicht mehr.
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