Home Keine Zeit zu Sterben - No Time To Die No Time To Die: (US-) Kinos hoffen auf James Bond

No Time To Die: (US-) Kinos hoffen auf James Bond

von Gernot

Die durch die Covid-19-Pandemie stark beeinträchtigte US-Kinobranche setzt alle Hoffnungen auf einen erfolgreichen Kinostart von NO TIME TO DIE im November. Eine weitere Verschiebung des 25. James-Bond-Filmes (US-Kinostart am 20.11.2020) würden einige Kinos in den USA wohl nicht überleben, wie das Wall Street Journal (WSJ) aktuell berichtet.

Anders als im Großteil von Europa haben die US-amerikanischen Kinoketten erst Ende August wieder schrittweise ihre Kinosäle geöffnet. Die Einspielergebnisse der ersten Wochen fielen nur sehr verhalten aus. Man merkt, in großen Teilen der USA wütet das Coronavirus immer noch vergleichsweise stark (wobei die Zahlen ja aktuell auch in vielen europäischen Ländern wieder besorgniserregend steigen). Die gefährdete Kinokette „Cineworld“ (mit Ablegern in den USA, UK, Osteuropa und Israel) hofft, demnächst auch wieder in New York und Teilen Kaliforniens öffnen zu dürfen. Noch fehlt aber das grüne Licht der jeweiligen Bundesstaaten.

Kino in Zeiten einer Pandemie

Um den Kinobesuch so weit wie möglich sicher zu gestalten, hat der Kinobesitzerverband „National Association of Theatre Owners“ jedenfalls sehr strenge Schutzmaßnahmen für insgesamt 2.600 Kinos mit rund 30.000 Sälen vorgegeben – darunter auch eine Maskenpflicht und ein Belüftungssystem. So wie in vielen europäischen Kinos bereits seit vielen Wochen üblich.

Dabei geht es aber nicht nur um die Anzahl der geöffneten Kinosäle, es braucht natürlich auch das „richtige“ Filmmaterial („Blockbuster“), für das die Menschen bereit sind, ihr Zuhause in der aktuellen Zeit zu verlassen. Disney hatte erst kürzlich 10 Filme verschoben, darunter auch das auf den US-Kinomarkt ausgerichtete Marvel-Spinoff „Black Widow“. Auch Christopher Nolans „Tenet“ konnte in den USA nicht überzeugen. Selbst für Corona-Verhältnisse verlief das bisherige BO-Ergebnis des Filmes sehr enttäuschend (aktuell 41 Mio. USD in den USA, 244 Mio. USD international laut BO Mojo).

Ein bekanntes Bild. James Bond findet einen alten Bekannten in seiner Garage. Und bunkert offensichtlich jede Menge Champagner für schlechte Zeiten. (c) Universal Pictures

For England, James?

Aber zumindest MGM hält (in den USA über die (wieder) neu-gegründete United Artists Releasing) immer noch am geplanten November-Kinostart für Daniel Craigs 5. Bondfilm NO TIME TO DIE fest. Jedes Anzeichen einer Verschiebung wäre jedenfalls ein schreckliches Signal für die großen US-Kinoketten Cineworld, AMC oder Cinemark (und deren Aktionäre). Aktuell sieht es aber nicht danach aus. Wobei man natürlich auch festhalten muss, dass die USA für 007 in der Vergangenheit alles andere als ein einfacher Markt waren – im Gegenteil. „Skyfall“ war der bisher erfolgreichste Bond mit (nicht-inflationsbereinigten) 300 Mio. USD – „Spectre“ hatte zuletzt „nur“ mehr 200 Mio. USD in den USA erzielt. Kann Bond die Amerikaner während der laufenden Corona-Pandemie aus den Sofas in den Kinosaal locken?

Bondfilm (Jahr)Box Office USA (in Mio. USD)Box Office Gesamt (in Mio. USD)
Casino Royale (2006)167,4616,5
Quantum Of Solace (2008)168,4590
Skyfall (2012)304,31108,6
Spectre (2015)200880,7
Bisheriges BO-Ergebnis (nicht-inflationsbereinigt) der Daniel-Craig-Bondfilme; Quelle: „Box Office Mojo“

Wie die aktuell wieder auf Hochtouren laufende Marketing-Maschinerie für NO TIME TO DIE zeigt, möchten die Bondmacher den Kinostart im November tatsächlich durchziehen. Und das trotz der schwierigen Kinomarkt-Situation und der steigenden Infektionszahlen, auch in Europa. Solange die Kinos nicht wieder flächendeckend zusperren müssen, etwa im für Bond so wichtigen Heimatmarkt U.K. oder etwa auch in Deutschland.

Keine Zeit zu verschieben

Wieso aber gehen MGM, Universal Pictures und die Londoner 007-Produktionsfirma EON Productions Ltd. das hohe (finanzielle) Risiko eines Starts während der Corona-Pandemie überhaupt ein? Wieso hat man den Film nicht einfach (ein weiteres Mal) verschoben, so wie es die anderen Studios mit vielen ihrer Filme auch getan haben? Mit dem angeblichen Megabudget von 250 Mio. USD muss Craigs 5. BOND wohl mindestens 500 Mio. USD und mehr einspielen, um ein Erfolg für alle beteiligten Firmen zu werden. Ein Ergebnis über 650 Mio. USD dürfte in Corona-Zeiten schon als großer Erfolg gelten. Wobei die Gewinnauswertung nach dem Kinorelease ja noch lange nicht zu Ende ist…

Ob es finanziellen Druck auf bzw. von beispielsweise MGM gibt für einen Kinostart im Jahr 2020? Oder hofft man, trotz Covid-19 die „freie Fahrt“ bis zu den nächsten großen Publikumsmagneten zu Weihnachten (z. B. „Dune“ (18.12.) und „Wonder Woman 1984“ (25.12.)) zu nutzen, sodass man auch mit vollgefüllten halbleeren Kinosälen zu einem ansprechenden Ergebnis kommt? Und so den bereits vollgepackten Kinostartkalender 2021 bewusst meidet? Oder hat man gar noch ein Ass im Ärmel – etwa in Form eines schnell umsetzbaren VOD-Releases (regional oder sogar international), passend zum Universal-AMC-Deal?

T minus 40 Tage

Derzeit steht jedenfalls trotz des besorgniserregenden Pandemieverlaufs weiterhin alles auf November für 007. Es scheint fast so, als könnte die rollende Bond-Marketing-Maschine dieses Mal nicht mehr aufgehalten werden (was natürlich nicht stimmt), rund 40 Tage vor dem Kinostart. Aktuell versucht man natürlich bei Universal & Co. wieder auf allen Kanälen die Stimmung und Vorfreude für den Film anzukurbeln. Ein Unterfangen, das hoffentlich auch beim „normalen“ Kinopublikum erreicht wird. Bei den Verantwortlichen hierzulande zeigte man sich überrascht und gleichzeitig auch sehr erfreut über die Entscheidung aus London, den Kinostart im November halten zu wollen. Das gleiche gilt natürlich auch für die heimischen Kinobetreiber (die letzten beiden Bondfilme lockten jeweils über 7 Millionen Besucher in die deutschen Kinos – bei InsideKino.de gibt es hier eine schöne Übersicht zu den Bond-Ergebnissen).

Wir können also hoffen, dass die Pandemie in den kommenden Wochen halbwegs unter Kontrolle bleibt und die Kinos weitgehend offen bleiben. Dann werden wir James Bond endlich wieder auf der großen Leinwand bestaunen können. Natürlich nur mit Maske (jedenfalls beim Betreten des Kinosaals) und entsprechendem Sicherheitsabstand… No Time To Die!


James Bond returns in NO TIME TO DIE

Das 25. James-Bond-Abenteuer mit dem Originaltitel „No Time To Die“ und dem deutschen Titel „Keine Zeit zu Sterben“ erscheint am 12. November 2020 in den deutschen und österreichischen Kinos. Es ist der 5. James-Bond-Film mit Daniel Craig in der Hauptrolle, zum ersten Mal unter der Regie von Cary Joji Fukunaga.  Das Drehbuch stammt von Neal Purvis & Robert Wade, Cary Joji Fukunaga, Scott Z. Burns (ohne Credit, Anm.) und Phoebe Waller-Bridge. Michael G. Wilson und Barbara Broccoli (Eon Productions Ltd.) produzieren den Film, Universal Pictures ist für den internationalen Kinovertrieb zuständig. Alle weiteren Fakten & Details findet ihr auf unserer Filmseite zu NO TIME TO DIE.

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Manuel Hitz
Manuel Hitz
11 Tage zuvor

Danke für die Infos und das Werbematerial

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