Wie in unserer letzten Bond-26-News vor fast genau 3 Monaten berichtet, hat die neue Bond-Casting-Chefin Nina Gold mit dem Casting des 007. James-Bond-Darstellers begonnen. Nachdem zuerst großflächig (also fast wie in der Gruppenphase der heurigen Fußball-WM) eine breite Anzahl an möglichen Kandidaten durchleutet wurde, wurde bekannt, dass die 2. Castingrunde (also die „Bond-Playoffs“), im August 2026 stattfindet.
Ob und wie diese Castings nun tatsächlich laufen, wo diese abgehalten werden (ja, irgendwo in London natürlich) und welche Mimen dazu eingeladen wurden, das wissen wir aktuell noch nicht. Laut Justin Kroll von Deadline könnten es 5-7 sein, manche würden auch von mehr als 10 reden. Einige Namen sind in den letzten Wochen zwar durchgesickert oder zumindest in den Medien aufgetaucht. Aktuell sind es aber mehr Spekulationen und Vermutungen als Tatsachen, die wir kennen. Zunächst wurde über eine Entscheidung bereits Anfang September spekuliert. In einem Interview mit Deadline vor wenigen Wochen meinte die neue Bond-Produzentin Amy Pascal jedenfalls, dass es „bis Jahresende“ eine (offizielle) Verkündung geben wird. Ja, sie meinte tatsächlich dieses Jahr – also 2026!
DEADLINE: Wie sieht der Zeitplan für Bond aus? Glauben Sie, dass wir gegen Ende des Jahres Neuigkeiten darüber bekommen könnten, wer ihn spielen wird?
PASCAL: Ich würde sagen, Ende des Jahres ist ein guter Tipp. Wir gehen wirklich sehr, sehr methodisch vor. Da ich im Studio mit Barbara Broccoli zusammengearbeitet habe, weiß ich: Daniel Craig hinterlässt ein schweres Erbe. Und es muss etwas ganz Anderes sein, das packend, aufregend und neuartig ist.
Nachdem Anfang September erwähnt wurde: ich könnte mir vorstellen, dass Anfang September die „Finalspiele“ stattfinden werden. Und man sich dann aus den übriggebliebenen 2-3 „besten“ Kandidaten für „den Auserwählten“ entscheidet. Oder es steht eh schon längst alles fest und die Verantwortlichen haben einen klaren Favoriten? Wir wissen es nicht. Noch nicht!
Ein weiteres mögliches Datum, dass sich perfekt für eine derartige Ankündigung anbieten würde, wäre natürlich der 5. Oktober 2026 – der „globale James Bond Tag„. Jener Tag, an dem „Dr. No“ 1962 seine Weltpremiere in London feierte. Der 5.10. fällt dieses Jahr auf einen Montag. Man könnte ihn ja wirklich wieder einmal für mehr als nur ein paar Marketing- und Merchandise-Kampagnen nutzen.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Mittlerweile ist jedenfalls klar und es wurde ja auch schon im Mai verkündet, dass man im Hintergrund, (mehr oder weniger) ganz still und heimlich, alles für den bevorstehenden Produktionsstart von BOND 26 vorbereitet. Wie ich über „Social Media“ zuerst berichtete, wurde der bekannte Stunt-Koordinator Lee Morrison, der bei allen Daniel-Craig-Bonds bei den Stunts involviert war, erneut für die Stunt-Koordination von BOND 26 engagiert. Morrison hat zuletzt u.a. auch sehr erfolgreich an Denis Villeneuve’s DUNE-Filmen gearbeitet. Seine Verpflichtung ist somit keine Überraschung.
Es zeigt, dass die Vorbereitungen für den Produktionsstart wieder einen Schritt weiter sind, nachdem offenbar auch im Stuntbereich bereits Ideen, Konzepte und Pläne ausgearbeitet werden. Da Produzentin Pascal bis Jahresende den neuen Bond verkünden will, dürfte der Drehbeginn nicht mehr in allzu weiter Ferne sein. Frühjahr 2027 scheint aktuell realistisch – wir kennen aber immer noch keinen Zeitplan von Amazon MGM Studios und können weiterhin nur vermuten und raten.
Ziemlich sicher wird man sich dann aber auch schon Gedanken über mögliche Drehorte und weitere Produktionsangelegenheiten machen. Dabei hat Denis Villeneuve seine Arbeit an DUNE 3 (deutscher Kinostart am 17.12.2026), zumindest soweit bisher bekannt, noch nicht vollständig abgeschlossen. So dürfte er bis vor kurzem noch an den letzten CGI-Feinschliffen gearbeitet haben. Er soll aber schon zuvor in den letzten Monaten mit Drehbuchautor Steven Knight in Kontakt gestanden sein. Und selbstverständlich wird Regisseur Villeneuve auch bei der Auswahl des neuen Bond-Darstellers voll involviert sein. Villeneuve soll direkt mit den „Playoff-Kandidaten“ in Kontakt treten laut Kroll.
Namen sind was für Grabsteine!
Wer sind nun die Namen, die in den letzten Wochen und Monaten genannt werden und die von den Verantwortlichen tatsächlich in Betracht gezogen werden dürften? Einer soll es schon mal nicht werden: der 30-jährige Engländer Harris Dickinson (Triangle of Sadness). Er wurde immer wieder als aussichtsreicher Kandidat genannt, soll sich aber laut Entertainment-Reporter Jeff Sneider nun selbst aus dem Rennen genommen haben. Laut Sneider soll Dickinson den Produzenten persönlich für die Castingrunde im August abgesagt haben. Er wolle sich nicht für eine so lange Zeit an ein einzelnes Franchise binden. Tja, das übliche Thema halt. Dabei soll es Dickinson angeblich sogar auf die Amazon-Shortlist von 4 Kandidaten geschafft haben. Ob das wirklich stimmt, wissen wir jedoch noch nicht.
Ginge es nur nach Amazon, dann soll es Gerüchten zufolge der mittlerweile durchaus als Superstar zu bezeichnende Jacob Elordi (Frankenstein, Euphoria) werden. Das letzte Wort in dieser Entscheidung liege aber nicht beim Studio. Bis auf seine Größe von 1,96m würde Elordi jedenfalls vom Aussehen her ja definitiv gut passen (finde ich jedenfalls). Dazu wäre er mit 29 Jahren wohl im perfekten Alter. Nur würde sich denn gerade Herr Elordi, der bereits mit zahlreichen großen Regisseuren zusammengearbeitet hat, so lange an ein Franchise binden?
Als perfektes Bewerbungsvideo für die Bond-Rolle gilt seine kürzliche Darstellung in dieser großartigen Chanel-Werbung. Die amüsante und toll choreografierte Werbesequenz stammt ironischerweise von Regie-Meister Alfonso Cuarón, der ursprünglich als Bond-26-Regisseur sehr stark im Gespräch war:
The usual suspects

Ob Elordi überhaupt noch auf die Beschreibung eines „jungen, frischen Gesichts“ passen würde, nach dem Regisseur Denis Villeneuve angeblich sucht? „Unbekannt“ ist er jedenfalls nicht mehr, aber anders als früher dürfte die höhere Gage die neuen Hauptverantwortlichen auch nicht abschrecken. Daran dürfte es wohl nicht scheitern.
Ähnlich bekannt ist Callum Turner (Eternity, One Night Only), dessen Name auch immer wieder genannt wird (ich berichtete). Auch er würde schauspielerisch und optisch durchaus passen – doch füllt sich sein Terminkalender bereits für neue Projekte. Und ob er mit seinen 36 aktuell noch in Frage kommt?
Die gleiche Frage stelle ich mir natürlich auch bei meinem persönlichen und EONs (ehemaligen?) Favoriten Aaron Taylor-Johnson. Auch er ist mittlerweile schon 36 Jahre alt und stets gefragt. Zumindest laut den aktuellen Einträgen in der IMDB wäre er für 2027 fast schon auffallend wenig verbucht. Ist er doch noch im Rennen? Man wird ja noch hoffen dürfen! ;)
Vom Slough House zum MI6?

(C) Emma Louise Swanson für Louis Vuitton
Ein weiterer Darsteller, den ich schon länger auf meiner persönlichen Shortlist stehen habe (jedenfalls seit ich die großartige britische Agentenserie Slow Horses mit Gary Oldman gesehen habe), ist Jack Lowden. Lowden ist vergleichbar mit Turner und Taylor-Johnson, ebenso Engländer, 36 Jahre alt und schon sehr erfahren (er spielt u.a. auch in der Amazon-Serie Der Herr der Ringe mit).
Vom Aussehen her wäre Lowden wohl für viele nicht die erste Wahl (das war Craig damals auch nicht), aber ich denke mit etwas Styling und einem passenden Haarschnitt wäre auch das kein Thema. Schauspielerisch könnte er es mit Sicherheit, soweit ich das beurteilen kann. Wieso ist Jack Lowden aktuell überhaupt medial so stark vertreten? Der britische TV-Moderator Richard Osman soll von einer Quelle gehört haben, dass Lowden „ernsthafte Chancen“ auf die Rolle habe. Das Gerücht kommt also nicht von einem der typischen Filmbranchen-Reporter. Wieviel Wahrheit dahinter steckt, wissen wir aktuell nicht.
Was mich aber gleich wieder zurückbringt: Wenn man nun offensichtlich doch noch weiterhin 36-jährige Briten mit Erfahrung suchen sollte – da fiele mir glatt jemand ein! ;)
The Unknown

Jemand, der laut Variety bei den ersten Auditions für große Begeisterung gesorgt haben soll und zumindest auch zu den weiteren Castings eingeladen wurde, ist der erst 26-jährige britische Musical-Darsteller Tom Francis. Francis (Sunset Boulevard) hat erst in wenigen Film-/TV-Produktionen mitgewirkt, wurde aber dafür bereits mit einem begehrten Olivier Award (britisch) ausgezeichnet und für einen Tony Award (US) nominiert. Das Casting eines Darstellers wie Francis würde jedenfalls zu der von Villeneuve (angeblich) herausgegebenen Anforderung passen („jung & frisch“). Es würde den Bond-Machern die Chance geben, ihren neuen Bond selbst und ohne voreingenommene Bilder und Erwartungen auf die Leinwand zu bringen. Genau so, wie Villeneuve, Knight und die Produzenten ihn haben wollen. Nach der sehr erfolgreichen aber durchaus auch kontroversiellen (gilt jedenfalls für’s Ende!) Craig-Ära sicherlich nicht einfach. Aber wohl die beste Idee, sofern es dann auch gut umgesetzt wird.
Wir können davon ausgehen, dass noch weitere „unbekannte“ Schauspieler – ähnlich wie Francis – gerade gecastet werden.
Zum Abschluss: James Bond mit Hut wäre doch auch wieder einmal etwas. Oder werde ich schön langsam einfach nur alt? Wer wäre eure Wahl? Wer sollte es keinesfalls werden?